St. Eustatius

Von St. Barth geht es am 17.3.2017 weiter nach Sint Eustatius (kurz Statia). Statia,  gelegen zwischen St. Kitts und Saba, ist eine kleine Insel der Niederländischen Antillen mit 3000 Einwohnern. Amtsprache ist  Niederländisch,  gesprochen wird aber nur Englisch. Währung ist nicht etwa der Euro,  sondern eine Art karibischer Gulden (NAF) oder USD.

St. Eustatius hat eine sehr interessante Geschichte: Im 18. Jh. lagen Engländer und Franzosen in den kleinen Antillen permanent im Krieg. Die Niederlande erklärte schlauerweise St. Eustatius zur Freihandelszone, mit der auch die verfeindeten Länder Handel treiben konnten. Es entstand ein blühender Handelsplatz auf der Insel. Allerdings wurden auch Munition und Waffen an die nach Unabhängigkeit strebende USA geliefert,  was England ein Dorn im Auge war. Am 16.11.1776 lief das amerikanische Schiff Andrea Doria in Oranjestad ein. Der örtliche Governeur ließ das Schiff mehr versehentlich mit einem Salut begrüßen und war damit der Erste,  der die Souveränität Nordamerikas anerkannte.

Das ließ England nicht auf sich sitzen,  man erklärte  den Niederlanden den Krieg und schickte Admiral Rodney (den von der Rodney Bay auf St. Lucia)  zu einer Strafexpedition. Admiral Rodney plünderte die Insel gründlich. Davon und von einigen nachfolgenden Hurrikanen hat sich die Wirtschaft der Insel nicht mehr erholt. Der untere Teil von Oranjestad,  in dem sich die Kontore befanden, versank im Meer und ist heute ein beliebtes Tauchrevier.

Als wir um das Nordkap der Insel biegen,  sehen wir zuerst einen riesigen Tankpier für Frachter, mehrere Frachter auf Reede und viele Silos an Land. Dann erwischt uns ein Squall mit 30 kn Wind und strömendem Regen. Mmh,  wir haben den Eindruck wieder in Ijmuiden angekommen zu sein und fragen uns,  ob es eine so gute Idee war, dafür die Cote d’Azur auf St. Barth zu verlassen. Und keine einzige andere Yacht ankert hier… Aber dann kommt die Sonne heraus und die Step by Step biegt um die Ecke. Wir freuen uns sehr, sie nach über einem Monat wieder zu sehen.

Am nächsten Tag erschließt sich uns auch der Charme von Sint Eustatius. Wir machen eine schöne Wanderung auf einen Vulkan und schlendern durch den Ort.

Oranjestad ist die Hauptstadt und eigentlich auch die einzige Stadt. Es gibt ansonsten noch eine kleine Ortschaft namens Zeelandia. Es ist sehr sauber,  aufgeräumt und total ruhig hier. Alle Passanten – und das sind nicht viele – grüßen sich gegenseitig und uns auch.

Es gibt einige wenige geschlossene Restaurants,  zwei Supermärkte,  in denen es viele holländische Produkte gibt, und am (schönen) Strand eine Bar mit Wifi,  ein Hotel und eine Tauchbasis. Was braucht man mehr? Nach einem Tag auf St. Eustatius macht sich große Ruhe und Gelassenheit breit.Nach zwei Tagen ist man komplett entspannt.

Sehr empfehlenswert,  aber nur bei gutem Wetter. Der einzige Ankerplatz ist nämlich leider sehr unruhig und das Schiff rollt nervend hin und her. Der Nachtschlaf ist ziemlich unentspannt. Deshalb und weil wir auf St. Martin verabredet sind,  lichten wir am 20.3.2017 nach drei Nächten den Anker. Unter anderen Bedingung und mit mehr Zeit wären wir gerne noch länger auf diesem friedlichen Inselchen geblieben.

St. Barth

Gustavia, der Hafen und Hauptort von St. Barth

Am Sonntag, 05.03.2017, beschließen wir, von Antigua direkt zu der Insel St. Barth zu segeln. Barbuda, wo wir eigentlich sehr gerne hin wollten, streichen wir wegen des Wetters. Schon seit über einer Woche ist starker Wind. Für Barbuda, eine flache Insel, kaum besiedelt, bei Nordost Wind nicht sehr geschützte Ankerplätze, sind dies ungünstige Bedingungen. Leider soll das Wetter nicht besser werden. Im Gegenteil, ab Dienstag ist richtig stürmisches Wetter angekündigt. Also wollen wir schnell los, um noch vor dem richtig schlechten Wetter auf eine andere Insel zu kommen. Wir fahren abends in Falmouth Harbour auf Antigua los und wollen am nächsten Morgen in St. Barth ankommen. Die Entfernung beträgt rund 80 Seemeilen. Wind ist angekündigt mit 5 – 6 Beaufort aus meist östlichen Richtungen; für uns ein Halbwindkurs. Die Wellenhöhe soll ca. 2 Meter betragen.

Vorher treffen wir noch die Crew der Croix du Sud, die am Nachmittag in Falmouth eintrifft. Schön, dass wir uns noch einmal sehen und verabschieden können, die Crew fliegt von Antigua aus nach Hause.

Seit der Atlantiküberquerung haben wir keine Nachtfahrt mehr gemacht. Durch die vielen Nachtfahrten zuvor haben wir aber mittlerweile etwas Routine. Wir essen erst zu Abend, verzurren alles im Boot und auf dem Boot, Positionslichter an und los geht es. Nach ca. einer halben Stunde im Windschatten Antiguas setzen wir die Segel. Es sind wenige Schiffe in der Nacht unterwegs. Ein Kreuzfahrtschiff begleitet uns lange in 3 – 4 Meilen Entfernung. Wir segeln an St. Kitts and Nevis und St. Eustatia vorbei. Wir nehmen wieder unsere übliche Wacheinteilung auf. Bis Mitternacht Elke, dann ich bis 3 Uhr, dann Elke bis 6 Uhr, dann wieder ich. Die Kinder schlafen, beschweren sich aber gelegentlich, da sie bei der Schräglage aufeinander rutschen. Das Leesegel, welches die Koje der Kinder trennt, haben wir nicht angebracht. Elke weckt mich gegen 23:30 Uhr, da wir wegen starkem Wind reffen müssen.

Am Morgen steht Oskar früh auf. Er möchte angeln. Oskar interessiert sich sehr fürs Angeln; er hat eine Vielzahl von Ködern etc. gekauft.

Land in Sicht. St. Barth taucht am Horizont auf. Hier ist das Wetter ganz gut; zwischendurch gab es aber auch heftige Regenschauer. Um 09:00 Uhr Montag früh machen wir an einer Boje direkt vor dem Hafen Gustavia fest.

