Zurück in Köln

Am Mittwoch, 16. August 2017, fliegen wir von Faro an der Algarve zurück nach Köln. Wir haben uns günstige Koffer und Taschen besorgt, um möglichst viel Gepäck mit nach Hause zu nehmen.

Am Flughafen in Köln werden wir von Christian abgeholt und fahren gleich zur Forsbacher Mühle, wo wir die Familie zu einem gemeinsamen Mittagessen treffen.

Überraschung: Opa Bernd hat seinen Männergesangverein aktiviert, der uns ein Ständchen zur Begrüßung singt.

Daheim steht erst einmal Arbeit an: Das Haus muss eingeräumt werden, die Kinder brauchen neue Anziehsachen, die Schulen müssen besucht werden …. und und und….. Der Alltag beginnt schneller, als es uns lieb ist.

Nestor bringt unsere mitgebrachten Magnete auf dem Kühlschrank an.

Wir sprechen oft über unser tolles Jahr. Wir sind dankbar, dass wir gemeinsam die Möglichkeit hatten, einmal etwas ganz Besonderes mit der Familie erleben zu können. Und wir sind froh, die Gelegenheit auch genutzt zu haben!

Ein wenig Sehnsucht kommt in unseren Gesprächen jetzt schon auf:

Nach den wunderschönen Ankerbuchten ….

…. nach den Schildkröten ….

…. nach den weißen Stränden mit warmem, klarem Wasser ….


…. nach den netten Sundownern mit unseren Freunden ….

…. nach den Palmen und dem klaren, blauen Himmel ….

…. nach dem großen, weiten Ozean.

Aber nach der Reise ist vor der Reise! Unser Schiff liegt klar zum Ablegen in Lagos, das gibt ein gutes Gefühl. Wir planen jetzt erst einmal in kleineren Etappen, in den Ferien. Aber wer weiß, eines Tages könnten wir wieder auf große Fahrt gehen, raus auf den Ozean, neuen fernen Zielen entgegen ……

 

 

 

 

 

 

Provianteinkauf beim Fahrtensegeln

Unsere Erfahrungen mit dem Einkauf auf dem Weg in die und in der Karibik möchten wir gerne noch teilen:

Wir haben uns für die große Atlantiküberfahrt auf Gran Canaria verproviantiert. Etwa 20 min. Fußweg von der Marina in Las Palmas entfernt gibt es einen Hyperdino, der keine Wünsche offen lässt (es gibt sogar Schwarzbrot und Adventskalender). Man kann sich die Einkäufe auch liefern lassen. Allerdings habe ich immer dann die meisten Kakerlaken im Hafen gesehen, wenn der Hyperdino-Lieferwagen vorfuhr… Wir waren daher mit dem Mietwagen einkaufen oder sind später zu Fuß hin und mit dem Taxi für sage und schreibe rund 2 Euro zurückgefahren (ich habe immer gehofft, dass möglichst viele Ampeln rot sind, damit der Fahrpreis über 1,99 Euro ging…).

Obst und Gemüse haben wir allerdings nicht dort (weil gekühlt), sondern in der Markthalle gekauft.

Gemüsestand auf dem Markt

Es gab auch einen von der ARC empfohlenen Gemüsehändler, den wir aufgrund seiner Preise allerdings bald „Gold-Jorge“ getauft haben. Nachteil war außerdem, dass er am vorletzten Tag lieferte, so dass man sich das letztlich gelieferte Gemüse vorher nicht anschauen konnte.

Anja auf dem Markt

Man achte darauf, dass man nur ungekühlte Stücke kauft! Was vorher schon gekühlt war, hält sich nicht mehr lang. Gekühlte Stücke sind in der Auslage morgens gut an den Kondenstropfen zu erkennen und fragen kann man auch.

Tomaten mit Kondenswasser

Das örtliche Gemüse ist meist ungekühlt. Für die Abreise am Sonntag haben wir freitags auf dem Markt eingekauft (übrigens, was wir mit vollen Rucksäcken zu spät bemerkt haben: auf der 1. Etage des Marktes ist alles noch günstiger) und alles gut mit Wasser und Bleach und nochmals Wasser gewaschen. Die spannende Frage, was ist „Bleach“? Na, Bleiche, aber was ist Bleiche? Klärt auch der Hyperdino, es ist Chlor. Hält Schimmel und Insekteneier fern. Alles gut trocknen und dunkel und luftig, d.h. nicht gequetscht, verstauen.

Die Vorräte stapeln sich auf dem Steg

Aber: Immer locker bleiben! Man kann auch drei Wochen Dosenfutter essen, ohne Skorbut zu bekommen. Und es ist nachweislich noch kein Segler während einer ARC-Atlantiküberquerung verhungert…

Nun ist man gut über den Atlantik in der Karibik angekommen und möchte die geschwundenen Vorräte wieder auffüllen. Aber wo? Wer seinen Geldbeutel schonen will, erledigt das auf den französischen Inseln. Auf Martinique, Guadeloupe und St. Martin gibt es zumindest in den großen Orten Supermärkte und alles und zu zivilen Preisen. Und es gibt Bäckereien. Mit Baguette und Croissants und Pain du Chocolat. Und Wein. Und Käse…

Auf den unabhängigen Inseln (St. Lucia, Dominica, Antigua etc.) gibt es nicht viel und das ist teuer. Faustregel ist: Je weiter man nach Norden kommt, desto teurer wird es. Die BVIs stellen eine ziemliche Preissteigerung zu Antigua dar und Bermuda toppt alles (z.B. ein Liter Milch 2,70 USD, eine Dose Heinecken 2,50 USD, ein Glas Nutella 8 USD).

„Zivile Preise“ bedeutet übrigens nicht das Preisniveau, das wir von Europa kennen und das deutsche schon gar nicht. Lebensmittel kosten in Deutschland sehr wenig (meiner Meinung nach zu wenig, was Fleisch angeht, aber das ist ein anderes Thema) und in der Karibik viel. Mit der Zeit gewöhnt man sich daran. Es gibt in den Supermärkten erstaunlich wenig örtlich angebautes Obst und Gemüse zu kaufen, das meiste ist entweder aus Frankreich oder den USA oder Kanada importiert. Für örtliche Produkte muss man Märkte oder Stände suchen. Und: Man bekommt nicht immer alles! Daran muss sich der verwöhnte Mitteleuropäer gewöhnen. Es ist nicht normal, dass man zu jeder Jahreszeit alles an Obst, Gemüse, Käse, Fleisch etc. kaufen kann! Im Gegenteil. In kleineren Supermärkten sind die Regale oft ziemlich verwaist, man nimmt daher, was da und bezahlbar ist.

Es gibt nur sehr wenig frisches Fleisch. Hauptsächlich gibt es tiefgefrorene Hühnerbeinchen und –flügel in großen Einheiten aus Brasilien oder den USA, die Hühnerbrüste bleiben anscheinend dort. Das, obwohl geradezu überall Hühner umherlaufen. Anscheinend werden sie in der Karibik nur für den Hausgebrauch geschlachtet. Auf dem Land, in der Stadt, in der Marina, im Park, an der Tankstelle – überall Hühner. Schade, dass die Hühner bei uns immer eingesperrt werden.

Hühner auf den Iles des Saintes
Hühner in der Nanny Cay Marina

Rindfleisch und Schweinefleisch gibt es selten. Es gibt auch kaum Metzger, allenfalls Stände am Vormittag. In St. Pierre auf Martinique haben wir einen Metzger gefunden, der an diesem Tag erstaunlicherweise Rindfleisch hatte – allerdings sonst nichts anderes.

Wasser: Wir haben keinen Wassermacher. Wir trinken Wasser aus Flaschen und nutzen das Wasser in unseren Tanks zum Kochen, Duschen , Waschen etc. Und als Notreserve. Für die Atlantiküberquerung hatten wir unsere zwei Wassertanks, 210 l und 150 l, und 150 l Wasser in Flaschen. Das hat für vier Personen gut gereicht (wobei wir auch sparsam waren).

Wasser kann man in der Karibik in den Marinas und an Tankstellen tanken. Die Preise dafür sind erstaunlich unterschiedlich. Auf St. Lucia haben wir für 10 Tage in der Marina 60 Euro fürs Wasser gezahlt.

Camping-Gaz in der Karibik: Flaschen werden auf St. Lucia in der Rodney Bay Marina gefüllt. Wir vermuten, dass Propan (statt Butan) abgefüllt wird. Jedenfalls wurden bei Madame Zouk nach unserem Eindruck alle Flaschen aus demselben großen Tank befüllt, egal ob Propan oder Butan Flaschen -es gibt sowieso nur einen Tank . Ein Freund sagte uns, dass seine Camping-Gaz Flasche einen erstaunlich hohen Druck nach der Füllung in St. Lucia hatte. Propan hat einen wesentlich höheren Druck als Butan. Daher soll man Camping-Gaz Flaschen, die für Butan vorgesehen sind, nicht mit Propan befüllen lassen. Dazu kann man im Internet viele Diskussionsforen finden. Aber was tun, wenn es nur Propan gibt?? Aufs Kochen verzichten?? Wir sind uns sicher, dass unsere Camping-Gaz Flaschen in der Karibik oft mit Propan-Gas statt mit Butan-Gas gefüllt wurden (allerdings immer zu Propan-Preisen ;-). Die Befüller haben Adapter für Camping-Gaz und füllen die Flaschen ohne jeglichen Kommentar. Passiert ist nichts und kochen kann man mit beiden Gassorten gleich gut. Man zahlt nur mehr.

Kakerlaken: Leidiges Thema beim Einkauf im europäischen Süden und in den Tropen. Es gibt viele Kakerlaken und die sind groß, sehr groß und schnell. Man sollte alles auf dem Steg auspacken und kontrollieren. Kakerlaken lieben Pappe, daher am besten keine Kartons an Bord bringen. Das geht nicht immer, es gibt Milch, Säfte etc., die man nicht umfüllen kann. So streng haben wir uns auch nicht immer an die Vorgaben gehalten, aber immer alles gut kontrolliert. Wir hatten trotzdem zwei mal Kakerlaken an Bord (ich schaudere immer noch bei dem Gedanken), einmal eine auf Gran Canaria, nachdem wir einen Teil unserer Hyperdino-Einkaufstüten aus Zeitgründen erst nach einem Tag ausgepackt haben (das war dann auch das erste und letzte Mal, dass wir nicht sofort ausgepackt haben) und einmal in Lagos. Wir vermuten, dass die portugiesische Kakerlake in einem der großen Koffer, die wir im Continente gekauft hatten, an Bord kam. Glücklicherweise handelte es sich wohl um alleinstehende Männchen, die wir schnell genug erwischt haben. Äußerste Vorsicht ist angesagt!

Zu den Inseln in der Karibik, die wie besucht haben, im Einzelnen:

Wir sind auf St. Lucia in der Rodney Bay angekommen. Dort gibt es einen ziemlich großen und gut bestückten Supermarkt auf halbem Weg zur Mall und noch einen in dieser (man kann dort auch mit dem Dingi anlegen). Besser war zumindest das Gemüse vom (teuren) Gemüseboot, das täglich vorbeikam (auch zu den Ankerliegern) und vom kleinen Gemüsemarkt in der Marina. In Rodney Bay gibt es einen kleinen Supermarkt, den ich mit Einkaufslaune und großer Tasche besuchte und ernüchtert mit einem Stück Cheddar und fünf Äpfeln wieder verließ.

Supermarkt in der Mall

Weiter nach Süden sind wir von St. Lucia aus nicht gefahren, wir haben aber von Freunden gehört, dass es immer weniger einzukaufen gibt, je weiter südlich man kommt. In den Grenadinen gibt es fast nichts zu kaufen, also alles mitnehmen!

Martinique: Ein Einkaufstraum! Die kleinen Supermärkte haben, wie gesagt, nicht immer alles (aber viel), aber es gibt ja auch die großen, Carrefour, Super U, Geant etc. Einkaufen wie in Frankreich. Wir haben noch Leader Price für uns entdeckt, einen wirklich guten und günstigen Discounter mit eigenem Dingi-Steg in Le Marin. In Le Marin gibt es außerdem in Fußweite zur Marina einen großen Supermarkt, der Karren verleiht, mit denen man bis auf den Steg kommt. Perfekt! Diesen Supermarkt fanden wir auch besser als den Carrefour im Ort. Mit unserem Mietwagen waren wir im Gewerbegebiet in der Nähe der Hauptstadt bei Decathlon und in einem gut bestückten Baumarkt. Dort gibt es natürlich auch noch riesige französische Supermärkte.

In den kleinen Örtchen gibt es kleine Huit a huit-Supermärkte, die nicht immer alles, aber genug haben. In St. Anne sogar zwei und zwei Bäcker!

Einkäufe im Schiff verstauen ist ein Thema für sich

Wasser: An der Boots-Tankstelle in Le Marin (ungefähr 5 Euro für 300 l) und in der Marina (ungefähr 2,50 Euro für 500 l). Vor St. Anne gibt es auch ein Wassertankboot für Ankerlieger.

Camping Gaz: Original versiegelte Camping-Gas Flaschen aus Frankreich. 

Müll: An den Dingi-Stegen meist große Müllcontainer mit EU- üblicher Mülltrennung.

Dominica: Auf dem Markt in Roseau gibt es viele örtliche Produkte, auf Dominica wächst einfach alles!

Markt in Roseau

Die Supermärkte fanden wir bescheiden. In Portsmouth gab es zwar einige Lädchen, aber eigentlich fast nichts zu kaufen. Nach Martinique nicht weiter schlimm.

Hauptstraße in Portsmouth

Wasser: Brauchten wir nicht.

Camping Gaz: Brauchten wir nicht.

Müll: Sollte man den Boatboys (für ein paar EC oder inklusive zur Boje) anvertrauen, bloß nicht versuchen, ihn kostenlos im Ort zu entsorgen, das gibt Ärger.

Iles des Saintes: Es gibt zwei kleine Supermärktchen mit vielen Lücken in den Regalen. Aber sogar mit Käse- und Wursttheke.

Wasser: Brauchten wir nicht.

Camping Gaz: Wahrscheinlich ja.

Müll: Kostenlose Müllcontainer wie in Europa.

 

Guadeloupe: Es gibt wieder alles. In Fußweite zur Marina in Point-A-Pitre ein guter mittelgroßer Supermarkt (Carrefour?)

Auf dem Rückweg vom Carrefour

und in Autoreichweite ein riesiger Geant (sogar mit Lego, zur großen Freude von Nestor). In Deshaies ein netter kleiner Supermarkt. Überall Bäcker.

Markt in Point-A-Pitre

Wasser: In der Marina inklusive.

Camping Gaz: Im Supermarkt mit Original-Siegel. 

Müll: Kostenlose Müllcontainer wie in Europa.

Antigua: Es gibt Supermärkte, z.B. in Falmouth Harbour, die aber bescheiden bestückt und ziemlich teuer sind. Obst und Gemüse gibt es nicht wirklich viel. Glorreiche Ausnahme: Der „Epicurer“ -Supermarkt in der Nähe der Marina Jolly Harbour. Ein Einkaufstraum: Ich habe dort zum ersten Mal seit Monaten wieder Fenchel und Brokkoli gesehen, es gibt Hühnerbrust, Schweineschnitzel, einfach alles! Von den horrenden Preisen sollte man sich nicht abschrecken lassen, später (BVI, Bermuda) wird es noch viel teurer.

Deutschland ist Milchexportweltmeister – es gibt sie überall in der Karibik

Wasser: In der Marina Jolly Harbour recht teuer, ich weiß es nicht mehr genau, ca. 15 USCent je Gallone.

Camping Gaz: Brauchten wir nicht.

Müll: In Falmouth Harbour kostenlose Entsorgung am Dingi-Steg.

 

St. Barth: In Gustavia gibt es einen kleinen Supermarkt, der völlig o.k. ist und eine gute Auswahl hat. Nur die Tomaten fand ich mit 6 Euro das Pfund etwas hochpreisig. Wir haben sie trotzdem gekauft.

Zur großen Freude von Nestor gibt es außerdem zwei gute Spielwarengeschäfte.

Wasser: Brauchten wir nicht.

Camping Gaz: Brauchten wir nicht.

Müll: Kostenlose Müllcontainer wie in Europa

Ganz kleiner Supermarkt auf St. Barth

Sint Eustatius: In Oranjestad mehrere Supermärkte mit verhältnismäßig guter Auswahl (außer Obst und Gemüse), viele Produkte aus den Niederlanden.

Wasser: Brauchten wir nicht.

Camping Gaz: Brauchten wir nicht.

Müll: Kostenlose Müllcontainer wie in Europa.

 

St. Martin: Hier gibt es wieder alles! Wir haben uns hier mit haltbaren Lebensmitteln schon für die Rückfahrt bis zu den Azoren eingedeckt. Wir waren in Marigot im französischen Teil und haben im Carrefour im niederländischen Teil eingekauft, weil der bis zum Hafen lieferte.

Unsere vier Einkaufswagen
Unser Einkauf wird verladen

Highlight im Carrefour war die Rückfahrt, auf der ich mit unserem Einkäufen von einem jungen Mitarbeiter in den Hafen gefahren wurde. Als ich einstieg, sagte er, ich könne ruhig in seinem Sprinter rauchen. Ich entgegnete, dass ich vor vier Jahren aufgehört habe zu rauchen. Antwort: „Me too, I stopped smoking cigarettes four months ago. Now I only smoke Marihuana.“ Es entspann sich noch eine lustige Unterhaltung.

Trotzdem würden wir beim nächsten Mal in Marigot einkaufen. In Marigot gibt es einen Super U, der besser und günstiger ist. Man kann sich bei Discount Car (bei einem sehr netten Elsässer) für 25 Euro am Tag ein Auto mieten, die Einkäufe erledigen und noch Sightseeing machen.

Auf dem Weg zum Super U
So richtig schön ist der Weg nicht, aber man geht ja einkaufen und nicht spazieren
Kleiner Supermarkt in der Nähe der Marina

Wasser: In der Marina in Marigot 15 Euro je 1000 l. Wir haben erstaunlicherweise in 10 Tagen mehr als 1000 l verbraucht…

Camping Gaz: Bei Island Water World in der Nähe von Marigot kann man seine Flaschen eintauschen. Gerne haben wir das nicht gemacht, die neuen sahen nicht gut aus und versiegelt waren sie schon gar nicht. Wir vermuten, dass Propan statt Butan eingefüllt worden ist. Aber das war die einzige Möglichkeit, Camping-Gaz Flaschen auf St. Martin befüllt zu bekommen. 

Müll: Kostenlose Müllcontainer wie in Europa.

 

British Virgin Islands: Einkaufen ist schwierig und  teuer. Auf Virgin Gorda gibt es in Gun Creek einen Supermarkt, der ganz o.k. war (allerdings nur wenig Gemüse, und Käse konnten wir uns auch kaum leisten und Wurst war auch ziemlich teuer und es gab auch nur eine). In der Hauptstadt Road Town auf Tortola gibt es drei oder vier große Supermärkte, am besten fanden wir Riteway. Riteway gab es auch in der Marina Nanny Cay, einen kleinen und ziemlich guten, und in der East End Bay, die zum Verproviantieren überhaupt sehr praktisch ist (Bojen, Tankstelle, Supermarkt mit Dingi-Steg, Wasserautomat). In Road Town fanden wir es nämlich sehr voll und anstrengend, man muss mit den Einkäufen weit laufen und eine vierspurige Straße ohne Ampel überqueren. Und die Autos kommen immer von der falschen Seite…

Riteway in der East End Bay
Mit praktischem Dingi-Steg

Auf Jost van Dyke gab es einen Supermarkt, in dem es wenig gab und einen, in dem es quasi gar nichts gab. Auf Anegada gab es auch nicht richtig viel (abgesehen von 4 Zwiebeln und einem Knoblauch).

Die ARC Europe hat einen Shuttle-Service von der Nanny Cay Marina zum Onemart-Supermarkt in Road Town organisiert. Dort haben Oskar und ich die letzten frischen Vorräte für die Atlantiküberquerung eingekauft.

Die letzte Einkaufsliste

Ich war zunächst nicht so angetan von Onemart, weil es dort noch teurer war als in den Riteways. Aber ein echter Pluspunkt: Es gibt örtliches ungekühltes Gemüse, das sich an Bord gut hält. Die Tomaten aus dem Onemart haben sich tatsächlich bis zu den Azoren, d.h. über 3 Wochen, gehalten!

Bestandsaufnahme vor der Atlantiküberquerung

Wasser: Praktisch sind die Wasserauffüllautomaten auf den BVIs, in denen man seine 1 Gallone (=3,87 l) Wasserflasche für 1 USD mit leckerstem Trinkwasser auffüllen kann.

Es gibt viele Wassertankstellen, um die Tanks im Schiff aufzufüllen. Teilweise 15 USD je 100 Gallonen, teilweise 15 bzw. 19 bzw. 23 USC je Gallone. Es gibt auch Bojen, bei denen im Preis von 30 USD eine Wasserfüllung enthalten ist. Und ein Beutel Eis. In der Nanny Cay Marina moderater Preis, ungefähr 15 USD für 500 l.

Camping Gaz: Eigentlich ja, wir haben aber nur Propan bekommen (zum Butan-Preis). Die Camping-Gaz Flaschen werden an der Tankstelle gegenüber von Riteway Supermarkt in Road Town befüllt.

Am Ankerplatz kommt i.d.R. jeden Tag ein Boot mit der Aufschrift „Deliverance“ vorbei, dem man seinen Müll für 5 USD anvertrauen und bei dem man einen großen Beutel Eis für ebenfalls 5 USD erwerben kann. Praktisch. Müllentsorgung ist auf den BVI übrigens selten umsonst. Für das „Müllboot“ sollte man große Müllbeutel haben. Ansonsten kann man den Müll für 2 bis 4 USD je Beutel in Marinas und Resorts entsorgen.

Bermuda: Wir waren in St. George, dort gibt es einen sehr netten Supermarkt mit absoluten Höchstpreisen. Aber das ist dort normal und wir sehen es mittlerweile ziemlich pragmatisch. Essen muss man ja und im Restaurant kostet es mehr.

Wasser: Im St. George’s Dingi and Sports Club einmalig 15 USD, wenn man dort liegt. Wasser tanken können auch Ankerlieger.

Strom: Landstrom kann man hier nur bekommen mit einem US-Adapter.

Camping Gaz: Nein, es gibt nur Propan.

Müll: Haben wir in der Marina kostenlos entsorgt, wie die Ankerlieger verfahren wissen wir daher nicht.

 

Azoren: Ein Einkaufstraum! Wir sind wieder in Europa und in einer Gegend, die vom Festland extrem subventioniert wird. Hier gibt es alles und sehr günstig.

Preise im Cafe in Horta

Wasser und Strom sind in den Marinas wieder inklusive, Müll natürlich kostenlos. Camping Gaz kein Problem. Essen gehen ist super, sehr günstig und es gibt auf allen Inseln viele gute Restaurants.

 

 

SY Diana in der Werft

Nach zwei Atlantiküberquerungen und über 10.000 gesegelten Meilen müssen wir zum Ende unserer Reise einiges am Schiff machen. Viele Segler hatten uns hierzu die Firma Sopromar in Lagos empfohlen. Am 18.7.2017 geht unsere Diana in Lagos bei Sopromar auf die Werft. Es gibt viel zu tun. Auf unserer Liste für die Werft stehen neues Antifouling, Reparatur der Lecks und der lecken Fenster, neue Schraube mit Ropecutter,  Reparatur von Heizung,  Heißwasserboiler und Bugstrahlruder, Ausbau der Mikrowelle und Einbau einer Blende, Motorservice,  Außenborderservice,  Ersatz der Endlosleine fürs Großsegel und als besonderes Bonbon ein  Außenborderkran. Wir haben es nämlich satt,  den 25 kg schweren Außenborder bei Wind und Welle per Hand zu hieven. Und das geht auch nur zu zweit.

Für uns selbst gibt es auch einiges zu tun. Auf unserer Liste stehen:

Unsere To-Do Liste
Liste für die Werft

Diana wird aus dem Wasser gekrant. Direkt danach säubert ein Mitarbeiter mit dem Hochdruckreiniger den Rumpf.

Dann geht es zu unserem Standplatz auf dem Trockendock. Hier wohnen wir die nächsten 10 Tage.

Nicht gerade schön, auf dem Werftgelände zu wohnen. Unser Heim liegt ziemlich hoch, über 3 Meter.

Wir besorgen eine Treppe. Damit geht es schon viel besser hoch und runter.

Am ersten Tag ließ sich kein Handwerker blicken. Wir waren verärgert, wollten wir doch nicht den Rest unserer Reise hier stehen bleiben. Nach diversen Rücksprachen im Büro ging es ab Tag 2 dann aber zügig weiter. Bis zu vier Handwerker arbeiteten gleichzeitig am Schiff. Insgesamt sind wir mit der Werft und den Arbeiten sehr zufrieden. Wenn man es – wie wir – eilig hat, wieder ins Wasser zu kommen, ist es sicherlich hilfreich, mehrmals täglich bei der Leitung nachzufragen, wann das nächste Gewerk in Angriff genommen wird. Am Ende war Diana schon nach 10 Tagen – statt der veranschlagten 14 Tage – wieder zurück im Wasser.

Markus markiert die Ankerkette neu. Alle 10 Meter eine orange Markierung

Der neue Kran für den Außenborder.

Und unser neuer Propeller mit Ropecutter. Mit dem alten Faltpropeller waren wir unter Motor zu langsam. Nur unter sehr hohen Drehzahlen konnten wir vernünftige Geschwindigkeiten erreichen, verbunden mit einem entsprechendem Lärmpegel. Nach vielen Gesprächen – hier insbesondere großen Dank an Ralf von der Segelyacht malwieder – haben wir uns für diesen Festpropeller entschieden. Es ist ein dreiflügeliger 17 Zoll Propeller mit einer Steigung von 13, statt dem von Bavaria empfohlenen 17 x 12 Propeller. Dadurch erreichen wir höhere Leistung bei niedrigeren Drehzahlen. Aus dem Stand müssen wir mehr Gas geben (wie im 2. Gang mit dem Auto anfahren). Beim Segeln wird er etwas mehr Widerstand haben als unser alter Propeller, das müssen wir in Kauf nehmen. Unter Maschine sind wir dafür nun viel besser unterwegs, wie erste Tests gezeigt haben. Und wie! Bei 1600 Umdr./Min. 5,1 kn, bei 1800 (unsere normale Fahrtenumdrehungszahl) 5,7 kn, bei 2000 6,1 kn und bei 2400 sagenhafte 7,2 kn. So schnell waren wir noch nie unter Motor. Wir sind begeistert!

Der Ropecutter soll dafür sorgen, dass Leinen, die sich im Propeller verfangen, durchgeschnitten werden.

Nachdem wir wieder im Wasser sind, steht mit Sortieren und Reinigen (das Salz muss überall raus aus dem Schiff) und Packen noch viel Arbeit an. Zwischendurch fahren wir aber auch mit unserer Diana raus und erkunden die nähere Umgebung. Hier die Lagune von Alvor. Bei Ebbe fallen weite Teile der Lagune trocken und wir können tolle Wattwanderungen machen.

Wir freuen uns schon auf nächsten Sommer. Wir planen, durch die Straße von Gibraltar ins Mittelmeer zu segeln.

Jetzt freuen wir uns aber erst einmal auf Familie und Freunde zu Hause! Ende nächster Woche fliegen wir. So bleiben uns und den Kinder noch einige Tage Eingewöhnungszeit in den Schulferien, bevor der „normale“ Alltag wieder beginnt.

Logbuch SY Diana auf dem Weg von den Azoren nach Lagos

Am Sonntag, 2.7.2017, um 12.00 Uhr heißt es in Ponta Delgada auf Sao Miguel Leinen los zu unserer letzten großen Etappe über den Atlantik. Die Azoren haben uns sehr gut gefallen, aber jetzt wollen wir den letzten Schlag angehen. Wir freuen uns außerdem auf angesagte 30 Grad an der Algarve.

Die Azoren bleiben uns als wunderschöne, grüne und beschauliche Inselchen mit sehr netter und aufgeschlossener Bevölkerung in Erinnerung. Auf der größten, Sao Miguel, gibt es auch viele schöne Strände. Insgesamt sind die Azoren eher für einen Wander- als einen Strandurlaub zu empfehlen. Am besten im Juni/Juli, wenn die Hortensienhecken am Weges- oder Feldrandrand in voller Blüte stehen. Mit und ohne Schmucklilien davor immer wieder unglaublich schöne Blicke.

Wir wollten die Azoren schon lange einmal besuchen und sind froh, dass wir es jetzt geschafft haben. Vor allem auf eigenem Kiel…

Leider hat es keinen Wind, wir motoren aber vergnügt über die glatte See. Unterwegs kommen wir an einigen Whale-Watching-Booten vorbei und erfreuen uns (umsonst) aus der Ferne an einigen Delphinflossen.

Am Montag, 3.7.2017, haben wir 117 nm geschafft. Wir segeln mit Motorunterstützung, weil es immer noch wenig Wind hat. Sao Miguel ist nun – auch nachts – nicht mehr sichtbar. Insgesamt ist hier wenig los, außer uns keine Sportboote, nur gelegentlich dicke Frachter. Wir halten nicht direkt auf Lagos zu, sondern etwas nach Norden vor. Nach der Wettervorhersage soll der Portugieser Norder, ein stetiger Nordwind an der portugiesischen Küste, heftig wehen und wir wollen uns die Möglichkeit bewahren, dann raumschots abzulaufen (statt in Marokko zu landen).
Über das Wetter informieren wir uns in bewährter Weise über Wetterwelt und zygrib. Wetterwelt sendet uns (im kostenpflichtigen Abo) täglich eine Mail, die wir über unser Satelliten-Telefon abrufen, von zygrib fordern wir kostenlos eine automatisierte Mail an. Bei Wetterwelt bekommen wir detaillierte Informationen über einen übersichtlichen Bereich, bei zygrib fordern wir grobere Informationen über einen relativ großen Bereich an. Durch die Kombination von beiden fühlen wir uns sehr gut informiert. Manchmal sind die Vorhersagen nicht ganz gleich, aber einer hat immer recht 😉

Heute erreicht uns die erste Mail der malwieder,  die einen Tag nach uns losgesegelt ist. Wir haben ja kein SSB und sie kein Satphone,  aber über E-Mail halten wir regelmäßig Kontakt. Es ist schön, sich so austauschen zu können.

Dienstag, 4.7.2017, sind wir wieder 129 nm weiter. Ab Mittag können wir endlich nur segeln. Der Wind frischt auf 14 bis 22 kn auf und einige See kommt über. Wir stellen fest, dass an genau den gleichen Stellen wie vor Horta wieder Wasser ins Schiff kommt. Und wir dachten, wir hätten alle Lecks gefunden! Mitnichten, es tropft wieder munter in der Backbord-Achterkabine, die wir uns eigentlich als Schlafplatz eingerichtet hatten. Also wieder in die Vorderkabine umgezogen, die zwar trocken ist, in der man bei hohem Seegang aber Achterbahn fährt. Nach den langen Wochen auf den Azoren müssen uns zwar erst wieder Seebeine wachsen, aber wir haben uns schnell wieder an das Leben auf See gewöhnt. Schön ist auf See, dass man als Familie so viel Zeit miteinander verbringt und in Ruhe mit den Kindern die Schule angehen, spielen, malen etc. kann.

Die Kinder haben Fische gemalt, akkurat mit Angabe des Gewichts

In der Nacht auf Mittwoch, 5.7.2017, frischt der Wind weiter auf und bietet alle Varianten von 9 kn bis 27 kn. Wir hätten es gerne etwas gemütlicher, sind aber insgesamt fatalistisch. Das kennen wir ja schon vom bisherigen Rückweg. Das Etmal beträgt 137 nm, wir kommen gut voran.
Wir bewundern den zunehmenden Mond und den Sternenhimmel. Mittlerweile halte ich (Elke) die Venus auch nicht mehr für ein Segelboot auf unmittelbaren frontalen Kollisionskurs, wie es mir am Anfang häufiger passiert ist. Der weite klare Blick, an den wir seit einem Jahr gewöhnt sind, wird uns zu Hause sicher sehr fehlen.

Mittwoch Abend meldet unser AIS ein Segelschiff, das auf Kollisionskurs von hinten angerauscht kommt. Wir funken sie an und es ist die Mahe III, eine Hallberg Rassy aus Italien, die auch bei der ARC Europe 2017 mitgemacht hat und wie wir länger auf den Azoren geblieben ist. Lustige Begegnung, das einzige Sportboot bislang.

In der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag, 6.7.2017, bleibt es windig und böig bis 29 kn. Es regnet. Das war so aber nicht angesagt. Wir hätten uns zum Abschluss eine gemütliche Kaffeefahrt gewünscht, aber das kann man hier wohl nur stundenweise erwarten. Naja, beschweren bringt nichts, wir sind dadurch zumindest schnell. Das heutige Etmal beträgt 131 nm. Nachdem der Wind tagsüber auf 14 kn abflaut, frischt er gen Abend wieder auf 18 bis 22 kn auf.

Oskar und Nestor haben wieder ein Theaterstück vorbereitet, für das wir für 50 Cent Eintrittskarten kaufen (exclusiv…nach zwei verkauften Karten hält Nestor ein Ausverkauft-Schild in die Höhe) und mit Spannung am Abend erwarten. Wir werden nicht enttäuscht.

In der Nacht von Donnerstag auf Freitag, 7.7.2017 (lustige Zahl, ob es heute wohl viele Trauungen gibt?), flaut der Wind ziemlich plötzlich auf 7 bis 8 kn ab und wir müssen wieder motoren. Hier ist ganz schön viel los. Waren es am Anfang nur Versorgungsfrachter zwischen Lissabon und den Azoren, kommen hier nun viele Frachter und Tanker auf dem Weg von und nach Gibraltar vorbei. Wir freuen uns mal wieder über unser aktives AIS, denn ausnahmslos jeder Frachter weicht unserem Segelbötchen unaufgefordert weiträumig aus. Das ist sehr erfreulich und angenehm! Kollisionskurse mit 15 kn schnellen 200m-Pötten haben uns schon manchen Schweißtropfen gekostet.

Wir rechnen damit, dass wir Samstag Nacht ankommen und machen uns für den Landgang schön. Es gibt eine – dank motoren – warme Dusche, welch Luxus. Heutiges Etmal 133 nm. Noch 170 nm bis zum Cabo dos Sao Vicente.
Wieder beisst ein Fisch an. Ein richtig dicker, er nimmt eine Menge Leine mit. Leider schafft er es, sich vom Haken zu befreien und verschwindet. Schade, Oskar ist sehr enttäuscht. Aber unser guter Tintenfischköder aus Le Ship aus Gustavia, St. Barth, taugt was, der dritte Biss. Die Fische müssen nur noch dran bleiben.

Oskar: Heute hat wieder ein Fisch angebissen. Er war wohl groß, denn er hat ziemlich viel Leine mitgenommen. Als er dann aufgehört hat Leine mitzunehmen, haben wir ihn eingekurbelt und gemerkt, dass er ziemlich groß sein muss, da wir nur sehr langsam einkurbeln konnten. Nach einer Zeit lang ging er dann leider wieder ab. Das war schon der zweite Biss während dieser Fahrt. Wir glauben, dass bei den Fahrten davor genauso viele Fische angebissen haben, wir es aber nicht gemerkt haben, da wird da noch keine Angel mit Rolle hatten. Die Rolle hat nämlich ein Alarmsystem.

Um 21.21 Uhr ist es so weit: Wir kreuzen unseren Kurs vom 16.9.2016 von Cascais nach Porto Santo! Die Atlantik-Umrundung ist komplett!!! Wir waren 10 Monate und 24 Tage damit unterwegs, das sind 327 Tage. Wir freuen uns und sind ganz schön stolz!

In der Nacht auf Samstag, 8.7.2017, hat es wieder ordentlich Wind. Dafür wenig Verkehr. Das ändert sich schlagartig, als wir um 0600 Uhr morgens das Verkehrstrennungsgebiet vor Cabo dos Sao Vicente erreichen. Fünf Autobahnspuren für dicke Frachter und alle sind voll mit dicken Frachtern, die Vorfahrt haben und viel schneller sind als wir. Da müssen wir uns durchwuseln.

Um 11.00 Uhr gibt es schon wieder Grund zu feiern. Der Plotter zeigt 10.000 nm an!!! Das sind 18.500 km, gesegelt mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von höchstens 11 km/h. 360 Tage sind wir insgesamt unterwegs. Ganz schön viel gesegelt in der Zeit.

Letztes Etmal um 1200 Uhr: 143 nm, wir werden immer schneller. Um 12.40 Uhr kommt Land in Sicht! Es ist bedeckt und ziemlich diesig, aber Klippen und Leuchtturm vom Cabo dos Sao Vicente sind gut zu erkennen.

Das europäische Festland hat uns wieder! Naja, nicht ganz, ein paar Meilen sind es noch. Um 13.50 Uhr kommt dann auch die erste Fischerboje von vielen in Sicht. Tagsüber ist man in einer Tour damit beschäftigt, diese Bojen – oft weiss mit weissen Fähnchen, also kaum zu sehen – zu umrunden. Nachts gibt es keine – komisch…
Eine Schule Delphine begleitet uns, wahrscheinlich die letzten, die wir auf lange Zeit sehen werden. Es ist immer wieder schön, ihnen zuzugucken.
Der Wind frischt immer mehr auf und kommt uns nach dem Cap mit bis zu 30 kn entgegen. Das hätten wir jetzt am Ende nicht unbedingt noch gebraucht. Wir arbeiten uns durch. Die Marina Lagos liegt am Ende eines langen Kanals, auf dem der Wind voll steht. Der 80 m lange Schwimmsteg an der Rezeption ist allerdings nicht zu verfehlen. Um 18.30 Uhr legen wir am Rezeptions-Pontoon der Marina Lagos an. Da sind wir wieder!

Freude macht sich breit und auch eine gewisse Wehmut. 827 nm seit Sao Miguel und 3762 nm seit Tortola, BVI sind wir gefahren. 10043 nm stehen insgesamt auf der Reise auf dem Plotter. Wir waren lange unterwegs und haben viel erlebt. Viele nette und interessante Menschen haben wir kennengelernt, die Crew der Step by Step 2, unsere lieben Steppies, mit denen wir die meiste Zeit zusammen unterwegs waren, die Familiencrews der „Reisegruppe Alemana“: Joemi, Eleonore, Croix du Sud und Ehrenmitglied Pierina aus England/Australien, und die Crews der Noah, Hamaka und Electra, mit denen wir ab Lanzarote und Gran Canaria und in der Karibik viel unterwegs  waren, und (chronologisch) der Cataluna, Agate, Willi aus Porz-Westhoven, Luna, Bird of Tuvalu, Noworries, Mizar, Freya, Trud, die netten Holländer auf Porto Santo, Richard Parker, Anyway, Freedom, Teamgeist, Far, Nemo, Capo di Fora, Njord, Seas the Day, Jerry, the Rigger, Kenny, den Segelmacher und Ex-Nationaltorwart auf Saint Lucia,  Ralf (Capricorn) auf seinem Charterboot auf Martinique, Mango, Entropy, Seacat und Martin auf Dominica,  Martin auf Guadeloupe, Helmut und Hannelore auf Antigua, Regina, Romone, Nalu, Wethomi, Orion, Harry in Horta, Mal Wieder, Paloma, Alua, Astrid, Wilhelm, Peta, Isabel und Mario vom WCC und viele mehr (sorry,  falls wir jemanden vergessen haben, wir ergänzen).

SY Diana mit den Gastlandsflaggen der Länder und Inseln,  die wir besucht haben (von unten nach oben): Niederlande, Belgien,  Frankreich, England, Spanien, St. Lucia,  Martinique fehlt da Frankreich,  Dominica, Iles des Saintes und Guadeloupe fehlen da Frankreich,  Antigua, St. Barth fehlt da Frankreich, Sint Eustatius fehlt  da Niederländische Antillen, St. Martin fehlt da Frankreich,  Sint Maarten,  BVI,  Bermudas,  Azoren,  je eine Flagge vom Peter Cafe Sport in Horta und der Marina Lagos. Die portugiesische Flagge hängt natürlich an unserer Steuerbordsaling.

Jetzt bleiben wir noch 5 Wochen in Lagos und genießen die Sonne.

Und kümmern uns ums Schiff, das nach der langen Zeit und Beanspruchung hier in die Werft geht. Unsere gute Diana hat uns treu und zuverlässig über den Atlantik und zurück gebracht.

SY Diana – die große Atlantikrunde

Hier noch einmal in besserer Auflösung zum Vergrößern:

 

Auf dem Weg von den Azoren nach Portugal

Die letzte Etappe von den Azoren nach Portugal legt die Diana nun ohne den ARC zurück. Damit ist leider auch das komfortable Tracking über yb nicht mehr möglich. Erstaunlicher weise zeigt aber Find Ship trotz der großen Entfernung zum Festland weiterhin die Position an. Auf dem Bild die Situation am 06. Juli 2017 um 6:00 UTC.

Seit Dienstag gibt es genügend Wind (5-6 Windstärken), allerdings kommen die Wellen von der Seite und machen das Segeln ungemütlich. Trotz der Reparatur in Horta auf den Azoren dringt in die Backbordkoje immer noch etwas Wasser ein. Da dort niemand schläft hält sich die Beeinträchtigung jedoch in Grenzen.

Am Samstag wird voraussichtlich das Kap in Sagres passiert, dem südwestlichsten Punkt des europäischen Festlandes. Dann geht es weiter an der Algarve zur Marina in Lagos. Dort endet die Reise dann nach ziemlich genau einem Jahr.

Auf nach Portugal

Blick von den Azoren nach Osten, dort liegt Portugal

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Heute, Sonntag 02. Juli 2017, legen wir um 12 Uhr ab für unsere letzte große Etappe. Wir wollen von der Azoreninsel Sao Miguel ans portugiesische Festland. Wir schätzen, dass wir ca. 7 Tage brauchen werden. Hier ist das Wetter in Ordnung, aber vor der portugiesischen Küste könnte nochmal richtig starker Wind kommen. Aber mal sehen, meistens sind die Vorhersagen nur für drei Tage im Voraus wirklich genau. Die amerikanische Yacht Freya, die neben uns lag, hat bereits gestern abend mit Ziel Lagos abgelegt und uns freundlicherweise über ihre Wetterberatung des amerikanischen Wettergurus Chris Parker informiert. Die SY Mal wieder will morgen abfahren, ebenso die Regina. Wir finden daher, dass wir uns mit der Wahl des Abfahrtzeitpunkts in guter Gesellschaft erfahrener Segler befinden und freuen uns auf die vorerst letzte große Überfahrt.

Horta II und Angra auf Terceira

Bis Mittwoch, 15.06.2017, bleiben wir in Horta auf Faial. Elke findet ein schönes Plätzchen auf der Hafenmole und malt unser „Logo“ auf die Wand.

Logo Segelyacht Diana in Horta

In Horta finden Regatten mit traditionellen Walfangbooten statt. Mit diesen kleinen Schiffen wurden hier früher Pottwale gejagt. In den 1980er Jahren wurde der Walfang eingestellt.

Wir treffen Sabrina und Hermann von der SY Freedom wieder und verbringen nette Stunden im Cafe Sport. Die beiden hatten wir bereits bei der Atlantiküberquerung in die Karibik kennen gelernt.

Noch ein interessanter Segler, dessen Bild (mit jungem und altem Peter) im „Peter“ an der Wand hängt: Utz Müller-Treu, der in den 1970er und 1980er Jahren einhand mit seinem Schiff Frauken die Weltmeere bereiste.

Mit dem Mietwagen machen wir Ausflüge. Unter anderem zum Vulkan Capelinhos. Der Vulkan brach in den Jahren 1957/58 aus und sorgte für große Ängste bei der Inselbevölkerung. Durch die Ausbrüche „wuchs“ Faial um 2,4 qkm.

Normal sieht es aber eher sehr grün aus auf der Insel. Es regnet häufig und wir finden es zum Teil auch etwas kühl für Juni.

Am Donnerstag, 16.06.2017, stehen wir um 4 Uhr morgens auf. Wir fahren nach Angra de Heroismo auf der Insel Terceira.

Angra de Heroismos Alstadt ist UNESCO Weltkultuerbe. Tatsächlich ist die kleine Stadt wunderschön. Hübsche Straßen, Gebäude, alles passt zusammen.

Der Stadtpark ist ein Kleinod mit Pflanzen aus aller Welt. Perfekt arrangiert und toll gepflegt.

Das Reh treffen wir beim Wandern. Gehört aber nicht zu den ursprünglich auf der Insel beheimateten Tieren.

Wir gehen in Angra gerne und sehr gut essen. Im schicken Restaurant an der Marina für uns 4 inklusive Wein, Dessert etc. für 60 Euro. Aus der Karibik sind wir noch ganz andere – teurere -Preise gewöhnt …. (da wurde dann mehr selbst gekocht 😉

Unser Kurs über den Nordatlantik und unser Ziel auf dem Festland

Sven Wagner hat uns wieder eine graphische Aufzeichnung unserer Route von der Karibik bis auf die Azoren geschickt. Ganz herzlichen Dank von uns!!

Kurs Segelyacht Diana von der Karibik über den Nordatlantik

Das waren ca. 850 Seemeilen von den Britisch Virgen Islands bis Bermuda und dann ca. 1.850 Seemeilen von Bermuda bis zu den Azoren. Insgesamt also ca. 2.700 Seemeilen, entspricht etwa 5.300 Kilometern.

Gesamter Kurs SY Diana bis Anfang Juni 2017

Jetzt gibt es noch eine lange Strecke, bis zum europäischen Festland. Dabei werden wir unseren ursprünglichen Kurs kreuzen und hoffentlich die „große Atlantikrunde“ vollenden.

Unser Ziel auf dem Festland ist Lagos an der portugisischen Algarve. Dort haben wir in der Marina einen Liegeplatz für unser Schiff für den nächsten Winter gemietet.

 

Azoren (von Oskar)

Lage: Inmitten des Atlantiks, 1.500km weit weg von Portugal (Richtung Osten) , bis nach Amerika sind es 3.600km (Richtung Westen) . Die Azoren liegen auf dem 38. Breitengrad, dass ist etwas südlicher als Lissabon.

Inseln: Die Azoren bestehen aus 9 Inseln. Die Inseln heißen (von Ost nach West ): Santa Maria, Sao Miguel, Terceira, Pico, Sao Jorge, Graciosa, Faial,  Flores und Corvo

Fläche: Alle Azoreninseln zusammen haben eine Fläche von 2.335 Quadratkilometern, damit sind sie alle zusammen kleiner als Mallorca (3.618 Quadratkilometer).

Politik: Die Azoren gehören zu Portugal.

