Dominica I,  Roseau

 

Am 19.1.2017 segeln wir nach Dominica. Schönstes Segelwetter,  bis 22 kn Wind,  Wellen 1-2 m, Sonnenschein. Mit vier Schiffen entwickelt sich eine kleine Regatta,  die die Step by Step 2 anführt und gewinnt. Das gönnen wir Andre, es ist sein Geburtstag!

Nach einigen Stunden erreichen wir Dominica. Sehr grün und sehr hügelig,  das sind die ersten Eindrücke. Wir hatten zuvor von vielen verschiedenen Seiten die Empfehlung bekommen,  die Hiking-Tour mit Seacat zu unternehmen. Die Hiking-Tour,  weil Dominica unbedingt erwandert werden muss,  bei Seacat,  weil zum einen eine Tour mit Guide empfohlen wird und zum anderen er für seine tollen Touren bekannt ist. Also funken wir bereits aus einiger Entferung Seacat an und buchen bei ihm Bojen für alle sechs Schiffe (Joemi und Pierina sind später gestartet).

Am Abend,  als wir alle auf der Step by Step auf Andres Geburtstag anstoßen (köstlicher Rumpunsch,  danke, liebe Anja),  sprechen wir mit Seacat die Tour ab. Wir verabreden 2 Stunden Wandern mit anschließendem Baden im Wasserfall. Insgeheim machen wir uns etwas Sorgen, ob uns 2 Stunden Wandern nicht etwas kurz vorkommen.

Weit gefehlt! Am nächsten Morgen werden wir um 09:00 Uhr von den Booten abgeholt und fahren mit zwei Kleinbussen los. Unterwegs halten unsere Guides immer wieder an, pflücken am Straßenrand Früchte und reichen sie herein. Wir probieren Passionsfrucht, Muskatnuss, Zimt, Lorbeer, Kaffeeebohne,  Kakao,  Zitronengras,  Guave uvm. Es ist grün,  total grün. Es sieht aus wie in den derzeit leider geschlossenen Gewächshäusern  (immer noch?) in der Kölner Flora, sehr grün,  sehr überwuchert. Bananenstauden, Brotfruchtbäume,  Avocadobäume,  Bambus,  alles wuchert munter am Wegesrand. Dazwischen sehr gepflegte Cottages mit englischem Rasen  (Dominica ist immer noch Teil des Commonwealth,  aber wir wollen Oskar nicht vorgreifen…sein Part).

Unsere Wanderung führt uns eine Stunde über einen ambitionierten Pfad durch den Primärregenwald. 

Dominica ist die einzige Insel in der Karibik,  auf der es noch ursprünglichen Regenwald gibt. Und noch Ureinwohner,  Kariben,  die in einem Reservat weiter im Norden wohnen. Der Regenwald ist toll, es ist total grün,  es wuchert und wächst und Tarzan ist auch mit uns.

Am Ende der Wanderung landen wir im Becken eines Wasserfalls. Alle gehen im erfrischenden kalten Süßwasser baden.

Danach geht es weiter zu anderen Wasserfällen, durch die man hindurchschwimmen und klettern kann. Hier wurde ein Teil von Pirates of the Carribeans 2 gedreht.

Schließlich stoppen wir an den Trafalgar Falls. Das sind zwei wunderschöne und bekannte Wasserfälle,  an denen wir auf dem Hinweg bereits vorbei gekommen sind. Da aber heute Kreuzfahrtschifftag war und Tausende Touristen die Fälle tagsüber überschwemmt haben, …

… besuchen wir die Fälle erst am Nachmittag und es ist erfreulich einsam.

Mit Seacat geht es aber nicht nur zur Aussichtsplattform,  sondern weit darüber hinaus. „We do some rock climbing.“ Über ein Felsenfeld kraxeln wir zum Fuß eines Trafalgar Falls und finden dort warme Felsen und Becken mit Badewannentemperatur. Dominica ist vulkanischen Ursprungs und verfügt über eine Vielzahl heißer Quellen und Seen.

Sehr müde und sehr glücklich fahren wir um 19:00 Uhr zurück und fallen bald ins Bett. Dominica ist toll und die Tour bei Seacat der Hit,  das ist die einhellige Meinung.

Am nächsten Morgen gibt es einigen Muskelkater zu beklagen, aber alle sind immer noch sehr zufrieden. Was uns besonders beeindruckt hat, ist die Einstellung unserer Guides zu ihrer Heimat:  Sie sind sehr stolz auf ihre wunderschöne Insel und Heimat. Es wird viel getan,  um Dominicas ursprüngliche Schönheit zu erhalten. Wir werden dauernd auf die Wasserkraftwerk-  und Geothermkraftwerke, Nationalparks, einschränkende  Bebauungspläne uä hingewiesen. Dominica ähnelt botanisch dem Garten Eden. 

Aber die Insel ist natürlich auch nicht ausschließlich ein Paradies auf Erden,  sondern die ärmste der kleinen Antillen,  es gibt sehr sichtbare Armut,  20 % Arbeitslosigkeit und auch viel Kriminalität. Als weißer Tourist sollte man  sich schon  an Regeln halten, zB nicht nach Einbruch der Dunkelheit herumlaufen, keine teuren Kameras und Wertgegenstände offen mit sich tragen, nicht allein ankern,  sondern Bojen bei den Boatboys buchen etc. Wir haben uns daran gehalten und uns immer wohl und sicher gefühlt. Und in Seacats Begleitung sowieso.

Am nächsten Tag macht Oskar den Dingiführerschein und darf jetzt alleine fahren.


Danach geht es nach Roseau auf den Markt. Heiß ist es,  bunt,  laut und wuselig. Es werden hauptsächlich heimische Erzeugnisse verkauft,  Früchte, Gemüse und Gewürze. Wir kaufen Passionsfrüchte,  die die ganze Familie mittlerweile liebt,  Mangos,  Süßkartoffeln, Yamswurzeln und Muskatnüsse. Nach einiger Zeit wird es uns aber zuviel Gewusel und Hitze und wir sehnen uns zurück zu unserem friedlichen Bojenfeld.

2 Gedanken zu „ Dominica I,  Roseau“

  1. Liebe Schlüters,
    das war mal wieder ein wunderbarer Bericht der uns hier zu Hause den Tag versüßt. Herzlichen Dank auch für die sehr schönen Bilder und die guten Informationen die wir für unsere Reise abspeichern werden. Ob die Gewächshäuser der Flora noch zu sind weiß ich nicht, aber dass sich bei den Minustemperaturen hier keine der von euch genossenen Früchte wohlfühlen würden, weiß ich sehr wohl.
    Gute Weiterreise und herrliche Genüsse wünschen wir euch!
    Stephan mit Tina und Ella
    Bensberg

    1. Hallo Stephan,
      vielen Dank! Wann geht’s denn bei Euch los? Vielleicht klappt noch es mit einem Treffen vor der Abreise?!
      Liebe Grüsse Markus

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