Spektakulär ist der Anflug auf den Flughafen von St. Barth. Es können nur kleinere Maschinen landen. Zunächst sieht es so aus, als würden die Flugzeuge gegen einen Berg fliegen. Sie fliegen dann knapp über einen Kreisverkehr, gehen steil runter und müssen auf einer sehr kurzen Piste landen.

Gustavia, der „Ort“ von St. Barth, ist eine nette und aufgeräumte Stadt bzw. ehr ein Städtchen. Früher war die Insel schwedisch, daher der Name Gustavia. Später übernahm Frankreich die Insel. Nach Beendigung der Sklaverei verließ die farbige Bevölkerung die Insel. Heute ist St. Barth eine sehr europäische wirkende Insel. Man fühlt sich fast wie an der Cote d’Azur. Es ist auch ein ziemlich teures Fleckchen. Beim Makler ist eine Zwei-Zimmer Wohnung für 1.05 Mio Euro ausgezeichnet.

Trotz des „High-Society-Flairs“ ist der Ort nett und entspannt.

Es gibt Geschäfte von Prada, Gucci, Bulgari etc.

Werden schon stolze Preise aufgerufen ….

Aber wie gesagt, die Luxus-Botiquen sind nicht alles, insgesamt macht alles hier einen entspannten Eindruck. Vielleicht auch ein Vorteil des Fahrtensegelns, dass wir hier, wo Hotelpreise von 300 Euro und mehr pro Nacht normal sind, für nur 9,52 Euro pro Nacht vor dem Hafen an einer Boje festmachen können.

Wir feiern Nestors 8. – ten Geburtstag am 10.03.2017.

Und finden unsere nette Bar. Le Select besteht bereits seit 50 Jahren. Hier gibt es Bier aus der Flasche und zum Essen Hamburger und Pommes auf Plastiktellern. Es ist immer was los.

Public Viewing im Le Select, Paris gegen Barcelona. Unglaublich, Barcelona gewinnt 6:1 und macht damit die Schlappe aus dem Hinspiel (4:0 verloren) wett.

In St. Lucia

Von Mittwoch, 14.12.2016 bis Mittwoch, 28.12.2016 sind wir auf St. Lucia. Die Rodney Bay Marina ist voll mit ARC-Yachten. Kommt ein neues Schiff nach der Atlantiküberquerung in den Hafen, wird es lautstark von den schon Anwesenden begrüßt.

Wir erfahren, wie es anderen Yachten ergangen ist. Nicht alle sind so glücklich angekommen wie wir. Die Atlantiküberquerung ist eine enorme Beanspruchung des Materials. Ca. 3000 Seemeilen segeln die meisten Schiffe normalerweise in ca. 5-6 Jahren, nun aber in 3 Wochen. Etwa 25 Schiffe sind umgekehrt oder aus anderen Gründen nicht bis St. Lucia gekommen. Die Noah ist untergegangen, ein Schiff hat im Hafen von St. Lucia Feuer gefangen. Ein Schiff hat seinen Mast verloren, eins sein Steuerruder. Glücklicherweise ist den Menschen nichts ernsthaftes passiert. Wir freuen uns, dass unsere Freunde (bis auf die Noah) und wir gut in St. Lucia angekommen sind.

Mit befreundeten Crews machen wir eine Inselrundfahrt.

Der nette Fahrer Twin bringt uns einmal um die Insel. Wir stoppen u.a. bei seiner Tante und testen einheimische Fruchtsäfte.

Die Pitons, das Wahrzeichen St. Lucias.

Thomas von der Hamaka hat sich schon vor der Reise ausführlich mit dem Fischfang auf offener See beschäftigt. Er hat unterwegs eine Menge Fisch gefangen. Freundlicherweise gibt er uns eine Einführung  ins Hochseeangeln und präpariert einige Köder für uns.

Bei der ARC Abschiedsfeier am Samstag, 17.12.2016, erhalten die teilnehmenden Kinder eine Urkunde.

Am Strand. Links Mattis von der Eleonore.

Die Rodney Bay von Pidgeon Island aus gesehen.

Primus und sein Kollege Peter reinigen und polieren unser Boot. Super Arbeit, so sauber und glänzend hat es noch nie ausgesehen!

Primus ist, wie viele hier, Rastafari. Die Rastafaris sind eine Abspaltung der christlichen Religion mit vielen Bezügen zum alten Testament,  die in den 1930er Jahren auf Jamaika entstanden ist. 

Sie verehren Jah, Jehova, und den ersten Kaiser Äthopiens,  Haile Selassie, den sie als Reinkarnation des Messias ansehen. Daher werden oft die Landesfarben Äthiopiens,  Rot, Gelb und Grün getragen. Viele Rastas schneiden sich aus religiösen Gründen ihre Haare und Bärte nicht und tragen Dreadlocks.

Die Grefraths, die Eigner der gesunkenen Noah, sind mit dem Flugzeug nach St. Lucia gekommen. Schön, diese sympathische Familie trotz des Unglücks hier wieder zu treffen. Wir verbringen viel Zeit miteinander,  u.a. auf der Street-Party in Gros Islet, die jeden Freitag stattfindet.

Unser defektes Großsegel lassen wir bei Kenny Abernaty – Rodney Bay Sails- reparieren. 

Kenny war lange Torwart in St. Lucias Fußballnationalmannschaft. Er kennt alle guten deutschen Spieler (natürlich auch Toni Schumacher) und bewundert Jogi Löw. Nachdem er unser Großsegel gut und preiswert instand gesetzt hat, lassen wir bei ihm auch noch einen langen Reißverschluss in unsere Sprayhood einnähen, damit das mittlere Fenster geöffnet werden kann. So können wir im Hafen und am Ankerplatz den frischen und kühlenden Wind ins Cockpit lassen.

Wir machen einen Ausflug zur Halbinsel Pidgeon Island,  auf der sich ein schöner Park befindet.

Am Ende unseres Aufenthalts auf St. Lucia ankern wir in der Rodney Bay. Die Kinder können endlich vom Schiff aus  ins Wasser springen.

Noch eine Nachricht vor der Abfahrt

Morgen, Sonntag 20.11.2016, legen wir ab in Richtung Karibik. So ganz können wir uns das noch nicht vorstellen, drei Wochen nur auf See zu sein. Im Moment ist es eine Mischung zwischen Ängsten, Aufregung und Spannung.

Viele „Seetramper“ möchten noch gerne mitfahren.

Hoffentlich finden die beiden noch ihr Schiff.

Wir haben noch einige Sachen eingekauft, hier auf dem zentralen Markt in Las Palmas.

Im Real Club Nautico gab es am Freitag eine Abschiedsfeier.

Heute,  am Samstag,  gab es noch das Skippers Briefing,  in dem  wir über die Rally-Bedingungen (die ARC ist ja eine Regatta,  wir sehen das allerdings vorrangig nicht so sehr sportlich, uns geht es hauptsächlich ums Ankommen) und die aktuelle Wettervorhersage informiert wurden.