Geografie: Die Azoren sind vulkanischen Ursprungs. Sie sind circa 8. Millionen Jahre alt. Teilweise sind die Vulkane heute noch aktiv. Es gibt häufig Erdbeben.

Geschichte: Die Azoren wurden ab dem Jahre 1427 von den Portugiesen endeckt. Davor waren sie unbesiedelt .

Klima: Auf den Azoren ist es nicht so warm wie man es sich angesichts der südlichen Lage vorstellt. Da die Azoren mitten im Atlantik liegen ist es hier ziemlich kalt. Heute (19.Juni) ist es 19 Grad kalt und bedeckt.

Wirtschaft: Drei Viertel aller erwerbstätigen Azoreaner arbeiten im Dienstleistungssektor, jeder dritte davon bei der öffentlichen Verwaltung (einschließlich Bildung und Soziales). Auf den Azoren wird auch viel Landwirtschaft betrieben, dauernd sieht man Kühe.

SY Diana in Horta, Faial, Azoren

Nach 14 Tagen und 23 Stunden sind wir am 1. Juni 2017 in Horta auf der Azoreninsel Faial angekommen. Wir haben von Bermuda aus 1.887 Seemeilen, das sind etwa 3.600 km, zurückgelegt. Wir hatten zwei mal richtig schweres Wetter, einmal 48 Stunden und einmal 24 Stunden lang, stürmische Winde mit 8 Windstärken, Wellen von 5 – 6 Metern und einer sehr unangenehmen Kreuzsee. Wir hatten mehrere Flauten, in denen wir motort sind. Selten hatten wir für uns angenehmen raumen  oder halben Wind von 15 – 20 Knoten. Zum Schluss, als Faial schon in greifbarer Nähe war, bekamen wir noch 24 Stunden lang Wind mit Stärke 6 „auf die Nase“, also von vorne. Wir mussten hart am Wind segeln (motoren war bei den Bedingungen nicht möglich). Dabei spülten ständig Wellen über Deck, es war laut und nass. Umso schöner war es, als wir gegen 14 Uhr in den Hafen von Horta einliefen.

Der Pico, mit über 2.300 m Portugals höchster Berg, ist von Horta gut zu sehen. Er liegt auf der Nachbarinsel von Faial, der Insel Pico.

Horta macht einen sehr aufgeräumten und sauberen Eindruck. Die Stadt ist klein, nur ca. 6.500 Einwohner.

Die Marina von Horta ist im Mai/Juni jeden Jahres sehr gut besucht. Das ist die Zeit, in der die Yachten, die den Atlantik von West nach Ost überqueren,  also von Amerika nach Europa, hier eintreffen. Es wird aber keine Yacht wegen Überfüllung des Hafens abgewiesen. Die Schiffe werden „ins Päckchen“ gelegt, also zu mehreren nebeneinander an die Kaimauer, und es werden einfach mehr Schiffe an die Päckchen drangelegt. Traditionell malt jede Yacht ein Bild auf die Kaimauer. Das sind teilweise kleine Kunstwerke, es macht Spaß, die Bilder zu betrachten.

SY Diana am Kai in Horta

Unsere Diana liegt direkt an der Kaimauer. Stets geht es hier mit der Tide einen Meter auf und ab, so dass wir sie sehr gut abfendern müssen und lange Festmacherleinen benutzt haben. Die äußerste Yacht neben uns ist übrigens „Regina“, die ehemalige Yacht von Leon Schulz (Autor von Sabbatical auf See).

Elke im Peter Cafe Sport

In Horta gibt es einen traditionellen Treffpunkt der Atlantiküberquerer, das „Peter Cafe Sport“. Generationen von Seglern haben hier ihren Gin Tonic oder ihr Bier getrunken und auf die gelungene Atlantiküberquerung angestoßen. Alle Seglerlegenden aus meinen (Markus) Büchern waren schon einmal hier, Bobby Schenk, Rollo Gebhard, Joshua Slocum, Bernard Moitessier und unzählige mehr.

Das Cafe ist stets gut besetzt und es herrscht eine ganz besondere Atmosphäre. Viele Wimpel und Bilder an den Wänden erinnern an die Crews von Yachten, die bereits hier waren. Wir geben auch einen Köln-Wimpel ab und erhalten im Gegenzug den Wimpel von Peter. Mal sehen, ob demnächst der Köln-Wimpel bei Peter aufgehängt wird.

Die Diana-Crew vor dem Peter Cafe Sport in Horta

Ich (Markus) bin sehr stolz auf meine Familie, da wir es zusammen zwei mal über den Atlantik und bis hierhin geschafft haben. Das „Cafe Sport“ auf den Azoren war immer schon ein Sehnsuchtsort von mir und bis vor einigen Jahren hätte ich nicht geglaubt, dass wir es mit  unserem eigenen Boot bis hierhin schaffen könnten.

Auf Faial heißt es auch wieder Abschied nehmen. Hier von Nick und Isa von der Schweizer Yacht Nalu. Wir haben uns sehr gut mit den beiden verstanden. Die ARC-Europe fährt von Faial aus nur drei Tage nach unserer Ankunft weiter in Richtung Festland-Europa (mit kurzen Stopps auf zwei weiteren Inseln). Das ist uns zu schnell. Wir möchten noch länger auf den Azoren bleiben und trennen uns daher hier von der ARC.

Bei der ARC-Europe Feier auf Faial gibt es ein sehr schönes Buffet mit Spezialitäten der Azoren (ausgerichtet von Tourismusdirektor der Azoren). Nach vielen Tagen auf See mit eher bescheidener Kost freuen wir uns sehr darüber.

 

Nestor ist von der Buffet-Idee begeistert und bereitet uns einige Abende später sein eigenes Buffet in unserem Schiff.

Nach einer Woche auf Faial mieten wir uns ein Auto um die Insel auch abseits des Hauptortes Horta zu erkunden. Wir wandern zur Caldeira, dem Krater des erloschenen Vulkans.

Viele Kühe gibt es hier.

Das Wetter ist aber nicht so schön. Es ist recht kühl. Nachts 15/16 Grad, tagsüber 18/19 Grad. Oben auf dem Berg noch kälter, so dass wir uns warm anziehen müssen. Wir hoffen, dass es in den nächsten Tagen etwas sommerlicher wird.

Harry von Good@Wood

Wir haben am Schiff einige Reparaturen zu erledigen. Das wichtigste ist die Problematik am Ruder (Spiel); dann weiter die auf der Überfahrt aufgetretenen Undichtigkeiten bei schwerem Wetter. Wie schön, dass auf dem Steg Harry mit seiner mobilen, in einem Lastwagen untergebrachten Werkstatt, steht. Harry ist vor einige Jahren mit seinem Schiff Grisu in Horta „hängegeblieben“ und sesshaft geworden. Er ist gelernter Schiffsbauer, kommt ursprünglich aus dem Ruhrgebiet und macht Holz, Stahl und Gfk-Arbeiten. Er und sein Mitarbeiter Lorenz erledigen unsere Anfragen sehr gut und schnell, zwischendurch ist immer mal Zeit für einen Schwatz. Danke Harry und Lorenz!

Back to Europe V: Endspurt

13. Tag, Montag, 29.5.2017

Elke: Endlich haben wir schönstes Segelwetter: Raumer und später halber Wind von 16 bis 22 kn, wenig Welle, das mag unsere Diana und zischt mit 7 kn durch das Wasser.

Heutiges Etmal: 124 kn.

Ich bin etwas traurig: Das Meer ist nicht mehr tintenblau, wie wir das seit über letztem Jahr September gewohnt sind, sondern Nordsee-Stahlgrau bis Moosgrün. Ob es das wohl war mit dem Hochsee-Blau? Das wäre schade!

Markus: Wir funken mit der Twentse Meid, die wir am Horizont sehen. Die Niederländer erzählen uns, dass sie mit ihrem Schiff schon seit vielen Jahren unterwegs sind und zwar mit ihren drei (großen) Kindern. Nun sind sie auf dem Weg nach Holland, da die Kinder dort Examen machen sollen. Interessant! Und da machen wir uns einen großen Kopf um „nur“ ein Jahr Auszeit! Die Twentse Meid fährt zunächst zu der Insel Flores, aber vielleicht sehen wir uns später in Horta auf Faial.

14. Tag, Dienstag, 30.5.2017

Elke: Die Ausläufer des Tiefdruckgebietes im Norden haben uns erreicht, der Wind ist auf 20 bis 24 kn, in Böen 28 kn, aufgefrischt. Wir reffen etwas und segeln weiter flott dahin. Eine Freude, nachdem wir in den ersten 2 Wochen quasi jeden Meter zu den Azoren dem Meer abgerungen haben.

Heutiges Etmal: 151 nm! Sehr schön! So kann es weitergehen (wird es aber nicht, die nächste Flaute hat sich schon angekündigt).

Wir rechnen, dass wir am Donnerstag ankommen werden, noch 2 Nächte.

Markus: Wir sehen die Nalu wieder (auf dem Bildschirm), 15 Seemeilen querab von uns. Sie schicken uns eine Satelliten-SMS, dass sie uns nicht per Funk erreichen. Wir versuchen es auch noch einmal per Funk, klappt aber nicht. Also schicken wir auch eine SMS.

Regen kommt am Abend auf und die Wellen werden unangenehm und schütteln uns durch. Wir motoren zum gerefften Großsegel

15. Tag, Mittwoch, 31.5.2017

Elke: Das Atlantikwetter bietet mal wieder alles auf, was es hat: Wir motoren mit Groß im 2. Reff fröhlich vor uns hin, als ich morgens um 0700 Uhr feststelle, dass der raume Wind auf 18 bis 22 kn auffrischt. Nanu, eigentlich sollte der Wind doch drehen und abflauen? Aber umso besser. Schnell die Genua gesetzt und den Motor aus. Der Wind frischt bis auf 25 kn auf. Genua wieder gerefft. Nach einiger Zeit wird der Wind wieder schwächer, erst bis 20 kn, dann bis 16 kn. Genua entsprechend zwei mal ausgerefft. Dann beim Frühstück schlägt plötzlich lauthals die Genua back, der Wind ist binnen Sekunden auf 5 kn eingeschlafen und hat sich um 180 Grad gedreht. Es regnet in Strömen. Motor an, Genua wieder rein, Groß dichtgeholt. Langweilig wird es hier wirklich nicht. Vor allem die urplötzlichen Winddreher halten einen in Atem. Wir stellen uns vor, wie anstrengend es hier für einen Einhandsegler sein muss, der eigentlich nur in voller Montur leichte Lauerschläfchen halten kann. Da haben wir es zu zweit schon gut.

Wir nähern uns mit großen Schritten den Azoren. Der Meeresgrund hat sich schon von den vorherigen 5000 m auf 2000 m gehoben. Die Azoren befinden sich auf dem sog. Mittelatlantischen Rücken, auf dem die Amerikanische, die Eurasische und die Afrikanische Erdplatte aufeinander treffen. Die beiden westlichen Inseln – Flores und Corvo – befinden sich auf der Amerikanischen Platte, während die anderen Inseln auf der Plattengrenze zwischen Eurasischer und Afrikanischer Platte liegen. Die Amerikanische Platte bewegt sich interessanterweise ca. 2,5 cm pro Jahr nach Westen von den anderen Platten weg, so dass Flores und Corvo sich immer weiter von den anderen Inseln entfernen. Die Entfernung zwischen Flores und Faial beträgt bereits jetzt 130 nm, weshalb wir Flores im wahrsten Sinne des Wortes links liegen lassen und direkt Fail ansteuern. Wir hätten uns Flores gerne angeschaut, möchten aber auch mit den anderen ARC-Crews unsere Atlantik-Überquerung in Horta (auf Faial) feiern. Daher lassen wir Flores (diesmal 😉 aus.

Das Wetter ist mitteleuropäisch grau in grau mit Nieselregen. Das ist ein trauriger Gegensatz zum Hinweg, auf dem man in die Wärme und Sonne reist. Spätestens ab den Kapverden bleiben die langen Hosen und Shirts im Schapp, auch nachts und auch im strömenden Regen.

Aus dem Funkgerät dringt nunmehr interessantes Kauderwelsch, das sich auf den ersten Blick (oder „aufs erste Hinhören“?) Russisch anhört und bei näherem Hinhören als Portugiesisch entpuppt. Soviel zum Thema Englisch als Internationale Funksprache. Das sind wir aber schon gewohnt: Auf allen französischen Inseln in der Karibik wird konsequent und ohne jegliche Ausnahme (auch natürlich seitens der Behörden) auf Französisch gefunkt. La Grande Nation… 😉

Nach 2 Stunden Flaute mit drehendem Wind und viel Welle aus allen Richtungen (Zähneputzen stellt heute eine artistische Meisterleistung dar) nun wieder 27 kn raumer Wind. Was kommt als Nächstes?

Noch 120 nm bis Horta. Wenn wir einen Schnitt von 5 kn halten, sind wir in 24 Stunden da. Das sind motivierende Aussichten.

So kommt es aber leider nicht, der Nordatlantik zeigt mal wieder seine Wechselhaftigkeit. Als Markus und ich gerade im Cockpit den Bullenstander entfernen, dreht der Wind innerhalb von Sekunden um 180 Grad und kommt jetzt statt raum steuerbord aus ca. 50 Grad Backbord. Und das nicht wie angesagt mit 14 bis 16 kn, sondern mit 20 bis 29 kn. Dagegen erreichen wir mit dem Motor 3,5 kn, höchstens 4 kn. Es dauert also noch. Und das Anmotoren gegen Wind und Welle macht keinen Spaß, das Boot knallt auf die Wellen und es kriecht an vielen Stellen mal wieder das Salzwasser hervor. Naja, da müssen wir durch. Noch 80 nm, irgendwann morgen kommen wir an!

16. Tag, Donnerstag, 1.6.2017

Elke: Der Wind flaut nicht ab, sondern hält sich bei 19 bis 22 kn. Wir knüppeln hart am Wind mit dem Motor an, bis dieser um ca. 0300 Uhr wieder unregelmäßig läuft. Auch das noch! Dabei haben wir nach der letzten Erfahrung sämtlichen Diesel aus den Kanistern beim Einfüllen gefiltert. Markus entleert den Wasserabscheider. Wir setzen die (sehr gerefften) Segel und düsen mit 5 bis 6 kn hart am Wind dahin. Die Schräglage ist nicht besonders gemütlich, ab und zu knallen wir aufs Wasser oder eine Welle brettert übers Deck. An vielen kleinen Eckchen findet das Salzwasser seinen Weg ins Schiff. Nicht dramatisch, nur nass und nervend.

Aber wir kommen unserem Ziel näher. Um 0630 Uhr trennen uns nur noch 37 nm von unserem Ziel. Auf dem Plotter sehen wir schon die ersten Fischerboote entgegen kommen. Jetzt heißt es aufpassen, zumal bei weitem nicht alle Fischerboote mit AIS ausgestattet sind.

Die Nalu ist mittlerweile ganz nah und wir können wieder über VHF funken. Ob wir wieder wie auf Bermuda kurz hintereinander ankommen?

Von links: Nalu, anderes Boot, Fischerboot

Nach einiger Zeit sehen wir Land, den Pico auf der gleichnamigen Insel, der unser Ziel Horta auf Faial überragt! Endspurt.

Am Ende der Strecke kommt uns noch einmal ein munteres Windchen von 25 kn entgegen, obwohl wir eigentlich schon im Windschatten von Faial sind. Ein Düseneffekt zwischen Faial und Pico? Naja, es ist ja nicht mehr weit.

Um 1405 Uhr überqueren wir die ARC Finish Line. Geschafft! Kurz nach uns kommt die Nalu herein. Nach 14 Tagen und 23 Stunden sind wir angekommen. 1887 nm haben wir hinter uns gebracht und dafür 359 Stunden gebraucht, das sind 5,25 kn im Schnitt.

 

 

 

 

Back to Europe IV: Ein Fisch hat angebissen!

Aktuelle Position am 29.05.17 um 18:30 UTC. Noch 370 NM bis Horta/Azoren. Voraussichtlich Ankunftszeit 1. Juni 22:36

Bordbuch Bermuda zu den Azoren 23.5.2017 bis 28.5.2017

7. Tag, Dienstag, 23.5.2017

Elke: Auf dieser Strecke heißt es, ganz oder gar nicht. Sehr viel Wind oder kein Wind. Nach 24 Stunden Starkwind flaut der Wind urplötzlich auf 13-15 kn ab.  Nach einigen Nachtstunden bei angenehmen Winden legt sich der Wind und wir müssen heute wieder motoren. Könnte es nicht freundlicherweise einige Tage 15-19 kn halber Wind haben, damit wir auch mal Strecke machen? Wir sind allerdings froh, dass die Bedingungen wieder moderater sind, wir lüften, trocknen (erstaunlich, wo das Wasser unter Belastung überall durchkommt), putzen und räumen auf. Freitag soll der Wind wieder stärker werden, bis dahin betreiben wir Schiffsputz und holen Schlaf nach.

Heutiges Etmal: 124 nm. Wir kommen uns vor wie ein nicht sonderlich schneller Wasservogel (meine ursprüngliche Bezeichnung habe ich nach lautstarkem Protest von Markus abgeändert). Entweder motoren wir unter 5 kn oder der Wind ist zu stark oder zu schwach, um vernünftig zu segeln. Naja, irgendwann kommt auch das Entlein einmal an. Quack.

Eine Schule Delphine spielt um unser Boot herum, taucht durch die Bugwelle, springt vergnügt aus dem Wasser und surft über die Wellen. Es macht immer wieder Spaß, ihnen zuzugucken. Ansonsten sehen wir zwei Vögel, wahrscheinlich Seeschwalben.

Die Nacht verläuft ruhig. Ich höre mal wieder Musik unter dem sternenklaren Himmel. Unendlich viele Sterne, die bis zum Horizont reichen, weshalb ich des Öfteren einen tief stehenden Stern misstrauisch beäuge, ob es sich nicht um ein anderes Schiff ohne AIS handelt. Aber kalt ist es geworden.

8. Tag, Mittwoch, 24.5.2017

Elke: Oskar steht bereits um 06.00 Uhr auf, um diese Gerätschaft auszuhängen, mit der man schuppige Kaltblüter fangen kann. Nur der frühe A… fängt den  dicken F… – heute aber nicht.

Heutiges Etmal: 117 nm, ganz o.k. Nur noch 1000 nm bis Horta!

Ein sehr gemütlicher Tag. Wir motoren unter der Sonne und kleinen Passatwölkchen über die fast glatte See. Nach dem Bootsputz wird die Mannschaft geputzt. Ich schneide Markus und Oskar die Haare, Nestor ist morgen dran. Alle duschen, wegen des  Motorens sogar mit warmen Wasser, welch Luxus (warmes Wasser haben wir, wenn wir mit dem Motor fahren oder den Heißwasserboiler anstellen, letzteres geht allerdings nur mit Landstrom).
Morgen abend bis Freitag mittag soll es noch mal ungemütlich werden, 24 kn Wind mit Böen bis 32 kn. Mal schauen. Wir könnten schon Wind brauchen, bis Horta motoren können wir nicht. Heute haben wir wieder 70 l Diesel eingefüllt, aber die Menge ist endlich. Nach unserer Berechnung müsste aber alles passen. Ansonsten müssen die Kinder ins Dingi und rudern… 😉

Neumond. Alles dunkel, auch keine Sterne zu sehen. Wir kommen gut voran.

Markus: Seit Mitternacht segeln wir wieder ohne Motorunterstützung. Der Wind hat zugenommen auf 12 – 15 Knoten, genau von hinten. Der Sternenhimmel ist toll, allerdings ist es mir zu kalt, um lange draußen im Cockpit zu bleiben. Am Tag war es heute aber sonnig und angenehm warm. Ich lege mich während meiner Nachtwache aufs Salonsofa und beobachte die Instrumente über W-Lan auf dem Handy. Alle 30 – 60 Minuten strecke ich den Kopf aus dem Schiebeluk für einen Rundumblick. Noch ein wenig ausruhen kann nicht schaden, denn morgen Abend soll es wieder starken Wind = wenig Schlaf geben.

9. Tag, Donnerstag, 25.5.2017

Elke: Das Wetter hat seinen eigenen Kopf und schon Donnerstag vormittag frischt der Wind auf bis zu 26 kn. Hoffentlich ist das schlechte Wetter nur schneller als angesagt und nicht länger. Unverdrossen begeben wir uns ans Vatertagsfrühstück mit Toastbrot, Knäckebrot, Schwarzbrot und Rührei. Und feiern Bergfest! Noch 880 nm bis Horta, d.h. wir haben mehr als die Hälfte geschafft!

Heutiges Etmal: 132 nm. Nicht schlecht. Wir haben das gereffte Großsegel eingeholt und segeln nur noch mit der Genua. Dadurch liegen wir viel ruhiger. Es hat auch mal wieder ordentlich Wellen, obwohl im Maximum nur 3,4 m angesagt waren.

Oskar: Ich habe einen Fisch geangelt! Heute Vormittag lag ich mit Nestor vorne, als Papa plötzlich sagte: Hier ist sehr viel Druck auf der Leine. Ich glaube, da ist ein Fisch dran. Nachdem ich das gehört habe, hab ich schnell alle Sachen geholt und bin rausgesprintet. Papa hat die Leine eingeholt und dann haben wir gesehen, dass ein Fisch dran ist! Juhu! Als wir ihn dann beim Boot hatten, wollten wir ihn mit der Gaff hochholen, aber wir  haben den Haken nicht in den Fisch reingekriegt, also haben wir ihn so an der Leine hochgeholt. Dann haben wir gesehen, dass es ein schöner 5-7 kg Bigeye oder Albacore Tuna ist .  Papa hat ihn dann getötet und filetiert. Es hat viel geschaukelt und wir hatten viel Wind (in Böen bis zu 27 Knoten), deswegen konnten wir ihn nicht so gut filetieren. Als Köder habe ich einen schwarzen Tintenfisch mit roten Federn genommen, in dem der Haken gut versteckt war. Als Vorfach habe ich eine 2m lange, 1,6 Millimeter dicke Monofilament (Nylon) Schnur genommen.


Als wir uns gerade erholen wollten, haben wir einen schönen Wal aus dem Wasser springen sehen. Er ist noch ein paar mal gesprungen und ist dann wieder weggeschwommen.

Elke: Der Wal war wahrscheinlich ein Grindwal, ca. 5 m groß. Vielleicht auch ein junger Pottwal. Oskar freut sich über den Fischfang und wir sind alle stolz!  Heute Abend gibt es Thunfisch-Steak mit Reis. Wahrscheinlich waren die Stahlvorfächer zu sichtbar und haben die Fische abgeschreckt. Jetzt werden alle Köder umgerüstet auf Nylonvorfächer

Markus: Wir haben uns schon seit einigen Tagen ernsthafte Sorgen wegen eines lauten „Kong“ gemacht, das gelegentlich aus Richtung Ruder zu hören war. Nachdem es immer öfter „Kong“ machte, hatte ich alle Verbindungen an Ruder und Autopilot in unserem Technikraum überprüft. Da war alles in Ordnung. Aber ich wusste immer noch nicht, woher das Geräusch kam. Heute bei den wiederum großen Wellen wurde das Geräusch lauter und kam auch öfter. Ich glaube, ich habe die Stelle gefunden. Das Ruder ist einmal im Rumpf unten befestigt und zum zweiten im Rumpf oben, unter dem Cockpitboden. Dort ist eine Befestigungsschraube gebrochen und die anderen waren gelockert. Bei großen Wellen bewegte sich das Ruder in seiner Befestigung und machte das laute Geräusch. Ich habe alle Schrauben wieder befestigt und nun geht es. Allerdings scheint das Ruder insgesamt zu viel Spiel zu haben, hier muss durch die Beanspruchung der letzten Monate etwas ausgeschlagen/abgenutzt sein. Wir müssen das im Hafen überprüfen lassen, denn mit eine der unerfreulichsten Sachen für uns wäre ein defektes Ruder. Wir könnten nicht mehr steuern und wären manövrierunfähig, müssten uns wahrscheinlich vom Schiff abbergen lassen.
Direkt nach dieser Reparaturaktion biss an Oskars Angel der Thunfisch an und Papa durfte mit dem Messer die blutigeren Notwendigkeiten eines Fischfangs übernehmen….
Zu einem Vatertagsbierchen kam ich dann nicht mehr, da anschließend die Wellen und das Geschaukel so stark wurden, dass an Alkoholika nicht zu denken war. Wird im Hafen nachgeholt.
Elke: Zum Abendessen gibt es Oskars Thunfisch in Olivenöl mit Knoblauch und Limetten. Lecker!

10. Tag, Freitag, 26.5.2017

Elke: In der Nacht hat es noch ordentlich Wind mit Böen bis 28 kn. Beim Rundumblick draußen sehe ich nix. Der Wind pfeift im Rigg und es regnet. Ungemütlich! Wie schön, wieder in unsere helle und warme und trockene kleine Oase Diana zurückzukehren!
Der Tag beginnt trüb und ungemütlich. Die See ist grau, aufgewühlt und dicke graue Wolkenfetzen ziehen vorbei. Schnell wieder rein. Erst gegen Mittag lässt der Wind nach.
Heutiges Etmal: 119 nm.
Den restlichen Thunfisch verarbeiten wir zu Thunfischtartar. Auf Schwarzbrot – köstlich! Einen Tag nach dem Fang schmeckt der Thunfisch noch besser, anscheinend lässt man ihn am besten einen Tag (im Kühlschrank) ruhen.
Markus:  Für das Thunfischtartar hacken wir den rohen Thunfisch in
kleine Stückchen. Dann kommen sehr kleine Zwiebelchen, Senf und Olivenöl dazu. Einige Stunden durchziehen lassen und fertig. Rezept von Doris von der Hamaka, danke Doris, schmeckt super!
Elke: Nachdem Markus sich um das Ruder gekümmert hat, entfällt das nervende Kong, das uns ziemlich beunruhigt hat. Ein Ruderbruch wäre ein absolutes worst case-Szenario! Ich habe überhaupt keine Lust, uns von einem Frachter abbergen zu lassen und unser schönes Schiff zu verlieren. Wir haben für sehr viele Dinge an Bord Ersatz dabei (nach dem Prinzip: auf See nur redundante Systeme), aber nicht für das Ruder, obwohl ein Ruderbruch nicht ganz selten vorkommt. Und ob wir wirklich aus der Badezimmertür ein Ruder gebastelt bekämen, bezweifeln wir beide sehr. Es gibt Windsteueranlagen mit eigenem Ruder (z.B. Hydrovane), an die ich gerade sehnsüchtig denke. Aber anscheinend hat Markus des Pudels Kern gefunden und die Nerven beruhigen sich allmählich.
Da es hier ja niemals langweilig wird, schläft der Wind natürlich wieder schnell ganz ein. Nachdem wir einige Zeit mit den Segeln experimentiert haben, schmeißen wir wieder den Motor an. Die Batterien freuen sich.
Heute beißt kein Fisch an, aber wir haben noch genug und sind ganz zufrieden.

11. Tag, Samstag, 27.5.2017

Elke: Die Nachtwache unter Motor verläuft ereignislos und verhilft zu erholsamen 20 Min. Schläfchen. Ich stelle mir den Wecker auf alle halbe Stunde, checke dann den Plotter über WLan auf dem Handy (sehr praktisch!) (Windstärke, -richtung, unsere Geschwindigkeit, sind andere Schiffe in der Nähe?), den Batteriemonitor (noch genug Saft ?- entfällt beim Motoren), mache draußen einen schnellen Rundumblick (es haben ja leider nicht alle Schiffe aktives AIS, Segelstellung etc.) und falle dann sofort wieder in Schlaf, gegen morgen auch tatsächlich sofort in Tiefschlaf. Diese Fähigkeit trainiert man sich nach einigen Tagen auf See an. Wäre eigentlich auch für Flüge, Zugfahrten und lange Besprechungen ganz praktisch… (ich arbeite noch an der Tarnung). Wenn man wegen des Wetters die ganzen Wachen voll konzentriert sein muss, ist man am nächsten Morgen (nach netto etwas 4 Stunden Schlaf) ziemlich gerädert. Und es wird nicht besser, zumindest als Zwei-Mann/Frau-Crew mit Kindern, die sich dann an’s Frühstück und die Schulbetreuung usw. begeben muss.
Seit 0600 Uhr segeln wir wieder. Zwar nicht so schnell, aber stetig geht es unserem Ziel entgegen. Heute würden wir sowieso nicht gerne ankommen, es hat 35 kn Wind mit Böen bis zu 50 kn auf den Azoren! Da bleiben wir lieber noch 650 nm entfernt. Wobei, die Hubschrauberreichweite von den Azoren beträgt wohl 400 nm, innerhalb dieses Radius zu sein, wäre komfortabel.
Heutiges Etmal: 113 m.
Keine Fische gefangen. Eine Seeschwalbe und fünf Delphine gesehen. Und jede Menge Portugiesische Galeeren.

12. Tag, Sonntag,  28.05.2017

Markus: Abends und in der Nacht frischt der Wind auf, 19-24 Knoten, raumer Wind von Steuerbord, für uns gut, Wellen noch ok.  Wir werden schneller und erreichen mal wieder „normale“ Geschwindigkeiten um die 6 – 7 Knoten. Die aktuelle Windvorhersage bis Horta ist gut, ordentlicher Wind bis immerhin Dienstag, dann kaum Wind mehr. Würde heißen bis Dienstag segeln und dann noch ca. 2 Tage bis Donnerstag/Freitag motoren, dann sollten wir da sein. Dafür hätten wir noch genug Diesel im Tank. Dienstag könnte aber auch, wenn wir Pech haben, eine Starkwindfront kommen. Müssen wir weiter beobachten.

Auf dem Nordatlantik reiht sich – wie Perlen an der Schnur – ein Tiefdruckgebiet an das Nächste. Sie ziehen immer auf derselben Route, von Nordamerika über die Azoren (oder nördlich daran vorbei) nach Nordeuropa. Bei uns daheim sind das dann die „atlantischen Tiefausläufer“, die unser Wetter nicht immer angenehm machen. Im Sommer verlagert sich das Azorenhoch, ein Hochdruckgebiet, das in der Regel etwas weiter südlich zwischen den Bermudas und den Azoren liegt, weiter nach Norden. Die Tiefdruckgebiete werden dann weit nach Norden abgedrängt und erreichen uns nicht mehr, wir haben Sommerwetter.

Über uns ziehen also im Moment die Tiefdruckgebiete hinweg. Das Wetter ist dabei in etwas so: Im Tiefdruckgebiet starker Wind, hohe Wellen, teilweise Regen. Segel reffen und durchhalten, durchkommen, ist angesagt. Dann folgt eine kurze Periode mit gutem Segelwind. Der Wind wird schwächer und es folgt eine Flaute. Schließlich geht das ganze Spiel wieder von vorne los mit dem nächsten Tief.  Der Wind dreht dabei mit den Tiefdruckgebieten. Für uns heißt das, dass wir häufig Segelstellung und Größe verändern müssen. Bullenstander an den Großbaum anbringen, Baum nach Backbord, Genua an Spinnakerbaum ausbaumen, Segel reffen, Segel einholen, Motor an, Segel wieder raus, Motor aus, Großbaum nach Backbord ausbaumen mit Bullenstander, Genua an Spinnackerbaum nach Backbord u.s.w. Anstrengend ist das!

Elke: Hauptsache, das Tiefdruckgebiet am Dienstag bleibt 400 nm nördlich von uns, wie angesagt. Im Kern hat es Wind bis 41 kn mit Böen bis 60 kn, brrr, das wollen wir gar nicht näher kennen lernen. Notfalls heißt es beidrehen und abwarten.

Öfter mal was Neues: Heute beim Frühstück macht es plötzlich „Kongkongkong“ und hört nicht mehr auf. Ist eine Leine los? Nein, das Geräusch kommt von unten. Hat sich etwas um den Kiel gewickelt? Wir nehmen Fahrt aus dem Boot und tatsächlich schleifen wir hinter dem Heck eine rote Leine hinter uns her, die aber zu tief im Wasser liegt, um sie mit dem Bootshaken zu fassen. Eine Unterwasser-Untersuchung mit Oskars Gopro (sehr praktisch!) bestätigt: Es hat sich etwas um den Kiel gewickelt. Wir versuchen zunächst mit einer Halse, den Störenfried loszuwerden. Tut sich nichts. Wir halsen noch einmal und ich entwerfe schon einmal eine Tauch-Burka für Markus, weil als nächstes der Tauchgang inmitten der Portugiesischen Galeeren anstünde. Da taucht hinter dem Heck eine olle Fischerboje nebst roter Leine auf. Puh! Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass uns eine Boje auf dem offenen Atlantik erwischt? Naja, es werden ja auch Leute vom Blitz getroffen. Wir sind froh, dass sich das Problem so einfach erledigt hat und frühstücken weiter. Ansonsten hat es nämlich bestes Segelwetter, raumer Wind mit 19 bis 22 kn und Sonnenschein. Wir kommen gut voran.

Markus:
Das Etmal beträgt 128 Seemeilen. Wir stellen die Uhr um eine Stunde vor. Noch ein weiteres Mal Uhr vorstellen und wir haben die Azoren-Zeit.

Wir segeln den ganzen Tag angenehm weiter. Raumer Wind aus Südwest, 16 -22 Knoten, die Sonne scheint und wir kommen gut voran. Wir backen zwei Brote. Auch Abends und in der Nacht bleibt der Wind. Andere Schiffe haben wir heute nicht gesehen.

Back to Europe III: Bericht von Bord auf dem Weg zu den Azoren

1. Tag, Mittwoch, 17.5.2017

Elke: Es geht wieder los! Wir wäre gerne noch länger auf den gastfreundlichen Bermudas geblieben, aber mit der ARC geht es Schlag auf Schlag weiter, was ja auch gut ist. Um 10.15 Uhr legen wir ab und um 11.10 Uhr kurz nach Startschuss überqueren wir die Startlinie. Leider hat es wenig bis gar keinen Wind, wir motoren daher gen Nordosten. Einige Boote haben sich direkt für einen östlicheren Kurs entschieden, wir auf Rat von Wetterwelt (wir haben eine telefonische Wetterberatung in Anspruch genommen) für einen nördlicheren Kurs, weil wir ab ca. 35. Breitengrad dort mit Wind rechnen können.

Die See ist ruhig und die Sonne scheint. Kurz hinter Bermuda bemerken wir viele kleine durchsichtige bis zartrosa Segelchen im Wasser.  Es handelt sich um Portugiesische Galeeren, eine Quallenart mit sehr langen Nesselfäden, deren Berührung äußerst schmerzhaft ist.  Na gut, wir wollten hier sowieso nicht so gerne schwimmen gehen. Sonst passiert nichts Bemerkenswertes, Fisch fangen wir natürlich wie immer nicht. Zum Abendessen gibt es statt dessen asiatische Gemüsepfanne, lecker.

Nach unserer Wochentour nach Bermuda sind wir immer noch an das Leben auf See gewöhnt, aber haben uns auch in den vier Tagen auf Land gut ausgeruht.  Ein angenehmer Zwischenstopp. Nachdem Markus auf Bermuda Dieselfein- und –vorfilter  gewechselt hat, läuft der Motor wieder rund. Und der alte analoge Laderegler, den Markus wieder eingebaut hat, tut seinen Dienst und lädt die Batterien gleichmäßig, ohne dass sie zu heiß werden. Wir haben 210 l Diesel im Tank und 240 l Diesel in Kanistern dabei (Markus neues Hobby: Dieselkanister in der Chandlery kaufen. So viel kann ich gar nicht nach Taschen oder Schuhen gucken, wie wir uns Kanister angeguckt und gekauft haben). Wir sind also gewappnet.

Es gibt sehr viele Sterne zu sehen, der Halbmond geht erst spät auf. Wir kommen uns sehr klein vor auf dem riesengroßen und dunklen Atlantik. Glücklicherweise sind wir nicht allein, die Nalu fährt wieder mit uns und außerdem die Mila II, ein Boot aus Prag, und die Ijsbjörn aus den USA.

2. Tag, Donnerstag, 18.5.2017

Elke: Unser Etmal beträgt 115 nm, wir motoren halt leider nicht so schnell. Mit unserer Geschwindigkeit unter Motor sind wir gar nicht mehr zufrieden, wir haben schon auf dem Weg nach Bermuda bemerkt, dass wir viel langsamer als vergleichbare Boote sind und auch viel langsamer als wir es sein sollten. Denn Motorleistung haben wir genug  (Volvo Penta 40 PS). Wir führen das schon auf den recht abgenutzten Faltpropeller zurück und liebäugeln damit, ihn in Portugal gegen einen neuen Festpropeller (mit Ropecutter) einzutauschen. Davon haben wir jetzt aber leider nichts.

Der 2. Tag beginnt wie der erste aufgehört hat, mit wenig Wind und viel Sonne.  Nach dem ersten Tag Schonfrist auf See triezen wir beide Kinder mit Mathematik, die Bordschule hat wieder begonnen.
Beim Einfüllen mehrerer Dieselkanister sehen Markus und ich einen großen grauen Körper vorbeigleiten. Ein großer grauer runder Kopf hebt sich immer wieder aus dem Wasser. Die Kopfform ist unverkennbar, das kann nur eine Schildkröte sein! Aber hier draußen und so groß? Das Tier war sicher 3,50 bis 4 m lang. Wir schauen nach, es muss sich um eine Lederschildkröte handeln, die bis zu 800 kg schwer werden können. Leider sind sie auch vom Aussterben bedroht. Wahrscheinlich verfolgt und vertilgt die Schildkröte die unzähligen Portugiesischen Galeeren. Was für eine schöne Begegnung!

Oskar: Heute hab ich (wie jeden Morgen) meine Angel (Handrolle) ausgeworfen. Leider hab ich noch nie was gefangen, obwohl ich nach den Angelbüchern alles richtig mache. Genügend Leine raus, richtige Köder, Ruckdämpfer richtig, sogar eine Alarmanlage hab ich gebaut, aber bei mir will einfach nichts anbeißen! Ich hab unendlich viele Köder gekauft (und benutzt), aber es hat trotzdem nichts gebracht. Naja, der Tag ist noch nicht zu Ende! Heute werde ich etwas fangen (hoffentlich)!

Markus: Kurz vor dem Abendessen sehen wir Delphine. Es sind drei Tiere, grau mit hellgrauen Tupfern. Sie spielen um den Bug unseres Schiffes herum. Wir freuen uns!

Abends machen wir den Motor aus, der zur Unterstützung der Segel mitgelaufen ist. Die Ruhe ist sehr angenehm. Wir sind aber langsam, ca. 4 – 4,5 Knoten, immer noch wenig Wind.

Nachts wird es spürbar kälter. Vorbei ist die warme Karibikzeit, in der wir Tag und Nacht Shorts und T- Shirts und keine Schuhe getragen haben.

3. Tag, Freitag 19.05.2017

Markus: Es hat sich zugezogen; keine Sonne mehr, dafür Wolken. Wir nähern uns dem 35. Breitengrad Nord. Der Wind ist weiterhin recht schwach, 3 – 4 Beaufort, Raum bis achterlich, nicht genug um über 5 Knoten zu fahren.

Elke: Also wieder Motorunterstützung. Dafür scheint ab mittags die Sonne. Und nachdem wir das Großsegel mit dem Bullenstander gesichert und das Vorsegel ausgebaumt haben, können wir unter Passatbesegelung wieder ausschließlich segeln. Welch angenehme Ruhe. Wir brechen zwar keine Geschwindigkeitsrekorde (4 kn…), sind aber zufrieden. Der Weg bis zu den Azoren ist noch weit (1550 nm) und unser Dieselvorrat begrenzt.
Heutiges Etmal: 113 nm. Nicht toll, aber angesichts der leichten Winde o.k.
Wir finden einen kleinen toten Oktopus auf Deck, den Oskar direkt als Köder verwendet. Und wirklich holt Oskar ihn abends halb durchgebissen aus dem Wasser, leider fehlt die Hälfte knapp unterhalb des Hakens. So dumm sind die Fische hier anscheinend nicht, deshalb verschmähen sie wahrscheinlich unsere künstlichen Köder (die zugegebenermaßen ziemlich unecht aussehen).
Die Nacht ist sehr dunkel und friedlich. Wir gleiten mit mittlerweile wieder akzeptabler Geschwindigkeit von 5 kn dahin. Leider ist das AIS-Signal der Nalu nicht mehr zu sehen. Gelegentlich sehen wir das Signal der Ocean Gem und eines niederländischen Nicht-ARC-Schiffes. Und ab und zu das Signal eines einsamen Frachters.

4. Tag, Samstag, 20.5.2017

Elke: Im Laufe des Vormittags segeln wir in eine freundliche Strömung, die uns beachtlich vorwärts schiebt. Mit 13 bis 15 kn Wind erreichen wir enorme 7 bis 8 kn! Wir sind begeistert! Schönstes Segelwetter, kaum Welle von hinten und wir kommen voran! Nachdem der Wind nachmittags auf 20 kn auffrischt und wir mit bis zu 9 kn (11 kn beim Surfen!) dahinzischen, reffen wir schweren Herzens. Auf Dauer wollen wir das dem Autopiloten nicht zumuten.
Das Etmal beträgt erfreuliche 131 nm.
Sonst passiert nichts Bemerkenswertes. Es gibt Mamas Chili sin Carne. Ein paar Portugiesische Galeeren und zwei Vögel kommen vorbei. Wie immer kein Fisch am Haken. Dazu äußere ich mich einfach nicht mehr.
Wir funken mit der Ocean Gem, die kurze Zeit später leider vom Plotter verschwindet. Jetzt haben wir gar kein AIS-Signal mehr auf dem Schirm, schade.

5.Tag, Sonntag, 21.5.2017

Markus: Wir warten auf die angekündigte Winddrehung gen Norden. Nachts um drei Uhr macht sie sich plötzlich bemerkbar. Und zwar sehr plötzlich: Erst gibt es ordentlich Wind mit 7 Bft von West, dann innerhalb von Sekunden einen Dreher auf Nord, Starkregen und wenig Wind. Es wird erheblich kälter. Zum ersten Mal seit langem habe ich wieder das Ölzeug angezogen. In dieser Nacht gab es wenig Schlaf. Definitiv ist das hier nicht mehr die Barfußroute.

Das heutige Etmal: 131 nm. Schön!

Elke: Der Tag ist dann schön, mit Sonne und moderaten Winden bis 18 kn. Wir spielen Maumau und Uno und bewundern Oskars Atomkraftwerke-Quartett (sehr lustig, vor allem, wenn man mit den meisten Störfällen gewinnt). Für heute Nacht ist wieder stärkerer Wind bis 25 kn mit Böen bis 30 kn angesagt, deshalb weichen wir etwas nach Süden aus.  Aber nur wenig bis 35 Grad 30 Nord, denn die preisgegebene Höhe müssen wir uns ja wieder hocharbeiten. Unser Ziel Horta auf Faial liegt auf 38 Grad 32 Nord und 28 Grad 37 West.

An der Angel hängt wiederum kein Schuppentier, aber darüber spreche ich ja nicht mehr.

In der Nacht kommt der angekündigte Starkwind: 22kn bis 29 kn, Böen bis 34 kn, dazwischen immer wieder schwächerer Wind um 16 kn. Wellen um 5 m. Puh, reffen, ausreffen, reffen… ganz schön anstrengend.  Aber unser guter Autopilot meistert jede noch so hohe Welle mit Bravour. Wir versuchen, ihm nicht zu viel Druck zuzumuten und haben dementsprechend wenig Segelfläche: Großsegel im 3. Reff und ein Gästehandtuch Genua (manchmal auch ein Handtuch, aber auf gar keinen Fall ein Badetuch). Deshalb sind wir nicht besonders schnell, 4 bis 5 kn. Aber wir bewegen uns stetig gen Osten.

5. Tag, Montag, 22.5.2017

Elke: Es geht so weiter. Viel Wind, viel Welle. Aber im Hellen sieht die Welt schon anders aus. Wobei, diese Wellen, die da von achtern angerauscht kommen, möchte ich eigentlich lieber nicht sehen. Gut 5 m hoch kommen sie angerollt und bäumen sich hoch über dem Heck auf. Während man sich noch fragt, ob das wohl gut geht, geht schon elegant das Heck unserer Diana in die Höhe und sie surft die Welle hinunter.  Die Schräglage gleicht der Autopilot bis zur nächsten Welle aus. Ab und zu erwischt uns ein dicker Brecher von der Seite, aber dank Markus Schottbrett aus Madeira hält sich der Wassereinbruch im Salon in Grenzen. Im Cockpit ist es allerdings sehr nass. Und es wird kalt.
An Angeln ist bei dem Wetter nicht zu denken (wenn es eh nicht geht, kann man ja drüber schreiben ). Ich glaube, sämtliche Fische haben sich lieber einige Etagen tiefer verzogen als sich diesen Vollwaschgang anzutun.
Das heutige Etmal: 119 nm.

Oskar: Heute ist viel Wind. Deswegen machen Nestor und ich unsere „Sturmtaktik“. Ins Bett legen und Ipad spielen.
Elke: Ausnahmsweise genehmigt

Markus: Im Schiff kommen wir uns vor wie in der Waschmaschine. Ständig spült Wasser über die Luken und Fenster. Es ist laut. Es finden sich immer mehr feuchte Stellen im Schiff, vor allem an den Fenstern. Heute Abend oder in der Nacht soll der Wind abnehmen. Noch merke ich nichts davon, gerade (16:30 Uhr) hatte es eine Bö mit 34 Knoten = 8 Windstärken. Hoffentlich hält unser Autopilot der Belastung auf Dauer stand. Ich habe kurz versucht, selbst von Hand zu steuern, das ist ungeheuer anstrengend, das Schiff bei der Bewegung  auf Kurs zu halten. Faszinierend, wie der Autopilot stur den eingestellten Kurs fährt. Von 13 Uhr bis 15 Uhr habe ich Schlaf nachgeholt. Jetzt ist Elke dran. Die Jungs liegen auf den Salonsofas und lesen/spielen IPad. Ich habe keine Lust auf eine weitere Sturmnacht. Ich krabbele nach hinten in den Technikraum, der kein Raum ist, sondern eine 60 cm hohe Kammer.  Bei plötzlichen Ruderbewegungen hatte ich ein Geräusch gehört. Dort überprüfe ich alle Verbindungen der Ruderanlage und des Autopiloten. Alles fest. Überprüfen beruhigt mich.

Elke: Im Schiff ist es eigentlich ganz gemütlich, wenn uns nicht gerade eine Welle richtig durchschüttelt. Dann heißt es, irgendwo sehr gut festhalten und abwarten. Auf diesem Törn ist noch keiner durch’s Schiff geflogen. Ich erinnere mich aber gut daran, wie ich auf dem Hinweg am Kartentisch sitzend dachte, ich hätte mich ja gut an die Schaukelei gewöhnt ,und mich dann Sekunden später an die Badezimmertür geschmettert wiederfand.  Aber mittlerweile sind uns gute Seebeine gewachsen.

