British Virgin Islands und die heilige Ursula

Am Freitag, 31.03.2017, brechen wir um 03:00 Uhr morgens zu den British Virgin Islands (BVIs) auf.  Da recht wenig Wind ist, können wir unseren Code Zero, das große Leichtwindsegel, setzen.

Um 18 Uhr, kurz vor Einbruch der Dunkelheit, fällt der Anker im North Sound auf Virgin Gorda.

Was haben die BVIs mit Köln gemeinsam? Mehr als man denkt!

Kolumbus entdeckte die Inseln 1493, auf seiner zweiten Reise in die neue Welt. Als er die große Vielzahl von Inseln sah, nannte er sie „The Virgins“, also die Jungfrauen, zu Ehren der heiligen Ursula und den 11.000 Jungfrauen. Die Geschichte war zu Kolumbus Zeiten offenbar ziemlich bekannt: Die Hunnen nahmen im vierten Jahrhundert die schöne Ursula und die Jungfrauen gefangen und wollten sie nur dann vom Tod verschonen, wenn diese die Ehe mit ihnen eingehen würden.  Ursula und die Jungfrauen verweigerten dies und wurden getötet.

Und wo spielt diese Legende?  In unserer Heimatstadt Köln! Die Geschichte spiegelt sich in den Wappen wider:

11 Flämmchen (auch Tränen genannt) im Kölner Stadtwappen und 11 Flämmchen plus das von  Ursula auf der Flagge der BVIs. Was für interessante Gemeinsamkeiten mit Daheim!

Wir verholen uns auf einen Ankerplatz zwischen Prickly Pear Island und Eustatia Island. Hier ist es wirklich wunderschön, Karibik wie im Bilderbuch. Weiße, einsame Strände, nur mit dem Boot zu erreichen.

Dazu kristallklares Wasser.

Wir blicken auf Necker Island, Privatinsel von Richard Branson.

Von Virgin Gorda aus geht am Dienstag, 04.04.2017, weiter nach Norman Island. Das ist „Die Schatzinsel“ aus dem Roman von Robert Louis Stevenson (im Original „The Treasure Island“).  Die Insel war- wie viele der Virgin Islands – in früheren Zeiten ein Piratennest. Heute ist Norman Island unbewohnt.

Wir erkunden die Schatzinsel zu Fuß. Schätze finden wir nicht, dafür aber tolle Natur.

Die Benures Bay, unsere schöne und ruhige Ankerbucht auf Norman Island. Oskar und Emilia erkunden die Bucht mit dem Dingy. Wir treffen die Crews der JoEmi, Eleonore und Pierina, und freuen uns über das Wiedersehen.

Neben uns ankert eine Hallberg Rassy 40 mit Namen „Regina“. Elke und ich schauen uns verwundert an: Das gleiche Boot mit gleichem Namen hatten doch auch Leon Schulz und seine Familie. Leon Schulz hatte uns mit seinem Buch „Sabbatical auf See“ den Anstoß zu unserer Reise gegeben. Ich fahre rüber zur „Regina“. Das nette Schweizer Eignerpaar erklärt, dass wir mit unserer Vermutung recht haben. Es ist das Schiff, mt dem die Familie Schulz damals ihr Sabbatical gemacht hat. Das Schweizer Paar hat das Schiff 2012 Leon Schulz abgekauft. Dieser segelt heute mit einer Hallberg Rassy 46. Das Schweizer Paar will auch von hier aus zurück nach Europa; vielleicht sehen wir uns auf der Route noch einmal wieder.

Am Samstag, 08.04.2017, segeln wir zur „Dead Man’s Bay“ auf Peter Island. „15 Mann auf des Totenmanns Kiste und ’ne Buddel voll Rum.“ – diesen Spruch hat wohl jeder schon einmal gehört. Der Legende nach hat der Pirat Blackbeard 15 Mann mit nur einer Flasche Rum als Verpflegung auf der gegenüberliegenden kleinen Insel Dead Man’s Chest ausgesetzt. Einige versuchten schwimmend die Dead Man’s Bay zu erreichen und ertranken; daher der Name der Bucht. Heute ist hier eine hübsche Bucht mit einem luxuriösen Resort an Land. Aber auch laut am Samstagabend, viele Charterboote kommen und die Crews feiern lang und lautstark. Die BVIs sind ein sehr beliebtes Revier zum Chartern von Segelyachten und heute beginnen in vielen Ländern die Osterferien.

Am Strand finden Nestor und Oskar viele Kokosnüsse.

Uns gefallen die Jungfraueninseln bisher sehr gut. Zwar ist wirklich alles unglaublich teuer, z.B. Pizza Margharita 22 US Dollar und dazu ein kleines Bier für 6 USD.  Aber es gibt eine Vielzahl von Inseln, einige unbewohnt, viele kaum bebaut und mit toller unberührter Natur. Außerdem finden wir hier die bisher besten Plätze zum Schnorcheln. Z.B. bei den Felsen The Indians gibt es unter Wasser ein fazinierend buntes Riff und ebenso bunte Fische zu bestaunen.

7 Gedanken zu „British Virgin Islands und die heilige Ursula“

  1. Reisen bildet! Nicht nur die Reisenden, sondern auch die Leser
    Ihrer immer interessanten Beiträge. Die Verehrung der Heiligen Ursula über Kolumbus bis zu den BVI war mir neu, neben der Kolonialgeschichte bekommen wir so auch einen Einblick in
    weltkirchliche Traditionen, es gibt mehr als kölsch-katholisch, danke und frohe Ostern
    Angela Brühl

  2. Hallo, Ihr Lieben
    es scheint ja super bei Euch zu sein das Wasser, das Wetter und die Natur. Pizza könnt Ihr besser hier essen . Er kostet nur ein Viertel. Bei uns gab es einen hervorragenden Apfelkuchen, den wir gestern mit Ursula – die Heilige? – und Herbert genossen haben. Christian, Joy und May haben guten Tag gesagt.
    Heute ist es hier bienen-, mücken- und staubfrei. Es regnet. Da der Boden äußerst trocken ist, haben wir das sehr gewünscht. Gregor und Familie wollen heute ihre Osttour – Brocken, Leipzig, Dresden – beenden und morgen bei Thomas Ostereier suchen. Joy hat uns nach der Messe in den Lehmbacher Hof zum Mittagessen eingeladen. Da alle Welt Ostern ausgeht, war es schwierig, einen Tisch zu bekommen. Und Montag werden die Ostereier hier gesucht.
    Stets genug Wasser unterm Kiel wünscht Euch Euer Vater, Schwiegervater und Opa.

  3. Hihi, wohl kaum:) Genießt die Zeit vor Ort! Und Jacob fragt, ob Nestor denn jetzt auch Ferien hat? 😉

    1. Hallo Jacob, ich und Oskar haben nicht ganz Ferien, wir müssen ein bisschen Schule machen, weil die Schule vorher manchmal ausgefallen ist. Viele Grüße Dein Nestor

  4. Necker Island könnt ihr übrigens für schlappe $80.000 pro Nacht mieten. Platz für 34 Gäste, alles inkl.. 😉

  5. Das sieht einfach super bei Euch aus! Nicht, dass ihr beim Schnorcheln doch noch ein paar Goldmünzen findet 😉

    LG,
    Thomas

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