Biskaya 2. Tag

Die zweite Nacht ist vorüber. Gelegentlich waren einige Sterne zu sehen,  meist aber wieder Blindflug durch die diesige Nacht. Wir sind einigen Berufsschiffen begegnet,  die wir dank AIS lange vor der Sichtweite wahrnehmen konnten. Wirklich praktische Sache,  das AIS. Wir empfangen nicht nur, sondern senden auch ein Signal mit Daten:  Diana,  Segler,  12 m,  Kurs,  Geschwindigkeit etc. Der Sender vermittelt uns das gute Gefühl,  dass die Wachhabenden auf den 399 m Pötten die kleine 12 m Diana als unübersehbares  Signal auf dem Schirm haben ( wenn sie denn tatsächlich auf den Schirm schauen…).

Der tatsächliche Ausguck ist naturlich trotzdem unerlässlich. Viele Sportboote und auch einige Fischer haben kein aktives AIS. Diese sieht man bei schlechter Sicht erst sehr spät.

Wir haben auch das Radar eingeschaltet,  mit dem wir beide noch nicht so viel Erfahrung haben. Man sollte Schiffe und Landformationen erkennen können. Im Moment sehen wir größtenteils wilde Flecken und Schmieren. Erinnert mich an die Ultraschallbilder in der Schwangerschaft,  bei denen man selbst allenfalls ein atlantisches Tief diagnostizierte,  während der Arzt freudestrahlend verkündete:  „Es ist ein Junge!“

Der Windpilot macht uns noch Sorgen. Gestern auf raumen Kurs fuhr er wilde Schlangenlinien mit Abweichungen bis 70 Grad. Das muss noch optimiert werden.

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Wir können zwar auch den Autopiloten steuern lassen,  der verbraucht aber ziemlich viel Strom und ist mehr für kurze Srecken und Fahrten unter Motor gedacht.Die langen Segelstrecken soll der Windpilot steuern.  Heute gehen wir das Problem mit Vor dem Wind Kurs an,  der schwierigste Kurs für den Windpiloten.

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Was hier aussieht wie eine Kleinstadt auf dem Wasser ist die 399 m lange Merete Maersk, 60m breit (5 x unsere Länge), 14 m Tiefgang (wir auf den Kopf gestellt plus 2 m),  Containerschiff,  auf dem Weg nach Tanger. Das sind eine Menge Container!

Um 14.00 Uhr überqueren wir die Grenze Frankreich – Spanien. Estamos en Espana!  Die Wassertiefe beträgt 4.850 m. Das wissen wir aus der Karte,  unsere elektronische Anzeige hat kapituliert und zeigt 11.50 m an.

Das heutige Etmal: 147 NM. Wir kommen gut voran. Der Wind ist leider komplett eingeschlafen. Ebenso die Wellen.

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Es wird merklich wärmer!  Die Wolken verziehen sich und die Sonne lacht. Der Atlantik wechselt die Farbe von Grau auf Dunkelblau. Wie schön! Zeit für T- Shirts und kurze Hosen.

Die für die angehende Nachtwache doch noch mit dicken Sachen ergänzt werden müssen.

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Die dritte Nacht auf See kann beginnen.

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