 

Position am 23.5.17

Back to Europe II: Auf dem Weg von den Bermudas zu den Azoren

Position der Diana am 21.5.17 4:00 UTC:

Der Wind hat zugenommen und die Ankunfstzeit hat sich deutlich verbessert. Nach 437 NM (Rest 1.383 NM) werden die Azoren voraussichtlich am 02. Juni gegen 5:00 morgens erreicht.

Es sieht so aus, als ob wegen der im Norden weiter zunehmenden Winde einige Boote Ihren Kurs Richtung Süd-Ost geändert haben.

 

Back to Europe I: Auf dem Weg von den Bermudas zu den Azoren

Die Diana befindet sich nun auf dem Rückweg nach Europa. Nach kurzem Aufenthalt auf den Bermudas, die sehr den Kanalinseln „n warm“ ähneln, fiel am 17.05.2017 um 11:00 Uhr (lokaler Zeit) der Startschuss für die Atlantiküberquerung.

26 Boote haben sich gemeinsam auf den ca. 1.700 NM langen Weg Richtung Nordost gemacht. Die Überfahrt wird je nach Wetter und Boot für die meisten Teilnehmer um die 14-16 Tage dauern.

Heute, nach nicht ganz einem Tag auf See, hat Diana 100 NM zurück gelegt. Auf dem Bild ist erkennbar, daß die Winde derzeit relativ schwach sind (grüne Wind-Symbole). Ankunft auf den Azoren wäre damit am Dienstag, den 05. Juni. Elke & Markus hoffen aber, bereits ein paar Tage früher anzukommen. Nördlich der aktuellen Position sind derzeit zunehmende Winde (gelb bis orange), die sich positiv auf die Ankunftszeit auswirken sollten. Letztlich entscheiden Wetter & Technik über den genauen Termin.

Auf dem Bild die Situation am 18.05.17 um 12:00 (Lokaler Zeit).

SY Diana auf den Bermudas

Vielen Dank für die guten Wünsche, die ihr uns für die Heimreise nach Europa gesendet habt😀!!

Am Samstag, 13.5.2017, sind wir um 4 Uhr morgens in die Bucht von St. Georg auf den Bermudas eingelaufen. Die letzten 24 Stunden Segeln waren sehr hart, Sturmwarnung mit Wind über 10 Beaufort. Gut, dass wir heil angekommen sind und uns erst mal ausruhen können.

Die Bermudas liegen weit abseits im Atlantik. 3 Flugstunden in die USA und 7 nach London. Die Inseln sind sehr britisch, aufgeräumt, wie eine große Parklandschaft.

Die alten Dockyards der Navy, heute mit vielen Geschäften.

Wir mieten uns zwei Scooter und erkunden damit die Inseln. Sie sind nur ca. 25 km lang und flach.

Am Mittwoch, 17.5.2017, geht es schon wieder weiter, der große Törn quer über den Nordatlantik zu den Azoren. Schade, wir wären gerne noch etwas geblieben! Aber wir wollen auch weiter mit den Schiffen der ARC Europe reisen; es ist schön zu wissen, dass auf dem Atlantik andere Segler in der Nähe sind, auch wenn wir fast nie ein anderes Schiff „mit eigenen Augen“ sehen.

SY Diana: Gut angekommen auf den Bermudas am 13.5.2017

ARC Europe I: BVI nach Bermuda 11.-13.5.2017

6. Tag, Donnerstag, 11.5.2017:

Elke: Wir haben wieder Wind! Die Diana gleitet unter Segeln dahin. Weil für heute Nacht Starkwind angesagt ist, rüsten wir uns und machen wir das Schiff noch seefester. Es wird aufgeräumt, weggestaut und verzurrt. Die Vorhersagen sind sich nicht ganz einig, die ARC-Wettervorhersage sagt 30 kn Wind mit Böen bis 37 kn voraus, zygrib 29 kn Wind mit Böen bis 32 kn und Wetterwelt 31 kn mit Böen bis 39 kn und später Böen mit weit über 40 kn (bei abflauendem Wind um 15 kn…???).
Heutiges Etmal: 122 nm.
Wir lauern während der Nachtwache auf den Starkwind, es hält sich aber mit 20 bis 25 kn raumen Wind in Grenzen. Auf dem Plotter sehen wir das tröstliche AIS-Signal der Nalu einige Meilen voraus. Wenn es die Entfernung zulässt, funken wir auch gelegentlich. Schön, in der Einsamkeit nette Gesellschaft zu haben!

7. Tag, Freitag, 12.5.2017

Elke: Am Morgen wird es dann tatsächlich ungemütlicher, 30 kn Wind mit Böen bis 37 kn und ziemlich hohe Wellen, Wir werden ganz schön durchgeschaukelt. Der Wind heult durchs Rigg. Glücklicherweise soll der Spuk maximal 6 Stunden andauern, mal sehen.
Bisher hatten wir 2 Tage schönen raumen Wind, 2 Tage Flaute, jetzt Starkwind, es ist von allem etwas dabei. Mal schauen, was noch kommt. Angesagt sind 14 bis 16 kn aus Nord (=von vorn), weshalb wir vorsorglich etwas Höhe nach Westen gemacht haben.
Wir frühstücken erst einmal gemütlich und stellen die Uhr eine Stunde auf Bermuda-Zeit vor (UTC -3): Die Gastlandsflagge fällt mir ins Auge, immer noch BVI, sie müsste eigentlich gewechselt werden, aber jetzt mag ich nicht.
Draußen sieht man brechende Wellen, Wolken und Gischt. Und gelegentlich etwas Sonne.

Gestern haben wir eine Seeschwalbe gesehen und ein paar fliegende Fische. Zoologisch gesehen sind Atlantiktörns – wie gesagt – ziemlich mager. Für die Botaniker: Es kommt ziemlich viel Seegras vorbei, die Sargossasee ist dafür bekannt. Besonders ansehnlich ist Seegras allerdings nicht, blassgrün mit gelben Knötchen. Ob man es essen kann, wissen wir nicht, es sieht jedenfalls nicht besonders lecker aus.
Angeln fällt heute aus, selbst Oskar hat keine Lust, auf dem tanzenden Deck mit einem Fisch zu kämpfen. Wir schauen uns lieber gemeinsam die Fischbücher der Kinder an und suchen die Fische, die wir beim Schnorcheln gesehen haben.
Laut Wettervorhersage dreht der Wind am Vormittag auf Nord und flaut deutlich ab. Der Winddreher tritt ein, aber von Abflauen ist nichts zu spüren. Wir motoren gegen 20 bis 27 kn und ca. 4-6 m hohe Wellen an. Da wackelt alles und wir kommen kaum voran. Unsere Geschwindigkeit reduziert sich auf 2,5 kn. Frustrierend, bei dem Tempo dauert es ja noch ewig!
Der Wind nimmt sehr, sehr langsam ab und wir schieben uns Richtung Bermuda. Den Gedanken an die Willkommensparty am Freitag Abend haben wir schon lange aufgegeben. Um 23.00 Uhr sehe ich erstmals Lichter, einen Leuchtturm auf Bermuda! Und in genau 25 nm Entfernung werden wir von Bermuda Radio angefunkt. Eine freundliche Stimme teilt uns mit, dass sie uns auf dem Schirm hat. Sehr beruhigend, zumal jetzt plötzlich der Motor Zicken macht. Die Drehzahl geht runter und wieder hoch und runter und hoch. Öfter mal was Neues.  Markus vermutet, dass durch großzügige Grotamar-Gaben zu dem Sprit aus den Kanistern ziemlich viel Dreck gelöst aufgewirbelt wurde, der jetzt die Filter verstopft. Wir hoffen, dass der Motor hält und wir uns nicht nach Bermuda schleppen lassen müssen.
Es klappt! Um 03.26 Uhr fahren wir über die Finish Line (stimmt, da war noch diese Regatta, uns geht es aber nur noch ums Ankommen) und um 04.00 Uhr fällt der Anker im Powder Hole vor St. Georg. Kurz nach uns lässt auch die Nalu den Anker fallen. Angekommen! Sind wir froh! Sogar die Kinder stehen um 04.00 Uhr auf und feiern mit. Ich hänge tatsächlich noch die Gastlands- und die gelbe Quarantäne-Flagge auf. Nach kurzer Feier geht es todmüde in’s friedliche Bett zum open end Schlaf.

Am nächsten Morgen:

Das schlechte Wetter hat auch am Ankerplatz seinen Tribut gefordert, eine Swan ist auf Grund gelaufen, obwohl die Crew an Bord war. Wetterwelt hatte Recht: Auf Bermuda gab es in der Nacht Böen bis 50 kn. Die bereits angekommenenen ARC-Crews haben sich große Sorgen um uns gemacht, aber tatsächlich waren wir draußen besser aufgehoben.

Bordtagebuch ARC Europe I: Bericht von Bord auf dem Weg von BVI zu den Bermudas

1. Tag, Samstag, 6.5.2017

Elke: Es geht los! Mit insgesamt 38 Schiffen von ARC Europe und ARC USA legen wir ab. Das Ablegen ist natürlich nicht ganz so pompös wie bei der ARC 2016 mit 250 Schiffen. Der ARC-Trupp bereitet uns aber einen schönen Abschied und schießt viele Fotos, die wir hoffentlich bald hier einfügen können.

Um 11.30 Uhr verlassen wir unseren Platz in der Marina Nanny Cay nach einer laaaangen Abrechnungs-Prozedur im Büro. Die Marina ist wohl die beste in der Karibik mit Pool und kleinem Strand und freiem Wifi, Supermarkt und freiem Zugang zu allen Örtlichkeiten ohne irgendwelche Codes oder Karten. Und die Waschräume sind der Hit, die besten auf der Reise.
Draußen kreuzen viele Schiffe nah beieinander, um eine gute Startposition zu erwischen. Um 12.00 Uhr geht das Startsignal los und um 12.05 Uhr segeln wir über die Startlinie.

An Tortola vorbei geht es Richtung Jost van Dyke und dann auf die hohe See. Wir müssen uns nach einem Monat BVI’s (mit 20 m Wassertiefe) und fünf Tagen im Hafen erst wieder an den Seegang gewöhnen. Puh, das haben wir 24 Tage mitgemacht? Aber erfahrungsgemäß wird es am dritten Tag besser.

Wir haben schönen halben Wind und kommen gut vorwärts. Nach kurzer Zeit verschwinden die Silhouetten der BVI’s hinter dem Horizont. Tschüs, Karibik! Es war wunderschön, aber jetzt freuen wir uns auch auf neue Ziele.

Ich übernehme wie immer die erste Wache. Markus und die Kinder sind früh im Bett. Nach kurzer Zeit erwischt uns ein Squall mit Starkregen und Winddrehern und ich habe ganz schön zu tun. Das fängt ja gut an!

2. Tag, Sonntag, 7.5.2017

Elke: Die Nacht war dann doch angenehm mit viel Wind bis 20 Knoten. Wir fliegen mit bis zu 8 Knoten dahin und erreichen mit 155 nm das bislang höchste Etmal unserer Reise.  Die Sonne scheint und der Schwell wird auch merklich weniger. So kann es weiter gehen!

Markus: Die Yacht Allegra funkt uns an. Sie nehmen auch an der ARC Europe teil und segeln eine Zeit lang neben uns her. Wir reden über dies und das und ich frage sie, ob sie uns auf ihrem AIS-Bildschirm sehen. Ich sehe die Allegra nämlich nicht bei uns. Der Skipper verneint. Komisch! Stimmt da etwas mit unserem Gerät nicht? Wir wünschen uns eine gute Reise und verabschieden uns.

Ich funke die Yacht Orion an, die schon länger in unserer Nähe fährt. Der Skipper des Schiffs heißt Karl und kommt auch aus Köln (!). Karl sagt, dass er uns sehr gut auf seinem AIS Gerät sieht. Gut, bei uns scheint alles in Ordnung zu sein.

Etwas hinter uns sehen wir auf unserem Bildschirm noch die Wethomi von Michael und die Nalu des Schweizer Paars Nicklaus und Isabell. Ganz weit vorne die Teamgeist, eine X-Yacht 572, deren deutsche Crew wir schon von der ARC 2016 kennen. Das sind die deutschsprachigen Teilnehmer der ARC, wir haben uns bei den Sundownern kennen gelernt. Leider gibt es bei der ARC keine gleichaltrigen Kinder für Oskar und Nestor. Die einzige, die auch mit Kindern unterwegs ist, ist die Crew der Teamgeist, deren Jungs sind aber schon 16 bzw. über 20 Jahre alt. So langweilen sich Oskar und Nestor bei den Veranstaltungen öfter. Gut, dass sie sich gegenseitig haben. Das haben wir übrigens schon oft festgestellt: Mit Geschwisterkindern, gleich welchen Altersunterschiedes, sind solche Reisen gut zu machen, sie haben immer jemand zum Spielen (und Streiten…) und kommen sich sehr nahe. Mit Einzelkindern ist es sehr schwierig. Wir haben von einer norwegischen Familie gehört, die den Jahrestrip abgebrochen und das Boot in der Karibik eingelagert hat, weil die einzige Tochter einfach nicht mehr weiter wollte.

Markus: Der Nachmittag verläuft ruhig mit viel Sonne und wenig Wind. Als wir abends etwas „Richtiges“ kochen wollen, überrascht uns ein Squall. Das sind lokale Starkwindgebiete in den Tropen. Erst kommt sehr starker Wind, dann regnet es unglaublich heftig. Dann bleibt der Wind weg. Der Spuk ist nach 10 – 15 Minuten vorbei.

Wir kochen dann doch noch fertig, asiatischer Gemüsereis mit Eiern und Erdnüssen, lecker.  In der Nacht bleibt das Wetter wechselhaft mit weiteren Squalls, stärkerem Wind und viel Regen. Sehr ungemütlich.

3. Tag, Montag, 8.5.2017

Elke: Nachts bleibt  es regnerisch und wechselhaft. Das Großsegel haben wir gerefft und variieren mit der Genua. Das Ein- und Ausreffen ist ziemlich oft erforderlich und entsprechend anstrengend.
Erfreulich ist, dass es bereits um 04.30 Uhr dämmert und 05.30 Uhr ganz hell wird. Das macht meine letzte Nachtwache von 03.00 Uhr bis 06.00 Uhr viel angenehmer.
Heute haben wir uns schon wieder viel mehr an das Leben auf See gewöhnt, frühstücken gemütlich und machen danach Schule.  Die Bordschule im Cockpit macht ausnahmsweise allen Vieren richtig Spaß. Es geht bei Nestor um Uhrzeiten, Oskar macht Geometrie und wir kommen vom Hölzchen auf’s Stöckchen.
Ich kontrolliere mein Gemüse und werfe grummelnd eine rote Paprika weg (3 Stück für 4,98 USD), die matschig geworden ist und meine Möhren kontaminiert hat. Obwohl ich das Gemüse mit Bleiche abgewaschen habe, hält es sich hier in den Tropen außerhalb des Kühlschranks nur kurz. Immerhin sehen die Möhren noch gut aus, Kartoffeln, Süßkartoffeln, Zwiebeln und Paprika halten sich sowieso ewig. Heute muss es Tomaten- und Gurkensalat geben und außerdem irgendetwas mit Paprika und Aubergine. Die Haltbarkeit des Gemüses diktiert den Speiseplan. Mmh, sollte es nicht eigentlich immer so sein? Und am besten auch noch nach Saison?
Diesmal haben wir wenig Wurst und Käse und kein Fleisch mitgenommen, um den Kühlschrank, den Stromfresser, notfalls abstellen zu können.
Das heutige Etmal beträgt 147 nm, sieht gut aus. Bermuda kommt näher.

4. Tag, Dienstag, 9.5.2017

Elke:
Die Nacht verlief wieder regnerisch, ansonsten ereignislos. Da der Wind sehr schwach und wechselhaft geworden ist, segeln wir mit Motorunterstützung. Der Tag ist erfreulicherweise sonnig und warm. Uns allen graut schon vor den Temperaturen außerhalb der Tropen, an die wir überhaupt nicht mehr gewöhnt sind. Lange Hose – unvorstellbar!
Endlich sind wir außerhalb des Ciguatera-Gebietes und können wieder angeln. Wie immer ohne Erfolg. Wir haben keine Ahnung, woran das liegen könnte. Richtiger Köder, Länge der Leine richtig, Ruckdämpfer o.k. Ob unser Schiff irgendwie abschreckend auf Fische wirkt? Stößt es bei der Fahrt Schwingungen aus, die all die leckeren Doraden und Thunfische, von denen wir immer hören und lesen, Kehrtmarsch machen lässt? Oder sind die Fischfänge nur Gerüchte, wie auch die zahlreichen Walsichtungen? Wir haben die Theorie aufgestellt, dass es in der Karibik nur eine Handvoll Wale gibt, die angefüttert werden. Montags Dominica, dienstags Guadeloupe, mittwochs Antigua…

Das heutige Etmal beträgt 126 nm, angesichts des schwachen Windes o.k.
Am Abend fängt es wie gewohnt an zu regnen. Nachdem der Wind komplett eingeschlafen ist, motoren wir Richtung Bermuda. Das nervt alle, weil der Motor ziemlich laut ist. Aber wir wollen möglichst schnell auf Bermuda ankommen und nicht – wie auf dem Hinweg – besonders sportlich – sprich nur unter Segeln – unterwegs sein. Pragmatismus bestimmt den Rückweg.
Weil wir am Horizont einige Gewitter blitzen sehen, verfrachten wir unser Satelliten-Telefon und die Mobiltelefone in den Herd. Ein Ersatz-GPS ist dort außerdem immer gelagert (natürlich nur, wenn der Herd nicht in Betrieb ist…).  Weil der Herd wie ein Faradayscher Käfig funktioniert, hoffen wir, dass im Falle eines Blitzeinschlages zumindest diese Geräte überstehen werden.

 

5. Tag, Mittwoch 10.5.2017

Elke: Nach ruhiger Nacht unter Motor lacht uns wieder die Sonne an. Es gibt etwas Wind bis zu 10 kn, allerdings leider direkt von Nord, wo wir hinwollen. Also wird weiter motort. Noch ca. 350 Meilen bis Bermuda.

09.50 Uhr: Oskar, der auf der Salonbank sitzt, bemerkt: „Mama, die Bank ist so heiß. Und es riecht verbrannt. Woher kommt das?“ Oh Schreck! Oskar sitzt oberhalb der Batterien! Wir schauen schnell nach und die Batterien sind sehr heiß, zu heiß. Die Lichtmaschine lädt mit 23 A, obwohl die Batteriebänke zu 100 % voll sind und 14,21 V anzeigen. Schnell den Motor ausgemacht und Segel gesetzt. Wir segeln immerhin, da der Wind von Norden kommt, allerdings in Richtung Orlando in Florida.
Wir vermuten, dass der Fehler an der neuen elektronischen Trenndiode liegt, die Markus auf Guadeloupe eingebaut hat. Weil unser System es nicht schaffte, in angemessener Zeit (d.h. unterhalb von ca. 8 Stunden motoren) unsere Batterien über die Lichtmaschine zu 100 % aufzuladen und immer langsamer lud, je höher der Batteriestand war, was uns auf dem Hinweg über den Atlantik ziemlich genervt hat, haben wir uns nach zusätzlichen Möglichkeiten umgesehen. Zuerst wollten wir einen Sterling-Laderegler einbauen, der uns empfohlen worden war. Mehrere Boatyards in Le Marin auf Martinique weigerten sich jedoch strikt, den Laderegler zu verkaufen oder einzubauen mit der Begründung, dann würden die Batterien auf langer Motorfahrt zu heiß. So etwas wollten wir natürlich nicht riskieren. Markus bestellte den elektronischen Mastervolt-Laderegler passend zu unserem Ladegerät und Markus Eltern brachten den Regler nach Guadeloupe mit. Das Gerät soll dafür sorgen, dass sich der Ladestrom gleichmäßiger verteilt. So richtig überzeugt hat uns das Gerät aber nicht, ab 85 % Batterieladung war es auch damit schier unmöglich ohne stundenlange Motorfahrt die Batterien voll zu laden.
Markus vermutet, dass der Regler nun zu heiß geworden ist und daher spinnt. Er baut ihn aus und den originalen Regler wieder ein. Wir lassen die Batterien noch 2 Stunden abkühlen und starten dann wieder den Motor. Es scheint zu klappen! Die Ladekapazität sinkt schnell auf moderate 12,4 A und die Batterien werden nicht mehr als handwarm bzw. die erste etwas heißer. Hoffentlich bleibt das so!
Heutiges Etmal: 124 nm, davon allerdings einige Richtung Westen statt Norden. Naja, wenn der angekündigte Nordwestwind kommt, freuen wir uns darüber.
Die lange Hose ist übrigens nicht mehr unvorstellbar, es wird merklich frischer. Im Moment noch erfrischend, noch klappern die Zähne nicht.
Leider werden die Batterien am Abend wieder merklich heißer. Verdammt, hoffentlich geht das bis Bermuda gut! Noch 270 nm.
Wir hatten mit einer Ankunft am Freitag gerechnet, aber leider machen wir unter Motor nicht die erwarteten 5 kn sondern nur ca. 4,5 kn. Daher Ankunft am Samstag und keine Willkommensparty für uns…etwas Frust macht sich breit.

23.30 Uhr: Gleich ist meine erste Nachtwache vorbei. Draußen ist es wunderschön, der Vollmond leuchtet und das Meer ist völlig glatt. Ich bin allerdings ziemlich unentspannt, kein Wind bedeutet weiterhin motoren und die Batterien bleiben heiß. Wind soll erst morgen früh gegen 08.00 Uhr einsetzen, hoffentlich geht bis dahin alles gut.

Markus: Meine Wache beginnt um 00:00 Uhr. Elke schildert das nach wie vor bestehende  Batterieproblem. Sie hat herausgefunden, dass unsere Servicebatterien maximal 5 Stunden mit 14,21 Volt geladen werden dürfen. Wir laden sie aber bereits seit mehr als 20 Stunden über den Motor mit dieser Leistung, daher wohl die Überhitzung. Wir machen den Motor erst einmal aus und dümpeln bei Windstille auf dem Ozean. Dann montiere ich das Ladekabel für die Batteriebank vom Ladestromverteiler ab. So dürften die zu warmen Servicebatterien doch erst mal keine Ladung mehr bekommen und abkühlen. Aber wo geht der von der Lichtmaschine produzierte Strom dann hin? Das weiß ich nicht. Auch unsere Bücher beschreiben nur, wie man die Batterien am besten lädt, nicht aber, was passiert, wenn quasi zu viel Strom da ist und was mit diesem Strom passiert. Elektrotechnisch versiertere Menschen wüssten darauf wahrscheinlich eine Antwort. Wir können hier aber niemanden fragen und Internet gibt es auch nicht.

Also geht es unter Motor weiter nach Bermuda. Jetzt immerhin mit 5,6 Knoten Geschwindigkeit. Es scheint im Moment eine Strömung mit uns zu gehen. Hoffentlich setzt morgen früh der angesagte Westwind ein, dann können wir endlich wieder segeln und den lauten Motor abstellen.

Trotz der Motorfahrt und den Batterieproblemen ist die Stimmung an Bord sehr gut. Nestor eröffnet „Nesti’s Sport Bar“. Er malt ein Werbeschild und erstellt eine umfangreiche Getränke- und Speisekarte mit Preisen. Dann dürfen wir bestellen und Nestor serviert. Schließlich erstellt er eine Rechnung für unsere Bestellungen.
Oskar beschäftigt sich mit dem Angeln. Er hat mittlerweile eine Vielzahl von Ködern und liest fleißig in umfangreicher (englischsprachiger) Angelliteratur. Leider beißt bisher kein Fisch an. Das ärgert uns und Oskar noch viel mehr. Aber er gibt nicht auf.
Abends bekommen Elke und ich eine Einladung von Oskar und Nestor zu einem Theaterstück. Das besteht hauptsächlich aus Turnübungen der beiden in unserer Koje im Vorschiff. Die beiden haben großen Spaß und toben immer weiter.

10 Mai 2017: In den Rossbreiten

Mit 490 NM ist deutlich mehr als die Hälfte der Strecke geschafft. Bis zu den Bermudas sind es noch 360 NM. Bei der derzeitigen Geschwindigkeit von ca. 5,8 Knoten bedeutet dies, dass die Ankunft vermutlich am 12.05. gegen 18:00 Uhr (statt bisher 8:30 Uhr) sein wird.

Was könnte der Grund für die im Vergleich zum letzten Eintrag deutlich spätere Ankunftszeit sein? Eine Möglichkeit wären die schwierigen Windverhältnisse in den sogenannten „Rossbreiten“, in denen häufig wenig Wind bis Windstille herrscht.

Die Erklärung von Wikipedia erinnert an den Erdkunde-Unterricht:

„Die Rossbreiten bezeichnen die Gebiete zwischen den Passatgebieten und den Westwindgebieten der Nord- und der Südhalbkugel inmitten von subtropischen Hochdruckgebieten, in denen fast immer Windstille herrscht. Sie treten damit in etwa jeweils zwischen 25° und 35° nördlicher sowie südlicher Breite auf.

Die Ursache für diese Windstille liegt im Bereich der innertropischen Konvergenzzone, einer wenige hundert Kilometer breiten Tiefdruckrinne in Äquatornähe, an der die Passatwinde aufeinandertreffen. In diesem Bereich steigt Luft auf, kühlt dabei ab, verliert Feuchtigkeit, die kondensiert und zu Niederschlag wird, und fließt in etwa 15 Kilometer Höhe vom Äquator nach Norden und Süden. In den Rossbreiten sinkt die Luft auf die Erdoberfläche, wodurch sie sich wieder erwärmt und extrem trocken wird. Es entsteht ein Hochdruckgebiet mit geringer Luftbewegung im Innern.“

Dennoch werden die ersten Schiffe bereits heute Nacht die Bermudas erreichen.

Auf dem Bild der aktuelle Stand am 10.05. gegen 8:00 Uhr GMT+1

Auf den Bermudas wird den Teilnehmern der ARC noch ein „seglerisches Highlight“ geboten. In diesem Jahr findet dort der Americas Cup statt. Der Amercias Cup ist die bedeutendste und traditionsreichste Regatta der Welt. Beginn ist zwar erst am 29. Mai (da wird Diana die Bermudas bereits Richtung Azoren verlassen haben), aber die beeindruckenden Rennyachten mit Ihren Crews sind natürlich schon vor Ort. Sicherlich ein Spektakel, dies einmal Live zu sehen.

Anbei ein Bild eines der teilnehmenden Boote.

Auf der Rückreise von den Jungfrauinseln zu den Bermudas

Gestartet wurde auf den Jungfrauinseln am Samstag, 06. Mai 2017 um 16:00 Ortszeit mit 31 Booten. Das Bild zeigt die Position der Schiffe am
08. Mai: Diana hat bereits 300 von 845 NM mit einer Geschwindigkeit von 6,2 Knoten zurück gelegt.

Die voraussichtliche Ankunftszeit auf den Bermudas ist aktuell mit Freitag, 12. Mai morgens um 8:21 berechnet.

 

ARC Europe 

04.Mai 2017. Wir bereiten uns auf die lange Heimreise nach Europa vor. Wir treffen uns in der Marina Nanny Cay auf Tortola, British Virgin Islands, mit den anderen Teilnehmern der ARC Europe. Außer uns nehmen noch 25 andere Yachten teil. Wo sind die anderen Schiffe geblieben, auf dem Hinweg in die Karibik waren es doch ca. 250 Yachten? Wir können nur spekulieren: Viele lassen ihr Boot auf einem Frachter zurück nach Europa bringen; der Weg zurück über den Atlantik gilt als der anspruchsvollere. Einige, wie unsere Freunde von der Step by Step und der Eleonore, fahren weier an die Ostküste der USA.

Marina Nanny Cay

Wir werden am Samstag, 6.Mai 2017, lossegeln. Zunächst zu den Bemudas, was ca. 7-8 Tage dauern sollte. Dann von dort am 17. Mai die grosse Strecke quer über den Atlantik zu den Azoren. Das wird ca. 2 – 3 Wochen dauern.

Hier gibt es wieder einiges an Programm. Tagsüber wird an den Schiffen gearbeitet, ausgerüstet oder es werden Seminare besucht. Abends treffen sich die Crews zum Sundowner. So lernt man sich kennen und kann sich gemeinsam über die bevorstehende Atlantiküberquerung austauschen.  Uns gefällt die ARC. Es ist schön, Menschen aus anderen Ländern kennen zu lernen und es ist schön, gemeisam über das zu erwartende Wetter, die beste Route und über Tipps und Tricks des Hochseesegelns zu sprechen.

Das Abbrennen von Leuchtmitteln wird geübt.

Und die Benutzung der Rettungsinsel.

Elke und Oskar nutzen den Shuttle-Bus-Service zum Supermarkt für die letzten Einkäufe.

 

Wir bereiten unsere Diana vor. Beim Motorcheck stellen wir fest, dass im Dieselvorfilter schon einiges an Dieselschlamm ist. Der Schlamm – es sind Bakterien – kann die empfindlichen Düsen des Motors zusetzen. Also kommt ein neuer Filter rein. Hoffentlich leistet unser Volvo treu seine Dienste auf der langen Reise! Gehegt und liebevoll gepflegt wird er von uns jedenfalls ständig. Wir brauchen den Motor nicht nur zum Vortrieb, sondern auch zur Stromproduktion unterwegs, für Autopilot, Radar, Navigation etc.

Der Strand der sehr schönen Nanny Cay Marina.

TRACKER

Während der ARC Europe haben wir wieder einen Tracker, über den ihr unsere Route verfolgen könnt. Einfach die App YB Races runterladen und auf ARC Europe gehen.

Oder auf der Hompage der ARC: Unter ARC Europe und dort auf Fleet Viewer und dann Diana.

Die letzten Tage in der Karibik

Den angesagten stärkeren Wind wettern wir an einer Boje mit der Step by Step in der East End Bay auf Tortola ab. Hier gibt es einen erfreulichen Supermarkt, in dem wir uns schon für die Atlantiküberquerung verproviantieren.

Am 25.4.2017 geht es wieder nach Peter Island in die Dead Man’s Bay. In dieser schönen Bucht wollen wir unsere letzten Tage in der Karibik verbringen. Eleonore und Joemi kommen auch vorbei, so dass wir alle gemeinsam noch einige Tage miteinander  haben. Wir freuen uns alle sehr, und die Kinder sind besonders froh, ihre Spielkameraden wieder zu sehen.

Zum letzten Mal wird das Unterwasserschiff abgekratzt. Das europäische Antifouling ist den tropischen Anforderungen definitiv nicht gewachsen und wir müssen alle paar Tage unters Schiff.

Markus bei der Arbeit.

Wir nutzen die Gelegenheit, noch einmal viel zu schnorcheln. Das Wasser in der Dead Man’s Bay ist glasklar.

Oskar taucht ab…

…und sammelt eine (natürlich leere, mit der lebenden möchte man nicht so gerne Bekanntschaft machen, außer auf den Grill) Conch-Muschel. Schönes Erinnerungsstück.

Jeden Tag gibt es viele Rochen zu sehen…

…und natürlich Schildkröten.

An Land sieht man an allen Ecken und Enden Hühner. Es ist völlig normal, dass sie überall herumlaufen.

Und im Hafen viele kleine Barrakudas, die hier geschützt aufwachsen.

 Nun heisst es Abschied nehmen:  von der Crew der Eleonore (Andrea,  Thomas,  Mattis und Emma),  die wir auf Gran Canaria kennen gelernt haben,  von der Crew der Joemi (Sabrina,  Oliver,  Emilia und Johanna) und von den Steppies,  der Crew der Step by Step 2 (Anja,  Andrew und Robin),  die wir schon 2015 in Holland kennengelernt haben.  Mit der Step by Step waren wir 10 Monate gemeinsam unterwegs,  entsprechend schwer fällt der Abschied. Macht’s gut,  es war sehr schön mit Euch! 

Jost van Dyke



Die Insel Jost van Dyke wurde nach einem früheren holländischen Piraten und Siedler benannt. Es ist die kleinste der „größeren“ Inseln der British Virgin Islands. Nur 8 Quadratkilometer groß und weniger als 300 ständige Einwohner. Wir sind seit Dienstag, 18.04.2017, hier. Wir haben zuvor einige schöne Tage mit der Crew der Step by Step 2 im North Sound und auf Anegada verbracht.

Wir ankern vor dem Inselort Great Harbour. Alles hier ist sehr beschaulich. Die Uhren ticken deutlich langsamer als daheim.

Der örtliche Tauch- und T-Shirt Shop.

Die Hauptstraße des Orts.

Die Kirche.

Der Strand.

Das Polizei- und Zoll-Gebäude.

Die Schaukel.

Endlich fotografieren wir eine Schildkröte. Es ist schwer, die netten Tiere aufs Bild zu bekommen, da sie immer nur kurz zum Luftholen auftauchen. Auch wenn wir schon viele gesehen haben, freuen wir uns immer wieder, eines dieser freundlichen Tiere zu sehen. Alle großen Wasserschildkröten sind stark bedroht und wir hoffen sehr,  dass die Schutzprogramne anschlagen.

Mit der Crew der Mango, die wir hier treffen, besprechen wir die Rückfahrt nach Europa. Die Mango möchte auch im Mai wieder nach Europa starten und wir hoffen, uns auf den Azoren wieder zu treffen.

Wir werden am 01.05.2017 in die Marina Nanny Cay auf den British Virgin Islands gehen. Hier werden wir die anderen 25 Yachten der „ARC Europe“ treffen und uns gemeisam auf die Atlantiküberquerung vorbereiten, die am 6. Mai starten soll.

Natürlich denken wir schon oft an unsere zweite Atlantiküberquerung. Aber wir haben ja noch ein paar Tage Zeit und wir fühlen uns besser vorbereitet als beim ersten Mal. Die nächsten Tage wollen wir noch das gemütliche Inselhüpfen auf den BVI’s in vollen Zügen genießen und dann das grosse Abenteuer Atlantik starten.

BVI’s- The Baths und Anegada

Am 11.4.2017 machen wir uns von Peter Island auf in Richtung North Sound auf
Virgin Gorda auf.  Unterwegs besuchen wir The Baths. Das sind unterspülte und ausgewaschene runde Felsen am Strand,  durch die man spektakulär hindurchklettern kann. Wunderschön!

Einzigen Abbruch tut,  dass eine Vielzahl anderer Touristen zeitgleich dieselbe Idee haben und es deshalb ziemlich überfüllt ist und man an den Kletterstellen lange warten muss. Aber sehenswert!

Nach The Baths tanken wir Frischwasser in der Leverick Bay im Norden Virgin Gordas,  verstauen dort unsere Wäsche in der Laundry,  fahren weiter nach Gun Creek und kaufen ein (leider gibt es im Supermarkt wenig Obst und Gemüse – keine Gurken und nur matschige Tomaten,  man nimmt,  was man kriegt),   füllen Wasser nach in Plastikflaschen im Frischwasserautomaten für 1 USD die Gallone,  holen auf dem Rückweg die fertige Wäsche ab, räumen alles ein und hängen die Wäsche auf, puh,  arbeitsam,  aber erfolgreich.

Der Supermarkt

Und wir treffen die Step by Step wieder. Die Freude ist groß!  Am nächsten Tag verholen wir uns gemeinsam zu unserer Lieblingsstelle zwischen Prickly Pear Island,  Eustatius und Neckar Island. Immer noch wunderschön,  mit glasklarem Wasser und schönem Strand. Als wir abends gemeinsam am Strand sitzen,  sehen wir einen riesengroßen Rochen auf dem Wasser springen, wie einen Stein,  den man hüpfen lässt. Unglaublich!  Rochen haben wir schon viele gesehen,  aber so etwas noch nicht!  Der Rochen sieht von vorne viel dicker aus als von oben gesehen, und guckt uns interessiert an. Das sind Bilder,  die man niemals vergisst!

„BVI’s- The Baths und Anegada“ weiterlesen

British Virgin Islands und die heilige Ursula

 

Am Freitag, 31.03.2017, brechen wir um 03:00 Uhr morgens zu den British Virgin Islands (BVIs) auf.  Da recht wenig Wind ist, können wir unseren Code Zero, das große Leichtwindsegel, setzen.

Um 18 Uhr, kurz vor Einbruch der Dunkelheit, fällt der Anker im North Sound auf Virgin Gorda.

Was haben die BVIs mit Köln gemeinsam? Mehr als man denkt!

Kolumbus entdeckte die Inseln 1493, auf seiner zweiten Reise in die neue Welt. Als er die große Vielzahl von Inseln sah, nannte er sie „The Virgins“, also die Jungfrauen, zu Ehren der heiligen Ursula und den 11.000 Jungfrauen. Die Geschichte war zu Kolumbus Zeiten offenbar ziemlich bekannt: Die Hunnen nahmen im vierten Jahrhundert die schöne Ursula und die Jungfrauen gefangen und wollten sie nur dann vom Tod verschonen, wenn diese die Ehe mit ihnen eingehen würden.  Ursula und die Jungfrauen verweigerten dies und wurden getötet.

Und wo spielt diese Legende?  In unserer Heimatstadt Köln! Die Geschichte spiegelt sich in den Wappen wider:

11 Flämmchen (auch Tränen genannt) im Kölner Stadtwappen und 11 Flämmchen plus das von  Ursula auf der Flagge der BVIs. Was für interessante Gemeinsamkeiten mit Daheim!

Wir verholen uns auf einen Ankerplatz zwischen Prickly Pear Island und Eustatia Island. Hier ist es wirklich wunderschön, Karibik wie im Bilderbuch. Weiße, einsame Strände, nur mit dem Boot zu erreichen.

Dazu kristallklares Wasser.

Wir blicken auf Necker Island, Privatinsel von Richard Branson.

Von Virgin Gorda aus geht am Dienstag, 04.04.2017, weiter nach Norman Island. Das ist „Die Schatzinsel“ aus dem Roman von Robert Louis Stevenson (im Original „The Treasure Island“).  Die Insel war- wie viele der Virgin Islands – in früheren Zeiten ein Piratennest. Heute ist Norman Island unbewohnt.

Wir erkunden die Schatzinsel zu Fuß. Schätze finden wir nicht, dafür aber tolle Natur.

Die Benures Bay, unsere schöne und ruhige Ankerbucht auf Norman Island. Oskar und Emilia erkunden die Bucht mit dem Dingy. Wir treffen die Crews der JoEmi, Eleonore und Pierina, und freuen uns über das Wiedersehen.

Neben uns ankert eine Hallberg Rassy 40 mit Namen „Regina“. Elke und ich schauen uns verwundert an: Das gleiche Boot mit gleichem Namen hatten doch auch Leon Schulz und seine Familie. Leon Schulz hatte uns mit seinem Buch „Sabbatical auf See“ den Anstoß zu unserer Reise gegeben. Ich fahre rüber zur „Regina“. Das nette Schweizer Eignerpaar erklärt, dass wir mit unserer Vermutung recht haben. Es ist das Schiff, mt dem die Familie Schulz damals ihr Sabbatical gemacht hat. Das Schweizer Paar hat das Schiff 2012 Leon Schulz abgekauft. Dieser segelt heute mit einer Hallberg Rassy 46. Das Schweizer Paar will auch von hier aus zurück nach Europa; vielleicht sehen wir uns auf der Route noch einmal wieder.

Am Samstag, 08.04.2017, segeln wir zur „Dead Man’s Bay“ auf Peter Island. „15 Mann auf des Totenmanns Kiste und ’ne Buddel voll Rum.“ – diesen Spruch hat wohl jeder schon einmal gehört. Der Legende nach hat der Pirat Blackbeard 15 Mann mit nur einer Flasche Rum als Verpflegung auf der gegenüberliegenden kleinen Insel Dead Man’s Chest ausgesetzt. Einige versuchten schwimmend die Dead Man’s Bay zu erreichen und ertranken; daher der Name der Bucht. Heute ist hier eine hübsche Bucht mit einem luxuriösen Resort an Land. Aber auch laut am Samstagabend, viele Charterboote kommen und die Crews feiern lang und lautstark. Die BVIs sind ein sehr beliebtes Revier zum Chartern von Segelyachten und heute beginnen in vielen Ländern die Osterferien.

Am Strand finden Nestor und Oskar viele Kokosnüsse.

Uns gefallen die Jungfraueninseln bisher sehr gut. Zwar ist wirklich alles unglaublich teuer, z.B. Pizza Margharita 22 US Dollar und dazu ein kleines Bier für 6 USD.  Aber es gibt eine Vielzahl von Inseln, einige unbewohnt, viele kaum bebaut und mit toller unberührter Natur. Außerdem finden wir hier die bisher besten Plätze zum Schnorcheln. Z.B. bei den Felsen The Indians gibt es unter Wasser ein fazinierend buntes Riff und ebenso bunte Fische zu bestaunen.

St. Martin

Am 20. März 2017 segeln wir von St. Eustatius nach St. Martin. Wir gehen in die Marina Fort Louis in Marigot im französischen Teil der Insel. Die eher kleine Insel ist geteilt in einen französischen und einen holländischen Teil. Bezahlt wird im französischen Teil in Euro; im holländischen in US Dollar. Holländisch spricht hier so gut wie niemand. Meist wird Englisch gesprochen und im französischen Teil natürlich auch viel (aber nicht nur) französisch.

Am Steg werden wir von Christian, Joy und May begrüßt. Wie schön, die Familie hier zu treffen! Und im großen Koffer hat Christian viele Ersatzteile für uns mitgebracht.  Dankeschön!

Unter anderem ein schönes Lochbrett aus Edelstahl von Wilms Metallmarkt in Köln. Das wird das neue Gitter für den Kühlschrankmotor. Passt genau! Auch einige andere Teile sind dabei. Auf St. Martin wollen wir einige Arbeiten am Schiff erledigen und Ausrüstung sowie Lebensmittel für die weitere Reise kaufen.

Wir machen uns gemeinsam auf, um die Insel zu erkunden. Spektakulär ist der Maho Beach, direkt vor der Landebahn des Flughafens. Aber hier ist es auch sehr, sehr voll.

Wir suchen nach ruhigeren Ecken und finden auch etwas. Oskar genießt den Blick auf’s Meer.

Zu meinem Geburtstag am 24.3. bereiten mir meine Lieben ein schönes Geburtstagsfrühstück😀

In St. Martin steht auch wieder Einkaufen auf dem Programm. Wir schaffen fünf volle Einkaufswagen bei Carrefour.

Die wir dann zum Schiff liefern lassen; zum Glück hat der Laden einen Lieferservice.

Es gefällt uns nicht überall in St. Martin gut. An vielen Stellen wirken die Gebäude verfallen, es ist laut, voll und relativ schmutzig.

Eine Oase ist dagegen die Unterkunft von Christian und Joy. Wir freuen uns über ein abgeschlossenes Badezimmer mit unbegrenzt Wasser, das wir gerne und ausgiebig benutzen.

Gemeinsam machen wir mit Diana einen Ausflug zur benachbarten Friars Bay.

Am 30./31.3.2017 wollen wir weiter zu den Britisch Virgin Islands.

St. Eustatius

Von St. Barth geht es am 17.3.2017 weiter nach Sint Eustatius (kurz Statia). Statia,  gelegen zwischen St. Kitts und Saba, ist eine kleine Insel der Niederländischen Antillen mit 3000 Einwohnern. Amtsprache ist  Niederländisch,  gesprochen wird aber nur Englisch. Währung ist nicht etwa der Euro,  sondern eine Art karibischer Gulden (NAF) oder USD.

St. Eustatius hat eine sehr interessante Geschichte: Im 18. Jh. lagen Engländer und Franzosen in den kleinen Antillen permanent im Krieg. Die Niederlande erklärte schlauerweise St. Eustatius zur Freihandelszone, mit der auch die verfeindeten Länder Handel treiben konnten. Es entstand ein blühender Handelsplatz auf der Insel. Allerdings wurden auch Munition und Waffen an die nach Unabhängigkeit strebende USA geliefert,  was England ein Dorn im Auge war. Am 16.11.1776 lief das amerikanische Schiff Andrea Doria in Oranjestad ein. Der örtliche Governeur ließ das Schiff mehr versehentlich mit einem Salut begrüßen und war damit der Erste,  der die Souveränität Nordamerikas anerkannte.

Das ließ England nicht auf sich sitzen,  man erklärte  den Niederlanden den Krieg und schickte Admiral Rodney (den von der Rodney Bay auf St. Lucia)  zu einer Strafexpedition. Admiral Rodney plünderte die Insel gründlich. Davon und von einigen nachfolgenden Hurrikanen hat sich die Wirtschaft der Insel nicht mehr erholt. Der untere Teil von Oranjestad,  in dem sich die Kontore befanden, versank im Meer und ist heute ein beliebtes Tauchrevier.

Als wir um das Nordkap der Insel biegen,  sehen wir zuerst einen riesigen Tankpier für Frachter, mehrere Frachter auf Reede und viele Silos an Land. Dann erwischt uns ein Squall mit 30 kn Wind und strömendem Regen. Mmh,  wir haben den Eindruck wieder in Ijmuiden angekommen zu sein und fragen uns,  ob es eine so gute Idee war, dafür die Cote d’Azur auf St. Barth zu verlassen. Und keine einzige andere Yacht ankert hier… Aber dann kommt die Sonne heraus und die Step by Step biegt um die Ecke. Wir freuen uns sehr, sie nach über einem Monat wieder zu sehen.

Am nächsten Tag erschließt sich uns auch der Charme von Sint Eustatius. Wir machen eine schöne Wanderung auf einen Vulkan und schlendern durch den Ort.

Oranjestad ist die Hauptstadt und eigentlich auch die einzige Stadt. Es gibt ansonsten noch eine kleine Ortschaft namens Zeelandia. Es ist sehr sauber,  aufgeräumt und total ruhig hier. Alle Passanten – und das sind nicht viele – grüßen sich gegenseitig und uns auch.

Es gibt einige wenige geschlossene Restaurants,  zwei Supermärkte,  in denen es viele holländische Produkte gibt, und am (schönen) Strand eine Bar mit Wifi,  ein Hotel und eine Tauchbasis. Was braucht man mehr? Nach einem Tag auf St. Eustatius macht sich große Ruhe und Gelassenheit breit.Nach zwei Tagen ist man komplett entspannt.

Sehr empfehlenswert,  aber nur bei gutem Wetter. Der einzige Ankerplatz ist nämlich leider sehr unruhig und das Schiff rollt nervend hin und her. Der Nachtschlaf ist ziemlich unentspannt. Deshalb und weil wir auf St. Martin verabredet sind,  lichten wir am 20.3.2017 nach drei Nächten den Anker. Unter anderen Bedingung und mit mehr Zeit wären wir gerne noch länger auf diesem friedlichen Inselchen geblieben.