Auf unserem Steg werden  die letzen Vorbereitungen  getroffen.

Und abends gibt es noch ein Abschieds-Feuerwerk. Jetzt kann es los gehen.

In den nächsten 3-4 Wochen werdet ihr wenig von uns hören.

Wer möchte, kann uns aber verfolgen über die App YB Races. Kostenlos herunterladen und dort auf ARC gehen und DIANA suchen.

Verfolgen könnt ihr unsere Route auch über die Homepage www.worldcrusingclub.com. Dort stehen auch ein paar Berichte über die Aktivitäten hier.

Vielen Dank an euch alle, die uns per WhatsApp, Mail, Blog alles Gute gewünscht haben!! Das hat uns sehr gefreut!

Also, bis bald!

In drei Tagen geht es los!

Am Sonntag, 20. November 2016, 13.00 Uhr, startet unser Atlantikabenteuer! Nur noch gut drei Tage bis zum Start. Die Aufregung und Anspannung steigt. Ca. 20 – 25 Tage werden wir fernab der Zivilisation auf dem Atlantik unterwegs sein, bis wir St. Lucia in der Karibik erreichen.

Heute hat eine beeindruckende  Rettungsübung der spanischen Küstenwache stattgefunden. Segler wurden – als Übung – per Helikopter von ihrem Schiff abgeborgen.

Am Steg ist jetzt täglich  ein grosses Gewusel. Es wird gepackt, geschraubt, repariert.

Wir lassen die Getränke anliefern. Frische Sachen kaufen wir auf dem Markt; haltbare haben wir bereits mit unserem Mietwagen besorgt.

Ich bestelle noch ein persönliches Wetterrouting für Sonntag bei Wetter-Welt.

Überraschungsbesuch: Meine Eltern Doris und Bernd und mein Bruder Gregor kommen, um uns alles Gute zu wünschen. Schön!

Gregor haben wir direkt eingespannt,  um den Bewuchs an unserem  Boot zu entfernen. Nach fast  3 Wochen im Hafen ist einiges gewuchert.

Es wird fleißig weiter gefeiert. Die Kinder bekommen auf der Kostümparty einen Preis für das schönste Kostüm. Vorher am Sonntag gab es eine offizielle Eröffnungsfeier mit einer Parade aller Teilnehmer nach Nationalitäten sortiert. Alemania läuft ganz vorne weg,  hinter einer Vertreterin  der Inselregierung von  Gran Canaria und dem Gouverneur  von Saint Lucia.  

Die Kinder machen sich bereit.

Wir als echte Kölner sind natürlich für alle  Eventualitäten gewappnet und haben immer eine Verkleidung parat.

Las Palmas und die ARC

 

Wir haben die Startnummer 207 bei der Atlantic Ralley for Cruisers. Unsere DIANA haben wir mit Flaggen geschmückt, wie die meisten Schiffe, die bei der ARC starten.

Wenn Ihr unsere Atlantiküberquerung verfolgen möchtet: Wir haben für die ARC einen sogenannten Tracker an Bord von YB Races. Mit diesem kleinen Gerät wird unsere Position ständig angezeigt. Ihr könnt schon mal gucken, der Tracker ist eingeschaltet und wir sind unter Diana zu finden. Es gibt zwei Möglichkeiten.

  • Auf der Homepage http://www.worldcruising.com . Dort unter ARC suchen. Auf der Homepage steht auch einiges über die Aktivitäten, die im Moment hier in Las Palmas stattfinden.
  • Die kostenlose App YB Races laden. Dort unter Races auf ARC gehen.

Schöner Blick von unserem Liegeplatz. Aber es ist natürlich auch sehr städtisch hier, direkt vor dem Hafen liegt eine sechsspurige Schnellstraße. Dafür gibt es aber auch fast alles zu kaufen, was wir für das Schiff oder auch ansonsten brauchen. Elke war z.B. bei Ikea um Weihnachtsschmuck zu kaufen. Der örtliche Yachtausrüster Rolnautic ist das Lieblingsgeschäft. Der Laden ist wirklich gut sortiert.  Zur Zeit der ARC macht er wohl den Umsatz des Jahres, jeder kauft noch etwas dort, lässt etwas reparieren etc. Zum Dank schmeißt der Inhaber eine große Party, auf welcher wir gestern (11.11.2016) waren.

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Besonders gute Kunden bekommen ein persönliches Foto mit dem Inhaber von Rolnautic. Hier Andre und Oliver ….

Blick in die andere Richtung.

Wir besuchen eine Vielzahl von Seminaren. Unter anderem über Wetter und Route auf dem Atlantik, Segeln mit zwei Personen (bei uns: Zwei Erwachsene), Vorwindtaktik, Rigg, u.s.w.

Dann wird fleißig eingekauft. Mehr und Mehr. Es soll übrigens noch keine Crew auf dem Atlantik verhungert sein, lernen wir auf dem Verpflegungsseminar…..

Jerry the Rigger kommt zu einem Rigg-Check vorbei. Sicher ist sicher.

Auch andere Crews sorgen für den Atlantik vor. Diese netten Segler haben auf jeden Fall die Kanister gut gefüllt.

Der Kat von Knut an unserem Steg. Ein Outreamer, fast 60 Fuß lang und sehr schnell. Er ist Profisegler. Im Moment ist er mit Familie auf dem Schiff. Die Atlantiküberquerung macht er mit fünf weiteren Profiseglern. Wahrscheinlich werden Knut und seine Freunde um den „Sieg“ bei der ARC mitsegeln und maximal die Hälfte unsere Zeit brauchen. Überhaupt gibt es hier eine ganze Menge unterschiedlicher Schiffe zu sehen. Vom „normalen“ Fahrtenboot wie unserem bis hin zu 85 Fuß Rennyachten.

Wir machen Ausflüge mit unserem Mietwagen, um uns Gran Canaria anzusehen. Leider bleibt es bei nur zwei größeren Touren, da wir insgesamt viel Zeit mit der Vorbereitung unserer großen Fahrt verbringen.

Abends wird hier fast immer gefeiert. Es gibt täglich mindestens den Sundowner, bei welchem sich die Crews treffen. Dazu aber auch einige Partys, z.B. ausgerichtet von der Stadt Las Palmas oder von Sponsoren.

 

 

Auf Lanzarote

Am Montag, 10.10.2016, sind wir in der Marina Rubicon in Lanzarote angekommen. Heute, 26.10.2016, sind wir also schon 16 Tage hier. Hört sich ganz schön lange an, aber für uns vergeht die Zeit wie im Fluge. Schön ist es hier, meist sehr angenehm warm, so um die 25 – 30 Grad. Viele Segler sind bis hier gefahren und haben ihren festen Liegeplatz hier genommen. Einige Segler berichten, dass sie ursprünglich auch bis zur Karibik wollten, dann aber hier auf den schönen Kanaren geblieben sind.