Unsere Route bisher

Ganz langsam kommen erste Gedanken an den Rückweg auf. Anfang Mai wollen wir den langen Weg nach Europa starten. Über die Bermudas und die Azoren. Ca. Mitte August wollen wir wieder in Köln sein.

Zeit, um zurück zu blicken auf die bisherige Route. Sven Wagner von Weatherdock hat uns netterweise Satelliten-Tracks geschickt,  danke schön!

Unsere gesamte Reiseroute bisher von Anfang Juli 2016 bis März 2017.

Der Kurs durch die Karibik von Mitte Dezember 2016 bis März 2017. Im Moment sind wir auf St. Martin.

St. Barth – Anse du Colombier

Nachdem wir einige Tage Starkwind an unserer Boje vor Gustavia,  der Hauptstadt von St. Barthelemy, kurz St. Barth oder St. Bart,  abgewettert haben,  machen wir uns am Samstag,  dem 11.3.2017,  auf in den Norden St. Barths. Die Anse du Colombier hat gute Aussichten auf einen vorderen Platz im Rang der Traumbuchten. Glasklares Wasser, einige bunte Fische, ein schöner Strand und Abgeschiedenheit.

Diana liegt so nah am Strand, dass wir bequem rüber schwimmen können. Wir verbringen schöne Tage im Wasser und am Strand und genießen die Natur und die unverbaute Landschaft. Die Bucht ist nur über einen Fußmarsch von ca. einer 3/4 Stunde von Land aus erreichbar. Oder eben per Boot. Daher kommen nur wenige Menschen an den Strand. 

Wir machen uns zu Fuß auf zum nächsten Ort, Flammand. Unterwegs sehen wir Landschildkröten. Die Schildkröten bewegen sich ganz gemächlich und lassen sich nicht stören.


Flammand ist ein kleiner Ort. Ein paar luxuriöse Villen gibt es hier und einige ursprüngliche Häuser.

Die Wanderung zurück zu unserer Bucht. Tolle Ausblicke unterwegs. Wegen des immer noch kräftigen Windes ist es nicht zu heiß.

 

In Flammands haben wir einen kleinen „Tante-Emma-Laden“ entdeckt. Boulangerie et Epicerie. Perfekt, ein paar Baguettes, Salat und Wein und Käse fürs Picknick nehmen wir mit.

Am Donnerstag, 16.03.2017, fahren wir zuück nach Gustavia. Wir wollen ausklarieren und morgen zur Insel St. Eustatius segeln. In Gustavia kommen heute viele Megasegler an,  da am Wochenende eine Regatta stattfindet. Einige J-Class Segler sind dabei.

Faszinierend, am Hafen zu sitzen und die tollen Yachten zu bestaunen. 

Und hier der Dingy-Steg, an welchem wir unser Beiboot für den Aufenthalt in Gustavia geparkt haben. Gleich geht es zurück auf die vor dem Hafen ankernde Diana.

St. Barth

Gustavia, der Hafen und Hauptort von St. Barth

Am Sonntag, 05.03.2017, beschließen wir, von Antigua direkt zu der Insel St. Barth zu segeln. Barbuda, wo wir eigentlich sehr gerne hin wollten, streichen wir wegen des Wetters. Schon seit über einer Woche ist starker Wind. Für Barbuda, eine flache Insel, kaum besiedelt, bei Nordost Wind nicht sehr geschützte Ankerplätze, sind dies ungünstige Bedingungen. Leider soll das Wetter nicht besser werden. Im Gegenteil, ab Dienstag ist richtig stürmisches Wetter angekündigt. Also wollen wir schnell los, um noch vor dem richtig schlechten Wetter auf eine andere Insel zu kommen. Wir fahren abends in Falmouth Harbour auf Antigua los und wollen am nächsten Morgen in St. Barth ankommen. Die Entfernung beträgt rund 80 Seemeilen. Wind ist angekündigt mit 5 – 6 Beaufort aus meist östlichen Richtungen; für uns ein Halbwindkurs. Die Wellenhöhe soll ca. 2 Meter betragen.

Vorher treffen wir noch die Crew der Croix du Sud, die am Nachmittag in Falmouth eintrifft. Schön, dass wir uns noch einmal sehen und verabschieden können, die Crew fliegt von Antigua aus nach Hause.

Seit der Atlantiküberquerung haben wir keine Nachtfahrt mehr gemacht. Durch die vielen Nachtfahrten zuvor haben wir aber mittlerweile etwas Routine. Wir essen erst zu Abend, verzurren alles im Boot und auf dem Boot, Positionslichter an und los geht es. Nach ca. einer halben Stunde im Windschatten Antiguas setzen wir die Segel. Es sind wenige Schiffe in der Nacht unterwegs. Ein Kreuzfahrtschiff begleitet uns lange in 3 – 4 Meilen Entfernung. Wir segeln an St. Kitts and Nevis und St. Eustatia vorbei. Wir nehmen wieder unsere übliche Wacheinteilung auf. Bis Mitternacht Elke, dann ich bis 3 Uhr, dann Elke bis 6 Uhr, dann wieder ich. Die Kinder schlafen, beschweren sich aber gelegentlich, da sie bei der Schräglage aufeinander rutschen. Das Leesegel, welches die Koje der Kinder trennt, haben wir nicht angebracht. Elke weckt mich gegen 23:30 Uhr, da wir wegen starkem Wind reffen müssen.

Am Morgen steht Oskar früh auf. Er möchte angeln. Oskar interessiert sich sehr fürs Angeln; er hat eine Vielzahl von Ködern etc. gekauft.

Land in Sicht. St. Barth taucht am Horizont auf. Hier ist das Wetter ganz gut; zwischendurch gab es aber auch heftige Regenschauer. Um 09:00 Uhr Montag früh machen wir an einer Boje direkt vor dem Hafen Gustavia fest.

Spektakulär ist der Anflug auf den Flughafen von St. Barth. Es können nur kleinere Maschinen landen. Zunächst sieht es so aus, als würden die Flugzeuge gegen einen Berg fliegen. Sie fliegen dann knapp über einen Kreisverkehr, gehen steil runter und müssen auf einer sehr kurzen Piste landen.

Gustavia, der „Ort“ von St. Barth, ist eine nette und aufgeräumte Stadt bzw. ehr ein Städtchen. Früher war die Insel schwedisch, daher der Name Gustavia. Später übernahm Frankreich die Insel. Nach Beendigung der Sklaverei verließ die farbige Bevölkerung die Insel. Heute ist St. Barth eine sehr europäische wirkende Insel. Man fühlt sich fast wie an der Cote d’Azur. Es ist auch ein ziemlich teures Fleckchen. Beim Makler ist eine Zwei-Zimmer Wohnung für 1.05 Mio Euro ausgezeichnet.

Trotz des „High-Society-Flairs“ ist der Ort nett und entspannt.

Es gibt Geschäfte von Prada, Gucci, Bulgari etc.

Werden schon stolze Preise aufgerufen ….

Aber wie gesagt, die Luxus-Botiquen sind nicht alles, insgesamt macht alles hier einen entspannten Eindruck. Vielleicht auch ein Vorteil des Fahrtensegelns, dass wir hier, wo Hotelpreise von 300 Euro und mehr pro Nacht normal sind, für nur 9,52 Euro pro Nacht vor dem Hafen an einer Boje festmachen können.

Wir feiern Nestors 8. – ten Geburtstag am 10.03.2017.

Und finden unsere nette Bar. Le Select besteht bereits seit 50 Jahren. Hier gibt es Bier aus der Flasche und zum Essen Hamburger und Pommes auf Plastiktellern. Es ist immer was los.

Public Viewing im Le Select, Paris gegen Barcelona. Unglaublich, Barcelona gewinnt 6:1 und macht damit die Schlappe aus dem Hinspiel (4:0 verloren) wett.

Antigua II

Nach einer schönen Woche in der Nonsuch Bay segeln wir am 20.2.2017 zurück nach Falmouth Harbour. Wir müssen mal wieder einkaufen und die Mülltüten nehmen auch einen bedrohlichen Umfang an. Unterwegs kommen uns einige kleine Segel entgegen. Was zunächst nach einer kleinen Regatta aussieht, wird sehr schnell sehr viel größer und entpuppt sich als Antigua 600, eine Regatta der richtig großen Racer. Sehr beeindruckend!

Vorne rechts die Rambler 88, die während der ARC einen neuen Rekord für die Atlantiküberquerung aufgestellt hat

In Falmouth treffen wir Croix du Sud und Eleonore wieder. Eigentlich soll es am nächsten Tag direkt weiter gehen in den Nordwesten Antiguas, aber es ist starker Westwind angesagt. Den wettern wir lieber in der geschützten Bucht vor Falmouth ab. Tina hat die hervorragende Idee, mit dem öffentlichen Bus in die Hauptstadt St. John’s zu fahren, was wir alle zusammen machen.

St. John’s ist nach dem beschaulichen Falmouth Harbour ziemlich gewöhnungsbedürftig, aber interessant. Es ist heiss, voll und laut.

St. John’s hat ein riesiges Kreuzfahrt-Dock, an dem fünf der Riesen gleichzeitig liegen.

Direkt am Kreuzfahrt Dock ist eine Nobel-Einkaufsmeile (wahrscheinlich Duty-Free) für die Kreuzfahrtgäste aufgebaut, ein krasser Gegensatz zum richtigen Ort. Die meisten Gäste kommen wohl kaum weit in den Ort.

Nach einigen interessanten Stunden in der Hauptstadt sind wir froh, wieder in unser beschauliches Örtchen zu kommen. Und am nächsten Tag geht es in den Westen Antiguas, in die Five Island Bay. Eine sehr schöne weitläufige Bucht. Das Wasser hier ist leider nicht besonders klar, hat aber eine wunderschöne Farbe.

Danach geht es für uns in den Hafen, in die Jolly Harbour Marina. Es ist auch mal wieder schön, direkt an Land gehen zu können, unrationiert Wasser und Strom zu haben. Urlaub vom Ankern sozusagen. Außerdem gibt es hier wunderschöne Strände zum Baden.

Wir treffen Andreas von der Luna wieder. Und wir lernen unsere Stegnachbarn kennen, Helmut und Hannelore, die mit ihrer 30 Jahre alten Albatros schon zwei mal die Welt umrundet haben (einmal 3 und einmal 10 Jahre, beneidenswert) und jetzt regelmäßig den Winter in der Karibik verbringen. Ein schönes Lebensmodell.

Weil starker Wind vorhergesagt, schieben wir unsere Abfahrt nach Barbuda einige Tage auf. Auf Barbuda gibt es nur wenig Schutz. Leider  bringt das nichts, weil in der darauffolgenden Woche noch viel stärkerer Wind mit Böen bis 30 kn angesagt wird. Und danach soll es starkwindig bleiben. Zunächst wollen wir den Wind aussitzen, aber nach dem es keine Aussicht auf Besserung gibt, geben wir den Gedanken auf Barbuda blutenden Herzens auf. Nächstes Mal…

Wir verholen uns nach einer Nacht in der schönen Carlisle Bay wieder nach Falmouth zum Ausklarieren. Hier auszuklarieren stellt sich allerdings als Fehler heraus: Wir können die Kinder nicht als Crew, sondern nur als Passagiere deklarieren. Und für Passagiere zahlt man 30 USD pro Kopf Ausklarierungssteuer. Alle Beschwerden nützen nichts, wir müssen knurrend zahlen. In Jolly Harbour  und auf Barbuda kostet es allerdings nichts, wie wir später erfahren… 

Naja, auf den unabhängigen Inseln werden viele Wege gesucht und gefunden, um Devisen in’s Land zu holen. Ich erinnere mich gerne an die Tankstelle auf St. Lucia, an der man nach dem Ausklarieren steuerfrei tanken konnte. Wir konnten das allerdings nicht, weil die Duty free-Zapfsäule defekt war…

 

 

Andreas Berg und die Luna aus Berlin

Andreas, aktueller Rekordhalter der Einhand Umseglung von Barbados

Eine schöne Sache beim Fahrtensegeln ist, dass man oft interessante Menschen kennenlernt. In Jolly Harbour auf Antigua treffen wir Andreas wieder. Wir haben uns auf der Reise schon öfters getroffen. Das erste Mal in den Rias in Nordspanien nach der Bikayaüberquerung. Später dann in Porto, auf den Kanaren, bei der ARC und mehrmals in der Karibik. Nun treffen wir uns wieder in Jolly Harbour auf Antigua. Andreas hat mit seiner Luna, einer Doufor 44, grade einen neuen Rekord in der Einhand Umseglung von Barbados aufgestellt. Wenn das kein Grund zum Feiern ist!

Das Beste: Die Siegprämie war, dass Andreas Körpergewicht gegen Mount Gay 1703 Rum aufgewogen wurde. Da gibt es jetzt noch einen guten Vorrat an Bord und wir testen das leckere Getränk ausführlich ;-).

Andreas nimmt auf seinen Reisen übrigens gerne Gäste nach dem Motto „Hand gegen Koje“ mit. Für nur ca. 40 -50 Euro am Tag kann man mit ihm echtes Blauwassersegeln erleben, z.B. über die Biskaya, auf die Kanaren, die ARC etc. Im Frühjahr will er aus der Karbik nach Europa zurück, dann ins Mittelmeer und im Herbst 2017 wieder mit der ARC in die Karibik. Wie wir Andreas kennen gelernt haben, geht es neben dem flotten Segeln aber auch locker zu und der Spass dürfte nicht zu kurz kommen. Wer jetzt Interesse am Mitsegeln hat oder einfach nur auf seine interessante Homepage gucken möchte, hier der Link:

http://www.ocean-experience.de

Luna auf dem Trockenen in Jolly Harbour, jetzt aber wieder unterwegs

 

Ankern in der Karibik

 

Ankerfeld in Antigua

In der Karibik ankern wir viel. Das ist normal hier und wird von allen Yachten so gemacht. Zum einen gibt es viele tolle Ankerplätze an den Inseln. Zum anderen gibt es aber auch viel weniger Marinas als daheim in Europa.

In der Jolly Harbour Marina, Antigua

Seit Samstag, 25. Februar 2017, sind wir mal wieder in einer Marina. Die Jolly Harbour Marina in Antigua. Das ist die einzige „normale“ Marina in Antigua. Englisch Harbour und Falmouth Harbour sind eher auf Superyachten spezialisiert.

Wasser und Strom direkt am Schiff, Luxus

Wir wollen vor allem Wasser tanken. Und einfach einmal unbegrenzt Frischwasser zur Verfügung haben. Die Batterien danken es mit längerer Lebensdauer, wenn sie ab und zu mit Landstrom zu 100 % aufgeladen werden. Supermarkt und Pubs sind direkt um die Ecke und es ist auch schön, einfach direkt an Land zu sein ohne erst das Beiboot besteigen zu müssen. Wenn Diana im Hafen liegt, lebt es sich – bis auf die Enge natürlich – fast wie daheim. 220 V Steckdosen sind im gesamten Schiff eingebaut. Strom für alle Elektrogeräte, vom Staubsauger bis zur Bohrmaschine, ist unbegrenzt vorhanden. Kaltes und warmes Wasser ebenso.

Diana an einer Boje am Ankerplatz in der Nonsuchbay

Die Marina-Aufenthalte sind aber – wie gesagt – selten in der Karibik. Und eigentlich ist das Ankern draußen in den Buchten ja auch viel schöner. In den 2,5 Monaten, die wir nun in der Karibik sind, waren wir nur in 4 Marinas: Bei Ankunft in St. Lucia fast zwei Wochen, 3 Tage in Martinique, eine Woche in Guadeloupe und nun seit 3 Tagen in Antigua. Die gesamte übrige Zeit lagen wir in Buchten entweder am eigenen Anker oder zum Teil auch an Bojen, an welchen man in Buchten festmachen kann.

Um längere Zeit autark, das heißt für zwei bis drei Wochen ohne einen Aufenthalt in einer Marina unterwegs sein zu können, muss man das Schiff dazu ausrüsten. Strom wird z.B. immer gebraucht. Der Verbrauch der Lampen ist in Zeiten von LED-Lichtern kein großes Problem mehr. Bei uns ist der größte Verbraucher der Kühlschrank. Der ist in unserer Bavaria 40 eher für nördliche, kühle Gewässer gebaut. In der heißen Karibik arbeitet er beinahe ohne Unterbrechung und verbraucht eine Menge Strom. Aber wer möchte schon gerne auf ein kühles Bier am Ankerplatz verzichten…. Auch beherbergt der Kühlschrank natürlich Käse, Wurst, Butter, Gemüse, Wasser, Milch, Fanta etc. Also muss für Strom gesorgt werden. Wir haben dazu unsere Solarzellen auf dem Bimini. Die produzieren in der Regel genug Strom, um die Batterien auf ca. 80 % ihrer Kapazität zu halten. Sinkt die Batterieladung aber einmal zu sehr ab, z.B. bei Bewölkung, machen wir für eine halbe bis eine Stunde täglich unseren Motor im Leerlauf an. Über die Lichtmaschine werden die Batterien dann wieder geladen.

Wichtig ist, dass das Schiff einen Batteriemonitor hat, um immer über den Ladestand der Batterien informiert zu sein. Auch sollte die Batteriebank deutlich größer als bei einem Serienschiff sein, um die Schwankungen der Ladung abzufangen (nachts wird bei uns mangels Sonne nicht geladen) und genügend Kapazität zu haben. Wir haben vor der Reise unsere Servicebatterien auf 480 Ah erweitert, damit kommen wir gut hin.

Im Vordergrund die neu eingebaute Handpumpe, hinten der Druckwasserhahn

Wasser ist ein wichtiges Thema bei längeren Aufenthalten außerhalb des Hafens. Wasser zum Trinken nehmen wir nur aus Flaschen. Das schmeckt einfach besser als das häufig stark gechlorte Leitungswasser. Die typische 1,5 Liter Plastikflasche konnten wir in allen Ländern auf unserer Route für ca. 0,50 € pro Flasche kaufen. Allein die Schlepperei ist manchmal ein Problem.

Wir brauchen also (Süß-)Wasser zum Waschen und Kochen. Und in der Regel auch zum Spülen, da dauerhaftes Spülen mit Salzwasser das Besteck verrosten lässt und einfach nicht so sauber macht. Mit den 360 Litern Frischwasser aus unseren Tanks kommen wir gut für zwei bis drei Wochen zurecht, ohne ernsthafte Komforteinschränkung. Der Trick dabei: Wir lassen das Wasser nicht über das elektrische Wasserdrucksystem laufen. Denn dabei verbraucht man – wie daheim – bei einmal Händewaschen locker zwei bis drei Liter Wasser. Wir benutzen vielmehr bei längerem Aufenthalt außerhalb des Hafens unsere Handpumpen. Hier kommt das Wasser sehr dosiert heraus und wird nicht unnötig verschwendet.

Die Außendusche im Cockpit, sogar mit kaltem und warmem Wasser

Allein für die Dusche verwenden wir beim Ankern das Druckwassersystem. In der Regel duschen wir einmal täglich mit der Außendusche im Cockpit. Aber auch das verbraucht nicht allzu viel Wasser, da wir ja meistens schon nass aus dem Meer kommen, uns einseifen und dann mit Süßwasser abduschen.

Auf gehts mit dem Dingy zum Kindergeburtstag auf der Croix du Sud

Zum häufigen und langem Ankern braucht man auch ein vernünftiges Beiboot (Dingy). Denn das ist die Verbindung zum Land und zu anderen Schiffen. Wir haben ein drei Meter langes Dingy von Allroundmarine gekauft. Dazu einen 5 PS Viertakt Außenborder von Suzuki. In Europa haben wir über das relativ schwere Dingy und den schweren Außenborder noch geflucht. Denn Dingy und Außenborder müssen nach dem Ankermanöver ja von Deck gehievt und ins Wasser gebracht werden, das ist jedes Mal Schwerstarbeit. Hier in der Karibik sind die Wege vom Ankerplatz zum Land aber oft viel länger als in Europa. Auch sind die Wellen am Ankerplatz oft höher und der Wind stärker. Wir sind daher froh, dass wir keinen kleineren Motor und kein kleineres Dingy gewählt haben. Übrigens fahren in der Karibik viele Dingys mit Zweitaktmotoren. In Europa kann man diese leichteren, aber auch umweltschädlicheren Motoren aus Umweltgründen nicht mehr kaufen.

Schließlich braucht man zum Ankern natürlich einen vernünftigen Anker und eine gute Ankerkette. Man will ja nachts in Ruhe schlafen und nicht ständig Angst haben, dass der Anker nicht hält. Auf heutigen Langfahrtyachten findet man im wesentlichen drei Ankertypen: Rocna, Delta und Kobra. Wir haben als Hauptanker einen 20 kg  Delta Anker. Dazu 80 Meter Ankerkette. Davon haben wir bisher maximal 50 Meter Kette eingesetzt. Aber es kann ja nicht schaden, noch etwas Reserve zu haben. Der Hauptanker mit Kette läuft über eine elektrische Ankerwinde. Als Zweitanker in der Backskiste haben wir einen 16 kg Kobra Anker mit 10 Meter Kettenvorlauf und 40 Meter Bleileine.  Den haben wir bisher glücklicherweise noch nicht gebraucht. Aus Gründen der Sicherheit wollte ich auch unbedingt einen klassischen Stockanker mitnehmen. Der sieht so aus, wie man sich als Kind einen Anker vorstellt. Er soll auf verkrauteten Böden gut halten. Dieses 25 kg Ungetüm liegt bisher ebenfalls ohne Einsatz in der Backskiste. Okay, der ist vielleicht nicht unbedingt nötig ….. . Übrigens findet man sehr gute Tipps zum sicheren Ankern in Sönke und Judith Roevers Buch „Blauwassersegeln“.

 

Über Antigua (von Oskar)

Land: Antigua und Barbuda

Einwohner: 70.000

Hauptstadt: St. John’s, 40.000 Einwohner

Fläche: 280 Quadratkilometer

Sprache: Englisch

Währung: Ost-Karibische Dollar

Lage: Südlich von Barbuda, nördlich von Guadeloupe, 17 Grad 10 Minuten Nord, 61 Grad 50 Minuten West

Einkommensquellen: Hauptsächlich Tourismus (75%), 1965 kamen ungefähr 50.000 Gäste, heute sind es 250.000 plus 525.000 Kreuzfahrt-Landgänger

Besonderes: Antigua ist sehr flach und hat viele Strände, also regnet es wenig, außerdem hat Antigua sehr viele Buchten, in denen man ankern kann.

Geschichte: Kolumbus entdeckte Antigua 1493 und benannte die Insel nach der Kirche Santa Maria de la Antigua in Spanien. 1632 gründeten dann die Briten eine erste Siedlung auf Antigua. 1666 besetzten die Franzosen Antigua, allerdings nur für ein Jahr, danach gehörte es wieder den Briten. English Harbour war zwischen 1784 und 1787 Heimathafen von Nelson in den kleinen Antillen. Seit 1967 ist Antigua unabhängig.

Meine eigene Meinung zu Antigua: Ich mag Antigua sehr gerne, weil es hier recht selten regnet. Am meisten mag ich die Nonsuch Bay.

Antigua I: Falmouth und Nonsuch Bay

Am 11.2.2017 lichten wir vor Deshaies auf Guadeloupe den Anker und machen uns auf Richtung Antigua. Die 42 nm werden ein Ritt hart am Wind, der mit 18kn bis 22kn weht.  Die Dünung ist entsprechend hoch. Aber nach einem Squall zu Beginn mit viel Regen und mal wieder 28 kn Wind kommt die Sonne heraus und das Segeln macht Spaß. Hier in der Karibik hat es nun mal viel mehr Wind.

Wir passieren Montserrat in 20 nm Entfernung. Die Insel ist 1995 durch einen Vulkanausbruch schwer in Mitleidenschaft gezogen worden. Die Hauptstadt Plymouth wurde zerstört,  19 Menschen starben. Weil der Vulkan immer noch aktiv ist, sind zwei Drittel der Insel seitdem Sperrgebiet.

Montserrat lassen wir dieses Mal aus. Die Folgen von Vulkanausbrüchen haben wir schon auf Lanzarote besichtigt und wir haben auch nicht so viel Zeit, jede Insel zu besuchen. Außerdem zieht es uns nach Antigua mit seinen weißen Stränden, dem Mekka der Segler in der Karibik. Hier finden viele Regatten statt, u.a. die berühmte Antigua Sailing Week.

Nach 8 Stunden hart am Wind erreichen wir Antigua. Wir ankern in der Bucht vor Falmouth Harbour.

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Zum Einklarieren geht es am nächsten Tag zu Nelson’s Dockyard im benachbarten English Harbour. English Harbour hat eine lange Geschichte: Die britische Marine errichtete in der geschützten Bucht  im 18. Jahrhundert hier einen hurrikansicheren Stützpunkt. Admiral Horatio Nelson lag in den 1780er Jahren mehrfach in English Harbour vor Anker (ihm persönlich soll es übrigens nicht gefallen haben,  viel zu heiß- das sehen wir ganz anders). Die ehemalige Flottenbasis Nelson’s Dockyard ist sehr schön restauriert worden und beherbergt Hotels, Restaurants und einen Yachthafen.

Polizeistation mit Pferd und Fohlen

Antigua ist nicht nur bei Seglern beliebt,  sondern auch ein Eldorado der Superyachten,  die hier im Hafen zuhauf liegen.

Markus nächstes Schiff

Im Hintergrund die Skat, Eigner ist ein ehemaliger leitender Programmierer bei Microsoft. Warum allerdings jemand 75 Mio. USD für ein Schiff ausgibt, das wie eine Kriegsfregatte aussieht, erschließt sich uns nicht. Naja, die Geschmäcker sind halt unterschiedlich.

Skats Heck

Mir Hubschrauber – praktisch
Die gefallen uns schon besser
Ein Superyacht-Dock in English Harbour

Wir klarieren ein,  was mal wieder sehr viel Zeit kostet,  aber schöne Stempel in den Reisepass bringt. Danach spazieren wir durch den Hafen und machen spontan eine kleine Wanderung auf den nächsten Berg.

Schön ist es hier. Mediterranes Klima und Landschaft. Und die Strände sind traumhaft.


Weil es in der Bucht vor Falmouth aber auch ziemlich voll ist,  verholen wir uns am nächsten Tag mit der Step by Step in die Nonsuch-Bay im Westen Antiguas.

Hier ist es richtig schön. Eine weite Bucht mit ein paar ankernden Schiffen, schönen Stränden und vielen Riffen.  Wir erwischen eine freundlicherweise kostenlose Boje direkt hinter dem Riff. Ein traumhafter Blick auf den Atlantik. Wunderschön. Genau das haben wir gesucht.

  • Blick nach Osten auf das Riff

    Blick nach Norden
  • Blick nach Westen
  • Und zuletzt nach Süden

    Wir schwimmen, schnorcheln am Riff und die Kinder spielen (natürlich nach der Schule) mit ihren Freunden von Step by Step,  Eleonore,  Croix du Sud,  Joemi und Pierina, die für kurze Zeit alle zusammen in der Bucht sind. Weil tatsächlich alle Kinder erst nach der Schule spielen dürfen, ist die Motivation groß, zügig mit dem Stoff durchzukommen.

    Der Nachbar Aquila, die größte in den USA gebaute Privatyacht seit 1930, gehört Familie Walton (Walmart)
    Strand

     

Die Sklaverei auf den kleinen Antillen (von Oskar)

Wir haben das Museum der Sklaverei auf Guadeloupe in Pointe a Pitre besucht. Das Museum ist sehr groß und sieht von außen sehr cool aus. Allerdings gibt es innen drin wenig Text und mehr Audio, dafür aber auch auf Deutsch.

Ursprünglich waren die kleinen Antillen von Indianern besiedelt, die aus Venezuela kamen. 1492 entdeckte Christoph Kolumbus die Inseln. Die Europäischen Mächte (England und Frankreich, auch die Niederlande und Dänemark) eroberten daraufhin die Inseln und rotteten die Indianer aus. Danach fuhren England und Frankreich von Europa aus nach Afrika, um dort in Dörfern mit den Häuptlingen Schmuck und Waffen gegen Sklaven zu tauschen, um mit den Sklaven zu den Kleinen Antillen zu fahren, wo sie auf Feldplantagen gebraucht wurden. Die Sklaven hatten sehr einfache Hütten und bekamen nur sehr wenig Essen und Trinken. Sie mussten ihr Essen selbst anbauen, wurden schlecht behandelt und gefoltert, obwohl es nach dem französischen Gesetz (Code Noir) nicht erlaubt war.

Im 18. Jahrhundert boomte der Sklavenhandel. 1794 schuf Frankreich die Sklaverei auf den Französischen Antillen ab. Napoleon führte die Sklaverei wieder ein, danach wurde sie endgültig abgeschafft. Die Sklaven wurden freie französische Bürger. Auf den Englischen Antillen ging es mit der Sklaverei aber noch weiter. Erst 1834 wurde die Sklaverei auch auf den Englischen Antillen abgeschafft.

Heutzutage wohnen auf den unabhängigen Inseln St. Lucia und Dominica fast nur noch Nachfahren der verschleppten Afrikaner.

Wanderung auf einen Vulkan (von Nestor)

Heute haben wir eine Wanderung gemacht. Wir haben ein großes Picknick mitgenommen, das wir auf dem Vulkan essen wollten. Aber auf dem Weg zu dem Vulkan hat Papa einen schönen Picknickplatz mit schöner Aussicht und tollen Lianen entdeckt. Also haben wir das Picknick schon vor dem Berg gegessen.

Als wir dann nach einer sehr langen Autofahrt endlich am Vulkan angekommen sind, haben wir gemerkt, dass es dort sehr sehr viel windet.

Wir haben auch ein warmes Becken gesehen und dort gebadet.

Dann sind wir los gewandert. Rauf und Runter hat ungefähr 4 Stunden gedauert. Als wir wieder unten waren, waren wir im warmen Becken und sind wieder gefahren. Ende.

Guadeloupe

Am 31. Januar 2017 segeln wir von den Saintes nach Point a Pitre in Guadeloupe. Guadeloupe ist wie ein Schmetterling geformt und besteht aus zwei Hälften: Dem gebirgigen Basse-Terre und dem flachen Grand-Terre. Point a Pitre ist die grösste Stadt und liegt genau zwischen den Inselhälften.

Das Wetter auf der Überfahrt ist schlecht. Regen und Wind bis 28 Knoten. Direkt von vorne. Aber da müssen wir durch, denn wir haben einen Termin.

Doris und Bernd kommen uns am 01.02.2017 besuchen! Sie machen eine Karibik-Kreuzfahrt. Schön, dass wir uns hier treffen können!

In der Marina ist das Wasser erstaunlich klar. Hier ein Barrakuda.

Ansonsten ist die Umgebung der Marina und Point a Pitre nicht schön. Laut und schmutzig.

Die Crew dieses Bootes ist über den Atlantik gerudert. Dafür braucht man um die 100 Tage. Verrückt! Danach haben sie ihr Boot anscheinend fluchtartig verlassen ….

Wir haben etwa die Halbzeit unserer Reise erreicht. Viel Zeit verbringen wir damit, unser Schiff neu zu proviantieren. Es gibt einen Carrefour Supermarkt direkt am Hafen, sehr praktisch!


Dann wird an unserer Diana gearbeitet. Den Motorraum hat Markus schon richtig liebgewonnen!

Schon wieder etwas Neues gelernt! Ich hatte mich schon lange gewundert, wofür die roten, blauen und gelben Punkte auf der Abisolierzange sind. Dazu passend gibt es sogenannte Kabelschuhe, die mit der Zange passgenau auf das Kabel gequetscht werden können. So werden gut leitende elektrische Verbindungen hergestellt. Aha! Das neue Wissen wird sofort beim Einau einer neuen elektrischen Trenndiode verwendet. Danke an liebe Seglerfreunde für die Nachhilfe!

Auch die Jungs müssen helfen. Nestor erstellt beim Abtrocknen schöne Turmbauten.

Neben den Arbeiten wollen wir natürlich auch etwas von der Insel sehen. Wir besichtigen das neue Museum über die Sklaverei; dazu schreibt Oskar etwas. Für zwei Tage mieten wir ein Auto, diesmal einen schon arg mitgenommenen Renault Scenic.

Zunächst geht es auf die Inselhälfte Grand-Terre. Hier gibt es tolle Strände.

Und eine Art Land’s End, den Point des Chateaux. Hier branden die Atlantikwellen ungeschützt auf die Insel.

Am nächsten Tag geht es auf Basse-Terre. Entgegen dem Namen die gebirgige Inselhälfte.

Wir wollen den Vulkan Soufriere besteigen, mit 1.467 m der höchste Punkt der Insel. Es ist kühl, sehr windig und zum Teil regnerisch. Es riecht nach Schwefel, der Vulkan ist aktiv. Ca. 100 m unter dem Gipfel drehen wir um, da wir in dem nun sehr starken Wind Angst vor Steinschlag haben. Schade, zwei Tage später ist das Wetter wieder besser und der Gipfel ist vom Meer aus sichtbar.

Am Donnerstag, 09.02.2017, verlassen wir Point a Pitre und machen uns auf den Weg nach Antigua. Wir rechnen, dass wir mit Übernachtungstopps dort in zwei Tagen ankommen. Unterwegs überholt uns der SFS-Racer. Ein imposantes Bild, wie schnell das Schiff durch die Wellen gleitet und wie jeder der ca. 12 köpfigen Mannschaft mit anpackt.

Iles des Saintes

Am Mittwoch, 25.01.2017, brechen wir von Dominica auf zu den Iles des Saintes, the Saints. Das ist eine kleine Inselgruppe vor Guadeloupe, die französisches Staatsgebiet ist.

Anse Bois Joli, unsere Ankerbucht auf den Saintes

Unterwegs zu den Saintes gibt es wieder gute Segelbedingungen.

Die Electra von Jens und Mascha segelt mit uns.

Wir segeln mit ca. 7 Knoten, als die Croix du Sud von Henrik Masekowitz uns mit deutlich höherer Geschwindigkeit überholt.

Die Croix du Sud ist ein Racer, eine Class 40. Sie ist gebaut für schnelle Einhandregatten über weite Seestrecken. Henrik hat im Jahr 2016 mit dem Schiff einen Rekordversuch unternommen. Er wollte die Rekordzeit für eine Nonstop-Einhand-Weltumseglung brechen. Leider musste er in Kapstadt verletzt aufgeben (Infos dazu u.a. auf Yacht-online).


Abends in der Ankerbucht auf den Saintes besichtigen wir das Schiff. Ein toller Racer. Alles ist auf schnelles Segeln ausgerichtet, Carbonmast, Wasserballast, der bei einer Wende von einer Seite zur anderen gepumpt wird, unter Deck spartanische Ausstattung, keine Schränke, nur eine feste Rohrkoje. Henrik ist nun in der Karibik auf dem Schiff mit seiner Frau Tina und den beiden Kindern unterwegs.

Nachdem auch Step by Step,  Joemi und Pierina sich in unsere Ankerbucht verholt haben,  findet auf der Diana wieder das beliebte Spinnakerbaum- Springen statt. Alle Kinder haben einen Heidenspaß.

Die Saintes sind wunderschön. Klein, grün, gepflegt, tolles Wasser, schöne Strände. Wir schnorcheln viel und sehen Korallen und bunte Fische. In unserer Bucht jagen Pelikane.

Unsere Diana liegt direkt vor dem schönen Hotel Bois Joli.

Wir gehen im Hotel etwas trinken und bekommen den WiFi Code. Praktisch, denn das Signal reicht bis zu unserem Schiff, so dass wir nun gutes Internet an Bord nutzen können…😀. Mit dem Internet Zugang ist es auf unserer Fahrt nicht ganz einfach. Eine halbwegs gute Verbindung ist für uns wichtig, z.B. um Wetterinfos zu bekommen, um in Kontakt zu bleiben, um Infos über die weitere Reise zu recherchieren, um den Blog zu pflegen. Oft gibt es aber kein bzw. nur miserables Internet. Wir kaufen teilweise lokale 3G SIM Karten und erzeugen damit unser W-Lan. Diese Karten sind je nach Land zu völlig unterschiedlichen Preisen zu bekommen. In Portugal hatten wir eine 30 GB Karte für 30 Euro bekommen, super. Auf Lanzarote gab es eine 1 GB Karte für 15 Euro, nicht so toll. Auf den französischen Karibikinseln haben wir bisher noch keine Internet SIM Karte entdeckt. Dann bleibt noch die 500 MB Lösung für 5 Euro von Aldi Talk, funktioniert tatsächlich auf den französischen Karibik Inseln, leider oft mit schlechtem Empfang (E statt 3G, taugt nicht für Fotos). Letztlich können wir in ein Cafe gehen, dort gibt es bei Konsum meist WiFi dazu.

Dominica (von Oskar)

Dominicas Flagge

Länge: 46km

Breite: 25km

Bewohner: 73.000

Hauptstadt: Roseau

Lage: 15 Grad 10 Minuten Nord, 61 Grad 20 Minuten West, südlich von Guadeloupe und nördlich von Martinique.

Geschichte: Franzosen, kleine Leute aus Martinique waren am Ende des 17. Jahrhunderts die ersten Siedler und trieben mit den Indianern Handel und bauten Tabak, Kaffee und Kakao an. Dominica wurde 1783 von den Briten eingenommen. 1978 wurde Dominica unabhängig.

Wirtschaft: Einkommen bietet die Landwirtschaft, 1960 waren es hauptsächlich Bananen

Besonderes: Auf Dominica gedeihen sehr viele Früchte. Die Insel hat sehr viel Wasserflüsse und Flüsse (365), manche Wasserflüsse sind sehr warm. An der Küste geht es sehr steil runter und im Wasser wird es schnell tief

Dominica II,  Portsmouth

Dominicas lokales Bier
Porthmouth am Abend

So interessant es in Roseau auch ist,  die Reise geht weiter.  Am Montag,  den 23.1.2017,  machen wir uns auf in den Norden Dominicas,  nach Portsmouth. Das ist die zweite Stadt der Insel, im Vergleich zu Roseau mit 16000 Einwohnern ist Portsmouth mit rund 3000 Einwohnern eher klein.

Auf dem Weg nach Portsmouth

Seacat hat für uns Bojen angefragt und tatsächlich gibt es bei seinem Freund Martin Bojen für alle Schiffe. Wir werden weit außerhalb bereits von einigen Boatboys in Empfang genommen, die uns Bojenanleger verkaufen wollen,   nachdem wir ihnen aber erklärt haben,  dass wir bei Martin von Providence reserviert haben,  ist alles klar. Nach kurzer Zeit nimmt uns ein Mitarbeiter von Providence in Empfang.

Nachdem es in Portsmouth viel Chaos und Wildwuchs gegeben hat,  haben sich viele der örtlichen Boatboys zu einer Organisation namens PAYS  (Portsmouth’s Association of Yacht Service) zusammengetan, die Sicherheit und vernünftige Regeln für alle gewährleistet. Wer hier im Norden ein sicheres Plätzchen sucht,  tut gut daran,  bei einem PAYS-Mitglied eine Boje zu buchen.

Portsmouth ist viel kleiner als Roseau,  eigentlich besteht der ganze Ort aus einer Straße.Nachdem wir festgemacht haben,  besucht uns ein Vertreter von Lawrence of Arabia,  ein anderer Boatboy,  und lädt uns zu einem abendlichen Barbecue bei PAYS ein. Es gibt Hühnchen und Fisch,  Reis,  Salat,  Rumpunsch und Kinderpunsch für 50 EC (ostkaribische Dollar,  ca. 14 Euro ) pro Erwachsener,  Kinder 1/2. Wir sagen zu und verbringen einen lustigen Abend mit den anderen Seglern und den Jungs von PAYS beim Barbecue. Das Essen,  der Rumpunsch, die Reggaemusik und  die Stimmung sind super.

Im orangenen Fass ist der Rumpunsch, freie Bedienung.

Am nächsten Tag geht es mit Martin den Indian River hinauf.

Martin ist ein ganz netter ruhiger Guide, der Kinder besonders mag und die Tour auf sie ausrichtet. Der Indian River ist eine von den bekannten Touren auf Dominica,  die wir verabredet haben. Der Indian River ist Teil eines Naturschutzgebietes und darf nur per Guide mit Ruderbooten befahren werden.

Es ist wunderschön. Am glasklaren stillen Fluss wachsen Bananen,  Kokospalmem,  Mangroven. Wir sehen Ibisse,  Krabben und Fische.

Die Bäume sehen aus,  als hätte jemand den Bewuchs so arrangiert,  aber es ist tatsächlich alles so natürlich gewachsen. Wirklich wunderschön,  friedlich und verzaubert.

 

Wir biegen in einen Seitenarm ein,  in dem noch Calypsos Hütte aus Pirates of the Carribean II steht  Die Kinder dürfen sich für einen Schnappschuss vor die Hütte stellen.

Danach geht es wieder zurück,  und den Kindern nicht schnell genug. Mac von der Pierina hat heute Geburtstag und zur Geburtstagsparty geladen. Wir bringen die Kinder zur Pierina und schauen uns zu zweit an Land um. Portsmouth ist wirklich sehr überschaubar,  aber interessant und ganz anders als Europa.

Das lokale Gerichtsgebäude

 Dominica I,  Roseau

 

Am 19.1.2017 segeln wir nach Dominica. Schönstes Segelwetter,  bis 22 kn Wind,  Wellen 1-2 m, Sonnenschein. Mit vier Schiffen entwickelt sich eine kleine Regatta,  die die Step by Step 2 anführt und gewinnt. Das gönnen wir Andre, es ist sein Geburtstag!

Nach einigen Stunden erreichen wir Dominica. Sehr grün und sehr hügelig,  das sind die ersten Eindrücke. Wir hatten zuvor von vielen verschiedenen Seiten die Empfehlung bekommen,  die Hiking-Tour mit Seacat zu unternehmen. Die Hiking-Tour,  weil Dominica unbedingt erwandert werden muss,  bei Seacat,  weil zum einen eine Tour mit Guide empfohlen wird und zum anderen er für seine tollen Touren bekannt ist. Also funken wir bereits aus einiger Entferung Seacat an und buchen bei ihm Bojen für alle sechs Schiffe (Joemi und Pierina sind später gestartet).

Am Abend,  als wir alle auf der Step by Step auf Andres Geburtstag anstoßen (köstlicher Rumpunsch,  danke, liebe Anja),  sprechen wir mit Seacat die Tour ab. Wir verabreden 2 Stunden Wandern mit anschließendem Baden im Wasserfall. Insgeheim machen wir uns etwas Sorgen, ob uns 2 Stunden Wandern nicht etwas kurz vorkommen.

Weit gefehlt! Am nächsten Morgen werden wir um 09:00 Uhr von den Booten abgeholt und fahren mit zwei Kleinbussen los. Unterwegs halten unsere Guides immer wieder an, pflücken am Straßenrand Früchte und reichen sie herein. Wir probieren Passionsfrucht, Muskatnuss, Zimt, Lorbeer, Kaffeeebohne,  Kakao,  Zitronengras,  Guave uvm. Es ist grün,  total grün. Es sieht aus wie in den derzeit leider geschlossenen Gewächshäusern  (immer noch?) in der Kölner Flora, sehr grün,  sehr überwuchert. Bananenstauden, Brotfruchtbäume,  Avocadobäume,  Bambus,  alles wuchert munter am Wegesrand. Dazwischen sehr gepflegte Cottages mit englischem Rasen  (Dominica ist immer noch Teil des Commonwealth,  aber wir wollen Oskar nicht vorgreifen…sein Part).

Unsere Wanderung führt uns eine Stunde über einen ambitionierten Pfad durch den Primärregenwald. 

Dominica ist die einzige Insel in der Karibik,  auf der es noch ursprünglichen Regenwald gibt. Und noch Ureinwohner,  Kariben,  die in einem Reservat weiter im Norden wohnen. Der Regenwald ist toll, es ist total grün,  es wuchert und wächst und Tarzan ist auch mit uns.

Am Ende der Wanderung landen wir im Becken eines Wasserfalls. Alle gehen im erfrischenden kalten Süßwasser baden.

Danach geht es weiter zu anderen Wasserfällen, durch die man hindurchschwimmen und klettern kann. Hier wurde ein Teil von Pirates of the Carribeans 2 gedreht.

Schließlich stoppen wir an den Trafalgar Falls. Das sind zwei wunderschöne und bekannte Wasserfälle,  an denen wir auf dem Hinweg bereits vorbei gekommen sind. Da aber heute Kreuzfahrtschifftag war und Tausende Touristen die Fälle tagsüber überschwemmt haben, …

… besuchen wir die Fälle erst am Nachmittag und es ist erfreulich einsam.

Mit Seacat geht es aber nicht nur zur Aussichtsplattform,  sondern weit darüber hinaus. „We do some rock climbing.“ Über ein Felsenfeld kraxeln wir zum Fuß eines Trafalgar Falls und finden dort warme Felsen und Becken mit Badewannentemperatur. Dominica ist vulkanischen Ursprungs und verfügt über eine Vielzahl heißer Quellen und Seen.

Sehr müde und sehr glücklich fahren wir um 19:00 Uhr zurück und fallen bald ins Bett. Dominica ist toll und die Tour bei Seacat der Hit,  das ist die einhellige Meinung.

Am nächsten Morgen gibt es einigen Muskelkater zu beklagen, aber alle sind immer noch sehr zufrieden. Was uns besonders beeindruckt hat, ist die Einstellung unserer Guides zu ihrer Heimat:  Sie sind sehr stolz auf ihre wunderschöne Insel und Heimat. Es wird viel getan,  um Dominicas ursprüngliche Schönheit zu erhalten. Wir werden dauernd auf die Wasserkraftwerk-  und Geothermkraftwerke, Nationalparks, einschränkende  Bebauungspläne uä hingewiesen. Dominica ähnelt botanisch dem Garten Eden. 

Aber die Insel ist natürlich auch nicht ausschließlich ein Paradies auf Erden,  sondern die ärmste der kleinen Antillen,  es gibt sehr sichtbare Armut,  20 % Arbeitslosigkeit und auch viel Kriminalität. Als weißer Tourist sollte man  sich schon  an Regeln halten, zB nicht nach Einbruch der Dunkelheit herumlaufen, keine teuren Kameras und Wertgegenstände offen mit sich tragen, nicht allein ankern,  sondern Bojen bei den Boatboys buchen etc. Wir haben uns daran gehalten und uns immer wohl und sicher gefühlt. Und in Seacats Begleitung sowieso.

Am nächsten Tag macht Oskar den Dingiführerschein und darf jetzt alleine fahren.