Da bei uns bisher alles recht gut verlaufen ist und alle bereit sind, haben wir uns endgültig entschlossen, die Überquerung des Atlantiks in Angriff zu nehmen. Wir haben gehörigen Respekt vor der ca. 20 – 25 Tage langen Strecke. Das ständige Schaukeln des Bootes auf langen Passagen, die Wetteränderungen, der wenige Schlaf …. wir werden uns daran gewöhnen müssen. Aber wir glauben alle – Kinder und Eltern – , dass wir es schaffen werden und wir freuen uns auf die Karibik und die gemeinsame Erfahrung! Auch glauben  wir, dass sich so eine Gelegenheit wie jetzt so schnell nicht wieder ergeben wird und wir die Chancen nutzen sollten, die sich uns bieten.

Wir bereiten uns also und unsere DIANA auf die weite Reise vor. Der Code Zero, dass große Vorsegel, hatte sich vertörnt und muss noch einmal richtig angeschlagen werden. Das geht bei wenig Wind im Hafen.

Nestor hat die täglichen Aufgaben der Kinder – die vor dem Treffen mit ihren Freunden am Nachmittag zu erledigen sind – in einer Liste zusammengefasst.

Die Marina Rubicon hat eine gute Werft. Darauf hatten mich andere Segler hingewiesen. Wir lassen einen Motorservice machen. Neue Filter, neues Motoröl, Getriebeöl (alles original Volvo Teile und Öle) und Arbeitsstunden kosten zusammen € 180,-. Ein fairer Preis für gute Arbeit!

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Im Mast bringe kontrolliere ich alle Befestigungen und bringe Heizungsrohrverkleidungen an den Salingen (die Querverstrebungen am Mast) an. Dies zum Schutz des Großsegels, da es auf Vor-dem-Wind-Kursen gegen die Salinge drückt und dann wohl Schäden durch Scheuern erleiden kann. Andre von der StepbyStep hilft mir, danke lieber Andre!

Wir haben gemerkt, dass uns unterwegs Staumöglichkeiten fehlen. Getränkebecher etc. konnten wir nirgends abstellen, durch das Geschaukel fielen sie direkt um. Also bringen wir im gesamten Schiff Staufächer an.

In Lanzarote haben wir nette gesellige Abende mit den Crews von StepbyStep, Joemi und Electra.

Die weltbeste Yachting-Bar ist auch hier 🙂

Oliver präsentiert uns seine große Auswahl an Ködern. Da sind echt einige Riesenteile dabei für die Jagd auf die ganz großen Burschen! Wir haben jedenfalls alle viel Spaß an dem Abend auf der Joemi.

Die Kinder amüsieren sich auch und verabreden sich zu einer gemeinsamen Übernachtung.

Mit unserem Mietwagen machen wir einige Ausflüge. Der Famara Strand in Lanzarote.

Hier hat es große Wellen, so dass zahlreiche Surfer den Strand lieben. Zum Schwimmen für uns ist es etwas gefährlich.

Das ehemalige Wohnhaus von Caesar Manrique, heute eine Stiftung und der Öffentlichkeit zugänglich. Nachdem Manrique lange in New York gelebt und gearbeitet hat, kehrte er Ende der 1960er Jahre auf seine Heimatinsel Lanzarote zurück. Hier hat er viele eindrucksvolle Bauten geschaffen.

 

Nach Fuerteventura fahren wir mit der Fähre. Die Insel ist nur ca. 30 Minuten von unserer Marina entfernt. Leider gibt es im Norden Fuerteventuras keine guten Anlegemöglichkeiten für unsere DIANA.

Wir gehen an die tollen Stränden und Dünen bei Coralejo. Dort verbringen wir einen tollen Strandtag. Abends geht es wieder in unseren Hafen zurück.

Wir möchte mal ein richtig dickes Motorboot mieten? Gibt es auch in der Marina Rubicon.

Der Sonnenuntergang am Dienstag, 25.10.16, lässt schon schlechtes Wetter erahnen. Seit Montag regnet es hier gelegentlich, dann aber sehr heftig.

Mittwochmorgen regnet es heftig und es stürmt. Bis Freitag soll eine Schlechtwetterfront durchziehen. Samstag soll es wieder besser sein. Dann wollen wir nach Gran Canaria aufbrechen, von wo am 20.11.2016 die Atlantic Ralley for Cruisers zur Überquerung des Atlantiks startet.

 

 

Madeira – Porto Santo

Noch ein Nachtrag zu der Zeit auf Madeira und Porto Santo (bis Samstag, 8.10.2016).

 

In Funchal besichtigen wir die Quinta Boa Vista, die direkt neben unserem Haus liegt. Hier gibt es eine überwältigende Blumenpracht. Die Quinta gehört einer alteingesessenen englischen Familie. Teilweise sind die Gebäude etwas verfallen. Die Blumenbeete sind dafür umso mehr gepflegt. Wir werden angesprochen vom Sohn des Hauses (in Gärtnerkleidung). Er spricht sogar passabel Deutsch und weist uns – zu Elkes großer Freude – auf einen blühenden Ingwer hin.

Zu Elkes Geburtstag am 5.10.2016 bereiten die Männer und Jungs ein schönes Geburtstagsfrühstück.

Übrigens, wer einmal das nette Haus in Funchal mieten will: Es ist die Villa Catanho, wir haben sie über Booking.com gemietet. Die direkte Adresse des Vermieters – er spricht hervorragend Englisch – ist: acatanho73@gmail.com. Das Haus hat 5 Betten in drei Schlafzimmern,  ein Bad mit Badewanne und Dusche, Wohnzimmer und Küche. Dazu Waschmaschine und gutes Wifi. Nur 15 Minuten vom Hafen entfernt und trotzdem ruhig im Grünen gelegen. Und nicht teuer!

Nachmittags kommen die Schulzens vorbei und wir gehen gemeinsam zum Geburtstagsessen in die Altstadt von Funchal.

Am Donnerstag, 06.10.2016, fahren wir morgens früh von Madeira zurück mit der Fähre nach Porto Santo.

Auf der Fähre planen wir unser Bild, das wir auf die Hafenmauer malen wollen. Traditionell malen die Crews der in Porto Santo ankernden Yachten ein Logo auf die Hafenmauer.

Und so sind wir auf der Hafenmauer verewigt.

Man beachte auf die bayerischen Segler neben uns. Die Fifth Element -das Bild direkt neben Elke – haben wir später in Lanzarote getroffen. Es sind Finnen, die mit kleineren Kindern unterwegs sind.

 

 

Auf Wiedersehen Porto Santo! Am Samstag, 8.10.2016, verlassen wir die Insel Richtung Lanzarote. Hier das Schiff unserer holländischen Nachbarn, die während unserer Abwesenheit ein Auge auf unsere DIANA geworfen haben.

Aua!

Das ist kein neues Top! Sondern ein Verband. Die linke Hand ist mit eingepackt. Elke ist am Strand von einer Welle umgerissen worden und unglücklich auf der Schulter gelandet. Dann hatte sie eine Fraktur im Schlüsselbein an der linken Schulter. Jetzt ist Elke eine echte Einhandseglerin…

Nachdem sie nach einem Tag verkündete,  den schweisstreibenden Verband keine Sekunde länger aushalten zu können und es hier auf Porto Santo keinerlei Bandagen zu kaufen oder zu bestellen gab (Gilchrist, Rucksack oä Verbände,  danke, Christiane und Martin!),  haben wir uns mit Bordmitteln ans Werk gemacht. 

Porto Santo 

Wir sind gestern (Samstag, 18.9.16) am späten Abend gut in Porto Santo angekommen. Es war eine recht ruppige Fahrt, viel Wind und viel Welle. Erstaunlich: Am Anfang hatten wir alle Schwierigkeiten, mit Übelkeit, dem dauernden Geschaukel usw. Nach 2-3 Tagen hatten wir uns aber „eingelebt“ und hätten auch noch weiter fahren können. So viel erst mal auf die Schnelle, später kommt noch mehr!

Der Atlantik ruft

Morgen, Mittwoch 14.9.2016, wollen wir das europäische Festland verlassen. Ziel ist Porto Santo, eine kleine Insel vor Madeira. Unsere längste Etappe bisher, 500 sm, also etwa 1000 km. So weit waren wir noch nie vom Land entfernt. Respekt haben wir da schon. Wir denken, dass wir nach ca. 4 Tagen dort sein werden, also wohl am nächsten Sonntag, wenn alles glatt läuft, sonst vielleicht auch etwas länger. 

Also, bis bald! Drückt uns die Daumen!

Nach Lissabon

Am Freitag, 9.9.2016, hat uns um 06:00 morgens der Wecker aus den Kojen geklingelt. Wir wollen von Porto direkt nach Lissabon segeln. Das sind ca. 170 – 180 Seemeilen, also eine Fahrt von einem Tag, einer Nacht und noch einem halben Tag.

Um 7 Uhr legen wir ab. Die Douro Marina in Porto hat uns sehr gut gefallen. Da wir auf diverse Teile aus Deutschland gewartet haben, waren wir aber recht lange hier; zwei Wochen. Wir freuen uns, dass es nun weiter geht!


In der Mündung des Douro  in den Atlantik begegnet uns bei Sonnenaufgang ein Großsegler.

Draußen erwartet uns wieder die Hohe Atlantikdünung. Die sind wir nach der langen Hafenzeit nicht mehr gewöhnt. Allen wird etwas übel. Bei Elke, Oskar und mir legt sich die Übelkeit nach einiger Zeit wieder. Nestor hat – wie immer – am meisten zu kämpfen. Ihm geht es erst nach ein mal Erbrechen besser.

Nach einigen Stunden mit Maschine kommt leichter Wind auf . Nicht viel, 7 – 9 Knoten. Wir setzen das nach Porto gelieferte Leichtwindsegel, den Code Zero.


Das Segel wird an einem Rüssel, ein Baum, der am Bug herausgeschoben wird, gesetzt. 


Wahnsinn! Bei Wind von nur 6.9 Knoten 6.2 Knoten Geschwindigkeit! Macht richtig Spaß!  

Vielleicht hat jemand von Euch einen Tipp, wie man die Schoten von dem Segel richtig führt? Durch die Holepunkte der Genua? Das ist uns noch nicht ganz klar.

Bis gegen Mitternacht geht es so weiter teilweise bei zunehmendem Wind mit bis zu 8,6 Knoten Geschwindigkeit. Dann flaut der Wind ab. Wir fahren wieder mit Maschine. Bei Kap Raso kommt wieder Wind auf. Der legt immer stärker zu – 5-6 Beaufort – und nimmt auch vor der Maina Cascais (bei Lissabon) nicht ab. Nochmal schönes segeln, aber auch ein schwerer Anleger an der Tankstelle der Marina bei sehr starkem Seitenwind. Zum Glück kommen uns zwei Marineros zu Hilfe. 15 Uhr am Samstag, 10.9.2016, liegen wir sicher in der Marina Cascais.


Warm ist es hier, viel wärmer als noch in Porto. 

Am Sonntag wird erst mal ein Strandtag gemacht. Endlich auch mit guten Wassertemperaturen!


Und für die Grillfreunde unter Euch ein Bild aus Porto:

Links

Hier ein paar interessante Links:

http://www.systepbystep2.com

Andre, Anja und Robin Schulz mit ihrem Katamaran StepbyStep2. Unsere Kinder haben sich 2015 in Holland beim Fußballspielen kennengelernt. Als wir erfuhren, dass die Schulzens auch auf große Fahrt gehen wollen, waren wir ganz begeistert. Wir haben uns dann immer wieder ausgetauscht und sind im Sommer 2016 gemeinsam in Holland gestartet. Mittlerweile hat sich eine richtige Freundschaft entwickelt. Andre, Anja und Robin schreiben fleißig 🙂 auf ihrem Blog mit tollen Fotos.

http://www.sy-cataluna.de

Lothar und Natalia (und ihr kleiner Hund) sind mit ihrem Kat auf Auszeit ohne festes Ende unterwegs. Wir haben die beiden in A Coruna kennengelernt und später wieder getroffen. Leider werden sich unsere Wege trennen, da die beiden ins Mittelmeer fahren.

 

http://www.syenterprise.jimdo.com

Der Blog von Olaf und seiner Familie aus Berlin. Olaf ist ein Freund unseres Freundes Ralf und wir haben uns in Porto kennengelernt. Olaf hat mit seiner Familie (4 Jungs!!) in 2013 auch die Atlantikrunde gemacht, die wir vorhaben.

 

http://synoworries.segelnblogs.de

Der Blog von Reto mit seiner Hallberg Rassy 38 „NOWORRIES“. Reto ist etwas anders unterwegs als wir, nämlich Einhand. Der nette Schweizer plant bis zur Karibik in etwa die gleiche Route wie wir, so dass wir hoffen, uns wieder zu sehen.

 

http://www.heckogecko.blogspot.com

Die Heckogecko mit Sven und Familie hat auch die große Atlantikrunde gemacht. Und es sind Kölner! Wir hatten den Kontakt bereits vor der Abreise, sind aber in der Hektik am Ende nicht mehr dazu gekommen, uns persönlich kennenzulernen. Sven hat dann aber nach unserer Abfahrt Kontakt zu uns aufgenommen.