Danach geht es nach Roseau auf den Markt. Heiß ist es,  bunt,  laut und wuselig. Es werden hauptsächlich heimische Erzeugnisse verkauft,  Früchte, Gemüse und Gewürze. Wir kaufen Passionsfrüchte,  die die ganze Familie mittlerweile liebt,  Mangos,  Süßkartoffeln, Yamswurzeln und Muskatnüsse. Nach einiger Zeit wird es uns aber zuviel Gewusel und Hitze und wir sehnen uns zurück zu unserem friedlichen Bojenfeld.

Auf Martinique

Am Donnerstag, 19.01.2017, möchten wir Martinique verlassen und nach Dominica segeln.

Wir ankern wir zuerst vor Saint Anne. Das ist ein sehr hübsches kleines und ruhiges Städtchen.

Im Anschluss geht es für 3 Nächte in die Marina Le Marin. Wir füllen unsere Vorräte auf und erkunden mit einem Mietwagen die Insel.

In Martinique haben wir eine sehr schöne Wanderung zum Point de Vauclin im Osten der Insel gemacht. Es gibt auf der Insel ein Netz von sehr gut ausgeschilderten Wanderwegen. Die Wanderkarte gibt es gratis im Tourismus Büro.

Mit unserem Mietwagen haben wir auch einige praktische Dinge erledigt. Zu Decathlon und zum Baumarkt bei Fort de France. Und  Mittagspause bei Mac Donalds.

Dann in die Berge im nördlichen Teil der Insel. Grün ist es hier.

Und zwischendurch warten immer wieder Arbeiten. Am Schiff rüste ich den Kühlschrank um, da dieser fast den ganzen Tag – also zuviel – läuft und viel von unserer Energie verbraucht. Er bekommt einen extra Ventilator zum Abführen der heißen Luft, neue Dichtungen und ein Lüftungsgitter. Andre hilft mir mit sogenannten Stromdieben zum Anschluß des Ventilators, danke!

Auch Oskar und Nestor müssen regelmäßig ihre Schularbeiten verrichten.

In Grande Anse d’Arlet, unserer nächsten Station. Das ist eine Bucht, in der wir mit großen Meeresschildkröten schwimmen. Davon gibt es keine Fotos, aber Oskar hat mit der Gopro einen Film gemacht. Mal sehen, ob wir den auf den Blog bekommen.

Danach geht es nach St. Pierre, im Norden Martiniques.

In St. Pierre regnet es ungefähr alle 10 Minuten. Entsprechend viele Regenbogen gibt es.

Wir treffen viele bekannte Crews wieder. So die Eleonore, die Joemi, die StepbyStep. Und unseren Freund Ralf, der aus Deutschland gekommen ist und für zwei Wochen eine Yacht gechartert hat. Schön, das letzte Mal haben wir uns in Holland bei unserer Abreise gesehen!

Die Kinder freuen sich über das Wiedersehen.

Der Vulkan Mount Pelee über St. Pierre, unserer Absprungsbucht nach Dominica. Dieser hat in einer gewaltigen Explosion im Jahre 1902 die Stadt St. Pierre zerstört. 30.000 Einwohner wurden damals getötet. Aktuell ist der Vulkan ruhig …..

Der Vulkan ist so gut wie immer in Wolken gehüllt. Und starke Sturmböen wehen an seinen Flanken hinunter und zerren an unseren Ankerketten. Die Eleonore reißt sich dabei eimal los und treibt ohne Besatzung auf die offene See hinaus. Zum Glück gelingt es, in einer gemeinschaftlichen Aktion die Yacht wieder „einzufangen“.

 

 

 

Über Martinique (von Oskar)

Hauptstadt: Fort de France

Einwohner: 385.000

Fläche: 1.128 Quadratkilometer

Währung: Euro

Zeitzone: UTC-4

Länge: 73km

Breite: 39km

Höchste Stelle: Vulkan Montagne Pelee, 1397 Meter hoch

Lage: Am Karibischen Meer und am Atlantik, südlich von Dominica und nördlich von St. Lucia,

Koordinaten: 14 Grad und 35 Minuten Nord, 61 Grad und 30 Minuten West

Geografie: Karibik, Kleine Antillen

Politik: Französische Überseeregion

Geschichte: Martinique wurde 1502 von Cristoph Kolumbus entdeckt. Kaiserin Josephine wurde 1763 auf Martinique geboren, sie heiratete später Napoleon. Die frühere Hauptstadt St. Pierre litt 1902 an einem Vulkanausbruch, der die ganze Stadt überschüttete. Es gab nur einen Überlebenden in der Stadt. Das war ein Trunkenbold, der im stabilen Gefängnis zur Ausnüchterung eingesperrt war.

Wirtschaft: Die Menschen leben hauptsächlich vom Tourismus, sonst noch viel von Bananen, Zuckerrohr und Ananas Plantagen und natürlich auch noch von der Rumherstellung und dem Verkauf des Rums.

Spinnackerbaumspringen

Vor ein paar  Tagen haben wir den Spinnakerbaum ausgebaumt und das Seil davon herunterhängen lassen. Wir sind dann nach ganz vorne (vom Boot) gegangen, haben uns an dem Seil fest gehalten und uns Richtung Steuerbord vom Boot weggedrückt, um an der Stelle, die am weitesten weg vom Boot ist, loszulassen. Das hat sehr viel Spaß gemacht, aber auch an den Händen wehgetan.

 

Ausflug zum Plage des Salines

Wir sind gestern (9.1.2017) zum (angeblich) schönsten Strand der Insel gefahren. Schöner als die anderen Strände, die wir auf Martinique gesehen haben war er allerdings nicht,aber trotzdem ziemlich schön. Nestor und ich haben unsere Bodyboards mitgenommen, weil wir dachten, dass es dort große Wellen gibt, die es auch gab. Wir sind dann mit unserem Mietwagen zum Strand gefahren und sind auch nach Sainte-Anne gefahren, aber haben nicht angehalten. Nach ein paar Minuten sind wir angekommen und haben uns dann ein Eis gekauft.

Ein ältere einheimische Frau sagte uns, dass sie das ganze Eis selber macht. Ich habe Kokusnuss Eis genommen was aber eher nach Zimt geschmeckt hat (trotzdem lecker). Danach haben wir einen guten Platz gesucht, Mama und Papa haben sich hingelegt und Nestor und ich haben uns  unsere Bodyboards geschnappt und sind ins Wasser gesprungen. 

Nestor ist immer auf den Wellen gesurft und ich in den Wellen. Das haben wir die ganze Zeit gemacht, bis wir gegangen sind. Dann haben wir einen Großeinkauf bei Carrefour gemacht, in dem es ziemlich voll war. Später sind wir mit Andreas von der Luna in einem Restaurant namens Mango Essen gegangen.

Danach ging es ins Bett

Nach Martinique

Am 28.12.2016 segeln wir von St. Lucia nach Martinique. Ein harter Ritt!  Direkt nach Verlassen der Abdeckung der Insel erwarten uns 3 bis 4 m  große Atlantikwellen. Windstärke 6-7, und wir müssen hart am Wind bis Martinique. Die Jungs verziehen sich unter Deck und wir beide bekommen ordentlich Wasser ab. Die Überfahrt dauert aber nur 4 Stunden.

Wir ankern vor St. Anne, im Süden Martiniques.

Der Ort ist klein, sehr hübsch, französisch und karibisch zugleich.

Wir freuen uns über die Boulangerie, den Camenbert, den Rotwein aus Frankreich.

Schönes, klares Wasser und schwimmen direkt vom Schiff. 

Abends zum Sundowner ….

auf der Electra von Mascha und Jens. Wir hatten die beiden auf Lanzarote über die Joemi kennen gelernt. Sie sind von La Gomera im Dezember über den Atlantik gestartet und mit guten Winden nach nur 17 Tagen in Martinique angekommen. Schön, dass wir uns hier wieder treffen.

Silvester feiern wir bei uns an Bord mit Andrea, Thomas, Mattis und Emma von der Eleonore und Mascha und Jens von der Electra.

Witzig: Andrea und Thomas haben sich 1998 in der damaligen Disco von Jens und Mascha in Hannover kennen gelernt. Klein ist die Welt…

Uns gefällt es ausgesprochen gut auf Martinique. Französischer Standard gepaart mit tollen karibischen Landschaften und mit karibischer Lebensfreude; eine fast perfekte Mischung!

In Le Marin tanken wir Wasser. In der Mitte der Sprayhood unser neu bearbeitetes Fenster; nun zum Öffnen.

In St. Lucia

Von Mittwoch, 14.12.2016 bis Mittwoch, 28.12.2016 sind wir auf St. Lucia. Die Rodney Bay Marina ist voll mit ARC-Yachten. Kommt ein neues Schiff nach der Atlantiküberquerung in den Hafen, wird es lautstark von den schon Anwesenden begrüßt.

Wir erfahren, wie es anderen Yachten ergangen ist. Nicht alle sind so glücklich angekommen wie wir. Die Atlantiküberquerung ist eine enorme Beanspruchung des Materials. Ca. 3000 Seemeilen segeln die meisten Schiffe normalerweise in ca. 5-6 Jahren, nun aber in 3 Wochen. Etwa 25 Schiffe sind umgekehrt oder aus anderen Gründen nicht bis St. Lucia gekommen. Die Noah ist untergegangen, ein Schiff hat im Hafen von St. Lucia Feuer gefangen. Ein Schiff hat seinen Mast verloren, eins sein Steuerruder. Glücklicherweise ist den Menschen nichts ernsthaftes passiert. Wir freuen uns, dass unsere Freunde (bis auf die Noah) und wir gut in St. Lucia angekommen sind.

Mit befreundeten Crews machen wir eine Inselrundfahrt.

Der nette Fahrer Twin bringt uns einmal um die Insel. Wir stoppen u.a. bei seiner Tante und testen einheimische Fruchtsäfte.

Die Pitons, das Wahrzeichen St. Lucias.

Thomas von der Hamaka hat sich schon vor der Reise ausführlich mit dem Fischfang auf offener See beschäftigt. Er hat unterwegs eine Menge Fisch gefangen. Freundlicherweise gibt er uns eine Einführung  ins Hochseeangeln und präpariert einige Köder für uns.

Bei der ARC Abschiedsfeier am Samstag, 17.12.2016, erhalten die teilnehmenden Kinder eine Urkunde.

Am Strand. Links Mattis von der Eleonore.

Die Rodney Bay von Pidgeon Island aus gesehen.

Primus und sein Kollege Peter reinigen und polieren unser Boot. Super Arbeit, so sauber und glänzend hat es noch nie ausgesehen!

Primus ist, wie viele hier, Rastafari. Die Rastafaris sind eine Abspaltung der christlichen Religion mit vielen Bezügen zum alten Testament,  die in den 1930er Jahren auf Jamaika entstanden ist. 

Sie verehren Jah, Jehova, und den ersten Kaiser Äthopiens,  Haile Selassie, den sie als Reinkarnation des Messias ansehen. Daher werden oft die Landesfarben Äthiopiens,  Rot, Gelb und Grün getragen. Viele Rastas schneiden sich aus religiösen Gründen ihre Haare und Bärte nicht und tragen Dreadlocks.

Die Grefraths, die Eigner der gesunkenen Noah, sind mit dem Flugzeug nach St. Lucia gekommen. Schön, diese sympathische Familie trotz des Unglücks hier wieder zu treffen. Wir verbringen viel Zeit miteinander,  u.a. auf der Street-Party in Gros Islet, die jeden Freitag stattfindet.

Unser defektes Großsegel lassen wir bei Kenny Abernaty – Rodney Bay Sails- reparieren. 

Kenny war lange Torwart in St. Lucias Fußballnationalmannschaft. Er kennt alle guten deutschen Spieler (natürlich auch Toni Schumacher) und bewundert Jogi Löw. Nachdem er unser Großsegel gut und preiswert instand gesetzt hat, lassen wir bei ihm auch noch einen langen Reißverschluss in unsere Sprayhood einnähen, damit das mittlere Fenster geöffnet werden kann. So können wir im Hafen und am Ankerplatz den frischen und kühlenden Wind ins Cockpit lassen.

Wir machen einen Ausflug zur Halbinsel Pidgeon Island,  auf der sich ein schöner Park befindet.

Am Ende unseres Aufenthalts auf St. Lucia ankern wir in der Rodney Bay. Die Kinder können endlich vom Schiff aus  ins Wasser springen.

Logbuch der Atlantiküberquerung, Tag 1.- Tag 24.

 

Ankunft in St. Lucia nach 24. Tagen

Die Atlantiküberquerung

Von Sonntag, 20.November 2016, bis Mittwoch, 14. Dezember 2016, haben wir mit unserer DIANA den Atlantik überquert. Von Gran Canaria bis St. Lucia in der Karibik waren wir ziemlich genau 24 Tage unterwegs. Wir haben eine Strecke von 3.179 Seemeilen zurückgelegt (die direkte Strecke beträgt 2.700 Seemeilen). Während der Fahrt haben wir versucht, täglich unsere Eindrücke und Gedanken festzuhalten. Hier der Bericht:

Die Route: Die rote Linie ist die direkte Route; die gelbe Linie sind wir gefahren

 

Tag 1 (Sonntag, 20.11.2016)

Elke:

Am 20.11.2016 starten wir unsere Atlantiküberquerung mit der ARC 2016. Alle sind sehr aufgeregt, im Hafen herrscht hektische Betriebsamkeit. Ab 10.30 Uhr fahren die ersten Boote hinaus und werden lautstark verabschiedet.

Die Hafenmole ist voller Menschen, die den Schiffen zuwinken. Einige Segler haben sich für diesen Moment schwer in Schale geworfen.

Wir legen um 12.26 Uhr ab. Der Hafen hat sich geleert, aber an der Hafenausfahrt ist die Hölle los. Stau wie daheim auf der A3. Bis zur Startlinie sind es 1,5 nm. Zuerst starten die Multihulls (Katamarane), dann die Racerdivision und zum Schluss um 13.00 Uhr unsere Cruiserdivision. Wir lassen es langsam angehen und überqueren die Startlinie um 13.15 Uhr. Mit hunderten anderen Booten segeln wir mit wenig Wind nach Süden. Ziemlich aufregend!

Am Nachmittag frischt der Wind in der sog. acceleration zone (Starkwindzone) nach dem Flughafen deutlich auf 19 kn auf, später lässt wieder nach.

Die erste Nacht heißt es gut Ausguck halten. Es ist stockfinster. Wir sind – teilweise auch sehr nah – von jeder Menge Boote umgeben, einige ärgerlicherweise mit nur passivem AIS , außerdem kommen uns nun eine Reihe Frachter entgegen. Puh! Uns müssen erst wieder die Seebeine wachsen, aber die Stimmung an Bord ist gut und keiner wird seekrank. Am Abend gibt es Nudeln mit Tomaten- und Thunfischsoße und alle sind zufrieden.

 

Tag 2 (Montag, 21.11.2016)

Elke:

Heute hat sich das Feld deutlich gelichtet. Wir sehen zwar immer noch einige Schiffe, aber in erfreulicher Entfernung und Anzahl. Es ist bedeckt und leider schläft der Wind am späten Vormittag immer mehr ein. Am Abend dümpeln wir mit 2,5 kn bei 4 kn wahrem Wind vor dem Wind her. Aber zum Eingewöhnen ist es herrlich. Die Wellen sind ziemlich klein, bis auf gelegentliche Kawenzmänner, das Boot schaukelt wenig und alles ist friedlich. Bei dem Tempo kommen wir zwar erst zu Silvester in der Karibik an, aber das wird sicher nicht so bleiben. Wir genießen daher die Ruhe und eine pechschwarze Nacht.

Unser heutiges Etmal beträgt 121 nm. Das ist nicht besonders viel, reicht aber zum Ankommen in 24 Tagen.

Zum Abendessen gibt es bunten Salat und Nudeln mit Fleisch. Alles noch frisch vorhanden und lecker.

 

Tag 3 (Dienstag, 22.11.2016)

Elke:

Der Wind hat im Laufe der Nacht immer mehr nachgelassen, wir dümpeln mit 1-2 kn vor uns hin und die Segel schlagen. Dementsprechend beträgt das heutige Etmal – die von 12 Uhr bis 12 Uhr am nächsten Tag gesegelte Strecke – nur 94 nm.

Heute probieren wir zum ersten Mal Schmetterlingssegeln aus, die Genua wird mit dem Spinnakerbaum ausgebaumt und das Großsegel mit Bullenstander auf der anderen Seite fixiert. Das sieht schön aus, macht uns aber auch nicht schneller. Wir überlegen kurzzeitig, das Code Zero zu setzen, entscheiden uns aber gegen diese Arbeit, weil der Wetterbericht für den Nachmittag auffrischenden Wind versprochen hat. Und der kommt auch! Am Nachmittag frischt der Wind innerhalb von Sekunden auf 10-15 kn auf. Wir reffen etwas und das ist auch gut so, denn kurze Zeit später trifft uns der 1. Squall. Das sind kleine Schlechtwettergebiete mit starken Winden und sintflutartigem Regen, die auf unserer Strecke marodierend von Nord nach Süden ziehen und Segel zum Zerfetzen suchen. Wir reffen schnell weiter, deshalb gibt es bei uns nicht zu holen.

Das schlechte Wetter hat sich aber eingependelt, 18-23 kn achterlicher Wind mit Böen bis 27 kn, dunkler Himmel, Regen und ca. 2-3 m hohen Wellen, die unsere Diana von der Seite durchschaukeln. Die Kawenzmänner haben auch ein anderes Format, da heißt es gut festhalten. Diana kann das gut aushalten, aber ihre Bewohner müssen sich erst wieder daran gewöhnen, dass es pfeift, das Schiff durchgeschaukelt (und manchmal geschupst) wird und alles, was nicht niet- und nagelfest verstaut ist, durch das Schiff fliegt. Unter anderem auch ich, als ich einen Moment nicht aufgepasst habe.

Das wird eine anstrengende Nachtwache.

Unser Windpilot, die mechanische Windsteueranlage, steuert. Eben musste ich raus, weil er die Kurve nicht mehr gekriegt hat und wir kurz vor einer Halse standen, was bei dem Wind nicht ungefährlich wäre. Ein ganz schöner Schreck! Aber ansonsten arbeitet der Windpilot, der uns auch schon viel Ärger bereitete, im Moment auf diesem Kurs o.k. (wenn Markus ihn einstellt, wir beide müssen uns noch mehr anfreunden), was unserer Energiebilanz sehr zu Gute kommt, da der Windpilot im Gegensatz zum Autopiloten keinen Strom verbraucht. Kühlschrank, Instrumente, Lichter und Autopilot verbrauchen nämlich mehr Strom als die Solarzellen erzeugen, nachts sowieso, aber auch tagsüber. Wir müssen auf der Fahrt daher 1 bis 2 mal täglich den Motor im Leerlauf laufen lassen, um die Batterien ordentlich zu füllen. Viele Segler erzeugen nur mit der Lichtmaschine Strom, wir wollten aber ein redundantes System haben und außerdem nervt die Maschine am Ankerplatz, daher die Solarzellen. Beim nächsten Mal würden wir uns zu den Solarzellen einen Hydrogenerator anschaffen, der hinter dem Boot hergezogen wird und über einen im Wasser liegenden Propeller während der Fahrt Strom erzeugt.

Die Nacht auf Mittwoch ist anstrengend. Der starke Wind und der hohe Seegang lassen nicht nach. Zweimal läuft das Schiff aus dem Ruder, da mehrere hohe Wellen nacheinander es aus dem Kurs drücken und der Windpilot so schnell keine Kurskorrektur schafft. Markus ist dann raus, hat den Windpiloten ausgekuppelt, den Motor angemacht und das Schiff wieder auf Kurs gebracht.

Oskar und Nestor geht es gut. Bei dem schwerem Wetter bleiben sie fast den ganzen Tag in der Kajüte. Sie lesen, toben herum, schlafen. Für die beiden scheint es schon ganz normal zu sein, auf einem schwankenden Zuhause unterwegs zu sein.

 

Tag 4 (Mittwoch, 23.11.2016)

Markus:

Heute Mittag werden wir schon drei ganze Tage (72 Stunden) unterwegs sein. Dann dürften wir um die 360 Seemeilen zurückgelegt haben. Nicht gerade berauschend, da wir an guten Tagen auch mehr also 140 sm am Tag schaffen. Aber angesichts der Schwachwindphase Montag/Dienstag ganz o.k. Viele Yachten hatten bei der Schwachwindphase bereits den Motor angeworfen, um Strecke zu machen. Angesichts unserer Ungewissheit darüber, wie viel von unserem Dieselvorrat wir in den kommenden Wochen noch brauchen, schien uns ein ausgiebiger Motoreinsatz noch zu früh. So hat sich das Feld der ARC Yachten stark gelichtet. In der letzten Nacht haben wir nur noch zwei andere Schiffe auf unserem AIS Gerät gesehen, ansonsten waren wir alleine.

Wir setzen den Spinnakerbaum für die Genua und den Bullenstander für das Großsegel. Dann segeln wir Schmetterling vor dem Wind. Genua nach Steuerbord und gerefftes Groß nach Backbord. Super! Diana gleitet nach Süden dahin.

 

Die Kinder fangen heute wieder mit der Schule an. Die ersten Tage auf See müssen wir alle uns erst eingewöhnen, an Schule ist da nicht zu denken. Aber heute können wir anfangen.

Abends erreicht uns folgende Nachricht:

„NOAH – The five crew members of the yacht NOAH have been successfully evacuated from their yacht after it started to take on water today, Wednesday 23.

Wir sind entsetzt und traurig. Die nette Familie aus Wuppertal haben wir auf Gran Canaria kennen gelernt, unsere Kinder haben oft zusammen gespielt. Das neue Schiff der Familie hatten wir grade noch vor der Abfahrt besichtigt. Kein Serienschiff, sondern ein Einzelbau aus Alu. Die Grefraths haben eine Menge Arbeit in das Schiff gesteckt. Und nun sinkt es? Was für ein Horror für die Familie. Jahrelange Vorbereitung und Vorfreude und nun geht die NOAH in die Tiefe des Atlantiks. Aber zum Glück ist keinem etwas körperlich passiert.

Da das im Sinken befindliche Schiff genau auf unserer Kurslinie liegt, haben wir große Angst, im Dunkeln darauf zu stoßen. Wir fahren ein weiträumiges Ausweichmanöver.

Unsere Stimmung ist gedrückt.

 

Tag 5 (Donnerstag, 24.11.2016)

Markus:

Sonnig. Es wird wärmer. Mittlerweile befinden wir uns auf dem 22. Breitengrad, also weit südlich der Kanaren. Tags und nachts tragen wir kurze Hosen, T-Shirt. Es fällt uns schwer vorzustellen, wie es im Moment daheim in Deutschland ist im November. Grau wahrscheinlich, aber auch vorweihnachtlich. Die Weihnachtsmärkte haben auch schon auf. Weit weg im Moment.

Bei gutem Wind, ca. 15 Knoten, kommen wir gut voran. Wir setzen Kurs genau auf die Kapverden. Die Wettervorhersagen holen wir über unser Iridium Satellitentelefon ein. Dies wird als Modem für den Computer verwendet. Die Datenmengen müssen aber sehr klein sein, sonst ist ein Empfang nicht möglich. Weiter westlich soll eine Flaute herrschen. Gute Passatwinde nach Westen sind wohl erst noch weiter südlich als bei den Kapverden, nämlich so um den 15. Breitengrad herum, zu finden. Wir werden also noch weiter nach Süden müssen, bevor wir nach Westen „abbiegen“. Wie Kolumbus.

Elke:

Wir denken oft an die Noah und fragen uns, wie es ihnen geht. Hoffentlich schaffen sie es, darüber hinwegzukommen und irgendwann ihren Segeltraum doch noch zu verwirklichen! Das wünschen wir ihnen von ganzem Herzen.

Wunderschön ist es heute auf dem Atlantik. Tagsüber gleiten wir über der tintenblauen See unter dem weitem blauen Himmel dahin und genießen die Ruhe. Einmal fährt in 25 nm Entfernung ein Frachter vorbei, sonst sind wir allein. Gelegentlich sehen wir einen Vogel vorbei fliegen. Das sind die einzigen Tiere, die man überhaupt sieht, die restlichen verstecken sich unter Wasser.

Nachts leuchtet über uns ein unglaublicher Sternenhimmel. Während meiner ersten Wache will ich nun endlich den lang ersehnten Wunsch wahr machen und die „Dark Side off the Moon“ hören. Mit von Oskar geliehenen Kopfhörern mache ich es mir gemütlich und genieße einige Minuten den Sound (und das ist wirklich sehr abgefahren alleine in zischenderFahrt über den Ozean, wobei die „Wish you were here“ noch besser kommt) dann „Rumms“ – der Wind hat sich gedreht und der Großbaum schlägt laut hin und her. Weil wir die Genua noch ausgebaumt haben, kann ich nicht anluven und muss mich mit den schlagenden Segeln rumärgern (im Dunkeln will und soll sowieso keiner von uns alleine nach vorne gehen und den Spinnackerbaum abbauen). O.k., nächstes Mal. Markus übergebe ich die Wache und das Musik-IPhone. Der Wind hat mittlerweile wieder gedreht.

Markus:

Nachts Gänsehautfeeling. Ich sitze draußen im Cockpit und höre Pink Floyd über Kopfhörer (die anderen schlafen in ihren Kojen). DIANA gleitet über die recht ruhige See mit raumem Wind dahin. Der Autopilot steuert. Nur 10 Knoten Wind aber 6,0 – 6,8 Knoten Geschwindigkeit. Über uns ein riesiger Sternenhimmel. So habe ich die Sterne noch nie gesehen. Sie reichen bis an den Horizont hinunter. Kein Licht stört. Mehrere Sternschnuppen. Das Kielwasser leuchtet durch das fluoreszierende Plankton. Seit Stunden haben wir schon kein anderes Schiff mehr gesehen. Wir scheinen ganz allein hier zu sein. Wahnsinn!

 

Tag 6 (Freitag, 25.11.2016)

Elke:

Heute schönstes Segelwetter mit raumen Wind von 10 Knoten, abends allerdings einschlafend. Wir duschen alle mit Salzwasser und spülen sparsam mit Süßwasser nach. Erstaunlich, mit wie wenig Süßwasser man hinkommen und trotzdem komfortabel leben kann, wenn man achtsam ist. Wir haben eine Süßwasserhandpumpe im Bad und eine Salzwasserhandpumpe in der Spüle installieren lassen und die bewähren sich jetzt. Achtsamkeit brauchen auch die frischen Lebensmittel: Obst, Gemüse und Eier haben wir vor einer Woche auf dem Markt gekauft. Weil unser Kühlschrank an Bord nicht groß genug ist, muss alles ungekühlt gelagert werden. Wir haben deshalb darauf geachtet, nur ungekühltes Obst und Gemüse aus Gran Canaria zu kaufen, dieses auf dem Steg (wegen der Kakerlaken) gut gewaschen (außer Kartoffeln und Möhren) und luftig in den Schapps verstaut. Alles muss täglich kontrolliert, gewendet und aussortiert werden. Mittlerweile macht das richtig Spaß, ich kenne jedes Stück persönlich und bin schon geneigt, ihnen Namen zu geben. Davon habe ich aber wieder abgesehen, weil wir ansonsten vielleicht Hemmungen hätten, Rosi und Gerti zu essen.

Tag 7 (Samstag 26.11.2016)

Markus:

Wir überlegen, Mindelo auf der Kapverdeninsel Sao Vincente anzulaufen. Dort gibt es eine Marina. Wir könnten den Kindern ein Eis kaufen, eine Nacht ruhig schlafen und morgens Diesel nachfüllen. Das Problem ist aber, das wir dort wohl nachts ankommen würden. Eine elektronische Karte des Gebiets haben wir nicht. Im Revierführer „Atlantic Islands“ steht, dass durch den Düseneffekt zwischen den Insel häufig starker Wind vor Mindelo herrscht. Das nachts ohne Karte? Oder zwischendurch treiben lassen und morgens ankommen?

Nachts ist kein Wind und wir motoren unsere ersten 5 Stunden (wir hatten den Motor vorher bereits zur Ladung der Batterien an). Morgens kommt aber wieder Wind auf, Segel hoch und wir fahren mit immerhin 5 Knoten. Wir entscheiden, keinen Stopp in Mindelo einzulegen. Klar, es wäre schön, die bisher zur Stromerzeugung verbrauchten 40 – 50 Liter Diesel wieder aufzutanken. Aber dafür eine nächtliche Anfahrt ohne Karten oder ein längeres Dümpeln zum Warten in Kauf nehmen? Das ist es uns nicht wert, lieber möchten wir weiter, der Weg ist noch lang.

Wir entscheiden, quer durch die Kapverden zu fahren, östlich an der Insel Sao Nicolau vorbei, aber ohne Stopp.

Vormittags haben wir Funkkontakt zur Stroller aus Norwegen. Die erste Yacht seit Tagen. Die Stroller segelt nicht mit der ARC und will für ein paar Tage in Mindelo bleiben und dann in die Karibik. Leider bricht der Funkkontakt ab.

Dann sehen wir die ersten fliegenden Fische. Die Bezeichnung „fliegend“ ist wirklich nicht falsch. Die kleinen Fische fliegen in Schwärmen 20, 30 Meter über das Meer, ehe sie wieder eintauchen. Sie flüchten so vor Fressfeinden, die sie verfolgen.

 

Tag 8 (Sonntag, 27.11.2016)

Elke:

Heute ist der 1. Advent! Wir segeln mitten zwischen den Kapverden hindurch und schauen etwas wehmütig auf die Insel Sao Nicolau. Ein anderes Mal würden wir gerne hier anlegen und die Kapverden erkunden, aber jetzt wollen wir baldmöglichst über den Atlantik. Zum Trost nehmen wir eine Seewasserdusche und essen Omas Weihnachtsplätzchen.

Wir spielen zusammen Scharade und haben viel zu lachen über die pantomimische Darstellung von beispielsweise Osterhase, Hai, Kindergartenkind.

Ich versuche mich erstmals im Angeln. Nachdem ich mit Hilfe eines Angel-Buches, das ich glücklicherweise noch in der Chandlery in Dartmouth gekauft habe, einen richtigen Angelknoten fabriziere, lasse ich die Leine zu Wasser. Bevor ich sie noch belegt habe, macht es „Rumms“ und ich spüre einen gewaltigen Widerstand. Was ist das? Wir sehen etwas Blaues unter der Wasseroberfläche schimmern und vermuten als Großstadtkinder eine Plastiktüte, die ich erwischt habe. Beim Einholen der Leine fängt die vermeintliche Plastiktüte allerdings an zu zappeln und entpuppt sich als ca. 6 Pfund schwerer schimmernd blauer Fisch (Tuna?). Anfängerglück! Und nun? Die Aufregung ist groß, zumal wir gänzlich unvorbereitet sind. Keine Handschuhe, keine Gaff, keine Sprühflasche mit Alkohol parat. Wir holen den Fisch bis auf ca. 10 m hinter das Schiff heran. Bis wir soweit sind, den Fisch an Bord zu holen, hat er leider die Schnur durchgebissen und verschwindet mit meinem schönen Köder. Schade! Aber der Jagdeifer ist geweckt.

Am Abend erwischt uns wieder ein kleiner Squall. Der Wind frischt unverhofft auf 20 kn auf und es regnet in Strömen. Wir hatten das Großsegel noch nicht für die Nacht gerefft, wie wir Familiensegler das sonst immer tun, und werden klatschnass, zumal sich der Bullenstander auch noch verklemmt. Ganz schön aufregend, zum Reffen am Wind im strömenden Regen durch die stockdustere Nacht zu schießen. Die Squalls kann man ganz gut auf dem Radar erkennen, das wir deshalb den Rest der Nacht an lassen. Normalerweise benutzen wir es kaum, weil es sehr viel Strom verbraucht und die mittlerweile allermeisten Schiffe mit aktivem AIS ausgerüstet sind, dessen Signale wir auf dem Plotter sehen können.

Abends gucken wir den Film „Frau Müller muss weg“ von Sönke Wortmann.

 

Tag 9 (Montag, 28.11.2016)

Elke:

Heute hat nicht nur ein Fisch angebissen, wir haben ihn auch tatsächlich an Bord befördert! Es war zwar nur der sehr kleine Kumpel unseres Fangs gestern – ein Hering, denken wir – aber er wird nichtsdestotrotz zu Sushi verarbeitet. Ehrlich gesagt, schmeckte er ein bisschen fettig, aber wir sind stolz auf unseren ersten eigenen Fang.

Wir sind nun mittlerweile sehr weit südlich, auf dem 15. Breitengrad und fühlen uns ziemlich allein auf dem Meer und trotzdem sehr wohl. Die Tipps unserer Wetter- und Törnberater (danke, Ralf! danke, Herr Taxwedel!) gehen auf: Wir haben die ganze Zeit Wind, während weiter oben im Westen Flaute herrscht. Wenn es so weitergeht, sind wir froh. Wir haben 1000 Meilen geschafft und noch 2000 vor uns. Puh, noch eine ganz schöne Strecke, auf der viel passieren kann. Im Nachhinein würden wir mittlerweile eher die ARC + mitmachen, die von Gran Canaria in ca. 1 Woche nach Mindelo auf den Kapverden führt, dort eine Woche Pause macht und dann erst die restlichen 2000 Meilen in Angriff nimmt. Aber es ist so, wie es ist und wir segeln munter weiter.

Was macht man so den ganzen Tag auf einem 40 Fuß großen Boot? Uns ist es noch nicht langweilig geworden: Wache halten, Rigg checken (eingedenk Jerry the Riggers, Worten: „Love your Rigg!“), Segel trimmen, Schule (das ist schon tagesfüllend), Kochen, Waschen, Plastikverpackungen und Dosen ausspülen (nicht gerade meine Lieblingsbeschäftigung, außerdem riecht der Müll trotzdem), Obst und Gemüse checken, Batteriestand checken. Vor allem letzteres hat noch Verbesserungspotential: Wir werfen zwei mal am Tag den Motor an, um über die Lichtmaschine Strom zu erzeugen. Es ist aber keineswegs so, dass nach 0,5 – 1 Stunde die Batterien wieder zu 100 % voll sind. Je voller sie werden, desto weniger wird die von der Lichtmaschine erzeugte Strommenge (immerhin 80 A pro Stunde) in die Servicebatteriebank durchgelassen. Das liegt daran, dass die Starterbatterie, die zuerst geladen wird, ziemlich schnell voll ist und dann sozusagen den Zugang zur Servicebatterie erschwert. Möglicherweise könnte ein Ladestromregler hier eine Verbesserung bringen, also für eine schnellere Ladung der Servicebatteriebank sorgen.

Auch unsere Solarzellen laden eifrig die Batterien. Am Ankerplatz reicht die von den Solarzellen produzierte Strommenge in der Regel aus. Auf Fahrt gibt es aber noch ein Fülle zusätzlicher Verbraucher, die alle – teilweise rund um die Uhr – mit Strom gefüttert werden wollen. Die Navigationselektronik, der Autopilot, das Radar, das Funkgerät, die Navigationsbeleuchtung, das Satellitentelefon, alles Geräte, die auf Fahrten rund um die Uhr laufen. Dazu die normalen Verbraucher, Kühlschrank, Lichter, diverse Laptops, Tablets, Handys.

Wir haben uns unseren größten Stromfresser – den Kühlschrank – einmal genau angeschaut und festgestellt, dass wir ihn eigentlich nicht so dringend auf Fahrten brauchen! Das einzig wichtige, was er enthält, sind Wurst und Käse fürs Frühstücksbrot. Fleisch gibt es fast nicht mehr (die vorletzten Bratwürste gingen heute über den Teller), Obst und Gemüse und Eier lagern wir ungekühlt und auf das eine kalte Bier am Tag kann man auch verzichten. Wurst und Käse kann man problemlos durch Marmelade, Honig, Nutella, Pindakaas, Thunfischpaste, Lachende Kuh, vegetarischer Brotaufstrich u.v.m. ersetzen. Konsequenz: Bei der nächsten Langfahrt (auf Fahrt, nicht im Hafen oder Ankerplatz) überlegen wir, den Kühlschrank auszulassen. Das würde unseren Stromverbrauch ganz erheblich senken.

Markus:

Noch zum Stromerzeugung für künftige Langfahrer: Solarzellen sind nach unserer Erfahrung in sonnigen Gebieten sehr gut. Windgeneratoren scheinen, insbesondere auf Vorwindfahrten, nicht allzu viel Strom zu erzeugen. Gut sind Hydrogeneratoren, z.B. von Watt and Sea, da sie grade bei Fahrt – also dann, wenn man es braucht – viel Strom produzieren. Auch die Lichtmaschine des eigenen Motors sollte man beachten. Als Verbesserung bei uns würden wir einen Ladestromreger einbauen, damit der produzierte Strom schneller in den Batterien ankommt.

 

Tag 10 (Dienstag, 29.11.2016)

Markus:

Schönes, sonniges Wetter, wenig Wellen. Sehr warm. Wir entfernen uns von den Kapverden in Richtung Westen, Karibik. Bei Tagesanbruch wird der Wind schwach. Wir versuchen, mit unserem Code Zero zu segeln. Es dauert, bis alles aufgebaut ist. Als wir endlich mit dem Code Zero segeln, schläft der Wind ein. Also wieder runter damit . So kann man sich auch beschäftigen. Unser Etmal beträgt nur 109 Seemeilen. Abends gibt es von Elke (Vegetarierin) gemachten Wurstsalat mit Nudeln. Nachts kommt der Wind zurück und wir segeln mit 5,6 Knoten Richtung West.

Wir sind jetzt auf „unserem“ Breitengrad, 14 Nord, angekommen. Hier können wir immer weiter nach Westen segeln, bis wir in St. Lucia ankommen.

Abends gucken wir den Film „Slumdog Millionare“. Ein junger Mann, der in einem Slum in Bombay aufgewachsen ist, gewinnt bei der indischen „Wer wird Millionär“ Variante den Hauptpreis. Der Film macht immer wieder Rückblicke auf die Kindheit des Hauptdarstellers in den Slums. Oskar sagt, er möchte nun öfters „Erwachsenfilme“ gucken.

 

Tag 11 (Mittwoch, 30.11.2016)

Markus:

Wieder nicht allzu viel Wind, aber wir kommen voran. Etmal 114 sm. Dafür ein sonniger und ruhiger Tag.

Die Hauptbeschäftigug der Kinder ist Lesen. Oskar liest alles, was wir dabei haben. Reiseführer über die Karibik, Revierführer wie Atlantic Islands (in Englisch), Segelbücher wie „Blauwassersegeln“ von Sönke und Judith Roever. Dazu Bücher auf dem Kindle. Nestor liest „die Olchis“, die große Kinderbibel (ca. 300 Seiten!), Gregs Tagebücher auf dem Kindle. Dazu auch gerne Reise- und Revierführer.

Auch die Musik auf dem IPod ist ein Quell der Freude für die Kinder. Ständig möchte einer der beiden den IPod mit Kopfhörer haben. Gerne wird auch für alle über die Bordboxen „aufgelegt“. Die Favoriten sind im Moment: Bob Marley, Peter Tosh, Nirvana, Cypress Hill.

Täglich werden einige Stunden Schule gemacht. Das geht hier fast besser als auf Gran Canaria, da es hier keine Ablenkung gibt.

Abends gibt es Kichererbsen-Gemüse Eintopf mit Safran. Dazu für die Fleischesser Würstchen. Unser frisches Gemüse muss langsam aufgebraucht werden.

 

Tag 12 (Donnerstag, 01.12.2016)

Markus:

Der erste Dezember. Oskar und Nestor können die ersten Türchen an ihren Adventskalendern öffnen. Zum Glück gab es in Gran Canaria ganz normale (deutsche) Adventskalender mit 24 Türchen zu kaufen. Eine andere Form von Kalender wollten die Jungs nämlich nicht so gerne haben. Wir haben etwas Bedenken, dass die Schokolade davonschmilzt.

Es ist wieder warm. Überhaupt ist es jeden Tag warm, so bis ca. 30 Grad. Nachts etwas kühler, aber mehr als ein T-Shirt braucht es nie. Durch den Wind ist die Hitze aber erträglich. Nicht umsonst heißt die Route unter Seglern auch „Barfußroute“. Segelmanöver führen wir allerdings mit Schuhen durch, die Verletzungsgefahr ist ansonsten groß.

Elke:

Heute haben wir eine Menge fliegende Fische und zwei große Vögel gesehen. Ansonsten ist es mit der Tierbeobachtung auf dem Atlantik nicht weit her: Wir haben zwei Fische an der Angel gesehen, fliegende Fische, ein paar Vögel, eine tote Heuschrecke (auf Deck) und heute eine uns begleitende Flosse, die entweder einem Delphin oder Hai gehörte. Oskar und ich haben vorgestern Nacht Fiepen gehört, das wahrscheinlich von Delphinen stammte. Das war’s. Wie es unter Wasser aussieht, wissen wir allerdings nicht…

Mittlerweile hat der Verkehr wieder zugenommen: Wir haben heute zwei Frachter auf dem AIS gesehen, einen sogar in echt am Horizont und auf dem AIS die Skiathos, ein deutsches Segelschiff vom Skipperteam Schönnicke, das auch an der ARC teilnimmt. Mit der Skiathos haben wir über Funk eine Runde geplaudert, es ist schön zu wissen, dass wir hier unten nicht ganz allein sind. Das Mastlicht der Skiathos leuchtet freundlich in der dunklen Nacht.

Es gibt Spaghetti mit Gemüsesoße. Das ungekühlte Gemüse vom Markt hält sich wirklich gut.

 

Tag 13 (Freitag, 03.12.2016)

Markus:

In der Nacht auf Freitag legt der Wind deutlich zu. 20 – 26 Knoten Wind, das entspricht Windstärke 5 – 6. Wir haben beide Segel gerefft.

Es ist weiterhin warm bis heiß. Wir alle tragen nur Badehosen oder Bikini und schwitzen in der Kajüte. Draußen kühlt der Wind.

Zum Frühstück gibt es Pfannkuchen. Bei dem Geschaukel ist die Zubereitung schwierig.

Etmal: 130 nm. Wir steigern uns.

Um 13.30 h feiern wir Bergfest. 1.503 nm seit Ablegen in Las Palmas. Die Hälfte der Strecke ist geschafft. Jetzt geht es „bergab“.

Später merken wir, dass die Gesamtstrecke wohl bei 3.100 nm liegen dürfte. Egal, trotzdem haben wir heute die Hälfte geschafft, dann halt erst am Abend.

Wir fahren wieder mit Windpilot. Bei Wind ab 15 Knoten aufwärts arbeitet er ganz ordentlich. Allerdings nicht genau vor dem Wind. Wir beschließen, mit raumem Wind zu fahren (Einfallswinkel scheinbarer Wind zwischen 120 – 130 Grad). Dann ab und zu eine Halse, also im ZickZack Kurs in Richtung Karibik. Das müsste mit dem Windpiloten gut zu machen sein. Bei dem starken Wind steuert er im Moment jedenfalls zuverlässig.

Abends gibt es selbstgemachte Pizza. Dazu backen wir direkt ein paar Brötchen für morgen früh.

 

Tag 14 (Samstag, 04.12.2016)

Markus:

Der Wind ist weiterhin kräftig. Wetter gut. Bei dem starken Wind haben wir ein gutes Etmal, 148 nm. Aber: Ein Teil davon ist dem ZickZack mit dem Windpiloten geschuldet und bringt uns dem Ziel nicht näher. Wir müssen mehr die direkte Strecke fahren, sonst brauchen wir noch ewig bis St. Lucia. Also wieder mehr mit dem Autopiloten, mit ihm können wir direkt aufs Ziel zusteuern. Hoffentlich hält er durch! Mit unserem Autopiloten – wir haben ein System von Raymarine – sind wir sehr zufrieden. Er steuert auch bei schwierigsten Bedingungen (Wind, Welle) zuverlässig und exakt. Nur haben wir von anderen Seglern gehört, deren Autopiloten bei der harten Dauerbelastung auf dem Atlantik den Dienst quittiert haben. Unser Gerät hat bisher keinerlei Anzeichen von Schwäche gezeigt. Um einen Defekt gar nicht erst aufkommen zu lassen, versuchen wir, unser System zu schonen. Also rechtzeitig reffen, guter Trimm der Segel, ab und zu mal selber steuern um den Ruderdruck zu prüfen, Einsatz des Windpiloten wenn möglich.

Als Zwei-Erwachsenen-Crew sind wir sehr auf eine zuverlässige Selbststeuerung des Schiffs angewiesen. Wer einmal versucht hat, ein oder zwei Stunden bei großen Atlantikwellen und sechs Beaufort Wind eine Yacht per Hand zu steuern, kann nachvollziehen, wie ungeheuer anstrengend dies ist. Dies kann mit einer Sechs-Personen-Crew im ständigen Wechsel geleistet werden. Mit nur zwei Erwachsenen würde unsere Belastungsgrenze bei Steuerung per Hand aber schon nach kurzer Zeit überschritten werden. Ist doch anders hier, als auf Wochenendtörn auf dem Ijsselmeer, wo jeder gerne mal steuern möchte. Steuern per Hand ist hier auf dem Atlantik definitiv keine Aufgabe, um die wir uns reißen.

Abends gibt es Chili sin Carne.

Elke:

Während der Nachtwache gibt es plötzlich ein lautes „Rumms“ und anhaltendes Geraschel auf dem Deck. Fliegende Fische sind auf unserem Boot gelandet. Einer hat sich durch das gekippte Salondachfenster gezwängt und versucht nun, durch das Moskitonetz in den Salon zu kommen. Ich hole schnell Handschuhe und einen Eimer und befördere den Kerl ohne Umwege wieder ins Meer. Man soll fliegende Fische essen können, aber die stinken so penetrant, dass wir kein Interesse haben. An der Angel lässt sich leider dagegen kein Fisch mehr blicken. Als absolute Angelanfänger haben wir noch viel zu lernen. Vor allem frage ich mich, warum meine Köder nicht versinken, wie es sich für einen ordentlichen Köder gehört, sondern mit einer kleinen Fontäne auf der Oberfläche hinter dem Schiff herzischen. Da würde ich als Fisch auch nicht reinbeissen.

 

Tag 15 (Sonntag, 04.12.2016)

Markus:

Nachts ist das Wetter gut, der Wind weiterhin kräftig und ordentliche Wellen gibt es auch. Ich habe am Plotter als Wegpunkt St. Lucia eingegeben. Noch 1.424 nm bis dorthin, sagt der Plotter. Auf dem Plotter wird, unter Berücksichtigung der Erdkrümmung, der kürzeste Weg angezeigt. Den wollen wir von jetzt ab nehmen. Allerdings – man glaubt es kaum – liegen hier im tiefen Atlantik ein paar (Wetter)Bojen verankert, die genau unseren Weg säumen. Wäre zu blöd, in den Weiten des Atlantiks genau auf eine Boje zu treffen (die Bojen sind groß und aus Stahl). Wir tragen die Bojen (die Standorte haben wir von der Homepage der NOAA) erst einmal in unsere elektronische Karte ein und sehen dann später, wie weit wir ausweichen werden. Die Lage der Bojen ist nämlich nicht so exakt festzustellen. Da sie in 4 – 5 Tausend Meter Tiefe verankert sind, haben sie einen großen Schwojkreis.