 

http://www.anne-ahoi.de

Vor unserer Reise haben wir uns immer gerne den Blog von Stefan, Nette und ihren Kindern angesehen. Wir hatten dann auch persönlich Kontakt aufgenommen und viele wertvolle Tipps erhalten. Die Familie hat mit ihren drei Kindern eine ähnliche Reise wie wir gemacht und dies sehr lebhaft in ihrem Blog festgehalten.

 

http://www.shipshop.de

Unser Ausrüster. Falls jemand von Euch eine große Segelreise plant, würden wir auf jeden Fall raten, bei Georg und Christa vorbeizuschauen. Sehr gute und ehrliche persönliche Beratung zu allen Fragen, die man als „Greenhorn“ (wie wir) oder auch als alter Hase so hat.

http://www.sy-agate.de

Michael und Alina sind mit Alinas Kindern Silas und Kilian unterwegs. Später soll noch Michaels Sohn hinzustoßen. Eine echte Patchwork-Familie. Sie möchten eine Zeit im Mittelmeer verbringen. Wir haben sehr nette Tage in Porto zusammen verbracht. Auch die Jungs haben sich sehr über neue Freunde gefreut.

http://www.birdoftuvalu.de

Matthias haben wir in Lissabon kennengelernt und eine nette Zeit zusammen verbracht. Er segelt mit seiner „Bird of Tuvalu“ oft „Einhand“, da seine Frau nicht immer dabei ist. Viele Tipps zu den Kanaren haben wir von ihm bekommen.

http://www.trud.se

Die Schweden Pia und Hans sind ein fittes Pensionärspaar. „Junge“ Pensionäre trifft man nicht selten, öfters zumindest als Familien mit schulpflichtigen Kindern. Die Kinder on Pia und Hans sind groß und sie leben nun auf ihrem Schiff Trud. Vielleicht wollen sie im nächsten Jahr von den Kanaren nach Brasilien segeln. Bei Blog auf Deutsch tippen.

http://www.ocean-experience.de

Das ist der Blog von Andreas Berg mit seiner Yacht Luna aus Berlin. Andreas ist schon seit einiger Zeit auf den Weltmeeren unterwegs. Er nimmt auf seiner Dufour 44 gern auch Gäste mit, nach dem Motto Hand gegen Koje für ca. 40 -50 Euro am Tag. Sehr empfehlenswert, wenn man richtiges Blauwasser-Segeln lernen und ausprobieren möchte! Wir haben Andreas auf unserer Reise bereits im Norden Spanien in den Rias kennen gelernt. Dann haben wir uns immer mal wieder getroffen – in Portugal, auf den Kanaren, in der Karibik – und zusammen nette Abende verbracht. Von Andreas haben wir eine Vielzahl von wertvollen Tipps für die Karibik erhalten. Ab Sommer 2017 wird er im Mittelmeer unterwegs sein, im Herbst dann wieder mit der ARC in die Karibik segeln.

 

 

Wie kommt DIANA nach Nürnberg? 

Wer ab und zu unseren Schiffsnamen DIANA oder unsere MMSI – 211668720 -bei Apps wie z.B. „Find Ship“ eingibt, hat uns letzten Donnerstag in Nürnberg verortet.

Was war passiert? Auf der Fahrt nach Porto hatte unser AIS, das Kollisionswarnsystem, eine Fehlermeldung angezeigt. Das AIS sendet u.a. auch die Daten an „Find Ship“. Wir haben die Sache dann genauer untersucht. Tatsächlich sendete das Gerät nicht richtig. Mit Hilfe der StepbyStep Crew haben wir herausgefunden, dass man unser Signal schon in 4 Seemeilen Entfernung nicht mehr empfangen konnte. Schlecht! Wenn wir draußen auf See sind, wollen wir, dass die anderen Schiffe uns rechtzeitig auf ihren Kollisionswarnsystemen sehen und wir nicht von einem „dicken Pott“ überfahren werden. Das ist der Sinn des aktiven AIS! Wir riefen beim Hersteller des EasyAIS, der Weatherdock AG, in Nürnberg an. Das Problem bei unserem Gerät war dort nicht unbekannt. Der sogenannte Splitter, der für die Umschaltung von Sprechfunk auf AIS auf unserer Funkantenne am Mast sorgt, könnte durch das Gewitter auf dem Weg nach Porto einen Defekt erlitten haben.

So ein Ärger! Neues und teures Gerät, und schon nicht mehr in Ordnung. Ein Gewitter sollte so ein Gerät doch eigentlich abkönnen. Aber: Der Service der Weatherdock AG war gut. Der nette Mitarbeiter der Service-Hotline , Herr Wagner, sagte, dass der Fehler im Gerät mittlerweile erkannt und behoben sei. Wir würden ein Austauschgerät gegen Einsendung unseres defekten Geräts erhalten.

Am Donnerstag hat Herr Wagner dann wohl unser Austauschgerät in Nürnberg programmiert und getestet. Daher war unsere DIANA am Donnerstag in Nürnberg zu sehen.  Freitag war das Gerät per UPS Express in Porto und Samstag konnten wir es einbauen. Es sieht so aus, als ob alles wieder geht!


Da ist das kleine Gerät wieder!

Da wir wegen des defekten AIS ohnehin einige Tage in Porto bleiben müssen (ist übrigens nicht der schlechteste Ort, um einige Tage zu verweilen), haben wir Gregor gebeten, ob er uns unser Leichtwindsegel, den „Code Zero“, senden kann. Wir hatten vor der Abfahrt gedacht, dass wir den Code Zero nicht benötigen, da wir eher von zu viel als zu wenig Wind auf unserer Route ausgingen.  Tatsächlich hatten wir aber auch viele Schwachwindtage, an denen wir uns sehr über unser extra großes Vorsegel gefreut hätten.


Das ist das Segel.


Und der Segelsack mit Baum. Der Baum kommt in eine Halterung am Bug des Schiffs. An der Spitze des Baums wird der Code Zero gesetzt.

Die beiden Mitarbeiter von UPS, die in Köln die Sendung angenommen haben.

Gregor hat das Segel mit dem Baum zu UPS  am Flughafen Köln gebracht! Vielen Dank für deinen Einsatz, lieber Gregor! Mittwoch soll es voraussichtlich (hoffentlich) in Porto eintreffen. Wenn das Segel da ist, wollen wir weiter fahren nach Süden.

Islas Cies

Eine traumhafte Inselgruppe vor Baiona. Teilweise zugänglich, teilweise unter strengem Naturschutz. Wir haben eine Ankergenehmigung für Montag und Dienstag (22./23.08.2016). Danke liebe Doro für den Tipp!



Es dürfen ca. 20 Yachten gleichzeitig dort ankern. Ferner gibt es einen einfachen Campingplatz.


Ok, ganz einsam ist es nicht. Es kommen morgens mit Fähren viele Tagesbesucher auf die Insel, die abends wieder abreisen.

Aber schön ist es ….


Wir begeben uns auf Wanderschaft und erkunden die Insel.

Baiona und Kolumbus

Wir segeln nach Baiona. Im Ort gibt es eine Verbindung zu unserer Reise: Der Nachbau der Pinta, eines der Schiffe des Kolumbus.


Baiona war der erste Ort, der vom Erfolg der Entdeckung Amerikas erfuhr. Die Pinta legte nach der Reise hier nach der Rückkehr an.

In Baiona schauen wir uns den Zieleinlauf von La Vuelta, der Spanienfahrt, an. Der ganze Ort ist auf den Beinen! Nach langem Warten kommt der Pulk der Radrennfahrer endlich. Und ist in wenigen Sekunden vorbei!  Aus! Spektakel vorbei! Das ganze hat wirklich nur ein paar Sekunden gedauert.


Mit den Stepbystep-lern besichtigen wir den schönen Ort.

Cap Finisterre und Nebel


Am Sonntag, 14.08.2016, sind wir am Cap Finsterre vorbeigesegelt. Mit Sonnenschein. Aber kurze Zeit später kommt dichtester Nebel auf. Wir können noch grade bis zur Bugspitze sehen.

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Was tun? Lichter an, Maschine an und vor allem Radar an. Auf unserem Kartenplotter – dem Navigationsgerät – sehen wir: Land, See, Untiefen, Felsen, andere Schiffe, die wie wir AIS haben, und durch das Radar auch andere (kleinere) Schiffe, die kein AIS haben. Wir bewegen uns als kleines Schiffsymol in der Mitte des Bildschirms. Langsam begreifen wir die Punkte, welche das Radar auf den Bilschirm liefert. Der Trick scheint zu sein, dass man den Radius der Darstellung nicht allzu groß wählt, besser 500 Meter als 3 Meilen.

So kommen wir mithilfe unserer Geräte auch im „Blindflug“ weiter. Nur die Bojen der Fischer sind nicht zu erkennen. Hoffentlich überfahren wir keine, denn daran hängen Netze, die sich nicht um unsere Schraube wickeln dürfen. Ohne etwas zu sehen erreichen wir schließlich nach 3 Stunden Nebelfahrt einen Ankerplatz in der Enseada de San Franzisco. Wir ankern vorsichtshalber weiter draußen auf 10 Meter Tiefe.

Am nächsten Tag – der Nebel ist weg- zeigt sich, dass wir an einem schönen Platz gelandet sind.


Erste Handlung an Land: Mülltonnen suchen.



Auf der Weiterfahrt: Eine kleine unbewohnte Insel in der Ria de Arousa. Wir machen einen Ankerstopp. Dann geht es weiter nach Riveira. Das Wetter soll Mittwoch schlecht werden, da wollen wir lieber in einen Hafen.

Camarinas

Am Freitag, 12.August 2016, können wir (endlich) aus A Coruna abfahren. Wir fahren ca. 45 Seemeilen weiter in die Bucht von Camarinas, nah am Cap Finisterre. Hier ist eine sehr schöne Ankerbucht. Zum ersten Mal auf unserer Tour fällt der Anker!


Unsere Diana ist das vorderste Schiff im Bild. Hier sieht es so aus wie in Schottland, grün, bergig, Nebel. Nur wärmer!


Die Jungs fahren Schlauchboot.

Eines der neuen Abus Schlösser, mit dem u.a. der Außenbordmotor gesichert war, lässt sich nicht mehr öffnen. Wir probieren alles, von Caramba bis Cola. Nichts klappt. Zum Glück haben wir auf den letzten Drücker eine Flex mitgenommen. Danke lieber Ralf für den Tipp! Damit lässt sich das Schloss schließlich durchschneiden. Den 220 Volt Strom bekommen wir dabei von unserem Inverter. Dieser wandelt den Bordstrom von 12 Volt in haushaltsüblichen 220 Volt Wechselstrom um. Wenn der Inverter an ist, kann man die Steckdosen an Bord mit ganz normalen Elektrogeräten benutzen. Kann man aber nicht allzu lange machen, sonst sind die Batterien leer.



Nestor beschäftigt sich mit einem Spiel.

Und Suchbild:


Beim Klar-Schiff-Machen: Elke fegt unter dem Salontisch.

Biskaya-Vorbereitung 

 

Wir bereiten uns auf die Biskaya-Überquerung vor. Motor, das stehende und laufende Gut, EPIRB, Satellitentelefon werden gecheckt und die Grab-Bag (Notfalltasche zur Mitnahme in die Rettungsinsel, die man hoffentlich niemals braucht) gepackt. Gleich gehen wir noch einkaufen, füllen die Wassertanks und tanken morgen den Dieseltank voll.

Nach Beratung mit Ralf, der netterweise Wetter und Tide für den Biskaya-Törn eingehend geprüft hat, werden wir Freitag nachmittags losfahren, um mit Wind und Strom möglichst zügig voranzukommen.

Wenn Ihr unsere Route verfolgen möchtet, könnt Ihr uns über Apps wie z.B. Find Ship mit unserer MMSI 211668720 finden (wenn wir das AIS eingeschaltet haben – also keinen Schreck, wenn es mal nicht klappt…).

Wir haben jetzt auch die Kommentarfunktion eingeschaltet, da könnt Ihr auch etwas schreiben!

Immer weiter nach Westen

Zunächst wollten wir über Frankreich nach Spanien segeln. Kanalinseln, Brest und dann der große Sprung über die Biskaya.

Wir haben den Plan geändert. Jetzt sind wir zur westlichsten Ecke von England unterwegs, nach Falmouth in Cornwall. Von dort wollen wir über die Biskaya nach A Coruna. Grund: Erstens erschien uns der Tidenhub und damit die Strömung in England moderater. In England um die 5 Meter Tidenhub, in Frankreich bis 10 Meter. Zweitens sind die Winde in der Biskaya oft westlich, da ist es besser, schon möglichst weit nach Westen gefahren zu sein, da dann die Gefahr eines Am Wind Kurses geringer ist. Nachteil: Die Strecke über die Biskaya ist von England länger, eher 4 Tage im Gegensatz zu ca. 3 Tagen von Brest aus. Wir werden sehen, ob unsere Entscheidung richtig war …

Das Segeln nach Westen ist aber anstrengend. Fast immer kommen uns Wind und Wellen entgegen. Wir müssen also kreuzen, unsere Diana liegt vom Wind schräg auf der Seite und die Meilen nach Westen sind wirklich hart erkämpft. Gestern waren wir für 50 Seemeilen von Weymouth nach Dartmouth von 7:30 h morgens bis 19:30 h abends unterwegs. Richtig schönes Segeln ist das noch nicht.