Als es morgens hell wird sehe ich Squalls am Himmel hinter uns. Nach der Windrichtung müssen sie auf uns zukommen. Ich mache das Radar an und sehe auch dort die Squalls deutlich in ca. 4 – 5 nm Entfernung mit Kurs auf uns zu. Squalls sind lokale Gewitterstürme, die in den Tropen auftreten. Sie haben eine Größe von wenigen Seemeilen und ziehen in der Regel von Nord nach Süd über den Atlantik. In einem Squall nimmt der Wind schlagartig stark zu bis auf Sturmstärke. Dann gibt es sintflutartigen Starkregen. Nach 15 – 20 Minuten ist der Spuk vorbei. Ich reffe schnell die Segel und schließe alle Luken. Die anderen schlafen noch. Ihnen wird es nun wahrscheinlich ziemlich warm werden. Der Wind nimmt zu und es fängt auch an zu regnen, aber die Squalls ziehen glücklicherweise ca. 1 nm vor uns vorbei.

Die Squalls auf dem Plotter, angezeigt über das Radar: Die rosafarbenen Flecken auf dem Bild. Das schwarze Schiff in der Mitte sind wir. Der gelbe Pfeil zeigt die aktuelle Windrichtung an. Der graue Strich wäre die Ideallinie nach St. Lucia. Die grüne Linie fahren wir aktuell. Untern rechts die Entfernung nach St. Lucia (DTW): noch 1.388 nm (nautical miles), wir sind also in der Mitte des Atlantiks.

Das Etmal beträgt 145 nm. Wieder gut und diesmal nur in die richtige Richtung. Es geht richtig gut voran im Moment. Allerdings auf Kosten des Komforts. Das Schiff schaukelt in den hohen Wellen, wir müssen uns bei jedem Schritt festhalten und es wäre undenkbar, irgendwelche Gegenstände ohne Sicherung abzustellen, sie würden direkt umfallen.

Auch für die nächsten Tage ist ähnliches Wetter vorhergesagt, kräftige Winde aus östlichen Richtungen und hohe Wellen.

Heute ist der zweite Advent. Oskar, Nestor und Elke stellen unseren Mini-Weihnachtsbaum auf und schmücken ihn. Auch eine Lichterkette kommt in den Salon. Zum Glück war Elke auf Gran Canaria bei Ikea und hat dort einen kleinen Weihnachtsbaum und -schmuck gekauft.

Wir machen einen Adventskaffee mit Kucken (aus der Packung) und Omas selbstgebackenen Plätzchen.

Abends gibt es Elkes selbstgebackenes Brot – köstlich!

 

Tag 16 (Montag, 05.12.2016)

Markus:

Die Nacht auf Montag ist ruppig. Starker Wind und hohe Wellen schütteln das Schiff ordentlich durch. Alles, was nicht 100 % gesichert ist, klappert in den Schränken. Aber es geht weiterhin gut voran, mit 6 – 7 Knoten (beim Surf auf den Atlantikwellen auch deutlich mehr) in die richtige Richtung.

Elke:

(04.07 Uhr): Die Nachtwache von 0300 bis 0600 mag ich definitiv am wenigsten. Auf St. Lucia wird erst einmal geschlafen. Die ganze Nacht durchschlafen, darauf freue ich mich schon. Wir haben mittlerweile die Uhr umgestellt und stehen bei UTC -1, d.h. 2 Stunden vor der mitteleuropäischen Zeit (MEZ) in Deutschland. Die MEZ beträgt UTC (Greenwich-Zeit) plus 1 Stunde. Die UTC -3, die auf St. Lucia herrschen, führen wir peu a peu ein.

Markus:

Am Tag wieder schönes Wetter, Sonne, Wind nimmt allmählich etwas ab, Wellen auch.

Oskar:

So, jetzt schreibe ich auch mal.

Ich mag diese Fahrt eigentlich und habe über nichts zu klagen, außer darüber, dass es nachts für mich immer zu heiß zum Schlafen ist. An das Schaukeln habe ich mich schon lange gewöhnt. Trotzdem will ich endlich mal ankommen. Blöd ist aber, dass bei uns nie ein Fisch anbeißt. Mama und Papa klagen dauernd darüber, dass sie bei der ewigen Schaukelei nicht einschlafen können, ich frage mich, wieso, ich kann bei der Schaukelei besser schlafen als sonst. Nestor und ich lesen den ganzen Tag (oder hören Musik oder tun beides gleichzeitig ), wenn wir nicht Schule haben, und wir beide freuen uns schon sehr auf die Karibik.

Elke:

Bis zur Karibik kann es allerdings noch etwas dauern. Um 20.00 Uhr ist mit großem Knall das Schothorn von unserem Großsegel rausgerissen. Und das bei höchstens 12 kn Wind! So ein Mist! Die ganze Familie sah grade den Film „Friendship“ mit Matthias Schweighöfer. Jetzt fahren wir nur mit der Genua und kommen entsprechend langsam vorwärts (4 kn im Schnitt). Leider ist der Wind auch nicht so stark wie vorhergesagt, höchstens 14 kn hat es. Noch 1147 nm bis St. Lucia, mit 4 kn dauert es noch 12 Tage (mit 6 kn nur noch 8 Tage – so ein Ärger). Morgen im Hellen müssen wir schauen, was wir machen können. Richtig reparieren können wir das mit unseren Bordmitteln nicht, wir müssen improvisieren. Schade, gerade lief es so gut. Wir rollen das defekte Segel in den Mast und sichern es.

Heute gab es immerhin Tomatensalat mit den vorletzten Tomaten vom Markt, die immer noch gut sind. Einige sind sogar noch nicht einmal richtig rot gereift und können noch ein paar Tage warten. Erstaunlich.

Das Etmal beträgt 146 nm.

 

 

Tag 17 (Dienstag, 06.12.2016)

Markus:

Heute ist Nikolaus. Elke füllt die Gummistiefel der Jungs mit Süßigkeiten und kleinen Geschenken. Nestor kann es kaum erwarten, aufzustehen und nachzusehen. Um 07:30 darf er Elke wecken und dann dürfen Oskar und Nestor ihre Stiefel auspacken.

In der Nacht habe ich die ARC Rallyleitung und Seglerfreunde über das Malheur mit unserem defekten Großsegel informiert. Wir bekommen viele gute Tipps und Wünsche zurück, danke Euch allen!

Bei Tag stellt sich der Schaden wie folgt dar: Das Schothorn, dies ist der hintere spitze Teil des Großsegels zum Ende des Großbaums hin, ist ausgerissen. Es handelt sich dabei um ein massives Metallteil, welches in das Segel eingearbeitet ist. Dieses Teil ist vom Segel abgetrennt. Es war mit sechs massiven Gurtbändern am Segel angenäht. Diese Gurtbänder sind durchgerissen.

Eine Reparatur wäre denkbar, jedoch nicht durch Nähen. Denn auch in das Segel ist in dem Bereich ein Metallstück eingearbeitet, durch welches wir mit unserer Nadel nicht durchkommen würden. Wenn wir reparieren wollten müssten wir wohl mit dem Bohrer Löcher in das Segel bohren und dort, ggf. mit Unterstützung durch Schrauben, Dyneema-Tauwerksschäkel einziehen. Diese könnten dann eine Art provisorisches Schothorn bilden, durch welche der Achterliekstrecker zur Spannung des Segels gezogen werden könnte.

Wir überlegen, ob wir nicht mit unserer vorhandenen Beseglung vernünftig bis St. Lucia weiterkommen. Dort können wir unser Großsegel von einem professionellen Segelmacher instand setzen lassen.

Wir möchten prüfen, ob wir das volle vorhandene Segelpotential nutzen können und dann schnell genug sind. Bisher können wir die Genua am Spinnakerbaum nur zu ca. ¾ ausrollen; der Spinnakerbaum ist zu kurz für das große Segel. Wir setzen einen Block an die Baumnock des nun freien Großbaums und führen die Großschot durch diesen Block. So kann der Großbaum zum Ausbaumen der Genua genutzt werden. Tatsächlich lässt sich die Genua nun voll ausrollen und wir können die gesamten 43,5 qm Fläche nutzen.

Mit dieser Konstruktion sind wir zwar nicht so schnell wie zuvor mit funktionierendem Großsegel. Aber wir schaffen immerhin 5 Knoten Speed bei 15 Knoten Wind und 6 Knoten Speed bei 20 Knoten Wind. Das sollte reichen, um rechtzeitig zur großen ARC-Party am 17.12.2016 in St. Lucia anzukommen.

Wir beschließen daher, nur mit der Genau weiter zu segeln und das Großsegel in St. Lucia in die Hände eines professionellen Segelmachers zu geben. Wenn noch weitere Defekte auftreten sollten, können wir die Entscheidung immer noch revidieren und eine vorläufige Reparatur ausführen. Aber wir hoffen, dass wir so gut und halbwegs rechtzeitig in St. Lucia ankommen.

Der Segeltag nach unseren diversen Umbauten und Überlegungen ist dann toll. Bestes Wetter, Sonne, klarer Himmel, moderater Wind und moderate Wellen. So macht es richtig Spaß, über den Atlantik zu gleiten. Wir hören, dass unsere Freunde, die schon vor uns sind, teilweise schlechtes Regenwetter mit schweren Squalls hatten. Da haben wir bisher richtig Glück gehabt! Wir sprechen beim Sundowner über die Zeit bisher auf dem Atlantik und kommen zu dem Schluss, dass wir uns nicht weiter über das defekte Großsegel ärgern sollten, sondern uns vielmehr jeden Tag freuen sollten, dass wir die Chance haben, die Weite und Freiheit auf dem Meer zu genießen.

Abends gibt es Ratatouille mit Reis. Wir gucken den Film „Friendship“ zu Ende.

In der Nacht auf Mittwoch unterschreiten wir die 1.000 Seemeilen Grenze nach St. Lucia. Das heutige Etmal beträgt 134 nm.

Tag 18 (Mittwoch, 7.12.2016)

Elke:

Die Genua zieht gut, auch wenn wir uns tagsüber etwas mehr Wind gewünscht hätten. Dafür frischt es nachts mit bis zu 22 kn auf. Bis auf einen toten fliegenden Fisch an Bord gibt es keine besonderen Vorkommnisse. Wir müssen unseren Block an der achterlichen Klampe, über welche die Genau nun läuft, noch einmal verlegen, weil der Druck für die Führung an der Reling zu stark ist. Ansonsten funktioniert unsere Konstruktion prima. Schönstes Segelwetter auf dem Atlantik, nur die Wellen sind etwas ruppig und werfen uns umher. Das Etmal beträgt immerhin 126 nm. Auf dem AIS sehen wir einen Frachter Kurs Mississippi und ein großes Segelboot.

Die Angel bleibt leer. Das Etmal beträgt 128 nm.

 

Tag 19 (Donnerstag, 8.12.2016)

Elke:

Heute morgen zwischen 5 und 6 Uhr habe ich mit Argusaugen nach der Boje „Middle Atlantic“ Ausschau gehalten, die wir in etwa 5 nm Entfernung passiert haben müssen. Ich konnte sie aber – außer als kurzes Radarecho – nicht entdecken. Nichtsdestotrotz sind wir nicht dagegen gefahren und müssen nur noch 4 bis 5 von den Dingern passieren. Es gibt sogar welche mit Webcam, die man sich auf der Homepage der NOAA (Amerikanische Wetterbehörde) anschauen kann. Bestes Programm zum Einschlafen, es sei denn, ein Schiff rammt.

Wir haben wie immer ein ausgezeichnetes Frühstück mit selbstgebackenem Brot, Pumpernickel (von Babsi und Lutz, sehr lecker, danke schön! Und aus dem Hyperdino), Knäckebrot (von Ikea) und Zwieback (ebenfalls Hyperdino). Alles, was das Herz begehrt. Außerdem scheint die Sonne und es weht ein schöner Wind, der uns mit nicht unter 5 kn vorwärts schiebt. Mit der Genua klappt alles gut. Abends frischt es bis auf 23 kn, wir reffen und fahren im Schein des Halbmondes dahin. Heutiges Etmal: 135 nm.

Kein Fisch beißt an. Ich wüsste ja gerne, was ich falsch mache (auf den anderen Schiffen, mit denen wir Kontakt haben, beißen sie nämlich schon) und bastele jeden Tag an der Leine und den Ködern herum. Auch eine nette Beschäftigung.

Es gibt allerdings sehr viele fliegende Fische hier, die lustig über das Wasser flattern. Es macht Spaß, sie zu beobachten. Wir sehen außerdem einen großen Katamaran am Horizont und einen Frachter auf dem AIS. Hier kommen täglich 1 bis 2 Frachter vorbei, es scheint eine gängige Schifffahrtsroute zu sein. Wenn wir jetzt direkt nach Süden abbiegen würden, kämen wir in Brasilien an.

Der defekte Bluetooth-Kopfhörer hat sich nach nochmaligem Anschauen wie ein Phönix aus der Asche erhoben und funktioniert nun immerhin mit Kabel. Wir nutzen ihn zum Musikhören unter dem Sternenhimmel. Sehr schön!

Die Kinder haben hier viel Zeit für die Schule, was wir ordentlich ausnutzen, um vorzuarbeiten. Nestor ist in die Bereiche des Multiplizierens vorgedrungen und macht sich mit dem Einmaleins vertraut. Außerdem lernt er freiwillig viele Englisch-Vokabeln. Oskar geht wie selbstverständlich sein ganzes umfangreiches Programm durch.

Ein angenehmer Luxus: Seit heute spülen wir wieder mit Süßwasser statt mit Salzwasser. Wir haben von unserem 150 l Wassertank ca. 75 % verbraucht, der 210 l Tank ist noch zu 100 % voll (das Trinkwasser haben wir zusätzlich in Flaschen dabei.), da kann man sich schon mal was gönnen ;-). Dabei haben wir nach unserem Gefühl nicht gegeizt mit dem Wasser. Alle 2-3 Tage haben wir geduscht, erst mit Salzwasser, dann mit Süßwasser und Waschlappen nachgespült. 2 x tägliche Wäsche mit Zähneputzen, Händewaschen etc. ebenfalls mit Süßwasser. Das Wasser entnehmen wir aber immer über die Handpumpe aus den Tanks. So wird viel weniger Wasser entnommen, als wenn – wie sonst üblich – die elektrische Pumpe in Betrieb ist.

Das Etmal beträgt 138 nm.

 

Tag 20 (Freitag, 9.12.2016)

Markus:

Nacht auf Freitag: angenehmes Segeln, Wind ca. 20 Knoten (= 5 Beaufort), heller Mond, etwas weniger Wellen (Macbook bleibt ohne Festhalten auf Tisch stehen). Beim Sundowner gestern haben Elke und ich uns über die Zeit nach „unserem Jahr“ unterhalten. Was haben wir für Vorstellungen, Pläne, Gedanken? Schön ist, dass wir hier draußen in Ruhe, ohne Ablenkung und ohne Hektik unsere Gedanken formulieren können. So viel Zeit und Ruhe hatten wir zu Hause selten.

Noch 730 nm nach St. Lucia. Unser heutiges Etmal beträgt 144 nm.

 

Tag 21 (Samstag, 10.12.2016)

Elke:

Ärgerlicherweise ist eins meiner schönen selbstgebackenen Brote im Schapp verschimmelt. Wahrscheinlich hat es noch zu viel Feuchtigkeit ausgedunstet. Wir backen statt dessen Brötchen für das Adventsfrühstück morgen.

Oskar:

Heute haben wir die 5000 Seemeilen –Marke überschritten (seit Makkum). Deswegen gab es zum Frühstück Pfannkuchen. Heute hat es recht wenig geschaukelt , aber wir waren trotzdem 6 Knoten im Durchschnitt schnell.

Elke:

In der Nacht wurde es allerdings ruppig. Viel Wind, Wellen, nervender Kreuzschwell. Nachdem ich abends (glücklicherweise) das Schottbrett zum Niedergang wieder angebracht habe, bricht eine halbe Stunde später eine Welle ins Cockpit ein und überflutet es völlig. Unten kommen dank des Schottbretts nur ein paar Spritzer an.

Um 23.30 Uhr habe ich Wache, sitze im Salon und beobachte auf meinem Mobiltelefon die Anzeige des Plotters draußen (über WLan, sehr praktisch). 21 kn Wind, ok., 30 Sekunden später sind es aber 37 kn Wind! Ein Squall! Schnell Markus geweckt, rausgesprintet, die Genua von Handtuchgröße auf Gästehandtuchgröße gerefft. Unser Plotter hat leider einen Nachteil: Bei Regen macht sich der Touchscreen selbständig und schaltet auch schon mal den Autopiloten aus. Also im strömenden Regen die Touchsperre eingerichtet und dann wieder rein und alles dicht machen. Das war der einzige Squall in der Nacht, aber es bleibt ruppig und wir müssen aufmerksam Wache halten.

Über unsere Mobiltelefone können wir alle Schiffsdaten einsehen; wir haben sie über W-Lan mit dem Kartenplotter verbunden.

Anmerkung: Plotter mit bloßem Touchscreen sind zwar schick, im strömenden Regen hat man aber verloren. Unser Plotter (Raymarine Hybrid Touch) hat zum Glück auch noch einen Regler, eine Art Drehknopf, über den wir ihn mit ausgeschaltetem Touchscreen bedienen können.

In der Nacht haben wir Funkkontakt zu einer ARC-Yacht, der Mosaikk, die parallel zu uns fährt. In ihrer Comfortina 32 (9,50 m lang) wird das norwegische Paar ganz schön durchgeschaukelt. Wir sind alle froh, dass wir bald ankommen.

Der Mond nimmt wieder zu (wir sind bei Neumond losgefahren). Das ist schön, wir sehen zwar nicht mehr so viele Sterne, aber dafür begleitet uns der Mond einen Teil der Nacht und leuchtet uns auf unserem Weg (außer in den Squalls).

Unser heutiges Etmal: 140 nm.

 

Tag 22 (Sonntag, 11.12.2016)

Elke:

Der 3. Advent. Wir essen die letzten Plätzchen von Oma, den letzten Kuchen und hören eine CD mit schräger spanischer Weihnachts-Musik, die ich versehentlich in Las Palmas gekauft habe.

Und wir sind heute 3 Wochen auf See! Unglaublicherweise sind es nur noch absehbare 375 nm bis Saint Lucia. Dafür zeigt der Atlantik noch einmal alles, was er kann. Naja, nicht ganz, aber vieles: Wind, Böen, Wellen, Schwell und nachts Regen und Squalls. Die nächsten Tage bleiben laut Wetterbericht rauh, Wind bis 27 kn mit Böen bis 35 kn. Das wird noch anstrengend!

Das heutige Etmal: 142 nm (allerdings auf 25 Stunden, wir haben gestern nach 12.00 Uhr mittags die Uhr um 1 Stunde umgestellt. Noch eine Umstellung bis zur St. Lucia-Zeit).

Die Nacht bleibt rauh, laut und anstrengend.

Wir haben vor der Atlantiküberquerung im Schiff diverse Befestigungen und Halterungen angebracht. Diese erweisen sich bei dem Seegang als sehr hilfreich. Kein Glas oder keine Dose würde sonst auf dem Tisch stehen bleiben.

 

Tag 23 (Montag, 12.12.2016)

Elke:

Es bleibt windig, Böen bis 32 kn, Wellen ca. 3 m. Das sind ständig 6 – 7 Beaufort. Dafür tagsüber Sonne und schöne Passatwolken. Und ein riesiger Regenbogen. Wir bemerken unter dem Sitzpolster im Salon eine kleine feuchte Stelle. Es ist etwas Salzwasser eingetreten. Die Suche führt schnell zum schon seit längerem nicht ganz dichten Fenster im Salon, durch das bei Belastung ein wenig Wasser eindringt. Bavaria hat vier kleine Fenster in den Rumpf eingebaut (also nicht im Aufbau, sondern im Rumpf), durch die wir niemals hinausschauen (weil es so dicht über der Wasseroberfläche eh nichts zu sehen gibt und wir das vorbeigurgelnde Wasser auch nicht so gerne anschauen) und von denen mittlerweile drei nicht 100%ig dicht sind. Die Fenster müssen wir beim nächsten Werftbesuch abdichten lassen, vor der nächsten größeren Fahrt werden die Dichtungen vorsichtshalber mit einem Klebestreifen verstärkt.

Markus hat heute noch einmal den Windpiloten angeworfen, es aber, nachdem sage und schreibe innerhalb von 30 Minuten vier mal die Genua back geschlagen ist, frustriert wieder dran gegeben. Der Kurs vor dem Wind liegt dem Windpiloten nicht, er hat zu wenig Spiel für seine Schlangenlinien. Wir sind ziemlich enttäuscht, dass wir die 3500 Euro teure Anschaffung tatsächlich nur bei bestimmten Kursen und ziemlich viel Wind nutzen können. Und das bei optimalem Segeltrimm. So war das nicht gedacht. Wir steuern also weiter mit unserem elektrischen Autopiloten. Der läuft einwandfrei.

Das heutige Etmal beträgt 141 nm. Noch 215 nm bis St. Lucia!

Es ist ungemütlich, vor allem weil die hohen Wellen das Schiff schwer rollen lassen. Wir fühlen uns aber wohl und sicher in unserer Diana. Sie ist nicht nur ein ausgesprochen schönes Schiff mit viel Platzangebot, sondern segelt auch sehr gut und surft 1A über die Atlantikwellen, die achtern angerauscht kommen. Das ist immer wieder ein Erlebnis: Es erhebt sich von hinten eine Welle ca. 1,50 m – 2 m über Cockpithöhe, man fragt sich, ob das gut geht, doch das Heck des Schiffes hebt sich jedes Mal elegant in die Höhe und das Schiff surft über die Welle hinweg. Nur wenn die Wellen schon vorher gebrochen sind, platschen sie auch mal ins Cockpit. Das kommt im Moment glücklicherweise selten vor.

Markus:

Unsere Freunde von der StepbyStep sind heute in St. Lucia angekommen. Die JoEmi ist gestern angekommen; die Eleonore dürfte jetzt auch da sein. Wir planen die Ankunft für Mittwoch Vormittag.

In Erwartung der Ankunft haben wir heute im Schiff umgeräumt. Die Sachen, die wir im Vorschiff – Elkes und meine Kabine – gestaut haben, haben wir wieder in die freie Achterkajüte geräumt. Unter anderem unser Schlauchboot, das Kajak der Kinder, den Grill etc. Während der Passage schlafen wir gerne in der Achterkajüte, dort schaukelt es nicht so sehr wie im Vorschiff. Im Hafen, am Ankerplatz und auf ruhigeren Passagen schlafen wir aber lieber in unserer Vorschiffkabine, dort ist es wesentlich geräumiger.

 

Tag 24 (Dienstag, 13.12.2016)

Markus:

Die Nacht auf Dienstag ist wieder anstrengend. Starker Wind, der sich auf 25 – 30 Knoten eingependelt hat, in Böen auch mehr. Dazu hohe Wellen, die immer noch kreuzweise kommen. Im Schiff fühlt es sich an, als würde man mit hoher Geschwindigkeit mit dem Auto über eine Schotterpiste fahren. Alles rappelt. Elke weckt mich: Wir haben die Luke im Salon offen gelassen. Eine hohe Welle ist über das gesamte Deck gespült und hat ordentlich Wasser durch die Luke herein gebracht. Ich hätte nicht gedacht, dass die Wellen heute so hoch kommen. Wir wischen das Wasser auf und schließen die einzige noch offene Luke. Nun wird es noch schwüler und stickiger im Schiff.

Den ganzen Tag über bleibt es ruppig. Mehrere Squalls bringen sehr starken Wind und viel Regen.

Wir duschen alle mit Süßwasser aus unserer Cockpitdusche. Elke putzt Bad und Küche. Alle Zimmer werden aufgeräumt.

Abends gibt es Pasta mit Barilla Sauce und Parmesan. Nur noch 100 Seemeilen!

 

Tag 25 (Mittwoch, 14.12.2016)

Markus:

In der Nacht auf Mittwoch weiterhin schwierige Bedingungen. Teilweise starker Wind (bis in einer Böe 44 Knoten). Dann wieder nur 15 Knoten. Ständige Arbeit, Segel reffen, wieder rauslassen, Kurs korrigieren. Dann dreht der Wind oft, 30 Grad nach Nord, 30 Grad nach Süd. Unsere Genua schlägt öfters mit einem lauten Knall um. Wir machen uns Sorgen um das Segel, möchten es möglichst schonen. Aber von hier würden wir auch mit dem Motor in St. Lucia ankommen. Es sind nur noch 60 Seemeilen.

Morgens sichten wir Land. St. Lucia und Martinique. Weiterhin viele Wolken, Regen und hohe Wellen. Wir fahren gegen 11 Uhr lokaler Zeit um die Nordspitze von St. Lucia. Elke meldet uns bei der ARC Ziellinie über Funk an. In der Rodney Bay in St. Lucia befindet sich vor dem Hafen eine Ziellinie, bestehend aus einer Segelyacht und einer gelben Boje.

Um 11:59 Uhr lokaler Zeit passieren wir die Ziellinie.

Viele Schlauchboote unserer Freunde kommen uns entgegen, um uns zu begrüßen. Ein toller Empfang. Das Wetter ist auch wieder gut.

Um 13:00 Uhr machen wir in der Marina Rodney Bay in St. Lucia fest. Auch hier wieder ein toller Empfang. Die Crews von StepbyStep, Joemi, Eleonore, Freedom, Pierina und einige andere jubeln am Steg. Sogar die Crew der Noah ist gekommen. Es gibt Rumpunsch und einen Obstkorb.

Wir haben es geschafft!

Danke!

Vielen Dank für Eure  vielen lieben Grüße! Wir haben aktuell  noch kein vernünftiges Internet und können daher noch nichts auf den Blog laden.

Im Moment gewöhnen wir uns an das Landleben. Es gibt so viele Eindrücke, Farben, Gerüche, Menschen, Freunde. Heute Abend wird die ARC Abschiedsfeier stattfinden.

Tag 24: Ankunft in St. Lucia am 14.12.2016 um 12:00 Uhr

Wir haben noch kein vernünftiges Internet, daher nur ein erster kurzer Bericht.

Wir waren 23 Tage und 23 Stunden unterwegs, also ziemlich genau 24 Tage. 3180 Seemeilen sind wir gesegelt, deutlich mehr als die direkte Strecke von 2700. Es gab einen tollen Empfang hier, viele Segler sind uns schon mit Schlauchbooten entgegengekommen und dann gab es am Steg ein herzliches Wiedersehn. Es ist schön wieder grün zu sehen und normal gehen zu können und eine Nacht durchzuschlafen.

Schlüters glücklich in St. Lucia

Tag 23: Letzte Nacht auf See. Ankunft geplant Mittwoch, 14.12.16

Heute ist die vorerst letzte Nacht auf See. Morgen werden die Dianas nach 24 Tagen auf See wieder „Land sehen“.

Der Rum-Punsch bei Ankunft ist hoch verdient! Zudem ist die Teilnahme an der Abschlussfeier der ARC am 17.12. gesichert.  Das wird sicherlich eine große Party und ein schönes Wiedersehen mit den anderen Crews.

Noch 135 NM bis zum Ziel: Position am Tag 23

Wind & Wellen am Tag 22

Der Atlantik will es uns noch mal richtig zeigen. Starker Wind mit 6-7 Windstärken und hohe Wellen schütteln uns durch. Gestern nacht Squalls (kräftige, lokale Gewitterzellen), einer erwischte uns mit 37 Knoten Wind, gut Stärke 8. Da hätten wir unser Großsegel eh nicht gebraucht, Fock reicht völlig!
Bis St. Lucia bleiben uns diese Bedingungen wohl erhalten.
Die JoEmis sollten heute ankommen, StepbyStep morgen. Wir Mittwoch, wenn es so bleibt am Vormittag.
Liebe Grüße an Alle!

Markus, Elke, Oskar, Nestor

 seit Gran Canaria)
Position der Diana am 12.12.2016. Nur noch knapp 300 NM (bei bereits gesegelten 2.800 NM)

Weiter geht es (wenn auch etwas langsamer)

Auszug aus der Kommunikation mit der Diana am nächsten Morgen:

Das war schon ein gehöriger Schreck mit dem Großsegel. Zu dem Zeitpunkt war kein starker Wind, so um die 15 kn.

Wir haben es (vorerst) wie folgt gelöst:

  • Wir segeln mit der Genua weiter. Die haben wir mit dem Großbaum ausgebaumt mit einem Block an der Baumnock. So können wir die volle Fläche der Genua nutzen (43,5 qm) statt mit dem Spibaum nur ca. 3/4
  • Das Schothorn wollen wir nicht provisorisch flicken, da wir dabei auf jeden Fall weiteren Schaden anrichten würden, der dann in St. Lucia zusätzlich vom Segelmacher behoben werden muss
  • Die ARC Rallyleitung haben wir informiert
  • Mit voller Genua laufen wir ca.5 kn Speed bei 15 kn Wind, 6 kn bei 20 Knoten. Das muss reichen
  • Wenn wenig Wind ist, haben wir noch den Code Zero und ziemlich volle Tanks.

Heute Nacht dürften wir unter 1.000 sm liegen. Sind aktuell (18 UTC) auf 14.40 N, 42.31 W.

Ansonsten ist alles gut. Wir haben bestes Wetter, Sonne, etwas wenig Wind (so 12 – 15 Knoten).

Wir baden fleißig die Angelköder. Nur die Fische scheint es im Moment nicht zu interessieren.

Schreck in der Abendstunde

Gestern abend, die Familie guckte grade gemeinsam einen Film an, gab es einen lauten Knall: das Großsegel hat sich verabschiedet.

Das Schothorn – der Befestigungspunkt des Achterliekstreckers am achternen Ende des Segels – ist abgerissen. Das ist ein massives Metallteil. Kann nicht von uns genäht werden. Wir haben das Segel eingerollt und gesichert.
Wir segeln also mit der Genua weiter. Im Hellen wollen wir schauen, ob wir doch eine Notreparatur hinbekommen. Wenn nicht, bleibt es bei der Genua (langsam).

Halbzeit: Meldung vom Atlantik

Wir sind heute, am 1.12.2016, im Atlantik auf Position 13.57 Nord und 31.37 West. Das ist einige hundert Seemeilen westlich von den Kapverden. Wetter ist gut, sehr warm ist es hier. Nachdem wir bis jetzt die meiste Zeit moderate Winde hatten soll ab Freitag mittag der Wind zulegen, auf 5 – 6 und in Böen bis 7 Beaufort. Das ist dann schon viel, aber für uns noch o.k. Dabei kommt der Wind immer aus der richtigen Richtung, nämlich aus Nordost bis Ost, so dass wir quasi Rückenwind haben.

Uns geht es allen gut. Die Jungs machen Schule, lesen viel, hören Musik. Ab und zu schauen wir gemeinsam einen Film an. Wir Erwachsenen sind mit dem Schiff und den Segeln, Kontrolle und Wartung der Technik, Auswerten der Wettervorhersagen, Haushalt, Angeln, Lesen beschäftigt.
Daneben bleibt viel Zeit, um einfach aufs Meer zu gucken.
Freitag Nachmittag dürfte unser „Bergfest“ sein. Also die Hälfte der Strecke geschafft. Danach gehts nur noch bergab!
Aufgrund der Windsituation haben wir die Südroute über den Atlantik gewählt. Die ist mit ca. 3.000 Seemeilen länger, als die direkte Route mit 2.700 Seemeilen. Dafür sind die Passatwinde, also die beständigen Winde von Ost nach West, hier im Süden aber deutlich stabiler als im Norden.
Wir können jetzt auch einen Ausblick auf die Ankunft wagen und gehen davon aus, dass – wenn alles weiter gut läuft – wir etwa Dienstag bis Donnerstag übernächster Woche (13. – 15.12.2016) in St. Lucia ankommen werden.

Einsam ist es hier. Teilweise sehen wir tagelang kein anderes Schiff. Heute haben wir Funkkontakt zur Skiathos gehabt, einem deutschen Schiff vom Skipperteam Schoenicke. Dort fährt ein Skipper mit 7 Crewmitgliedern, die eine Koje für die Atlantikpassage mit der ARC gebucht haben. In der Karibik wechselt dann die Crew. Wie wir erfahren, ist ein Crewmitglied bei einem ungeplanten Stopp auf den Kapverden ausgestiegen, da es unter starker Seekrankheit litt. Wir freuen uns über den Kontakt und das Gefühl, hier unten nicht ganz alleine zu sein. Das weiße Mastlicht in der Nacht hinter uns leuchtet freundlich.

Was uns ein wenig Sorgen macht, sind die vielen Ausfälle, von denen wir hören. Ein Schiff hatte einen ungeklärten Wassereinbruch und ist gesunken, Crew vollständig gerettet. Ein anderes hat den Mast verloren. Eins hat das Steuerruder verloren. Mehrere haben Kommunikationsprobleme, bei einem ist der Wassermacher defekt. Mehrere Schiffe sind umgekehrt und nehmen wegen technischer Probleme nicht weiter an der ARC teil. Hoffen wir, dass bei uns alles „heil“ bleibt; bisher funktioniert alles am Schiff gut.

 

Laaaangsam geht es weiter… Tag 10

 

Position der Diana am Tag 10
Position der Diana am Tag 10

Es scheint recht windstill auf dem Atlantik zu sein. Die ersten beiden Boote sind zwar im Ziel, die Masse aber hat noch einen weiten Weg vor sich. Auf der ARC-Webseite steht dazu:

„The ARC fleet are also counting down the miles, slowly it must be said, as they skirt the mid-Atlantic low pressure system. “In the last 24 hrs we have had a swim in a flat calm, seen 2 whales breaching a couple of miles from the boat, a great evening meal and a comfortable night on a close reach in around 12kts breeze with all getting a good night’s rest!” writes Nisida, one of many boats making the most of the tranquil days out on the ocean. Here’s the crew of Almagores also enjoying a dip:“

windstille-auf-dem-atlantik

E-Mail von Bord der Diana

Hallo alle Daheim!

Wir sind nah an den Kapverden und werden wohl mitten durch fahren, östlich an Sao Nicolau vorbei. Haben schon seit Tagen kein anderes Boot gesehen. Bis eben, da hatten wir Funkkontakt mit der Stroller aus Norwegen. Die fahren nicht ARC und machen Stopp in Mindelo auf Kapverden, dann Karibik. Einen Stopp haben wir auch überlegt, reizvoll, aber werden wir wohl nicht machen. Da wir einen recht weiten Weg fahren (wegen Wind) brauchen wir wohl ohnehin ziemlich lange bis in die Karibik, und wir wollen ankommen bevor die ARC zu Ende ist.
Viele andere sind schon länger nach Westen abgebogen. Mal sehen, welche Entscheidung die Bessere war, nach unserem Wetterberater soll dort teilweise Flaute und wechselnder Wind sein.
Allen geht es gut!

LG Markus

Position am Tag 6 nördlich der Kapverden

Die Diana befindet sich am Tag 6 der Atlantiküberquerung nördlich der Kapverden. 761 NM (= nautische Meilen = Seemeilen; 1NM = 1,852 KM) sind bereits zurückgelegt. Bis zum Ziel in St. Lucia sind es noch knapp 2.200 NM. Das Bild zeigt die unterschiedlichen Kurse der teilnehmenden Schiffe. Während einige Skipper den direkten Weg in die Karibik wählen, halten andere zunächst auf die Kapverden zu. So auch Elke & Markus.

Allen an Bord geht es gut!

Position der Diana am 6. Tag der Atlantiküberquerung
Position der Diana am 6. Tag der Atlantiküberquerung

5. Tag auf See

Tag 5 (Donnerstag 24.11.2016)
Es wird wärmer. Mittlerweile sind wir schon auf dem 22.Breitengrad, weit südlich der Kanaren. Tag und Nacht tragen wir kurze Hosen, T-Shirt. Es fällt uns schwer, vorzustellen, wie es im Moment daheim in Deutschland im November ist. Grau wahrscheinlich. Aber auch vorweihnachtlich. Die Weihnachtsmärkte haben schon auf. Weit weg im Moment.
Bei gutem Wind, ca. 15 Knoten, kommen wir gut voran. Wir setzen Kurs genau auf die Kapverden. Weiter westlich soll Flaute herrschen. Die Wettervorhersagen holen wir über unser Iridium Satellitentelefon ein. Dies wird als Modem für den Computer verwendet. Die Datenmengen müssen aber sehr klein sein. Ein guter Passatwind soll erst noch weiter südlich herrschen, so um den 15. Breitengrad herum. Erst dort wollen wir nach Westen – Richtung Amerika – „abbiegen“. Wie Kolumbus.
Nachts Gänsehautfeeling. Ich sitze draußen im Cockpit und höre Pink Floyd (über Kopfhörer, die anderen schlafen in ihren Kojen). DIANA gleitet über die recht ruhige See mit raumem Wind dahin. Der Autopilot steuert. Bei nur ca. 10 Knoten Wind 6,0 – 6,8 Knoten Geschwindigkeit. Über uns ein riesiger Sternenhimmel. So habe ich die Sterne noch nie gesehen. Sie reichen bis an den Horizont herunter. Kein Licht stört. Mehrere Sternschnuppen. Das Kielwasser leuchtet durch fluoreszierendes Plankton. Seit mehreren Stunden haben wir kein anderes Schiff mehr gesehen. Wir scheinen hier ganz allein zu sein. Wahnsinn!

Atlantiküberquerung

Am Sonntag dem 20.11.2016 hat nun die Überquerung des Atlantiks von Gran Canaria nach St. Lucia in der Karibik begonnen. Der Startschuß zur ARC ist am Nachmittag des 20.11. erfolgt. Während der Zeit auf dem Atlantik können Elke & Markus ausschließlich mit dem Satellitentelefon Daten übertragen. Dies geht nur in „kleinen Mengen“, dauert lange und ist relativ teuer. Sie wollen versuchen, gelegentlich eine kurze Textnachricht an mich (Gregor) zu senden, damit ich diese dann in dem Blog veröffentlichen kann.

Bis zum Eintreffen der ersten Nachricht übe ich nun schon mal mit dem System von WordPress. Anbei einige Screenshots, die ich mit Hilfe der YP Races App gemacht habe und die den Verlauf der ersten Tage und die beteiligten Schiffe zeigen. Ein tolles Tool! Sicherlich werden sich die Entfernungen der Schiffe zueinander in den nächsten Tagen deutlich vergrößern. Aber noch liegt der „Startschuß“ ja gerade erst zwei Tage zurück.

Kurz nach dem Start des ARC am 20.11.2016
Screenshot vom 21.11.2016
So sieht es am 22.11.2016 aus der Luft aus

Noch eine Nachricht vor der Abfahrt

Morgen, Sonntag 20.11.2016, legen wir ab in Richtung Karibik. So ganz können wir uns das noch nicht vorstellen, drei Wochen nur auf See zu sein. Im Moment ist es eine Mischung zwischen Ängsten, Aufregung und Spannung.

Viele „Seetramper“ möchten noch gerne mitfahren.

Hoffentlich finden die beiden noch ihr Schiff.

Wir haben noch einige Sachen eingekauft, hier auf dem zentralen Markt in Las Palmas.

Im Real Club Nautico gab es am Freitag eine Abschiedsfeier.

Heute,  am Samstag,  gab es noch das Skippers Briefing,  in dem  wir über die Rally-Bedingungen (die ARC ist ja eine Regatta,  wir sehen das allerdings vorrangig nicht so sehr sportlich, uns geht es hauptsächlich ums Ankommen) und die aktuelle Wettervorhersage informiert wurden.

Auf unserem Steg werden  die letzen Vorbereitungen  getroffen.

Und abends gibt es noch ein Abschieds-Feuerwerk. Jetzt kann es los gehen.

In den nächsten 3-4 Wochen werdet ihr wenig von uns hören.

Wer möchte, kann uns aber verfolgen über die App YB Races. Kostenlos herunterladen und dort auf ARC gehen und DIANA suchen.

Verfolgen könnt ihr unsere Route auch über die Homepage www.worldcrusingclub.com. Dort stehen auch ein paar Berichte über die Aktivitäten hier.

Vielen Dank an euch alle, die uns per WhatsApp, Mail, Blog alles Gute gewünscht haben!! Das hat uns sehr gefreut!

Also, bis bald!

In drei Tagen geht es los!

Am Sonntag, 20. November 2016, 13.00 Uhr, startet unser Atlantikabenteuer! Nur noch gut drei Tage bis zum Start. Die Aufregung und Anspannung steigt. Ca. 20 – 25 Tage werden wir fernab der Zivilisation auf dem Atlantik unterwegs sein, bis wir St. Lucia in der Karibik erreichen.

Heute hat eine beeindruckende  Rettungsübung der spanischen Küstenwache stattgefunden. Segler wurden – als Übung – per Helikopter von ihrem Schiff abgeborgen.

Am Steg ist jetzt täglich  ein grosses Gewusel. Es wird gepackt, geschraubt, repariert.

Wir lassen die Getränke anliefern. Frische Sachen kaufen wir auf dem Markt; haltbare haben wir bereits mit unserem Mietwagen besorgt.

Ich bestelle noch ein persönliches Wetterrouting für Sonntag bei Wetter-Welt.

Überraschungsbesuch: Meine Eltern Doris und Bernd und mein Bruder Gregor kommen, um uns alles Gute zu wünschen. Schön!

Gregor haben wir direkt eingespannt,  um den Bewuchs an unserem  Boot zu entfernen. Nach fast  3 Wochen im Hafen ist einiges gewuchert.

Es wird fleißig weiter gefeiert. Die Kinder bekommen auf der Kostümparty einen Preis für das schönste Kostüm. Vorher am Sonntag gab es eine offizielle Eröffnungsfeier mit einer Parade aller Teilnehmer nach Nationalitäten sortiert. Alemania läuft ganz vorne weg,  hinter einer Vertreterin  der Inselregierung von  Gran Canaria und dem Gouverneur  von Saint Lucia.  

Die Kinder machen sich bereit.

Wir als echte Kölner sind natürlich für alle  Eventualitäten gewappnet und haben immer eine Verkleidung parat.

Las Palmas und die ARC

 

Wir haben die Startnummer 207 bei der Atlantic Ralley for Cruisers. Unsere DIANA haben wir mit Flaggen geschmückt, wie die meisten Schiffe, die bei der ARC starten.

Wenn Ihr unsere Atlantiküberquerung verfolgen möchtet: Wir haben für die ARC einen sogenannten Tracker an Bord von YB Races. Mit diesem kleinen Gerät wird unsere Position ständig angezeigt. Ihr könnt schon mal gucken, der Tracker ist eingeschaltet und wir sind unter Diana zu finden. Es gibt zwei Möglichkeiten.

  • Auf der Homepage http://www.worldcruising.com . Dort unter ARC suchen. Auf der Homepage steht auch einiges über die Aktivitäten, die im Moment hier in Las Palmas stattfinden.
  • Die kostenlose App YB Races laden. Dort unter Races auf ARC gehen.

Schöner Blick von unserem Liegeplatz. Aber es ist natürlich auch sehr städtisch hier, direkt vor dem Hafen liegt eine sechsspurige Schnellstraße. Dafür gibt es aber auch fast alles zu kaufen, was wir für das Schiff oder auch ansonsten brauchen. Elke war z.B. bei Ikea um Weihnachtsschmuck zu kaufen. Der örtliche Yachtausrüster Rolnautic ist das Lieblingsgeschäft. Der Laden ist wirklich gut sortiert.  Zur Zeit der ARC macht er wohl den Umsatz des Jahres, jeder kauft noch etwas dort, lässt etwas reparieren etc. Zum Dank schmeißt der Inhaber eine große Party, auf welcher wir gestern (11.11.2016) waren.

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Besonders gute Kunden bekommen ein persönliches Foto mit dem Inhaber von Rolnautic. Hier Andre und Oliver ….

Blick in die andere Richtung.

Wir besuchen eine Vielzahl von Seminaren. Unter anderem über Wetter und Route auf dem Atlantik, Segeln mit zwei Personen (bei uns: Zwei Erwachsene), Vorwindtaktik, Rigg, u.s.w.

Dann wird fleißig eingekauft. Mehr und Mehr. Es soll übrigens noch keine Crew auf dem Atlantik verhungert sein, lernen wir auf dem Verpflegungsseminar…..

Jerry the Rigger kommt zu einem Rigg-Check vorbei. Sicher ist sicher.

Auch andere Crews sorgen für den Atlantik vor. Diese netten Segler haben auf jeden Fall die Kanister gut gefüllt.

Der Kat von Knut an unserem Steg. Ein Outreamer, fast 60 Fuß lang und sehr schnell. Er ist Profisegler. Im Moment ist er mit Familie auf dem Schiff. Die Atlantiküberquerung macht er mit fünf weiteren Profiseglern. Wahrscheinlich werden Knut und seine Freunde um den „Sieg“ bei der ARC mitsegeln und maximal die Hälfte unsere Zeit brauchen. Überhaupt gibt es hier eine ganze Menge unterschiedlicher Schiffe zu sehen. Vom „normalen“ Fahrtenboot wie unserem bis hin zu 85 Fuß Rennyachten.

Wir machen Ausflüge mit unserem Mietwagen, um uns Gran Canaria anzusehen. Leider bleibt es bei nur zwei größeren Touren, da wir insgesamt viel Zeit mit der Vorbereitung unserer großen Fahrt verbringen.

Abends wird hier fast immer gefeiert. Es gibt täglich mindestens den Sundowner, bei welchem sich die Crews treffen. Dazu aber auch einige Partys, z.B. ausgerichtet von der Stadt Las Palmas oder von Sponsoren.