Auf dem Weg nach Dartmouth haben wir unsere ersten Delphine (Tümmler) gesehen. Sie spielten um unser Schiff herum.



Am Sonntag, 24.7.16, sind wir in Dartmouth angekommen. Ein sehr schöner Ort an einer hübschen Bucht. Wir legen einen extra Hafentag ein.


Bestes englisches Essen: Fish and Chips with Salt and Vinegar.

Das Segelmekka der Engländer

Von Brighton sind wir am 22.7.16, Freitag, nach Cowes auf der Isle of Wight gesegelt. Das ist der Segler-Hotspot. Auf dem Solent finden im Sommer ständig Regatten statt, wir haben aus der Ferne die Americas Cup Katamarane gesehen. Die Pubs im schönen Ort sind voll mit Seglern. Sehr schön hier, könnte man länger bleiben. Aber ein andermal. Wir haben langsam die Überquerung der Biskaya nach Spanien vor Augen. Das wollen wir unbedingt bald, in der besten Sommerzeit, machen.





Schöne Pubs in Cowes, mit Bildern von Segellegenden

Beachy Head


Donnerstag, 21.7.2016: Wir sind vor Beachy Head in England. Heute segeln wir nach Brighton. In der Brighton Marina war ich vor ein paar Jahren einmal zu Jörg Garbens Jungesellenabschied. Schöne Erinnerung. Wie im Film „Quadrophenia“ sind wir mit Vespas auf die Felsen von Beachy Head gefahren.


Faszinierend! Wir testen unseren Windpiloten. Dies ist eine Selbststeuerung , die rein mechanisch, also völlig ohne Strom, funktioniert. Wen es interessiert: auf Windpilot im Internet nachsehen. Und auf dem aktuellen Am-Wind-Kurs funktioniert die Anlage tadellos. Wie von Geisterhand gesteuert fährt unser Schiff den eingestellten Kurs.

Ijmuiden, Zeebrugge, Dunkerque

Von Ijmuiden in Holland sind wir am Freitag, 15.7.16, nach Zeebrugge in Belgien gesegelt. Ein langer Schlag von 90 Seemeilen. Bei geschätzter Durchschnittsgeschwindigkeit von ca. 5 sm pro Stunde (mit Berücksichtigung der Gezeitenströme) als etwa 18 Stunden Reisezeit. Wir stehen früh auf, 4 Uhr, und segeln um 5 Uhr los..

Gegen Mittag geht es an Rotterdam , dem größten Hafen Europas, vorbei. Hier soll man sich per Funk anmelden, bevor man die Hafeneinfahrt quert, mit Schiffsname, Position und Fahrtrichtung. Angaben dazu findet man für die europäischen Küsten im „Reeds Nautical Almanac“. Wir melden uns ordnungsgemäß bei der Verkehrszentrale („Maas Entrance“) an. Mit der Zeit haben wir gemerkt, dass es gut ist, sich wie empfohlen oder vorgeschrieben bei den Behörden per Funk anzumelden. Die Lotsen haben dann unser Schiff mit im Blick, warnen ggf. uns und die Großschifffahrtsweg vor gefährlichen Situationen. Wenn man erstmal seine Scheu überwunden hat, auf englisch in das Funkgerät zu quatschen, geht so ein Funkverkehr eigentlich ganz einfach und immer nach dem selben Schema.

Bis auf die Höhe von Walcheren läuft alles gut. Dann dreht der Wind und kommt genau gegenan und frischt auf 6 Beaufort auf. Starker Wind gegen Strömung! Kurze, steile Wellen bauen sich auf. Wir stampfen unter Motor gegenan. Unser Bug verschwindet immer wieder unter den Wellen und wirft dann, wenn er wieder auftaucht, Berge von Wasser über das Schiff. Das musste jetzt wirklich nicht sein! Wir Mühen uns 3 Stunden lang gegen die Wellen ab, bevor wir um 21:30 h endlich Zeebrugge erreichen.

An einem der Fenster im Vorschiff ist bei den Bedingungen etwas Wasser eingedrungen! So ein Mist! Fängt ja gut an!


Da kommt erst einmal Tape drauf, wir haben ein spezielles seewasserfestes 3 M Tape dabei. Aber schön ist anders.

In Zeebrugge bleiben wir dann noch Samstag und Sonntag, um das Schiff aufzuräumen (viele Sachen haben wir in der Hektik des Aufbruchs einfach ohne Ordnung irgendwo im Schiff verstaut) und um einfach ein wenig Ruhe zu finden.


Der Katamaran der Familie Schulz, mit denen wir uns in Zeebrugge treffen


Elke mit Anja und André und Oskar und Nestor mit Robin


Wir hissen zum ersten Mal die ARC Flagge, welche die Teilnehmer der Atlantic Ralley for Cruisers im Hafen als Erkennungszeichen führen. Prompt spricht uns ein englischer Segler an, der mit seiner Familie in die Welt gesegelt ist und wünscht uns alles Gute.

Zeebrugge hat übrigens in den 1980er Jahren traurige Berühmtheit erlangt. Damals kenterte vor dem Hafen die Fähre „Herald of Free Enterprise“ und es kamen weit über 100 Menschen ums Leben. Die Fähre fuhr- wie damals zur Zeitersparnis üblich – mit offener Bugklappe aus dem Hafen. Von der Brücke aus konnte der Kapitän nicht erkennen, ob die Klappe geschlossen war oder nicht. Der für die Klappe zuständige Matrose hat wohl nicht aufgepasst oder gar geschlafen. So drang Wasser ins Autodeck, die Fähren bekam Schlagseite und kenterte.

Von Zeebrugge sind wir nach Dunkerque, wieder morgens früh um 5 h wegen der Tide.


Dunkerque am frühen Morgen. Schön für Industrieromantiker.

Am Dienstag, 19.7.16, ging es dann über den Kanal nach England.

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234 Grad – das ist der direkte Kompasskurs von unserem Heimathafen in Makkum/Niederlande über den Atlantik nach St. Lucia in der Karibik. Wir sind: Markus und Elke und unsere Kinder Oskar (Jg. 2004) und Nestor (Jg. 2009), zusammen die Familie Schlüter aus Köln. Vor gar nicht allzu langer Zeit kam uns die Idee, gemeinsam als Familie doch mal etwas ganz anderes zu machen als das übliche Alltagsleben daheim zu erleben. Zeit für uns zusammen, Zeit in der Natur …. und ein wenig Abenteuer. So entstand die Idee, ein Jahr Auszeit zu nehmen und eine große Segelreise über den Atlantik zu machen. Von unseren Erlebnissen möchten wir Euch hier gerne berichten.

Wir freuen uns immer sehr über Nachrichten und Kommentare von Euch! Bitte an: 234grad(at)gmail.com