 

 

Auf Gran Canaria (Oskar)

Also,

bisher fande ich es auf Gran Canaria recht schön. Wir liegen hier im Hafen neben der Step by Step Und der Joemi, was wir Kinder sehr toll finden. Wir haben auch schon neue Freunde gefunden, nämlich Mattis (7 Jahre alt) und Emma (4 Jahre alt). Beide leben auf dem Schiff Eleonore, welches auch mit der ARC fährt. Nestor hat sich besonders viel gefreut, weil er einen Gleichaltrigen gefunden hat. Ich habe hier auch einen 12 Jahre alten französischen Jungen gefunden der mit seinen Eltern und seinem riesigem Katermaran (und seiner Katze) auch mit der ARC über den Atlantik fährt. Als wir hier im Hafen angekommen sind, waren wir recht fröhlich, sind allerdings erstmal im Boot geblieben. Später sind Nestor, Robin und ich an den Strand gegangen. Wir haben dort ein Volleyballnetz und zwei Fußballtore endeckt, also haben wir direkt mal Fußball gespielt. Der Strand ist sehr unspektakulär, weil er ein Stadtstrand ist. Am nächsten Tag bin ich alleine an den Strand gegangen, weil Nestor und Robin nicht an den Strand wollten. Ich habe Mattis von der Eleonore gefragt, ob er mit will, allerdings war er  schüchtern, deswegen konnte ich keine klare Antwort kriegen. Später kamm er  zum Strand mit der Crew von der Joemi, die an diesem Tag angekommen sind. Am Abend (Halloween!:))wurden wir von unseren Eltern geschminkt und gingen dann an den Stegen herum um nach Süßigkeiten zu fragen. Am Ende waren unsere Tüten randvoll. Ein paar Tage später wollten wir 5 Stunden wandern gehen, aber wir hatten die falschen Klamotten an (Es war in den Bergen). Also haben wir eine kürzere Wanderung gemacht. Diese Wanderung war sehr schön und sehr viel im Grünen. Am Abend hatt dann noch Robin bei uns übernachtet. Am nächsten Tag ist die ARC+ losgefahren, die wir auch verabschiedet haben. Kurz nachdem die ARC+ losgefahren ist, hat es angefangen ziemlich doll zu regnen, also sind wir auf die Boote unserer Freunde gegangen. Ach ja, die Marina ist ziemlich groß.

Nach Gran Canaria

Am 29.10.2016 machen wir um 11.30 Uhr die Leinen los. Es geht Richtung Gran Canaria.

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Nach fast drei Wochen verlassen wir die Marina Rubicon und Lanzarote. Die Marina ist wirklich empfehlenswert, schön angelegt,  mit Pool,  gar nicht teuer und es ist – entgegen der Gerüchte – kein Problem,  Wäsche auf dem Boot aufzuhängen. Wir haben viel  gesehen und wieder viele Leute kennengelernt. 

Das karge Lanzarote ist nicht jedermanns Sache.  Ich käme sicher nicht auf die Idee, dort hinzufliegen und zwei Wochen Urlaub zu verbringen. Aber mit Schiff und in der Marina ist es prima.

Einen Tag vor der Abreise raffen wir uns auf und machen einen Segelausflug zur Isla de los Lobos gegenüber von Fuerteventura. Mittlerweile ist es uns nämlich viel  zu mühsam,  für nur einen Segelnachmittag alles klar zu machen. Das geschieht mittlerweile eigentlich nur für längere Strecken. Es macht aber Spaß zwischen  Lanzarote und Fuerteventura herum zu cruisen.

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Die Isla de los Lobos hat ihren Namen von den dort mittlerweile  leider ausgestorbenen Mönchsrobben. Wir segeln einmal um die Insel herum und üben einige Mensch-Über-Bord-Manöver,  die gut klappen.

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Dann wollen wir an den Papagayos-Stränden ankern,  aber es fängt mal wieder an zu regnen. Daher geht es zurück in den Hafen und,  da die Sonne wieder scheint, zum Abschied noch einmal in den Pool.

Mittlerweile kommt uns eine Fahrt über Nacht von 19 Stunden gar nicht mehr so lang vor. Hier in der Nähe von Gran Canaria muss man allerdings mehr aufpassen als auf unserem letzten längeren Törn. Viel Verkehr,  jede Menge  große  und schnelle  Schiffe streben  nach Las Palmas. 

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Trotzdem bleibt noch viel Zeit den Nachthimmel mit unzähligen  Sternen zu bewundern. Vermeintliche Wölkchen entpuppen sich als wahre Sternenklumpen,  wahrscheinlich weit entferne Galaxien. Wir ziehen eine funkelnde  Spur phosphorizierenden Planktons hinter uns her. Was will man mehr?

Na gut, es gibt schon das eine oder andere. Wenn z.B. der vor der Abreise neu gekaufte Kopfhörer mit Bluetooth nicht direkt nach dem ersten Fall aus dem Schrank den Geist aufgegeben hätte, dann könnte ich jetzt wie lange gewünscht unter dem Sternenhimmel die Dark Side of the Moon hören. Aber das kommt noch.


imageNach mehreren Wachwechseln und recht ereignisloser Fahrt kommen wir um 9.00 Uhr morgens in der Marina von Las Palmas an. Unser letzter europäischer Hafen…! Ein krasser Unterschied zu Lanzarote. Hier wimmelt es vor ARC- und ARC +-Schiffen. Die ARC+  fährt von Gran Canaria aus nicht direkt in die Karibik, sondern zunächst zu den Kapverden und verbleibt eine Woche dort. Daher segelt die ARC+ bereits am 6.11.2016 los.

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Die kommunale Marina ist komplett voll, nebenan die vierspurige Schnellstraße und die Autobahn und eine Großstadt mit rd. 400.000 Einwohnern. Wir bekommen einen Platz auf dem family-pontoon zugewiesen, was wir natürlich super finden. Und wer legt direkt neben uns an? Die Step by Step. Und am nächsten Tag daneben? Die Joemi. Besser hätte es nicht kommen können. Zudem sind hier noch einige andere (für einen family-pontoon nicht ausgesprochen viele) Kinder aus Deutschland, Norwegen und Spanien. Die Kinder sind seelig und springen von einem Boot zum anderen.

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Von links: Johanna, Nestor, Robin, Oskar, Emilia

Am 31.10.2016 wird Halloween gefeiert. Die Kinder ziehen los und kommen mit vollen Tüten zurück. Ob wir Kölner an St. Martin mit Laternen genauso so viel Erfolg haben werden? Wahrscheinlich nicht, das müssen wir uns für nächstes Jahr in Köln-Poll aufheben.

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Huh, unheimlich

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Oskar und Nestor spülen seit einiger Zeit 1 x täglich nach dem Frühstück.

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In Las Palmas de Gran Canaria gehen wir nett essen. Die Speisekarten sind hier erfreulicherweise nur in Spanisch, in Lanzarote waren sie immer dreisprachig.

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Der Stadtstrand.

 

Auf Lanzarote

Am Montag, 10.10.2016, sind wir in der Marina Rubicon in Lanzarote angekommen. Heute, 26.10.2016, sind wir also schon 16 Tage hier. Hört sich ganz schön lange an, aber für uns vergeht die Zeit wie im Fluge. Schön ist es hier, meist sehr angenehm warm, so um die 25 – 30 Grad. Viele Segler sind bis hier gefahren und haben ihren festen Liegeplatz hier genommen. Einige Segler berichten, dass sie ursprünglich auch bis zur Karibik wollten, dann aber hier auf den schönen Kanaren geblieben sind.

Da bei uns bisher alles recht gut verlaufen ist und alle bereit sind, haben wir uns endgültig entschlossen, die Überquerung des Atlantiks in Angriff zu nehmen. Wir haben gehörigen Respekt vor der ca. 20 – 25 Tage langen Strecke. Das ständige Schaukeln des Bootes auf langen Passagen, die Wetteränderungen, der wenige Schlaf …. wir werden uns daran gewöhnen müssen. Aber wir glauben alle – Kinder und Eltern – , dass wir es schaffen werden und wir freuen uns auf die Karibik und die gemeinsame Erfahrung! Auch glauben  wir, dass sich so eine Gelegenheit wie jetzt so schnell nicht wieder ergeben wird und wir die Chancen nutzen sollten, die sich uns bieten.

Wir bereiten uns also und unsere DIANA auf die weite Reise vor. Der Code Zero, dass große Vorsegel, hatte sich vertörnt und muss noch einmal richtig angeschlagen werden. Das geht bei wenig Wind im Hafen.

Nestor hat die täglichen Aufgaben der Kinder – die vor dem Treffen mit ihren Freunden am Nachmittag zu erledigen sind – in einer Liste zusammengefasst.

Die Marina Rubicon hat eine gute Werft. Darauf hatten mich andere Segler hingewiesen. Wir lassen einen Motorservice machen. Neue Filter, neues Motoröl, Getriebeöl (alles original Volvo Teile und Öle) und Arbeitsstunden kosten zusammen € 180,-. Ein fairer Preis für gute Arbeit!

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Im Mast bringe kontrolliere ich alle Befestigungen und bringe Heizungsrohrverkleidungen an den Salingen (die Querverstrebungen am Mast) an. Dies zum Schutz des Großsegels, da es auf Vor-dem-Wind-Kursen gegen die Salinge drückt und dann wohl Schäden durch Scheuern erleiden kann. Andre von der StepbyStep hilft mir, danke lieber Andre!

Wir haben gemerkt, dass uns unterwegs Staumöglichkeiten fehlen. Getränkebecher etc. konnten wir nirgends abstellen, durch das Geschaukel fielen sie direkt um. Also bringen wir im gesamten Schiff Staufächer an.

In Lanzarote haben wir nette gesellige Abende mit den Crews von StepbyStep, Joemi und Electra.

Die weltbeste Yachting-Bar ist auch hier 🙂

Oliver präsentiert uns seine große Auswahl an Ködern. Da sind echt einige Riesenteile dabei für die Jagd auf die ganz großen Burschen! Wir haben jedenfalls alle viel Spaß an dem Abend auf der Joemi.

Die Kinder amüsieren sich auch und verabreden sich zu einer gemeinsamen Übernachtung.

Mit unserem Mietwagen machen wir einige Ausflüge. Der Famara Strand in Lanzarote.

Hier hat es große Wellen, so dass zahlreiche Surfer den Strand lieben. Zum Schwimmen für uns ist es etwas gefährlich.

Das ehemalige Wohnhaus von Caesar Manrique, heute eine Stiftung und der Öffentlichkeit zugänglich. Nachdem Manrique lange in New York gelebt und gearbeitet hat, kehrte er Ende der 1960er Jahre auf seine Heimatinsel Lanzarote zurück. Hier hat er viele eindrucksvolle Bauten geschaffen.

 

Nach Fuerteventura fahren wir mit der Fähre. Die Insel ist nur ca. 30 Minuten von unserer Marina entfernt. Leider gibt es im Norden Fuerteventuras keine guten Anlegemöglichkeiten für unsere DIANA.

Wir gehen an die tollen Stränden und Dünen bei Coralejo. Dort verbringen wir einen tollen Strandtag. Abends geht es wieder in unseren Hafen zurück.

Wir möchte mal ein richtig dickes Motorboot mieten? Gibt es auch in der Marina Rubicon.

Der Sonnenuntergang am Dienstag, 25.10.16, lässt schon schlechtes Wetter erahnen. Seit Montag regnet es hier gelegentlich, dann aber sehr heftig.

Mittwochmorgen regnet es heftig und es stürmt. Bis Freitag soll eine Schlechtwetterfront durchziehen. Samstag soll es wieder besser sein. Dann wollen wir nach Gran Canaria aufbrechen, von wo am 20.11.2016 die Atlantic Ralley for Cruisers zur Überquerung des Atlantiks startet.

 

 

Ausflug zu den Montanas Fuegos –  den Feuerbergen

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Am Dienstag,  den 18.10.2016,  machen wir mit den Crews der Step by Step und der Joemi einen Ausflug in die Montanas Fuegos,  die Feuerberge. Die Crew der Joemi haben wir hier in der Marina Rubicon kennengelernt,  Sabrina und Oliver und ihre Töchter Emilia und Johanna segeln mit ihrer Amel 53  auch mit der ARC in die Karibik.

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Bevor wir uns in die Vulkanwüste aufmachen,  vertrauen wir uns den hiesigen Wüstenschiffen an und machen einen Dromedarritt. Eine Vielzahl von Dromedaren in Karawanen von rund 10 Tieren tragen Touristen über einen 15minütigen Rundpfad durch die schwarze Lavaasche. Interessante Erfahrung,  es schaukelt ziemlich in luftiger Höhe,  aber keiner wird seekrank  (wobei wir in der Hinsicht natürlich abgehärtet sind). Dromedare können sich zum Auf-  und Absteigen hinknien,  sie wuchten zuerst ihre Hinterbeine in die Höhe oder knicken ihre Vorderbeine ein,  in beiden Fällen wird man munter nach vorne geschleudert. Die Eltern halten sich fest und die Kinder finden es super und wollen direkt noch mal!

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Danach geht es zum Besucherzentrum im Nationalpark Timanfaya. Zunächst zahlt man an einer Schranke und steht eine halbe Stunde in einer langen Autokolonne auf der Straße. Dass man den Nationalpark besser nachmittags besucht,  weil morgens die Reisebusse dort eintreffen,  haben wir in der Schlange im Reiseführer gelesen… Im Besucherzentrum haben wir zuerst an der dreiviertelstündigen Bustour durch die Lavafelder teilgenommen. Lanzarotes Süden ist im 18. Jahrhundert durch 6 Jahre andauernde vulkanische Eruptionen wahrlich verwüstet worden. Ein Viertel der Insel ist seitdem mit meterhoher Schlacke bedeckt. Im Nationalpark fährt man durch sehr eindrucksvolle Lavalandschaften, schwarze Stricklava,  hohe Krater, roter Sand,  kein Grün und auf den ersten Blick auch kein Leben. Im Reiseführer lesen wir,  dass der Film Planet der Affen seinerzeit auf Lanzarote gedreht wurde und das kann man sich gut vorstellen. Es ist schon eine eigenartige spezielle Landschaft. Leider kann man die Gegend nicht auf eigene Faust zu Fuß erkunden,  es ist nur die schmale Straße,  auf der die Busse fahren,  angelegt worden. Querfeldein zu gehen, ist fast unmöglich und außerdem nicht erlaubt.

p1020061Da steht Salida de Emergencia, d.h.Notausstieg im Busfenster. So sieht es tatsächlich dort aus.

p1020062Und so.

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Und so.

Für uns pittoresk, aber wie schrecklich muss es für die Einwohner gewesen sein, nach 6 Jahren der Evakuierung ihre Heimat so vorgefunden zu haben. Und obschon die Flechten eifrig das ihrige tun und rackern, um Mutterboden zu erzeugen, wird es noch  einige hundert Jahre dauern, bis die Gegend wieder halbwegs fruchtbar sein wird.

Nach Rückkehr ins Besucherzentrum bestaunen wir die eine und andere Vorführung. Es wird z.B. Wasser in Lavaschlote geschüttet, das Sekunden später in sog. Isloten meterhoch in den Himmel schießt.

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Die Erde ist stellenweise so heiß,  dass Reisigzweige,  die in eine Vertiefung in den Boden gesteckt werden,  nach kurzer Zeit lichterloh brennen.

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Und wir bestaunen den Lavagrill,  in dem die Wärme zum Grillen von Hähnchenschenkeln und Sardinen genutzt wird.

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Das Logo des Nationalparks, gestaltet von Ceasar Manrique

Steckbrief Lanzarote (von Oskar)

Lage: Lanzarote ist die nordöstlichste Insel der Kanaren. Sie liegt auf gleicher Höhe wie die Sahara. Zur afrikanischen Küste sind es 125 km, bis zur Nachbarinsel Fuerteventura sind es 11 km.

Breitengrad: circa 28-29 Grad Nord

Längengrad: circa 13 Grad West

Geografie:  Lanzarote ist durch Vulkanausbrüche entstanden. 1730-1736 gab es mehrere schwere Ausbrüche, die ein Viertel der Insel verschüttet haben. Die letzten Ausbrüche gab es 1824.


Bevölkerung: Lanzarote hat 140.000 Einwohner.

Verwaltung: Lanzarote gehört, wie alle anderen Kanarischen Inseln,  zu Spanien.

Wirtschaft: Wegen der unzähligen Vulkanausbrüche kann nur ein Viertel des Bodens bebaut werden. Es gibt nennenswerten Weinanbau. Weiterhin gibt es eine große Fischfangflotte.

Größe: Lanzarote hat eine Fläche von 795 qkm und ist die viertgrößte Insel der Kanaren. Die Vorinseln von Lanzarote haben eine Größe von 27 qkm (La Graciosa), 12 qkm (Alegranza) und 1qkm (Montana Clara).Lanzarotes größte Länge ist 60 km, die größte Breite ist 22 km.

Tourismus: Die Urlaubszahlen haben sich in den achtziger und neunziger Jahren explosionsartig gesteigert. Wurden 1980 noch deutlich unter 200.000 Gäste gezählt, besuchten 2005 bereits 1,7 Mio. Fremde jährlich die Insel. Über  70.000 Fremdenbetten gibt es derzeit auf Lanzarote, aufs Jahr gerechnet halten sich durchschnittlich 40.000 Touristen täglich auf Lanzarote auf.

Madeira – Porto Santo

Noch ein Nachtrag zu der Zeit auf Madeira und Porto Santo (bis Samstag, 8.10.2016).

 

In Funchal besichtigen wir die Quinta Boa Vista, die direkt neben unserem Haus liegt. Hier gibt es eine überwältigende Blumenpracht. Die Quinta gehört einer alteingesessenen englischen Familie. Teilweise sind die Gebäude etwas verfallen. Die Blumenbeete sind dafür umso mehr gepflegt. Wir werden angesprochen vom Sohn des Hauses (in Gärtnerkleidung). Er spricht sogar passabel Deutsch und weist uns – zu Elkes großer Freude – auf einen blühenden Ingwer hin.

Zu Elkes Geburtstag am 5.10.2016 bereiten die Männer und Jungs ein schönes Geburtstagsfrühstück.

Übrigens, wer einmal das nette Haus in Funchal mieten will: Es ist die Villa Catanho, wir haben sie über Booking.com gemietet. Die direkte Adresse des Vermieters – er spricht hervorragend Englisch – ist: acatanho73@gmail.com. Das Haus hat 5 Betten in drei Schlafzimmern,  ein Bad mit Badewanne und Dusche, Wohnzimmer und Küche. Dazu Waschmaschine und gutes Wifi. Nur 15 Minuten vom Hafen entfernt und trotzdem ruhig im Grünen gelegen. Und nicht teuer!

Nachmittags kommen die Schulzens vorbei und wir gehen gemeinsam zum Geburtstagsessen in die Altstadt von Funchal.

Am Donnerstag, 06.10.2016, fahren wir morgens früh von Madeira zurück mit der Fähre nach Porto Santo.

Auf der Fähre planen wir unser Bild, das wir auf die Hafenmauer malen wollen. Traditionell malen die Crews der in Porto Santo ankernden Yachten ein Logo auf die Hafenmauer.

Und so sind wir auf der Hafenmauer verewigt.

Man beachte auf die bayerischen Segler neben uns. Die Fifth Element -das Bild direkt neben Elke – haben wir später in Lanzarote getroffen. Es sind Finnen, die mit kleineren Kindern unterwegs sind.

 

 

Auf Wiedersehen Porto Santo! Am Samstag, 8.10.2016, verlassen wir die Insel Richtung Lanzarote. Hier das Schiff unserer holländischen Nachbarn, die während unserer Abwesenheit ein Auge auf unsere DIANA geworfen haben.

Nach Lanzarote

Am Samstag, 8.10.2016, sind wir von Porto Santo /Madeira nach Lanzarote aufgebrochen. Um 10 Uhr legen wir ab. Die Crews zahlreicher Nachbarboote stehen am Steg und helfen uns und winken. Hier war es wirklich schön und wir haben viele nette Segler kennengelernt.

Montag, 10.10.2016, kommt morgens um 8 Uhr Lanzarote in Sicht. Die Strecke betrug 290 Seemeilen, also ca. 2 Tage und 2 Nächte. Mittlerweile kommt uns das gar nicht mehr ganz so lange vor.

Hier ein kleiner Film von der Tour. Am Anfang war recht wenig Wind und wir sind mit dem Code Zero, unserem großen Leichtwindsegel gefahren. Einfach draufklicken!

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Um 12 Uhr liegen wir fest in der Marina Rubicon an der Südspitze von Lanzarote. Insgesamt eine schnelle und gute Fahrt.

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Rubicon ist eine schicke Marina, sogar mit Pool!

Madeira

 

Dienstag, 04.10.2016 (Markus)

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Für Elke haben wir in Madeira einen guten Verband gefunden. Es wird besser!

Wir brauchen für DIANA eine Leimholzplatte. In Porto Santo war so etwas nicht zu bekommen. Ich (Markus) frage Adelino, den Vermieter unseres Hauses in Funchal. Der schickt seinen Vater vorbei, der mich heute morgen mit dem Defender abgeholt hat. Wir fahren zu einem Sägewerk außerhalb von Funchal. Dort gibt es alles, was wir brauchen, auch zugeschnitten.

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Herr Catanho bringt mich zum Haus zurück. Super, Dankeschön! Wir haben einen netten Vormittag zusammen verbracht.

Montag, 3.10.2016 (Elke):

Wir fahren zum Cabo Girao, einer der höchsten Klippen Europas. Auf 580 m gibt es einen Skywalk, den außer uns auch jeder andere Tourist auf Madeira absolviert – gefühlt gerade gleichzeitig. Aber der Skywalk hält und auch die Höhenangstgeplagten unter uns (ich sage nicht, wer) meistern die Herausforderung mit Bravour.

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Sonntag, 2.10.2016 (Elke):

Wir nutzen unseren Mietwagen (hier ein Bild)

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Ein Mann und sein Auto

für eine große Insel-Rundfahrt. Von Funchal aus geht es in die Berge nach Serra de Agua. Die Strecke ist sehr eindrucksvoll, es geht auf und ab und es gibt spektakuläre Aussichten.

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Von Serra de Agua geht es über den Pass auf die Hochebene.

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Beim Pico Ruivo machen wir eine kleine Wanderung mit Picknick.

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Dann geht es weiter bis Porto Moniz an der Nordküste. Dort gibt es ein sehr schönes Meerwasserschwimmbad, in dem Markus und die Kinder ausgiebig schwimmen gehen.

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Für mich ist Schwimmen mit der gebrochenen Schulter leider noch nicht angesagt. Dafür nerve ich mit Hingabe sämtlichen spanischen Behörden, um eine Ankergenehmigung für die Insel La Graciosa zu bekommen. Es ist zwar noch nicht klar, ob wir tatsächlich auf La Graciosa ankern oder wegen meiner Schulter direkt nach Lanzarote in eine Marina segeln werden.

Die Marina auf La Graciosa scheint ziemlich speziell zu sein. Die Navigations- und Lande- bzw. Ankererlaubnis zu bekommen, ist schon eine Herausforderung. Wenn man wider Erwarten tatsächlich einen Platz in der Marina – mit Wasser, aber ohne Strom – bekommen sollte, muss man unbedingt beachten, so steht es in jedem Handbuch und berichtet jeder dort Gewesene: Auf gar keinen Fall und unter gar keinen Umständen und sei der Notfall auch noch so groß, die (Singular) Toilette in der Marina benutzen…!)

Nachdem ich keine Antwort auf meine Anfragen bekommen habe, hat mich natürlich der sportliche Ehrgeiz gepackt.

Über Sao Vicente geht es zurück. Ein schöner Ausflug.

Das Ronaldo-Museum


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So wird man ein guter Fußballspieler

Am Freitag, den 30.9.2016 waren wir im Ronaldo-Museum in Funchal. Christiano Ronaldo ist in Funchal (Madeira) aufgewachsen. Sein Museum ist direkt am Hafen, und sieht toll aus. Der Name des Museums ist CR7, weil CR7 die Abkürzung für Christiano Ronaldo und seine Trikotnummer 7 ist. Im Museum gibt es sehr viele Pokale, die er während seiner Karriere gewonnen hat.

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Außerdem werden in seinem Museum noch mehr als 40 Fußbälle ausgestellt.Dort war außerdem noch eine Wachspuppe die genau so aussah wie er.

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Vor dem Museum war auch noch eine Statue, die allerdings gar nicht aussah wie er. Wir (Nestor und ich) konnten auch noch ein Foto machen lassen, mit einer Projektion von Ronaldo, das wir gekauft haben.

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Sehr interessant fand ich auch den Pokal von der Europameisterschaft 2016, die Portugal gewonnen hat.


Es gab auch einen Fernseher, auf dem man viele Videos und Fotos von Ronaldo angucken konnte. Die Videos und Fotos kommen aus den Jahren 2002 bis 2016.

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An der Kasse konnte könnte man jeden möglichen Krimskrams von Ronaldo kaufen, z.B. Uhren, Trikots, Schlüsselanhänger usw. Neben dem Museum steht ein CR7 Hotel, das auch ihm gehört.

Ich habe auch ein Video zum Ronaldo-Museum auf YouTube gestellt. Der Link:

Das Ronaldo-Museum

Fanbriefe für Christiano Ronaldo
Fanbriefe für Christiano Ronaldo

Waldbrände auf Madeira 

Donnerstag, 29.September 2016, starten wir zu einer Wanderung ins Grüne. Wir möchten entlang der Levada dos Tornos nach Monte oberhalb von Funchal gehen. Levadas sind Bewässerungskanäle, von denen es in Madeira viele gibt. Sie ziehen sich an den Berghängen entlang mit sehr wenig Gefälle. Neben den Kanälen befinden sich schmale Wege, über die gewandert werden kann. Der freundliche Busfahrer hält extra für uns am Beginn des Wegs.

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So sieht eine Levada aus.

Blick auf Funchal von dem Wanderweg aus. Alles ist grün.

Schöne Gärten und Tea-Houses am Weg. Teilweise ist Madeira recht britisch geprägt.

Nach einer Weile sieht es ganz anders aus, als wir es uns vorgestellt haben:

Drüben auf dem Berg liegt Monte, wo wir hinwollen. Dazwischen liegt ein Tal, welches vollständig verbrannt ist. Verbrannte Bäume, Sträucher, Häuser. Umgerissene Bäume und Erdrutsche versperren den Weg.

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Weg gesperrt! Erst wollen wir noch weiter, aber ein Einheimischer rät uns dringend davon ab. Also nicht nach Monte! Eigentlich wollten wir von dort mit der Seilbahn nach Funchal abfahren, aber das geht nun nicht. Im August hat es verheerende Waldbrände gegeben, die ganz nah an die Stadt Funchal herankamen. Es sind 3 Menschen gestorben und über 200 Häuser abgebrannt.

Wir beschließen, die Straße abzusteigen in Richtung Funchal und dann irgendwann den Bus oder ein Taxi zurück zu nehmen.

Beim Abstieg sehen wir noch mehr Verwüstungen durch die Brände. Oben eine Fabrik, die zerstört ist.

Hier ein ausgebranntes Auto, vor einem teilweise verbranntem Haus.

Arbeiter räumen die verbrannten Bäume beiseite. Die ehemals grünen Hänge sind nun kahl.

Wir finden eine Bushaltestelle, an der in 15 Minuten der Bus nach Funchal kommen soll. Auch hier große Schäden, manche Häuser verbrannt, während andere Glück gehabt haben. Während wir in der Hitze warten, kommt eine Anwohnerin zu uns gelaufen. Sie bringt uns eine eisgekühlte 1,5 Liter Flasche Wasser. Super!

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Wir fahren mit dem Bus nach Funchal zurück und gehen in ein Café. Ein Mann spricht uns an und zeigt uns seine Bar. Er hat über 800 Fußballschals an der Decke hängen, nach seiner Aussage Weltrekord. Es sind wirklich alle Vereine dabei, die einem einfallen würden. Darunter (natürlich) ein Schal vom FC Köln und sogar einen vom MSV Duisburg.

Um 18 Uhr fahren wir ins Hotelviertel von Funchal und holen dort unseren Fiat Panda ab.

 

Funchal-Madeira

Am Dienstag, 27.09.2016, wird die Schule ins Museum verlegt. Wir machen mit den Kindern und den Schulzens einen Ausflug in das örtliche Kolumbus-Museum in Vila Baleira. Die Kinder bekommen einige Aufträge und forschen eifrig. Kolumbus hat einen engen Bezug zu Porto Santo: Seine Ehefrau,  Filipa Moniz, stammte von hier. Die Hochzeit fand wohl 1479/80 statt und im Anschluss lebte Kolumbus einige Zeit in Porto Santo (Oskars Aufzeichnungen). Filipa war die Tochter des Insel-Gouverneurs. Durch die Hochzeit bekam Kolumbus – neben einer wohl netten Ehefrau – Zugang zum portugiesischen Adel und konnte in der Folge seine Pläne für die große Reise am portugiesischen Königshof vorstellen. Im Ergebnis konnte er den portugiesischen König nicht überzeugen und schließlich segelte er bekanntlich für Spanien in die „neue“ Welt.

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Das Kolumbus Museum in Porto Santo

Wir haben uns entschlossen, unser Schiff für ein paar Tage in Porto Santo „allein“ zu lassen und zur Insel Madeira mit der Fähre überzusetzen. Direkt in unserem Hafen fährt täglich die „Porto Santo Line“ in die Hauptstadt Madeiras, Funchal. Da Elke mit ihrer gebrochenen Schulter noch nicht segeltauglich ist und das Bordleben mit Bruch recht beschwerlich ist, scheint es uns eine gute Option, eine Woche „Urlaub“ vom Bordleben zu machen.

Dienstag Abend geht es los.

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Die Jungs finden die große Fähre super. Mit Kino, Essen, Spielhalle. Alles da.

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Nach 2,5 Stunden taucht Funchal auf und wir kommen gegen 21:30 Uhr an. Das waren schnelle 40 Seemeilen.

Unser Vermieter wartet schon mit seinem alten Range Rover aus den 1980er Jahren am Hafen von Funchal auf uns. Wir haben ein Haus in der Quinta Boa Vista gemietet. Diese liegt nur 15 Fußminuten vom Zentrum entfernt ist aber gleichwohl eine grünen Oase.

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Der Bruder des Vermieters sammelt alte deutsche Autos, hier ein Opel Rekord und ein Mercedes 300 D. Ab und zu schraubt er in der unteren Etage.
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Hübsche Aussicht von der Terrasse. Ungewohnt für uns ist der viele Platz in so einem Haus, die Geräusche und dass es nicht schwankt. Für  Elke mit ihrer Verletzung ist es wirklich optimal und es gefällt uns allen.

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Während Elke am Mittwoch in Funchal bessere Verbandsmöglichkeiten für ihren Arm sucht, gehen Nestor, Oskar und ich in eine städtische Badeanlage. Da es in Madeira so gut wie keine Sandstrände gibt, sind einige Meerwasserbadeanlagen errichtet worden. Hier gibt es Salzwasser im Pool und auch die Möglichkeit, über Treppen ins wellige Meer zu gelangen.

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Das machen wir drei auch ausgiebig. Vor allem beim Rausklettern muss man schnell sein, damit man nicht von den Wellen auf die Felswände geworfen wird. Der Bademeister hat ein strenges Auge auf die Kids und mich. Macht großen Spaß!

Ab Donnerstag haben wir ein Auto gemietet und wollen die Insel erkunden. Auch das CR 7 – Christiano Ronaldo Museum – steht noch auf dem Programm.

Aua!

Das ist kein neues Top! Sondern ein Verband. Die linke Hand ist mit eingepackt. Elke ist am Strand von einer Welle umgerissen worden und unglücklich auf der Schulter gelandet. Dann hatte sie eine Fraktur im Schlüsselbein an der linken Schulter. Jetzt ist Elke eine echte Einhandseglerin…

Nachdem sie nach einem Tag verkündete,  den schweisstreibenden Verband keine Sekunde länger aushalten zu können und es hier auf Porto Santo keinerlei Bandagen zu kaufen oder zu bestellen gab (Gilchrist, Rucksack oä Verbände,  danke, Christiane und Martin!),  haben wir uns mit Bordmitteln ans Werk gemacht. 

Die Insel Porto Santo (von Oskar)

Steckbrief von Porto Santo

Größe: 42 Quadratkilometer

Länge: 11 km

Breite: 6 km

Lage: 50 km nordöstlich von Madeira

Politik: Gehört zu Portugal

Wirtschaft: Tourismus, Landwirtschaft verliert an Bedeutung

Einwohner: Knapp 5000, davon ca. 2700 im Hauptort Vila Baleira.

Höchster Punkt: Pico do Facho, 517 Meter

Klima: Sehr ausgeglichen, trocken und warm. Nur in den Wintermonaten geringe Niederschläge. Lufttemperatur 18 bis 28 Grad Celsius, Wassertemperatur 18 bis 22 Grad Celsius

Geschichte: 1418/1419 entdeckten die portugiesischen Adeligen Joao Goncalves Zarco und Bartolomeu Perestrelo  zuerst Porto Santo und dann Madeira. Damals war Porto Santo noch ziemlich grün, heutzutage ist die Insel ziemlich karg. Das liegt daran,  dass viel Wald abgeholzt wurde  u. a. um Schiffe und Häuser zu bauen. Heutzutage wird der Wald wieder aufgeforstet. Übrigens lebte die Frau von Kolumbus auf Porto Santo, deswegen ist er oft nach Porto Santo gefahren.

Besonderheiten: Porto Santo hat einen 8 km langen Goldstrand und einen über die ganze Insel langgehende Landebahn für Flugzeuge, die auch vom Militär benutzt  wird.

Ich finde Porto Santo sehr schön und würde hier gerne noch etwas länger bleiben als „nur“ 2 Wochen. 

Wir haben hier übrigens direkt einen Strand um die Ecke, an den wir so gut wie jeden Tag gehen. Die meiste Zeit schwimmen wir, wir bauen allerdings auch viele Sandburgen. Manchmal bauen wir richtig schöne, meistens aber welche die gut halten.

 Vor ein paar Tagen sind wir einen Berg hochgewandert und es war ziemlich anstrengend, weil es so heiß  war. Aber es hat trotzdem viel Spaß gemacht. 

Die Eidechsen interessieren sich sehr für Papas Rucksack,  weil der nach Brot riecht.

Und jetzt erzähle ich mal den Tagesablauf von Nestor und mir: Aufstehen (viel zu spät) , Tisch decken, Frühstücken, uns umziehen und die Zähne putzen, Schule, mit Robin am Strand spielen, Duschen, wieder aufs Boot gehen, Abendessen essen, uns umziehen und Zähne putzen, ins Bett gehen, Schlafen.

 

Segeln von Lissabon nach Porto Santo

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Ein letzter Blick auf Cascais bei Lissabon

Mittwoch, 14.9.2016, sind wir gegen 10 h in Lissabon losgefahren. Samstag, 17.9.2016, haben wir um 22 h an der kleinen Insel Porto Santo festgemacht. Wir sind 497 Seemeilen in ziemlich genau 84 Stunden gefahren, 3 Nächte und 4 Tage.

Dabei sind wir eine gute Strecke mehr gefahren als unsere Freunde von der StepbyStep, mit denen wir gemeinsam in Lissabon gestartet sind. Das lag an unserem Windpiloten, der die meiste Zeit gesteuert hat.

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Das Gerät steuert (anders als der elektrische Autopilot) komplett ohne Strom. Dafür fährt er aber auch etwas Schlangenlinie, mal 20 Grad zu weit nach Backbord, dann wieder 20 Grad zu weit nach Steuerbord und so weiter. Zumindest bei uns …. vielleicht bekommen wir das noch irgendwann in den Griff. Durch das „Geeiere“ über den Atlantik haben wir mehr Strecke zurückgelegt, als wenn wir mit unserem elektrischen Autopiloten gefahren wären. Aber der braucht auch Strom, und den haben wir draußen auf See nur begrenzt.

So sah es Anfangs aus:

Film Segeln von Lissabon nach Porto Santo

(draufklicken, dann sollte der Film starten)

 

Durch den starken Wind (15 bis 29 Knoten = bis gut 7 Beaufort) ging es gut voran. Aber Oskar und Nestor war es wegen des Seegangs lange schlecht. Wir haben uns schon Sorgen gemacht und immer auf ausreichendes Trinken geachtet. Erst am zweiten bzw. dritten Tag auf See wurde es besser. Dann ging es beiden wieder so gut, dass sie dringend nach warmem Essen (Nudeln) verlangten.

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Unsere Position nach einem Tag. Das Etmal betrug 140 sm (Etmal = 24 Stunden Strecke). Die schöne Grafik hat uns Sven Wagner von Wetherdock zur Verfügung gestellt.

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Nachtwache

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Mit Mond

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Irgendwann wird es immer wieder Tag

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Deswegen nennt man das Segeln abseits der Küsten wohl auch „Blauwassersegeln“. Das Blau des Atlantiks sieht hier wirklich toll aus.

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Oft sind wir schnell unterwegs

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Land in Sicht! Nach drei Nächten und vier Tagen sehen wir am Samstag gegen 19 h Porto Santo. Ein tolles Gefühl, das kleine Eiland im großen Atlantik gefunden zu haben! Anlegen werden wir erst im Dunkeln.

Am nächsten Morgen:

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Ein angenehmer, kleiner Hafen. Alles da, Wasser und Strom am Steg, ordentliche Duschen, eine kleine Cafeteria.

Und das Beste:

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Porto Santo hat einen riesigen Strand mit feinem, hellen Sand und mit warmen Wasser. Der Strand beginnt direkt neben dem Hafen.

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Oskar, Nestor und Robin finden den Strand super.

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Natürlich erst nach der Schule ….  🙂 , sind ja keine Ferien.

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Die Schiffe im Hafen sehen nach Langfahrtseglern aus. Solarpanelle, Windgenerator, Selbststeueranlagen; alles Dinge, die für weite Seestrecken benötigt werden. Langfahrtboote sehen irgendwie immer etwas überladen aus …..

Eine schöne Tradition:

Die Crews malen ihre Schiffsnamen mit Logos auf die Hafenmauer. Oft aufwändige und tolle Gemälde. Wir finden einige Bekannte von uns.

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Der Ort ist hübsch, klein und ruhig. 5000 Menschen sollen auf Porto Santo leben.

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Schön hier!

Cascais

In Cascais waren wir vier Tage in der (ziemlich hochpreisigen) Marina. Hier,  160 nm südlich von Porto, ist das Wasser endlich warm genug zum entspannten Schwimmen. Im Norden braucht man schon die Qualifikation eines sibirischen Eisschwimmers oder man heißt Nestor.

Cascais vom Wasser aus

und vom Hafen.

Cascais ist ein hübsches und ansprechendes Städtchen. Laut Reiseführer ist es der nobelste Vorort von Lissabon.

Uns gefällt es gut. Und wir treffen endlich unsere Freunde von der Step by Step wieder. Die Freude ist groß.

Die Kinder vergnügen sich in der Fun-Badelandschaft am Strand. Nestor wird auf dem Surfbrett kutschiert,  Robin und Oskar schwimmen selbst rüber.

Besonders beeindruckt hat die Kinder auch das Kunstwerk eines Sandkünstlers,

wobei wir Eltern den Standort an den Mülltonnen nicht ganz glücklich fanden.

A propos Kunst:  In Cascais findet gerade ein internationales Kulturfestival statt.

Es ist gerappelt voll,  überall Menschen,  Bühnen, Installationen und Imbissbuden. Gewöhnungsbedürftig nach unserer Zeit in der beschaulichen Douro-Marina.

Ein Act hat uns besonders gut gefallen,  es tanzten Lampen:

https://youtu.be/OSmo1CaZbnc

Die Marina gefällt uns nicht ganz so gut. Zumal wir nach unserer Ankunft feststellen,  dass wir im nächsten Ort Oeiras einen 50 % ARC-Rabatt bekommen hätten (nach Studium des ARC-Handbuches),  es dort einen Pool (Info von der Hecko Gecko Site) und wiederum einen Brötchen-Service gibt. Next time… Jedenfalls nehmen wir uns mal wieder vor,  die Quellen vorher zu Rate zu ziehen.

Dafür haben wir aber in der (nicht ganz günstigen) Marina unseren netten Schweizer Nachbarn aus Porto, Reto,  wieder getroffen und den deutschen Einhandsegler Matthias aus Nürnberg mit seinem Boot Bird of Tuvalu  kennen gelernt, mit dem wir gerne und ausgiebig plaudern.

Matthias

Bird of Tuvalu

Mit den beiden und Anja und Andre verbringen wir einen lustigen Abend,  bevor es am nächsten Tag gen Porto Santo geht (soviel zum Thema früh ins Bett vor einem längerem Schlag).

Porto Santo 

Wir sind gestern (Samstag, 18.9.16) am späten Abend gut in Porto Santo angekommen. Es war eine recht ruppige Fahrt, viel Wind und viel Welle. Erstaunlich: Am Anfang hatten wir alle Schwierigkeiten, mit Übelkeit, dem dauernden Geschaukel usw. Nach 2-3 Tagen hatten wir uns aber „eingelebt“ und hätten auch noch weiter fahren können. So viel erst mal auf die Schnelle, später kommt noch mehr!

Abschied von Timmi

Das Leben in der Heimat geht weiter und die Nachrichten sind leider nicht alle gut. Unser Freund Timmi,  Thomas Schumann,  ist leider verstorben. Wir sind sehr traurig. 

Timmi an Bord von Luka

Timmi war ein begeisterter Segler. Zusammen mit seiner Frau Biggi ist er seit vielen Jahren in zahlreichen Revieren unterwegs gewesen. Es war immer wieder spannend,  zu hören,  wo die beiden schon wieder gewesen sind,  von Ostsee,  Nordsee,  Griechenland, Türkei, Karibik war alles dabei.

Timmi hat viele seiner Segel-Träume verwirklicht.  Er hat den Atlantik von West nach Ost überquert. Den Traum von einem eigenen Schiff haben Biggi und Timmi sich  mit Luka erfüllt. Seitdem waren Biggis und meine (Elkes) Gespräche im Verlag oftmals technischer Natur (sehr zum Befremden unserer Kollegen) , zB über die Vorteile elektrischer Lüftung im Motorraum,  eingebauter Dieselgeneratoren,  von Rückstauventilen in Lenzpumpen und dergleichen mehr. 

Legendär ist auch Timmis und Biggis Aktion, im Sommerurlaub in Frankreich an einem Tag 600 km zu fahren,  um in der Amel-Werft eine nagelneue Amel 55 zu besichtigen und Probe zu segeln. Timmi hat seine Träume konsequent umgesetzt und das war gut so.

 Leider konnten wir uns nicht mehr auf unserer Reise in Portugal treffen, worauf wir uns sehr gefreut hatten. 

Timmi hat seine letzte Ruhe nach der letzten Fahrt auf Luka am Samstag, den 17.9.2016, im Atlantik in der Nähe seines Heimathafens Albufeira gefunden. Er wird auf unserer Diana in unseren Gedanken immer mitsegeln. Wir denken an ihn und an  Biggi und senden ihr Kraft und unsere Liebe.

Der Atlantik ruft

Morgen, Mittwoch 14.9.2016, wollen wir das europäische Festland verlassen. Ziel ist Porto Santo, eine kleine Insel vor Madeira. Unsere längste Etappe bisher, 500 sm, also etwa 1000 km. So weit waren wir noch nie vom Land entfernt. Respekt haben wir da schon. Wir denken, dass wir nach ca. 4 Tagen dort sein werden, also wohl am nächsten Sonntag, wenn alles glatt läuft, sonst vielleicht auch etwas länger. 

Also, bis bald! Drückt uns die Daumen!

Nach Lissabon

Am Freitag, 9.9.2016, hat uns um 06:00 morgens der Wecker aus den Kojen geklingelt. Wir wollen von Porto direkt nach Lissabon segeln. Das sind ca. 170 – 180 Seemeilen, also eine Fahrt von einem Tag, einer Nacht und noch einem halben Tag.

Um 7 Uhr legen wir ab. Die Douro Marina in Porto hat uns sehr gut gefallen. Da wir auf diverse Teile aus Deutschland gewartet haben, waren wir aber recht lange hier; zwei Wochen. Wir freuen uns, dass es nun weiter geht!


In der Mündung des Douro  in den Atlantik begegnet uns bei Sonnenaufgang ein Großsegler.

Draußen erwartet uns wieder die Hohe Atlantikdünung. Die sind wir nach der langen Hafenzeit nicht mehr gewöhnt. Allen wird etwas übel. Bei Elke, Oskar und mir legt sich die Übelkeit nach einiger Zeit wieder. Nestor hat – wie immer – am meisten zu kämpfen. Ihm geht es erst nach ein mal Erbrechen besser.

Nach einigen Stunden mit Maschine kommt leichter Wind auf . Nicht viel, 7 – 9 Knoten. Wir setzen das nach Porto gelieferte Leichtwindsegel, den Code Zero.


Das Segel wird an einem Rüssel, ein Baum, der am Bug herausgeschoben wird, gesetzt. 


Wahnsinn! Bei Wind von nur 6.9 Knoten 6.2 Knoten Geschwindigkeit! Macht richtig Spaß!  

Vielleicht hat jemand von Euch einen Tipp, wie man die Schoten von dem Segel richtig führt? Durch die Holepunkte der Genua? Das ist uns noch nicht ganz klar.

Bis gegen Mitternacht geht es so weiter teilweise bei zunehmendem Wind mit bis zu 8,6 Knoten Geschwindigkeit. Dann flaut der Wind ab. Wir fahren wieder mit Maschine. Bei Kap Raso kommt wieder Wind auf. Der legt immer stärker zu – 5-6 Beaufort – und nimmt auch vor der Maina Cascais (bei Lissabon) nicht ab. Nochmal schönes segeln, aber auch ein schwerer Anleger an der Tankstelle der Marina bei sehr starkem Seitenwind. Zum Glück kommen uns zwei Marineros zu Hilfe. 15 Uhr am Samstag, 10.9.2016, liegen wir sicher in der Marina Cascais.


Warm ist es hier, viel wärmer als noch in Porto. 

Am Sonntag wird erst mal ein Strandtag gemacht. Endlich auch mit guten Wassertemperaturen!


Und für die Grillfreunde unter Euch ein Bild aus Porto:

Ausflug in‘ s Douro- Tal

Während der Wartezeit auf unser Code Zero haben wir uns über das Wochenende ein Auto gemietet. Neben opulenten Einkäufen im Supermarkt haben wir einen Ausflug den Douro hinauf gemacht.

Der Douro entspringt in Spanien und mündet bei Porto in den Atlantik. Mit 340 km ist er der längste Fluss Portugals. Er schlängelt sich durch sehr grün bewachsene Berge, denen man aber auch häufige Waldbrände ansieht. Im geschützten Douro- Tal wachsen die Trauben, aus denen der Portwein gemacht wird. Und es ist wirklich heiss hier, 36 Grad,  die wir in der Marina an der frischen Flussmündung  nicht gewohnt sind.

Wir machen einen Eisstopp an einer aufgestauten Stelle und werden direkt von einem älteren Ehepaar angesprochen,  dem wir gestern den Steg in unserer Marina geöffnet haben. Die beiden haben ein Haus und ein Boot am See. Klein ist die Welt.

Eis essen…

…am See.

Reisejournalist Oskar nutzt die Gelegenheit für ein Video.

https://youtu.be/Gn29D6rgluY

Mal was anderes als Let’s Plays.

Eigentlich wollten wir nach Pinhao, ins Herz der Douro-Region, das hat sich allerdings auf der kurvigen, aber sehr schönen Römerstraße als zu weit erwiesen. Auch Vila Nova de Foz Coa, wo es über 30.000 Jahre alte prähistorische Felsritzungen zu bewundern gibt, ist leider für einen Tagesausflug zu weit. Aber wir freuen uns, etwas vom Inland gesehen zu haben.

Bei unserer Rückkehr mit ungewohnten 100 km auf der Autobahn – Geschwindigkeitsrausch – erwarten uns nach den 36 Grad in strahlender Sonne wieder erfrischende 19 Grad im Nebel. Brrr.

 

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Wie praktisch so ein kleines Auto doch ab und zu sein kann. Das merken wir besonders, da wir sonst die Einkäufe zu Fuß heranschleppen.

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Ausgezeichneter Fisch und Arroz de Mariscos in Porto. Mit Alina, Michael und den Jungs Kilian und Silas von der Agate.

Weiter geht’s

Nachdem heute auch der 2. Teil unserer Lieferung,  der Baum zum Code Zero,  angekommen ist,  geht es morgen weiter. Es ist alles für die Atlantikdünung vorbereitet,  aufgeräumt,  gespült,  Wasser getankt,  sämtliche Geräte geladen. Diesel getankt haben wir nicht,  das letzte Mal in Baiona,  mit unseren 210 l Tanks und 100 l in Kanistern sind wir aber immer noch gut aufgestellt. Wir werden ca. 30 Stunden bis Cascais in der Nähe von Lissabon fahren. Hoffentlich ganz viel segeln mit unserem lang ersehnten Leichtwindsegel!

Die Douro-Marina,  unser Standort für die letzten 2 Wochen. Sehr empfehlenswert,  vor allem die freundlichen und serviceorientierten Mitarbeiterinnen an der Rezeption,  die in allen Dingen immer gerne weiterhelfen (zB auf Portugiesisch mit UPS Portugal den Standort verschütteter Pakete aufklären,  den günstigsten Tarif für 14 Tage heraussuchen,  Taxis bestellen,  Karten für andere Stege besorgen etc.). Man fühlt sich hier gut aufgehoben. Besonders nett ist auch der kostenlose Brötchenservice:  Jeden Morgen kurz nach acht Uhr plumpst eine Tüte in unser Cockpit,  die je zwei Brötchen für jedes Crewmitglied enthält.

Um so krasser die Begegnung mit der Servicewüste Vodafone, die uns versehentlich statt 30 GB nur 2,5 GB Data auf unsere für 30 Euro erworbene Telefonkarte geladen haben. Nach Reklamation bot man an, uns 10 Euro Rabatt auf eine neue Karte zu geben, die alte könnte allerdings nicht erstattet werden…. Das ging natürlich gar nicht. Nach weiterem energischen Insistieren gab es eine Gutschrift auf die Karte, allerdings 30 Euro statt 30 GB. Die können wir selbst nicht umwandeln, schon gar nicht auf dem Wasser. Also steht der nächste Vodafone-Shop in Lissabon auf dem Programm.

Wir haben in den 2 Wochen viele neue Stegnachbarn gehabt und kennengelernt. Davon berichten wir im nächsten Beitrag (wie ihr merkt, nutze ich, Elke,  gerne einen Cliffhanger, wenn ich den Beitrag abschließen und ins Bett will).

Das Motto:

Wie kommt DIANA nach Nürnberg? 

Wer ab und zu unseren Schiffsnamen DIANA oder unsere MMSI – 211668720 -bei Apps wie z.B. „Find Ship“ eingibt, hat uns letzten Donnerstag in Nürnberg verortet.

Was war passiert? Auf der Fahrt nach Porto hatte unser AIS, das Kollisionswarnsystem, eine Fehlermeldung angezeigt. Das AIS sendet u.a. auch die Daten an „Find Ship“. Wir haben die Sache dann genauer untersucht. Tatsächlich sendete das Gerät nicht richtig. Mit Hilfe der StepbyStep Crew haben wir herausgefunden, dass man unser Signal schon in 4 Seemeilen Entfernung nicht mehr empfangen konnte. Schlecht! Wenn wir draußen auf See sind, wollen wir, dass die anderen Schiffe uns rechtzeitig auf ihren Kollisionswarnsystemen sehen und wir nicht von einem „dicken Pott“ überfahren werden. Das ist der Sinn des aktiven AIS! Wir riefen beim Hersteller des EasyAIS, der Weatherdock AG, in Nürnberg an. Das Problem bei unserem Gerät war dort nicht unbekannt. Der sogenannte Splitter, der für die Umschaltung von Sprechfunk auf AIS auf unserer Funkantenne am Mast sorgt, könnte durch das Gewitter auf dem Weg nach Porto einen Defekt erlitten haben.

So ein Ärger! Neues und teures Gerät, und schon nicht mehr in Ordnung. Ein Gewitter sollte so ein Gerät doch eigentlich abkönnen. Aber: Der Service der Weatherdock AG war gut. Der nette Mitarbeiter der Service-Hotline , Herr Wagner, sagte, dass der Fehler im Gerät mittlerweile erkannt und behoben sei. Wir würden ein Austauschgerät gegen Einsendung unseres defekten Geräts erhalten.

Am Donnerstag hat Herr Wagner dann wohl unser Austauschgerät in Nürnberg programmiert und getestet. Daher war unsere DIANA am Donnerstag in Nürnberg zu sehen.  Freitag war das Gerät per UPS Express in Porto und Samstag konnten wir es einbauen. Es sieht so aus, als ob alles wieder geht!


Da ist das kleine Gerät wieder!

Da wir wegen des defekten AIS ohnehin einige Tage in Porto bleiben müssen (ist übrigens nicht der schlechteste Ort, um einige Tage zu verweilen), haben wir Gregor gebeten, ob er uns unser Leichtwindsegel, den „Code Zero“, senden kann. Wir hatten vor der Abfahrt gedacht, dass wir den Code Zero nicht benötigen, da wir eher von zu viel als zu wenig Wind auf unserer Route ausgingen.  Tatsächlich hatten wir aber auch viele Schwachwindtage, an denen wir uns sehr über unser extra großes Vorsegel gefreut hätten.


Das ist das Segel.


Und der Segelsack mit Baum. Der Baum kommt in eine Halterung am Bug des Schiffs. An der Spitze des Baums wird der Code Zero gesetzt.

Die beiden Mitarbeiter von UPS, die in Köln die Sendung angenommen haben.

Gregor hat das Segel mit dem Baum zu UPS  am Flughafen Köln gebracht! Vielen Dank für deinen Einsatz, lieber Gregor! Mittwoch soll es voraussichtlich (hoffentlich) in Porto eintreffen. Wenn das Segel da ist, wollen wir weiter fahren nach Süden.

Porto

Jetzt sind wir schon 6 Tage in Porto und noch gar nicht zum Schreiben gekommen. Das muss nachgeholt werden!

Porto ist eine schöne und interessante Stadt. Porto liegt am Douro,  der längste Fluss Portugals. Einige Bilder:

Teilweise bedenkliche Bausubstanz…

Es gibt eine beeindruckende Kathedrale und einen interessanten Bahnhof,  dessen Vorhalle komplett mit Reliefs aus  Kacheln gestaltet ist. Diese zeigen historische Szenen. 

Die beiden Uferseiten werden durch mehrere Brücken verbunden,  unter anderem die beeindruckende Pont Luiz I,   deren oberen Fußgänger-  und Straßenbahnüberweg wir in furchterregenden 60 m Höhe gemeistert haben.

Es gibt noch einen zweiten Überweg in ca. 10 m Höhe,  von dem mutige Jugendliche in den Fluss springen.

Und nicht zu vergessen,  der Portwein!  Natürlich nehmen wir an einer Führung mit Verkostung in einer Portweinkellerei (Ramos Pinta) teil. 

Für die Kinder gibt es Traubensaft und später ein Eis,  nachdem sie tapfer die für sie todlangweilige Führung (und das auch noch auf Englisch) ertragen haben.

Portwein ist eine Mischung aus Wein und Weinbrand. Tatsächlich stammen die Trauben für allen Portwein auf der Welt aus dem nahen Douro-Tal. Das Tal weist besondere Bedingungen auf,  im Sommer ist es in den Weinbergen bis zu 45 Grad heiß und der Boden,  Schiefer,  speichert Wasser und Wärme,  im Winter ist es knackig kalt.  Das bringt uns direkt  auf die Idee,  die Traube an der Mosel anzupflanzen… 

Portwein altert dann ausschließlich in Vilanova de Gaia,  das Örtchen bei Porto,  in dem sich praktischerweise auch unsere Marina befindet. Vilanova de Gaia ist auf der schäl Sick des Douro,  wie bei uns zu Hause.

Und da liegt unsere Diana in der Douro Marina und wartet auf ihr neues AIS. Aber das ist eine andere Geschichte…

Kolumbus erste Entdeckungsreise (von Oskar)

Christoph Kolumbus wollte nach China (was im damaligen Sprachgebrauch zu Indien gehörte) segeln. In seinem Heimatsland Italien wollte ihm das allerdings niemand finanzieren.Deswegen ist er nach Spanien gegangen, wo ihm der damalige König seine Reise finanziert hat. Also segelte Kolumbus am 6.9.1492 mit mehreren Schiffen von La Gomera los. Kolumbus brauchte 5 Wochen, bis er auf einer Bahamas Insel in der Karibik angekommen war.Er dachte allerdings, er wäre in China. Danach entdeckte er die großen Antillen (auch in der Karibik).1493 segelte er zurück und das erste Schiff, welches wieder an europäischem Festland ankam, hieß Pinta.

Es war Christoph Kolumbus Lieblingsschiff, doch er segelte  mit den beiden anderen Schiffen.Pinta kam am 10.3.1493 in Baiona an. Heutzutage kann man dort einen Nachbau des Schiffes besichtigen.

(Oskars heutige Geschichtsstunde)

Nach Porto

Am Mittwoch stellen wir uns am Ankerplatz auf den Islas Cies den Wecker auf 06:30 Uhr. Wir möchten früh los, da wir bis Porto kommen wollen, ca. 65-70 Seemeilen. Dort möchten wir auf jeden Fall im Hellen ankommen.

Unterwegs läuft so einiges schief:

Vor dem Anker-auf trinken Elke und ich Kaffee. Das rächt sich! Nachdem wir aus der Abdeckung der Insel raus sind und der offenen Atlantikdünung ausgesetzt sind. Uns wird übel. Den Kindern übrigens auch. Übergeben muss sich zum Glück keiner.

Als wir uns so halbwegs gefangen haben, ist lauter Donner zu hören. Auch Blitze sind voraus zu sehen. Wir fahren gradewegs auf ein Gewitter zu! War nicht angesagt. Wir weichen dem Gewitter so gut wie möglich  in Richtung offener See aus und haben Glück und werden nicht voll erwischt. Donner und Blitze bleiben uns noch einige Zeit erhalten.

Dann gibt das AIS auch noch ständig nervtötende Warngeräusche von sich.

 Was bedeutet um Gottes Willen diese Warnmeldung?  AIS Antenne VSWR exceeds limits ….“. Wir bekommen die nervtötende Arlammeldung nicht weg. Es ist, als wenn ein Wecker ständig bimmelt.


Schließlich machen wir die Elektrik am Kartentisch auf und Elke verbindet den Laptop mit dem AIS. Sie bekommt aber keine Zugang. Da wir den Laptop wegen dem Satellitentelefon  von Windows 10 wieder auf Windows 7 bringen mussten, funktioniert das Programm nicht mehr. Das Piepen geht weiter, außer wenn wir das AIS (das trotz der Warnmeldung tadellos funktioniert!) abschalten. Dann sehen wir bei dem mittlerweile aufgezogenem Nebel die anderen Schiffe aber nicht mehr und diese uns auch nicht. Nach langen Mühen (6 Stunden) und Recherche im Internet – die ist hier draußen über Handy aber nur sehr eingeschränkt möglich – gelingt Elke doch die Anmeldung an unserem AIS und sie kann auf die Einstellungen zugreifen.  Die Alarmmeldung kann ausgestellt werden und wir können die letzten 2 Stunden nach Porto in Ruhe weiter fahren.

Auf dem Weg haben die Kinder ihre Bordschule begonnen. Heute – Mittwoch – ist der erste Schultag in Deutschland und da fangen auch wir an.

 

Wir gehen hier erst einmal in die Marina im  Industriehafen von Porto bei Matosinhos, da es spät ist und wir nicht mehr weiter fahren wollen. Hier ist es nicht grade umwerfend schön, aber wir sind erst einmal angekommen. Morgen oder übermorgen wollen wir dann vielleicht in die Marina näher an der Innenstadt verholen. Aber erst einmal anrufen, ob dort ein Platz frei ist.

Islas Cies

Eine traumhafte Inselgruppe vor Baiona. Teilweise zugänglich, teilweise unter strengem Naturschutz. Wir haben eine Ankergenehmigung für Montag und Dienstag (22./23.08.2016). Danke liebe Doro für den Tipp!



Es dürfen ca. 20 Yachten gleichzeitig dort ankern. Ferner gibt es einen einfachen Campingplatz.


Ok, ganz einsam ist es nicht. Es kommen morgens mit Fähren viele Tagesbesucher auf die Insel, die abends wieder abreisen.

Aber schön ist es ….


Wir begeben uns auf Wanderschaft und erkunden die Insel.

Baiona und Kolumbus

Wir segeln nach Baiona. Im Ort gibt es eine Verbindung zu unserer Reise: Der Nachbau der Pinta, eines der Schiffe des Kolumbus.


Baiona war der erste Ort, der vom Erfolg der Entdeckung Amerikas erfuhr. Die Pinta legte nach der Reise hier nach der Rückkehr an.

In Baiona schauen wir uns den Zieleinlauf von La Vuelta, der Spanienfahrt, an. Der ganze Ort ist auf den Beinen! Nach langem Warten kommt der Pulk der Radrennfahrer endlich. Und ist in wenigen Sekunden vorbei!  Aus! Spektakel vorbei! Das ganze hat wirklich nur ein paar Sekunden gedauert.


Mit den Stepbystep-lern besichtigen wir den schönen Ort.

Isla Salvora

Am 19.8. verlassen wir Riveira und machen uns auf zur Isla Salvora.

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Von Doro haben wir den Tipp bekommen,  die Illas Cies zu besuchen (danke!). Das ist eine Inselgruppe,  die zum Parque Nacional Maritimo Terrestre das Illas Atlanticas de Galicia gehört und unter besonderem Schutz steht. Es darf nur mit besonderer Genehmigung geankert.werden. Die Genehmigung können wir uns bequem online besorgen. Die Illas Cies sind am Wochenende schon belegt,  weshalb wir uns eine Ankergenehmigung für die Isla Salvora für eine Nacht besorgen,  dann das Wochenende mit unseren Freunden von der Step by Step in Bayona verbringen und danach zurück zu den Illas Cies fahren wollen.

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Die Isla Salvora,  am Anfang der Ria Arousa gelegen,  ist ein echtes Highlight. Hier ist es richtig einsam. Es gibt ein paar Tagesankerlieger,  die abends verschwinden und einige Touristen,  die morgens von einer Fähre ausgespuckt und abends wieder eingesammelt werden.

IMG-20160823-WA0005 Es gibt nur einen Pfad zum Leuchtturm,  der begangen werden darf,   der Rest ist den Möwen vorbehalten. Die Insel hat zwei feste Einwohner,  den Leuchtturmwärter und den Naturschutzwart, mit dem wir plaudern. Außerdem sind derzeit noch Frau und Baby des Naturschutzwartes und 8 Praktikanten da,  die wahrscheinlich Möweneier zählen und ähnliches.

IMG-20160823-WA0006 Und es gibt Möwen,  Möwen und Möwen. Außerdem ein paar Kormorane,  Kaninchen und Pferde.

Wir sind begeistert!  Genau so haben wir uns unsere Ankerplätze vorgestellt.

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Nachts liegen wir alleine in der Bucht,  erfreuen uns am Vollmond und dem Licht eines Leuchtturmes. Nachdem bei beginnender Ebbe einige wirklich bedenkliche Felsen aufgetaucht sind,  haben wir uns für die Nacht deutlich weiter vom Ufer verholt. Und trotz ziemlich viel Schwell verbringen wir eine geruhsame Nacht vor Anker.

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Der nächste Tag bringt schönstes Badewetter,  wobei das Meer mit ca. 16 bis 17 Grad Wassertemperatur sehr gewöhnungsbedürftig ist.

Cap Finisterre und Nebel


Am Sonntag, 14.08.2016, sind wir am Cap Finsterre vorbeigesegelt. Mit Sonnenschein. Aber kurze Zeit später kommt dichtester Nebel auf. Wir können noch grade bis zur Bugspitze sehen.

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Was tun? Lichter an, Maschine an und vor allem Radar an. Auf unserem Kartenplotter – dem Navigationsgerät – sehen wir: Land, See, Untiefen, Felsen, andere Schiffe, die wie wir AIS haben, und durch das Radar auch andere (kleinere) Schiffe, die kein AIS haben. Wir bewegen uns als kleines Schiffsymol in der Mitte des Bildschirms. Langsam begreifen wir die Punkte, welche das Radar auf den Bilschirm liefert. Der Trick scheint zu sein, dass man den Radius der Darstellung nicht allzu groß wählt, besser 500 Meter als 3 Meilen.

So kommen wir mithilfe unserer Geräte auch im „Blindflug“ weiter. Nur die Bojen der Fischer sind nicht zu erkennen. Hoffentlich überfahren wir keine, denn daran hängen Netze, die sich nicht um unsere Schraube wickeln dürfen. Ohne etwas zu sehen erreichen wir schließlich nach 3 Stunden Nebelfahrt einen Ankerplatz in der Enseada de San Franzisco. Wir ankern vorsichtshalber weiter draußen auf 10 Meter Tiefe.

Am nächsten Tag – der Nebel ist weg- zeigt sich, dass wir an einem schönen Platz gelandet sind.


Erste Handlung an Land: Mülltonnen suchen.



Auf der Weiterfahrt: Eine kleine unbewohnte Insel in der Ria de Arousa. Wir machen einen Ankerstopp. Dann geht es weiter nach Riveira. Das Wetter soll Mittwoch schlecht werden, da wollen wir lieber in einen Hafen.

Camarinas

Am Freitag, 12.August 2016, können wir (endlich) aus A Coruna abfahren. Wir fahren ca. 45 Seemeilen weiter in die Bucht von Camarinas, nah am Cap Finisterre. Hier ist eine sehr schöne Ankerbucht. Zum ersten Mal auf unserer Tour fällt der Anker!


Unsere Diana ist das vorderste Schiff im Bild. Hier sieht es so aus wie in Schottland, grün, bergig, Nebel. Nur wärmer!


Die Jungs fahren Schlauchboot.

Eines der neuen Abus Schlösser, mit dem u.a. der Außenbordmotor gesichert war, lässt sich nicht mehr öffnen. Wir probieren alles, von Caramba bis Cola. Nichts klappt. Zum Glück haben wir auf den letzten Drücker eine Flex mitgenommen. Danke lieber Ralf für den Tipp! Damit lässt sich das Schloss schließlich durchschneiden. Den 220 Volt Strom bekommen wir dabei von unserem Inverter. Dieser wandelt den Bordstrom von 12 Volt in haushaltsüblichen 220 Volt Wechselstrom um. Wenn der Inverter an ist, kann man die Steckdosen an Bord mit ganz normalen Elektrogeräten benutzen. Kann man aber nicht allzu lange machen, sonst sind die Batterien leer.



Nestor beschäftigt sich mit einem Spiel.

Und Suchbild:


Beim Klar-Schiff-Machen: Elke fegt unter dem Salontisch.

In A Coruna II

Wir sind weiter in A Coruna in Nordwest-Spanien. Wahrscheinlich bleiben wir bis Freitag, 12.8.2016. Zum einen ist es sehr schön hier. Zum anderen müssen wir nach A Coruna um das Cap Finisterre. Dort herrscht häufig Starkwind. So auch jetzt, es weht aktuell und in den nächsten Tagen mit bis zu 8 Beaufort. Da warten wir ab, bis sich das Wetter etwas beruhigt, wahrscheinlich nach den Vorhersagen am Freitag.

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Unsere Richtung wird durch den Totenkopf angezeigt. Diese Kompassrose ist in A Coruna am Leuchtturm. In unsere Richtung, mit dem Cap Finisterre, liegt die Costa de la Muerte, die Todesküste. Schon viele Schiffe sind hier gestrandet. Daher wohl der Totenkopf. Wir haben Respekt …

Wir haben einen Ausflug nach Santiago de Compostella gemacht. Diese Stadt markiert das Ende des Jakobswegs, des Pilgerwegs, der vielen aus Hape Kerkelings Buch bekannt ist. Mit dem Zug ging es schnell nach Santiago.

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Selten habe ich so eine volle Kirche gesehen wie die Kathedrale von Santiago. Wir waren zur 12 Uhr Messe, der Pilgermesse dort. Es laufen viele Pilger mit Rucksäcken, Wanderstöcken etc. durch den Ort.

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In der Kathedrale kann in der Menschenmenge direkt gebeichtet werden.

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In A Coruna steht einer der ältesten erhaltenen Leuchttürme der Welt, der Torre des Hercules. Er wurde von den Römern errichtet und ist heute noch in Betrieb.

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Vor dem Hafen steht der moderne Turm der Hafenverwaltung. Gleich dahinter liegt unser Schiff.

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Was machen wir sonst so am Tag? An den ersten Tagen nach der Biskaya haben wir uns ausgeruht. Die Fahrt von England hier herüber war für uns aufregend und wir Erwachsenen haben wenig geschlafen. Dann standen einige Arbeiten an: Wir hatten vor der Abfahrt doch viel zu tun, Haus ausräumen, Boot ausstatten, Abschiedsparty …. so dass wir viele Sachen einfach ins Schiff geräumt haben, ohne einen richtigen Platz zu haben und die Geräte ausprobiert zu haben. Nun nehmen wir uns einige Sachen vor und erledigen sie: Einräumen und Umräumen unserer Ausrüstung, E-Mails und Wetterdaten (Grib-Files über Wetter-Welt) über Sat-Telefon empfangen optimieren, Einstellung des elektrischen Autopiloten, Kauf von  Teilen für den Windpiloten (am anderen Ende der Stadt) und Einbau der Teile, Aufbau unseres neuen Schlauchboots (für die hoffentlich kommenden schönen Ankerbuchten), Beantragung einer Genehmigung für den Nationalpark Islas Cies u.s.w. …. Daneben gehen wir gerne mit den Kindern an die örtlichen Strände und genießen das leckere galizische Essen!

 

In A Coruna

Wir sind Montag Abend (1.8.2016) in A Coruna angekommen. Nestor, Elke, Markus und ich (Oskar) haben uns sehr gefreut. Als wir angekommen sind, wehte leider ein ziemlich starker Wind, deswegen war es leider kalt.  Am Dienstag sind wir durch die Stadt gegangen und danach zum Strand. Die Wellen am Strand waren riesig! Einige Wellen waren sogar größer als ich! Später kamen dann noch die Schulzens und Nestor und ich haben mit Robin gespielt. Abends sind wir dann Tapas essen gegangen. Wir haben länger nach einem Restaurant mit vielen Tapas und genügend Stühlen für uns 4 gesucht. Später haben wir dann eins gefunden, das uns gefiel. Wir haben gebratene Pilze, Pommes mit 6 verschiedenen Soßen, Garnelen, Pommes mit kleinen Fleischstückchen, einen leckeren Salat und kleine Paprikas gegessen. Es hat uns sehr gut geschmeckt. Gestern (Mittwoch) sind wir dann nochmal an den Strand gegangen, aber diesmal waren die Wellen noch höher deswegen durften wir nur mit den Füßen ins Wasser. Elke war nicht am Strand, hat aber dafür unsere ganze schmutzige Wäsche im Waschsalon gewaschen. Um 19:00 Abends sind wir dann nach Hause gegangen. Wir wollten eigentlich noch eine Fischplatte essen gehen, aber es wurde dann zu spät. Heute (Donnerstag) soll es regnen, deswegen bleiben wir heute eher im Boot und gehen nicht an den Strand. Wir werden später allerdings noch Flossen für mich kaufen gehen. Ich (Oskar) und Nestor freuen uns schon sehr auf die Rias,die schönen Ankerbuchten in Spanien,wo wir nächste Woche wahrscheinlich hinfahren.

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AIS

Noch eine Ergänzung zum AIS:  Das funktioniert nur,  wenn wir es eingeschaltet haben,  was wir nur unterwegs machen (im Hafen klappt’s auch ohne ganz gut mit der Kollisionsverhütung ;-)). Außerdem ist die Reichweite,  da die Signale über VHF laufen,  auf ca. 20 nm beschränkt. Wir sind also über die diversen Apps nur in Küstennähe zu orten,  wo das Signal empfangen und weitergeleitet wird. Das AIS zeigt auch nicht aktuell an,  ob wir segeln oder motoren,  bei Sportschiffen wird nur ein gleichbleibendes Standardsignal angezeigt.

Buenas noches.

Biskaya 3. Tag –  Ankunft in A Coruna

Der dritte Tag auf der Biskaya bricht an. Die Nachtwache war sehr erfreulich, klarer Sternenhimmel,  kaum Wellengang,  aber leider auch kein Wind.

Am Morgen präsentiert sich die Biskaya noch freundlicher.

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Markus arbeitet an der Feineinstellung des Windpiloten. Trotz gutem Segeltrimm steuert er (der Windpilot, nicht Markus) weiterhin wilde Kurse. Markus glaubt,  es liegt an der Kraftübertragung und experimentiert mit der Länge der Leinen.

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0900 Uhr:  Land in Sicht! Die ersten spanischen Berge tauchen am Horizont auf. Noch 51.6 nm bis A Coruna. Wenn es weiter so gut läuft, legen wir heute abend an.

Interessanterweise haben sich bereits die Relationen verschoben: Die Kinder sind über eine Ankunftszeit am nächsten Abend so begeistert,  wie früher bei einer Autofahrt in zwei Stunden (die Kinder sind geduldige Automitfahrer). Und dass wir heute Abend ankommen,  ist für sie nun so,  als wären wir gleich da. Für die Eltern übrigens auch.

Die spanische Flagge wird gehisst und wir machen klar Schiff, das Boot wird  geputzt und aufgeräumt.

Die spanische Küste rückt näher.

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19.00 Uhr:  Ankunft in der Marina Coruna. Wir haben es geschafft!

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Und als wir noch mit dem Hafenmeister auf dem Steg sprechen, hören wir schon den Funkruf der Step by Step, die 20 min nach uns eintrifft. Das ist Timing!

Der Abend klingt im Cockpit der Step by Step aus,  wo wir auf unsere erfolgreiche Biskaya-Überquerung anstoßen.

Biskaya 2. Tag

Die zweite Nacht ist vorüber. Gelegentlich waren einige Sterne zu sehen,  meist aber wieder Blindflug durch die diesige Nacht. Wir sind einigen Berufsschiffen begegnet,  die wir dank AIS lange vor der Sichtweite wahrnehmen konnten. Wirklich praktische Sache,  das AIS. Wir empfangen nicht nur, sondern senden auch ein Signal mit Daten:  Diana,  Segler,  12 m,  Kurs,  Geschwindigkeit etc. Der Sender vermittelt uns das gute Gefühl,  dass die Wachhabenden auf den 399 m Pötten die kleine 12 m Diana als unübersehbares  Signal auf dem Schirm haben ( wenn sie denn tatsächlich auf den Schirm schauen…).

Der tatsächliche Ausguck ist naturlich trotzdem unerlässlich. Viele Sportboote und auch einige Fischer haben kein aktives AIS. Diese sieht man bei schlechter Sicht erst sehr spät.

Wir haben auch das Radar eingeschaltet,  mit dem wir beide noch nicht so viel Erfahrung haben. Man sollte Schiffe und Landformationen erkennen können. Im Moment sehen wir größtenteils wilde Flecken und Schmieren. Erinnert mich an die Ultraschallbilder in der Schwangerschaft,  bei denen man selbst allenfalls ein atlantisches Tief diagnostizierte,  während der Arzt freudestrahlend verkündete:  „Es ist ein Junge!“

Der Windpilot macht uns noch Sorgen. Gestern auf raumen Kurs fuhr er wilde Schlangenlinien mit Abweichungen bis 70 Grad. Das muss noch optimiert werden.

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Wir können zwar auch den Autopiloten steuern lassen,  der verbraucht aber ziemlich viel Strom und ist mehr für kurze Srecken und Fahrten unter Motor gedacht.Die langen Segelstrecken soll der Windpilot steuern.  Heute gehen wir das Problem mit Vor dem Wind Kurs an,  der schwierigste Kurs für den Windpiloten.

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Was hier aussieht wie eine Kleinstadt auf dem Wasser ist die 399 m lange Merete Maersk, 60m breit (5 x unsere Länge), 14 m Tiefgang (wir auf den Kopf gestellt plus 2 m),  Containerschiff,  auf dem Weg nach Tanger. Das sind eine Menge Container!

Um 14.00 Uhr überqueren wir die Grenze Frankreich – Spanien. Estamos en Espana!  Die Wassertiefe beträgt 4.850 m. Das wissen wir aus der Karte,  unsere elektronische Anzeige hat kapituliert und zeigt 11.50 m an.

Das heutige Etmal: 147 NM. Wir kommen gut voran. Der Wind ist leider komplett eingeschlafen. Ebenso die Wellen.

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Es wird merklich wärmer!  Die Wolken verziehen sich und die Sonne lacht. Der Atlantik wechselt die Farbe von Grau auf Dunkelblau. Wie schön! Zeit für T- Shirts und kurze Hosen.

Die für die angehende Nachtwache doch noch mit dicken Sachen ergänzt werden müssen.

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Die dritte Nacht auf See kann beginnen.

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Biskaya 1. Tag

Der 1. Tag auf der Biskaya ist vorüber. Die erste Nachtwache war sehr dunkel und diesig und ungemütlich mit  ordentlich Lage am Wind. Und kalt. So sieht’s ungefähr aus,  wenn man alleine im Cockpit sitzt.

Mit Blitz

Ohne Blitz.

Schon ein bisschen unheimlich,  ins Nichts zu fahren. Aber die Erfahrung unserer nächtlichen Überquerung des englischen Kanals nach Lowestoft letztes Jahr,  die noch viel ungemütlicher war,  lässt uns das entspannter angehen. Nur nicht über Bord fallen. Eiserne Regel: Wir tragen immer Schwimmwesten und picken uns alle stets mit unseren Lifebelts ( Sicherheitsleinen) ein,  wer nach vorne muss,  mit der Dreikarabiner- Leine. Außerdem haben für jeden ein persönliches AIS angeschafft,  das sich in der Schwimmweste versteckt und im Wasser ausgelöst wird. So kann man in der Theorie den Über- Bord- Gegangenen auf dem Plotter orten. In der Praxis wollen wir es trotzdem nicht gerne ausprobieren.

Bekanntlich hat auch die längste Nacht einmal ein Ende. Der Tag erfreut uns mit schönem NW-Wind mit 15 kn und teilweise sogar Sonne. Wir kommen gut voran. Erstes Etmal: 149  NM!

Nestor hat es sich gemütlich gemacht.

Oskar auch.

Nachdem Nestor anfangs noch sehr verhalten war und viel geschlafen und gedöst hat,  hat er sich nun aklimatisiert und ist wieder ganz fidel.

Sein laut erklärtes Ziel ist,  bis A Coruna nicht brechen zu müssen. Es hat sich nämlich gezeigt,  dass die Kleinsten gegenüber der Seekrankheit am empfindsamsten sind. Bis jetzt hat es gut geklappt!

Schade ist,  dass wir die Step by Step nicht erreichen können. Wir sind zusammen losgefahren,  bekommen aber keinen Funkkontakt mehr.

Erster Tag geschafft.

Bye bye England

Die Leinen sind losgeworfen. Um 13.00 Uhr fahren wir los, erst einmal zur Tankstelle. Die hat allerdings bis 14.05 Uhr Mittagspause,  so dass der Törn erst einmal mit einer Stunde Wartezeit beginnt. Nicht schlimm,  die Step by Step kommt auch vorbei und wir können noch ein wenig plaudern. Die Kinder freuen sich auch,  sich vor der 3-tägigen Abstinenz noch einmal zu sehen.

Nun passieren wir schon die letzte Landzunge. Markus und Nestor schlafen,  Oskar fröhnt dem Nichtstun und ich halte Wache und nutze die WordPress App des Smartphones.

Die Sonne ist herausgekommen und die kurzen Wellen der Nordsee werden allmählich von det Atlantikdünung ersetzt. Schön ist es hier!  Tauchten nicht von Zeit zu Zeit die schwarzen Fähnchen auf,  die Reusen markieren,  könnte man die Wache entspannt angehen. Da die bösartigen kleinen schwarzen Fähnchen allerdings nicht weit zu sehen sind,  ist Obacht angebracht.


Was von England in Erinnerung bleibt, sind schöne Landschaften und einige sehr schöne Orte,  die wir gerne noch einmal besuchen möchten. Vor allem in Erinnerung bleiben sehr freundliche, höfliche und unglaublich hilfsbereite Menschen. Nicht zuletzt deshalb haben wir uns in England sehr wohl gefühlt.

A propos hilfsbereit:  Unsere niederländische Nachbarin,  die gerade auf dem Rückweg aus der Karibik ist (und interessanterweise über Marokko, Senegal und dann Surinam dorthin gesegelt ist)  hat uns freigiebig mit Kartoffelpürree,  Milchpulver, Keksen,  Zitronensaft und guten Tipps ausgestattet. Dank u wel!

Biskaya-Vorbereitung 

 

Wir bereiten uns auf die Biskaya-Überquerung vor. Motor, das stehende und laufende Gut, EPIRB, Satellitentelefon werden gecheckt und die Grab-Bag (Notfalltasche zur Mitnahme in die Rettungsinsel, die man hoffentlich niemals braucht) gepackt. Gleich gehen wir noch einkaufen, füllen die Wassertanks und tanken morgen den Dieseltank voll.

Nach Beratung mit Ralf, der netterweise Wetter und Tide für den Biskaya-Törn eingehend geprüft hat, werden wir Freitag nachmittags losfahren, um mit Wind und Strom möglichst zügig voranzukommen.

Wenn Ihr unsere Route verfolgen möchtet, könnt Ihr uns über Apps wie z.B. Find Ship mit unserer MMSI 211668720 finden (wenn wir das AIS eingeschaltet haben – also keinen Schreck, wenn es mal nicht klappt…).

Wir haben jetzt auch die Kommentarfunktion eingeschaltet, da könnt Ihr auch etwas schreiben!

Falmouth

Wir sind an unserer letzten Station in England angekommen, endlich! Das waren hart erkämpfte Meilen nach Westen, immer gegen den W- oder SW-Wind. Viel zu oft motoren, oft dänisch mit dem Groß, macht nicht richtig Spaß. Aber die Nordsee war bislang sehr freundlich zu uns. Kein Sturm,  kein  Starkwind,  kein Dauerregen. Wir haben gute Bedingungen,  machen uns aber selbst Stress,  dass wir schnellstmöglich weiter und weiter nach Westen müssen. Deshalb sind wir etwas unentspannt und nehmen manches nicht mit, z.B. Brighton oder Eastbourne City,  auch Cowes wäre uns gerne einige Tage mehr wert gewesen. Auch von Plymouth kennen wir nur die (hervorragende) Mayflower Marina. Aber das können wir immer noch einmal nachholen. Jetzt sind wir in Falmouth und haben die erste Etappe unserer Reise glücklich abgeschlossen. Zwar ohne Platz in unserer ausgespähten Marina,  mit einmal Feststecken im Schlick und letztlich im Päckchen – an dem Boot einer netten weitgereisten Niederländerin. Morgen wird verproviantiert und alles vorbereitet und dann geht es übermorgen ab nach Spanien.

Diana neben Morning Glory in Falmouth

Einfahrt nach Falmouth

Oskar’s Beitrag

Das ist mein erster Beitrag.Vorgestern (24. Juli) sind wir in Dartmouth angekommen und ich (Oskar) und Nestor fanden es sehr schön,weil es hier viele kleine Wälder,coole Felsen und schöne,große Gras-Felder gibt.Wir haben gesehen,dass es hier auch mehrere Burgen gibt.Am nächsten Tag sind wir dann zu der einen Burg gewandert,von der auch geschossen wurde.Die beiden Burgen  sind nämlich dafür gebaut wurden,dass sie die hereinkommenden Schiffe kontrolliert.Zwischen den zwei Burgen wirde eine Kette hochgezogen,sodass die Schiffe die reinfahren wollten,nicht mehr weiterfahren  konnten.Robin und seine Eltern sind auch zu der Burg gekommen,allerdings mit dem Fahrrad.Dann sind Robin,Nestor und ich runter zu einer Bucht gegangen und sind dort geklettert.Heute (26. Juli) sind wir schon nach Plymouth losgefahren.Ich freue mich übrigens sehr auf die schönen Buchten in Spanien.

Immer weiter nach Westen

Zunächst wollten wir über Frankreich nach Spanien segeln. Kanalinseln, Brest und dann der große Sprung über die Biskaya.

Wir haben den Plan geändert. Jetzt sind wir zur westlichsten Ecke von England unterwegs, nach Falmouth in Cornwall. Von dort wollen wir über die Biskaya nach A Coruna. Grund: Erstens erschien uns der Tidenhub und damit die Strömung in England moderater. In England um die 5 Meter Tidenhub, in Frankreich bis 10 Meter. Zweitens sind die Winde in der Biskaya oft westlich, da ist es besser, schon möglichst weit nach Westen gefahren zu sein, da dann die Gefahr eines Am Wind Kurses geringer ist. Nachteil: Die Strecke über die Biskaya ist von England länger, eher 4 Tage im Gegensatz zu ca. 3 Tagen von Brest aus. Wir werden sehen, ob unsere Entscheidung richtig war …

Das Segeln nach Westen ist aber anstrengend. Fast immer kommen uns Wind und Wellen entgegen. Wir müssen also kreuzen, unsere Diana liegt vom Wind schräg auf der Seite und die Meilen nach Westen sind wirklich hart erkämpft. Gestern waren wir für 50 Seemeilen von Weymouth nach Dartmouth von 7:30 h morgens bis 19:30 h abends unterwegs. Richtig schönes Segeln ist das noch nicht.


Auf dem Weg nach Dartmouth haben wir unsere ersten Delphine (Tümmler) gesehen. Sie spielten um unser Schiff herum.



Am Sonntag, 24.7.16, sind wir in Dartmouth angekommen. Ein sehr schöner Ort an einer hübschen Bucht. Wir legen einen extra Hafentag ein.


Bestes englisches Essen: Fish and Chips with Salt and Vinegar.

Das Segelmekka der Engländer

Von Brighton sind wir am 22.7.16, Freitag, nach Cowes auf der Isle of Wight gesegelt. Das ist der Segler-Hotspot. Auf dem Solent finden im Sommer ständig Regatten statt, wir haben aus der Ferne die Americas Cup Katamarane gesehen. Die Pubs im schönen Ort sind voll mit Seglern. Sehr schön hier, könnte man länger bleiben. Aber ein andermal. Wir haben langsam die Überquerung der Biskaya nach Spanien vor Augen. Das wollen wir unbedingt bald, in der besten Sommerzeit, machen.





Schöne Pubs in Cowes, mit Bildern von Segellegenden

Beachy Head


Donnerstag, 21.7.2016: Wir sind vor Beachy Head in England. Heute segeln wir nach Brighton. In der Brighton Marina war ich vor ein paar Jahren einmal zu Jörg Garbens Jungesellenabschied. Schöne Erinnerung. Wie im Film „Quadrophenia“ sind wir mit Vespas auf die Felsen von Beachy Head gefahren.


Faszinierend! Wir testen unseren Windpiloten. Dies ist eine Selbststeuerung , die rein mechanisch, also völlig ohne Strom, funktioniert. Wen es interessiert: auf Windpilot im Internet nachsehen. Und auf dem aktuellen Am-Wind-Kurs funktioniert die Anlage tadellos. Wie von Geisterhand gesteuert fährt unser Schiff den eingestellten Kurs.

Ijmuiden, Zeebrugge, Dunkerque

Von Ijmuiden in Holland sind wir am Freitag, 15.7.16, nach Zeebrugge in Belgien gesegelt. Ein langer Schlag von 90 Seemeilen. Bei geschätzter Durchschnittsgeschwindigkeit von ca. 5 sm pro Stunde (mit Berücksichtigung der Gezeitenströme) als etwa 18 Stunden Reisezeit. Wir stehen früh auf, 4 Uhr, und segeln um 5 Uhr los..

Gegen Mittag geht es an Rotterdam , dem größten Hafen Europas, vorbei. Hier soll man sich per Funk anmelden, bevor man die Hafeneinfahrt quert, mit Schiffsname, Position und Fahrtrichtung. Angaben dazu findet man für die europäischen Küsten im „Reeds Nautical Almanac“. Wir melden uns ordnungsgemäß bei der Verkehrszentrale („Maas Entrance“) an. Mit der Zeit haben wir gemerkt, dass es gut ist, sich wie empfohlen oder vorgeschrieben bei den Behörden per Funk anzumelden. Die Lotsen haben dann unser Schiff mit im Blick, warnen ggf. uns und die Großschifffahrtsweg vor gefährlichen Situationen. Wenn man erstmal seine Scheu überwunden hat, auf englisch in das Funkgerät zu quatschen, geht so ein Funkverkehr eigentlich ganz einfach und immer nach dem selben Schema.

Bis auf die Höhe von Walcheren läuft alles gut. Dann dreht der Wind und kommt genau gegenan und frischt auf 6 Beaufort auf. Starker Wind gegen Strömung! Kurze, steile Wellen bauen sich auf. Wir stampfen unter Motor gegenan. Unser Bug verschwindet immer wieder unter den Wellen und wirft dann, wenn er wieder auftaucht, Berge von Wasser über das Schiff. Das musste jetzt wirklich nicht sein! Wir Mühen uns 3 Stunden lang gegen die Wellen ab, bevor wir um 21:30 h endlich Zeebrugge erreichen.

An einem der Fenster im Vorschiff ist bei den Bedingungen etwas Wasser eingedrungen! So ein Mist! Fängt ja gut an!


Da kommt erst einmal Tape drauf, wir haben ein spezielles seewasserfestes 3 M Tape dabei. Aber schön ist anders.

In Zeebrugge bleiben wir dann noch Samstag und Sonntag, um das Schiff aufzuräumen (viele Sachen haben wir in der Hektik des Aufbruchs einfach ohne Ordnung irgendwo im Schiff verstaut) und um einfach ein wenig Ruhe zu finden.


Der Katamaran der Familie Schulz, mit denen wir uns in Zeebrugge treffen


Elke mit Anja und André und Oskar und Nestor mit Robin


Wir hissen zum ersten Mal die ARC Flagge, welche die Teilnehmer der Atlantic Ralley for Cruisers im Hafen als Erkennungszeichen führen. Prompt spricht uns ein englischer Segler an, der mit seiner Familie in die Welt gesegelt ist und wünscht uns alles Gute.

Zeebrugge hat übrigens in den 1980er Jahren traurige Berühmtheit erlangt. Damals kenterte vor dem Hafen die Fähre „Herald of Free Enterprise“ und es kamen weit über 100 Menschen ums Leben. Die Fähre fuhr- wie damals zur Zeitersparnis üblich – mit offener Bugklappe aus dem Hafen. Von der Brücke aus konnte der Kapitän nicht erkennen, ob die Klappe geschlossen war oder nicht. Der für die Klappe zuständige Matrose hat wohl nicht aufgepasst oder gar geschlafen. So drang Wasser ins Autodeck, die Fähren bekam Schlagseite und kenterte.

Von Zeebrugge sind wir nach Dunkerque, wieder morgens früh um 5 h wegen der Tide.


Dunkerque am frühen Morgen. Schön für Industrieromantiker.

Am Dienstag, 19.7.16, ging es dann über den Kanal nach England.

Gen England

Heute geht’s nach England. Das bedeutet, mal wieder um 4.00 Uhr aufzustehen,  um die Tide zu erwischen. Wir sind nicht die einzigen,  viele Niederländer,  die auch gerade Sommerferien haben,  motoren mit uns seit Dünkirchen. Die Nordsee zeigt sich von ihrer freundlichen Seite,  es ist warm,  die Sonne scheint und sie ist flach wie der berühmte Ententeich. 

Nur am Wind mangelt es. Aber wir kommen auch mit dem Motor nach England,  wenn es auch nicht so viel Spaß macht.

07.00 Uhr: Die Kinder schlafen noch,  Markus spült und und ich halte Wache und bereite WordPress-Texte offline vor. Sehr praktisch,  abends im Hafen mit WLan sind wir nämlich meist zu müde oder haben anderes zu tun oder beides. Deshalb haben wir bislang viel weniger geschrieben,  als wir uns das vorgenommen hatten.

Unterwegs hat man dagegen relativ viel Zeit. Wir steuern nur selten selbst, das erledigt unter Motor der Autopilot.

Plotter,  Autopilot,  Log und Wind: 

Und in der Ferne Calais: 

Jetzt geht’s los

Montag, 11.07.2016, sind wir nach Holland gefahren und auf unser Schiff gezogen. Am Mittwoch ging es dann endlich los. Familie und Freunde haben uns einen tollen Abschied bereitet.

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Nestors Freunde Jakob und Theo sind überraschend nach Holland gekommen
Nestors Freunde Jakob und Theo sind überraschend nach Holland gekommen

 

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Wie schön, so nett verabschiedet zu werden. Alle Schlüter’s sind gekommen. Wir sind natürlich ein wenig traurig … insbesondere Nestor fällt die Trennung schwer.

Aber nun geht es los. Unser erstes Ziel ist Ijmuiden an der Nordseeküste. Also raus aus dem IJsselmeer auf die Nordsee und an der Küste nach Süden. Die Strömung geht ab ca. 14 Uhr mit uns und auch der Wind ist mit Nordwest und 4 – 5 Beaufort günstig für den ersten längeren Schlag.

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Bei der Abfahrt haben wir unser Schiff mit der Wimpelkette geflaggt, die uns unsere Freunde aus Poll genäht und geschenkt haben.

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Dieses Geschenk hat uns sehr gerührt. Alle Wimpel sind liebevoll individuell angefertigt.

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U-Boot auf der Nordsee

Vor Den Helder haben wir eine Begegnung mit einem U-Boot. Auf unserem Navigationssystem steht, dass ein „NATO-Warship“ unseren Weg kreuzen wird. Wir halten Ausschau, und plötzlich entdecken wir neben uns das U-Boot, dass durch seinen Tarnanstrich nur schwer zu erkennen ist.

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Das Wetter bleibt gut und abends um 22 Uhr machen wir in Ijmuiden fest. Ein langer Törn für den ersten Tag, von 11 bis 22 Uhr, aber wir freuen uns, dass es endlich losgeht. Ma